Sa. 28. Februar 2015 um 16:31

Review: Withings Activité Pop im Test

von Yves Jeanrenaud1 Kommentare

Smartwatches sind heute doch schon ein paar zu finden. Manche sehen aus wie Uhren, die LG G Watch R etwa, manche, wie die Apple Watch oder die Pebble Steel, als wären Sie einer SciFi-Serie entsprungen. Heute geht es um die Withings Activité Pop, eine analoge Uhr mit Fitness- und Schlaf-Tracker.

Inhalt

  1. Lieferumfang und Verpackung
  2. Design und Verarbeitung
  3. Technische Details der Withings Activité Pop
  4. Funktionalität
  5. Stromversorgung
  6. Withings Activité Pop – Der Preis
  7. Smartwatch oder Uhr mit smarten Funktionen – Ein Fazit

Lieferumfang und Verpackung

In der representablen Verpackung, die sich durchaus zum Ausstellen der Activité Pop Uhr eignet, wird nicht sehr viel mitgeliefert: Die Uhr selbst, eine Kurzanleitung in drei Sprachen und eine Metallscheibe zum Öffnen der Uhr zwecks Batteriewechsel und Drücken des Reset-Knopfs. Das Öffnen der Verpackung gestaltet sich allerdings doch recht schwierig. Zwar kann der Kunststoffquader leicht angehoben werden, nachdem die Klebestreifen abgezogen oder durchtrennt wurden, doch das Entnehmen der Uhr aus der ausgeklügelten Pappkonstruktion gestaltet sich unerwartet umständlich, wenn man diese denn nicht zerstören möchte. Die Kurzanleitung ist nur eingesteckt, das Öffnungswerkzeug im Mittelteil, auf dem die Uhr auch ruht, zu finden.

Design und Verarbeitung

Die Withings Activité Pop, hier im Test in Shark Grey, sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale analoge Uhr. Sie hat einen Durchmesser von 3.6 cm und ist 1 cm dick, wiegt 37 Gramm. Das Armband wird mittels Federstegen am Uhrengehäuse befestigt, die durch einen kleinen Ziehsteg geöffnet werden können. Das mitgelieferte Gummiarmband selbst ist bis zu einem Durchmesser von 19.5 cm verwendbar und vergleichsweise dehnbar. Es wird mit einer üblichen Metallschnalle geschlossen. Die Oberfläche des Armbands hingegen ist aber auch sehr fussel- und staubaffin. Auf der Unterseite ist ein silberner Punkt zu sehen, der den Reset-Knopf beherbergt.

 

Das Ziffernblatt der Uhr ist ähnlich der Gehäuse- und Armbandfarbe gehalten und zeigt den Schriftzug Withings in Weiss, Activité Pop in Orange. Die zwölf Stundenabschnitte sind mit dunklen Strichen markiert, die simpel gehaltenen Stunden- und Minutenzeiger sind weiss. Im unteren rechten Quadranten ist ein weiteres Ziffernblatt zu finden, welches einen weissen Dreiviertel-Kreis mit zehn Markierungen umfasst und den Fortschritt von null bis 100 Prozent, mit einem ebenfalls weissen Zeiger anzeigt. Neben Shark Grey ist die Uhr auch in den Varianten Wild Sand und Bright Azure zu haben. Bunte Ersatzarmbänder, beispielsweise in Orange, Bordeau und Türkis, sind vom Hersteller ebenfalls angekündigt worden. Die Armbänder sind 18 mm breit, so dass auch andere, handelsübliche Bänder wohl passen werden.

Technische Details der Activité Pop

Das Wearable von Withings verbindet sich mit Smartphone oder Tablet per Bluetooth Smart LE und ist zu iOS ab Version 7 und dem iPhone 4S kompatibel, Android soll Ende dieses Monats noch folgen. Als Ansprechstelle dient dabei die Withings Health Mate App, die unter Android noch keine Verbindung herstellen mag.

Health Mate
Entwickler: Withings
Preis: Kostenlos

Die Uhr selbst wird mit einer handelsüblichen CR2025 Knopfzelle für ca. acht Monate mit Strom versorgt. Die Activité Pop ist bis zu 50 m wasserdicht. Ein drei-achsiger MEMS (Micro-Electro-Mechanical System)-Beschleunigungssensor ist für die Messung der Schritte und der Bewegungen im Schlaf verantwortlich.

Funktionalität

Die Withings Uhr beherbergt als herausstechendes Merkmal also einen Beschleunigungssensor, der als Schrittzähler fungiert. Soweit, so gut. Die zueghörige Health Mate App, unter iOS übrigens Apple Health Kit-kompatibel, sorgt für die Auswertung dieser Bewegungsdaten. Daraus errechnet sie die Anzahl getätigter Schritte als hauptsächliche Kenngrösse, die auch auf dem zweiten Ziffernblatt ausgewiesen wird. Aus Körpergrösse, Geschlecht, Alter und Gewicht, was im Benutzerprofil hinterlegt wird, errechnet sie die durchschnittliche Schrittlänge und kann so auf die zurückgelegte Distanz schliessen. Mit der Information Körpergewicht wird aus den Aktivitätsdaten der Bewegung und einem Grundverbrauch aktive und metabolische Kalorien sowie den vollständigen Kalorienverbrauch angezeigt. Wenn man Laufsport betreibt, erkennt die App dies anhand der erhöhten Bewegungsintensität und protokolliert dies automatisch als Laufen. Ab Ende März soll auch es mittels Firmwareupdate, welches per App via Bluetooth aufgespielt wird, möglich werden, dass die App automatisch erkennt ob man Schwimmen war und wie lange und weit. Die Bewegungsdaten dienen ebenfalls dazu, die Schlafphasen zu errechnen. Dabei sind Einschlafzeitpunkt, Schlafdauer, Leicht- und Tiefschlafschlafphasen sowie Schlafunterbrechungen erfasst.

 

Die App zeigt diese Daten sehr ansprechend in verschiedenen Ansichten an. Sie kann neben Schlaf- und Bewegung noch weitere Daten verwalten und Messen, beispielsweise mit anderen Gadgets von Withings den Blutdruck oder das Körpergewicht und den Körperfettanteil. Ein Dashboard, was die Verteilung der entsprechenden Daten anzeigt, eine Timeline, die den chronologischen Verlauf anzeigt und Badges, die sowohl per E-Mail als auch in der App auftauchen und neben einem ansprechenden Cartoon auch zum Teil Hintergrundinformationen dazu liefern. Ebenfalls findet man Informationen und Hinweise zu den einzelnen Fitness- und Gesungheitsdaten. Ebenfalls kann man seine Erfolge und Werte mit denen anderer vergleichen und sich so gegenseitig anspornen.

 

Die Messung der Schritte und der Schlafphasen scheint sehr präzise zu sein. Verglichen mit dem Fitbit Flex, Charge HR oder One sowie der manuellen Zählung sind weniger Differenzen als bei konkurrenzprodukten zu verzeichnen. Auch der aufgezeichnete Schlaf und die Lauf-Aktivitäten sind zutreffend und ausreichend präzise. Abweichungen von wenigen Sekunden bzw. Minuten sind hier durchaus tolerierbar.

A propos Schlaf: Die Uhr verfügt ebenfalls über einen Wecker mit Vibrationsalarm. Dieser wird per App eingestellt und vibriert ca. 15 Sekunden relativ deutlich merkbar. Durch zweimaliges Antippen des Uhrenglases bewegen sich die Zeiger übrigens auf die eingestellte Weckzeit, wenn der Wecker denn aktiv ist. Schläft man zu tief, ist der Vibtrationsalarm doch aber auch oft zu schwach, um einem aufzuwecken. Als alleiniger Wecker also vielleicht nicht zu empfehlen. Warum hier nicht die Schlafphasen mit in den Weckprozess einbezogen werden, ist nicht wirklich klar.

 

Die Synchronisation der Daten dauert, je nach Häufigkeit, durchaus ein paar Sekunden bis zu mehreren Minuten. Dafür kann die Uhr auch 38 Stunden ohne Synchronisation aus kommen und alle Daten protokollieren und gespeichert halten. Dank Bluetooth 4.0 Smart Low Energy kann aber auch das Bluetooth-Modul am Smartphone durchaus aktiv bleiben, die Technologie spart im Vergleich zu frühreren Bluetooth-Standards deutlich Strom, so dass kontinuierlicher Daten von der Uhr heruntergeladen werden können.

Stromversorgung

Wie schon erwähnt wird die Activité Pop durch eine herkömmliche CR2035 Knopfzelle mit Strom versorgt. Diese bringt den Vorteil gegenüber Akkuzellen, dass sie trotz geringer Kapazität von wenigen hundert mAh ein geringes Gewicht, niedrige Anschaffungskosten von ca. 3 Euro bzw SFr. sehr konstante Spannungspegel liefert und für Anwendungen wie diese Uhr eine sehr komfortable Laufzeit ermöglichen. Sie lässt sich sehr bei der Withings austauschen, indem die Rückseite des Gehäuses wie bei fast allen Uhren geöffnet wird, wozu das erwähnte Werkzeug, die Metallscheibe dient. Wer sich aber nicht zutraut, die Batterie selbst zu tauschen, findet aber in jedem Uhrengeschäft fachkundige Hilfe. Die Batterie des Wearable soll ca. acht Monate halten und die App informiert gegebenenfalls über die Notwendigkeit eines Ersatzes.

Withings Activité Pop – Der Preis

Die Withings Activité Pop kostet 149 Euro bzw. 199 SFr. und ist in Deutschland derzeit exklusiv bei der Metro-Tochter Saturn erhältlich. In der Schweiz ist beispielsweise Data Quest zu nennen, der die Uhr zumindest im Sortiment führt, wenngleich auch derzeit nicht im Lager vorrätig. In Österreich hat expansis das Wearable zur Vorbestellung gelistet.

Smartwatch oder Uhr mit smarten Funktionen – Ein Fazit

Eine Smartwatch? Nein, wohl eher nicht. Die Activité Pop von Withings ist eine Uhr, ganz klar. Eine hübsche, simple, businesstaugliche analoge Armbanduhr mit Schritt- und Schlaftracker. Die Wasserdichte bis 5 ATM und die automatische Erkennung von Lauf- und Schlafphasen macht die Benutzung sehr angenehm. Gerade im Vergleich mit Trackern der Konkurrenz fällt die doch erstaunlich präzise automatische Tracking-Funktionalität sowie allgemeine Bewegungserfassung auf. Dadurch, dass man nicht Tippen oder Tasten drücken muss, um explizit Sport oder Schlaf zu protokollieren, gewinnt das Gadget deutlich an Komfort. Toll ist natürlich auch, dass kein Aufladen notwendig ist. Schade jedoch ist, dass die Erfassung der Schlafphasen nicht mit dem Wecker kombiniert wurde. Schlafphasenwecker setzen darauf, dich in einer leichten Schlafphase zu wecken, auch wenn das bedeutet, dass du etwas vor der Weckzeit aufgeweckt wirst, so dass du dich erhohlter fühlst beim Aufstehen. Wir haben derartige Wecker schon getestet, beispielsweise den aXbo Schlafphasenwecker. Diese Funktion hätte der Withings auch gut gestanden, kann ja aber noch kommen. Dass bald auch Schwimmen getrackt werden kann und Android unterstützt wird, ist sehr begrüssenswert. Windows Phone scheint einmal mehr den Kürzeren zu ziehen. Sehr schade.

 

Für den Preis, vergleichbar mit einer herkömmlichen Uhr, ist die Activité Pop von Withings ein tolles Produkt. Wer also einen Schrittzähler und Schlaftracker sucht, ist mit der schönen, schlichten und funktionalen Uhr sicher bestens bedient.

vg-wort
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Eine Antwort zu “Review: Withings Activité Pop im Test”

  1. Wolfgang D sagt:

    Schade ist, dass keine Leuchtpunkte verbaut wurden. Wegen der weißen Zeiger reicht aber wenig Licht, um die Zeit noch ablesen zu können. Die Verarbeitung könnte gerne genauso gut sein, wie die Verpackung stabil ist. Jedenfalls funktioniert bei meiner Pop der Resetknopf nicht.

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