Sa. 23. Juli 2016 um 11:28

Review: Xiaomi Mi Band 2 Fitnesstracker im Kurztest

von Dimitrios Kuckhoff0 Kommentare

Eine Smartwatch, wie z. B. die LG Watch Urbane 2nd Edition LTE, hat durchaus ihre Vorzüge, eignet sich aber nicht primär als Gerät zur Schlafüberwachung. Dieser Erfahrungsbericht des Xiaomi Mi Band 2 wird euch einen Eindruck zum Aktivitätstracker zum kleinen Preis mit grosser Ausstattung geben. Schliesslich bietet Xiaomi hier einen Tracker an der für deutlich weniger Geld die meisten Funktionen anderer Geräte mitbringt.

Lieferumfang und technische Daten

  • Mi Band 2, Ladekabel, Anleitung auf Chinesisch
  • 0.42 Zoll OLED Display
  • Bluetooth 4.0 Low Energy
  • Android 4.4 und iOS kompatibel
  • 70 mAh Akku, bis zu 20 Tage Standby laut Hersteller
  • Funktionen: Schrittzähler, Schlafüberwachung, Pulsmesser, Wecker, Nachrichtenerinnerung
  • 18.5 g

Präsentiert wird das Mi Band 2 in einem sehr schlichten Pappkarton. Einzig und allein die "Mi" Aufschrift lässt erahnen, was sich im Inneren verbirgt (von der chinesischen Beschreibung auf der Unterseite mal abgesehen). Ähnlich spartanisch geht auch im Inneren der Umweltverpackung weiter. On top wird der Tracker dem Käufer kredenzt, darunter findet man ein Armband, Ladekabel und eine chinesische Bedienungsanleitung.

Erster Eindruck des Mi Band 2

Das Mi Band 2 von Xiaomi erscheint für den anvisierten Preis von 20 US-Dollar überraschend hochwertig. Die Schliesse des Armbandes ist zu Anfang gewöhnungsbedürftig, man gewöhnt sich mit der Zeit allerdings schnell an diese. Um als Smartwatch Träger eine möglichst homogenen Optik zu wahren, wurde das Armband am rechten Arm getragen, welches sich zu Anfang dadurch eher wie ein Fremdkörper angefühlt hat, mit der Zeit allerdings völlig in Gewohnheit umgeschlagen ist. Wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere.

Genauigkeit der Messdaten

Passend zur Lieferung und Test des Armbandes wurde das beliebte Augmented Reality Spiel Pokémon Go veröffentlicht. Eine gute Gelegenheit also, um mal ein wenig Praxiserfahrung zu sammeln. Antreten durfte der Fitnesstracker gegen den Schrittzähler einer LG Watch Urbane 2nd Edition LTE und einem Samsung Galaxy S7 Edge. Die gezählten Schritte aller 3 Geräte befanden bei 31.000 Schritten sich mit jeweils 500 Schritten nach oben und unten sehr nah bei einander.

 

Man darf also festhalten, dass Xiaomi hier durchaus präzise misst und mit anderen höherpresigen Anbietern mithält. An einem anderen Tag lagen die Ergebnisse sogar nur ca. 200 Schritte auseinander. Negativ zu betrachten ist allerdings, dass beim Aufwachen bereits gut 200 – 400 Schritte auf dem kleinen Display angezeigt werden. Ob diese im Schlaf oder beim unbeabsichtigten Schlafwandeln entstehen, möchten wir an dieser Stelle eurer Fantasie überlassen. Der Pulsmesser ist sich allerdings wieder mit den Vergleichsgeräten einig und auch bei der manuellen Methode (Hand an der Hauptschlagader und zählen) treten kaum Abweichungen auf.

 

War da nicht noch etwas mit Schlafmessung? Die gemessene Einschlafzeit des ersten Tages lag bei genau 23:48 Uhr, eingeschlafen bin ich allerdings erst etwa um 2 Uhr Nachts. Nachdem die Zeit nachträglich in der App angepasst wurde, waren die Aufsteh- und Wachzeiten in Folgetagen aber plausibel. Mangels Schlaflabor lassen sich die zwischen 40 Minuten und 2 Stunden schwankenden Tiefschlafwerte nicht zu 100% auf Plausibilität überprüfen, die Werte sollte man aber auch eher als Richtwert betrachten, um so eine langfristige Tendenz sehen zu können.

Benutzung und Display

Ein touchsensitiver Button stellt die einzige Eingabemöglichkeit dar. Dieser arbeitet zuverlässig und schaltet bei Berührung die jeweiligen Anzeigen Uhrzeit, Schritte, Entfernung, Kalorien, Herzfrequenz und Verbleibender Akku durch. Optional lässt sich das Display noch durch Heben des Arms aktivieren. Dieses lässt sich übrigens auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen.

 

Ein grosses Manko ist hier leider der Wecker: Liess sich beim Mi Band 1 (s) noch ein Schlafphasenwecker aktivieren, fehlt diese Option nun gänzlich. Die Vibration ist für meinen Geschmack etwas zu schwach, wünschenswert wäre hier eine Anpassmöglichkeit gewesen. Moment, Schlafphasenwecker? Hier erkennt das Band ob man sich in der Tief- oder Leichtschlafphase befindet und weckt einen so optimal auf. Zumindest in der Theorie. Bleibt abzuwarten, ob das Feature nachgeliefert wird, denn per Software- oder Firmwareupdate sollte ein Nachreichen kein Problem darstellen.

Die App Mi Fit für das Mi Band 2

Um die App nutzen zu können muss zuerst ein Account bei Xiaomi erstellt werden. Anschliessend kann das Mi Band gekoppelt werden. Beim ersten Versucht wurde das Band allerdings nicht gefunden, hier half es über das Bluetooth Menü von Android eine Verbindung zum Band herzustellen. Das Gerät wird nur beim Starten der App Synchronisiert, was im Endeffekt der Akkulaufzeit zu Gute kommt. Falls man der App gewisse Rechte wie z. B. "Lesen und Schreiben von Dateien auf SD-Karte", "Auf Standort Informationen zugreifen" oder auch "Auf Gerätestatus zugreifen" entziehen möchte, stell dieses kein Problem dar. Man erhält beim Start zwar die Meldung etwaige Rechte zu aktivieren, die Bedienung ist dennoch uneingeschränkt möglich. Einstellungstechnisch lassen sich die üblichen Anpassungen von Schritt, Masseinheiten, Anzeigen etc. vornehmen. Schaut euch dazu am besten die Screenshots an.

 

Für alle Fans der Chinesisch-Deutsch Übersetzung: Hier ist bis auf Kleinigkeiten in den Einstellungen alles schlüssig übersetzt worden und nachvollziehbar. Vereinzelt sind Texte nicht komplett lesbar bzw. abgeschnitten oder noch auf Englisch.

Mi Fit
Entwickler: Xiaomi Technology
Preis: Kostenlos

Akkulaufzeit und Ladezeit

Bei Lieferung hatte das Mi Band 50 Prozent Restakku und war nach einer guten Stunde auf 100 % geladen. Nach 3 Tagen Benutzung attestiert das Band immer noch 100% an, erst am 4. Tag verringerte sich die Anzeige langsam auf 96 %. Genaue Aussagen können zwar noch nicht getroffen werden, allerdings scheint der Akku lange zu halten. Benachrichtigungen auf dem Band wurden übrigens deaktiviert und der Puls wurde ca. 2x am Tag gemessen.

Fazit

Selbst für einen aktuellen Preis von ca. 42 US-Dollar bin ich positiv überrascht. Wenn der Preis dann noch auf die versprochenen 20 US-Dollar fällt, kann man absolut nichts falsch machen. Ich werde damit nun mal meine Schlafgewohnheiten beobachten und bin gespannt, ob ich mit den Schlafwerten langfristig etwas anfangen kann. Andere Alternativen sind wesentlich teurer und Anhand unserer Erfahrungen beim Vergleich mit anderen Anbietern, scheint der Preis ein absolutes Schnäppchen zu sein.

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