So. 06. Dezember 2015 um 14:00

Review: TomTom Spark GPS-Fitnessuhr im Test

von Stefan Landolt0 Kommentare

Erst vor ein paar Monaten hat das traditionsreiche Navi-Unternehmen TomTom die Spark vorgestellt. Die spannende Kombination aus Musikplayer, GPS-Uhr und Fitness-Tracker haben wir nun auf Herz und Nieren getestet.

Lieferumfang und Hardware

Die Uhr wird in einer kompakten Box mit vielen Infos und Sichtfenster geliefert. Nach öffnen der Klebestreifen kann der vordere Teil der Box entfernt werden. In der Box befindet sich die Uhr, aufgespannt auf einem Karton. In einem separaten Fach befindet sich das Ladekabel und die Bedienungsanleitung. Die Bedienungsanleitung sieht auf den ersten Blick sehr umfangreich aus, es sind jedoch nur ein paar wenige Seiten auf Deutsch, welche vor allem die Einrichtung beschreiben.

 

Das Ladekabel ist mit einem proprietären Anschluss für die TomTom-Uhr ausgestattet und kann per USB mit einem beliebigen Ladegerät oder an einem sonstigen USB-Anschluss geladen werden.

Design und Verarbeitung

Die Uhr ist für das Tracking von sportlichen Aktivitäten entwickelt und sieht demzufolge auch sehr sportlich aus. Sehr auffällig ist das breite Band aus Kunststoff, welches mit vielen Löchern ausgestattet ist, um einen perfekten Sitz zu garantieren. Dies ist vor allem wichtig für den Herzfrequenzsensor, welcher nicht zu weit von der Haut entfernt sein sollte. Das Band ist auch in einer schmaleren Version erhältlich für Leute mit einem kleineren Armumfang. Das Band wird an drei Stellen mit jeweils zwei kleinen Noppen und durch eine Schlaufe befestigt und hält dadurch sehr gut.

 

Das eigentliche Herzstück, das Uhrenmodul, kann von Innen einfach in das Band reingedrückt werden und ermöglicht so einen einfachen Bandwechsel. Das Modul ist ein gebogenes Kunststoffstück, bei dem im oberen Teil die Uhr mit dem Screen und im unteren Teil das Bedienkreuz verbaut ist. Dieses hat auf allen vier Seiten Druckpunkte, mit welchen durch das Menü navigiert werden kann. Obwohl die Fläche in der Mitte so aussieht, als ob man da drücken könnte, hat diese keine Funktion. Intuitiv könnte dort eine Funktion erwartet werden.

 

Für den Büroalltag wirkt die Uhr vielleicht etwas zu grob, im Fitness und bei sportlichen Aktivitäten passt die Uhr aber sehr gut. Ohne den sehr auffälligen Bedienknopf und das grobe Band würde die Uhr aber gar nicht so schlecht aussehen. Vielleicht müsste dieser auch einfach etwas kompakter ausfallen bei einer nächsten Version.

 

Das Ladekabel ist mit einem proprietären Anschluss ausgestattet und kann nur für diese Uhr verwendet werden. Die Uhr wird darin eingeklinkt.

Benutzung

Für die erste Einrichtung muss die Uhr mit einem Computer verbunden werden und mit dem Programm mysports connect von TomTom welches per Download zur Verfügung gestellt wird, konfiguriert werden. mysports connect dient zum Updaten der Firmware der Uhr und anschliessend zum Aufspielen der gewünschten Musik. Um die Uhr mit dem Programm zu verbinden, wird dieses nach Installation nochmals beendet, danach funktioniert die Synchronisation sofort. Der Abgleich mit der Uhr ging ziemlich schnell und alle Einstellungen wurden sogleich übernommen. Auf dem Smartphone, wird die MySports App installiert. Die Verbindung ist schnell hergestellt und erste Bewegungsdaten werden automatisch in die App geladen. Leider gibt es für Windows Phone keine TomTom mySports App.

TomTom MySports
Entwickler: TomTom
Preis: Kostenlos
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Die Bedienung der Uhr ist ziemlich einfach und nach kurzer Übungsphase ist die Menüführung klar und man findet alle Einstellungen. Wenn man im Ruhezustand (Anzeige der Zeit) nach rechts drückt, kommt die Auswahl der verschiedenen Aktivitäten, dargestellt mit Symbolen. Wird beim gewünschten Symbol wieder rechts gedrückt, wird automatisch die Herzfrequenz und ein GPS Signal gesucht für Outdooraktivitäten. Wenn Beides vorhanden ist, wird dies mit einer kurzen Vibration bestätigt. Die Aktivität kann in diesem Fenster zudem pausiert oder abgeschlossen werden oder es können noch weitere Einstellungen gemacht werden.

 

Wenn man im Ruhezustand nach oben klickt, wird beim ersten Mal ein Bluetooth-Kopfhörer gesucht. Wenn dieser mal eingerichtet ist, kann so die Musik ausgewählt werden. Beim nächsten Mal kann dann die gewünschte Playlist gewählt werden und Titel angewählt und die Musik gesteuert werden. Beim Klick nach links kommt man zu der aktuellen Statusansicht in den verschiedenen Fenstern des Aktivitätstrackings. So kann man zum Beispiel die aktuelle Schrittanzahl, die geschlafenen Stunden und die verbrauchten Kalorien anzeigen lassen.

Mit einem Klick nach unten öffnen sich die Menüeinstellungen. Hier können zum Beispiel Grösse, Gewicht, Alter oder die Zeit eingestellt werden. Dieselben Einstellungen kann man aber auch über die App auf dem Smartphone oder im mySports connect auf dem Rechner erledigen.

 

Die Menüführung ist einfach und verständlich. Wie von TomTom gewohnt gibt es auch kaum unnötige Einstellungen und Anzeigen. 

Die Uhr bietet insgesamt für folgende Sportarten Trackingmöglichkeiten an:

Outdoor

  • Laufen
  • Radtouren
  • Schwimmen
  • Freestyle

Indoor

  • Fahrrad
  • Fitness
  • Schwimmen
  • Freestyle

Kopfhörer und Musik

Die Musik kann nur mit kompatiblen Bluetooth-Kopfhörern abgespielt werden. Dies muss vor dem Kauf unbedingt geprüft werden. Sind diese jedoch mit den BT-Profilen A2PP und AVRC ausgestattet, ist die Einrichtung sehr einfach. Bei der Uhr drückt man nach oben, dann öffnen sich wie erwähnt die Bluetooth-Einstellung. Wenn man die Kopfhörer das erste Mal einrichtet, sucht die Uhr automatisch nach kompatiblen Bluetooth-Geräten. Dann einfach auch bei den Kopfhörern den Verbindungsmodus einschalten und schon kann man Musik hören.

 

Unter Wasser funktioniert die Bluetooth-Verbindung nicht, weshalb auch beim Schwimmen keine Musik gehört werden kann.

 

Getestet habe ich mit der Musik, welche bereits auf der Uhr vorinstalliert ist. Es ist eine Playlist darauf vom Ministry of Sound mit elf Liedern. Da diese in einem Mix-Track sind, kann man die Lieder nicht überspringen und muss alle anhören. Es können aber auch eigene Playlists und einzelne Titel auf die Uhr geladen werden, um bei jedem Training die richtige Musik dabei zu haben. Die eigene Musik kann mit der mysports connect Software vom Mac oder PC auf die Uhr geladen werden. Es werden MP3- und AAC-Dateien unterstützt und je nach Grösse der Titel sollten rund 500 Tracks darauf Platz finden. Um für jedes Training die passende Musik auf der Uhr zu haben, können zudem eigene Playlists gestaltet werden. 

Technische Details

Die Uhr bietet die folgenden technischen Eigenschaften:

Akkulaufzeit 
Aktivitätstrackingbis zu 3 Wochen
GPSbis zu 11 Stunden
GPS + Herzfrequenz + Musikbis zu 5 Stunden
Wasserdicht bis 40m (5 ATM)
 
Masse
Display22 x 25 mm, Dicke 13.7 mm
Speichergrösse3 GB
(rund 500 Songs im MP3 oder AAC Format)
Gewicht50g
 
Sensoren
Bewegungssensor, GPS + GLONASS, Kompass, optischer Herzfrequenzmesser, Bluetooth® Smart

Zubehör

Die Uhr kann auch mit einem externen Herzfrequenzsensor oder einem Kadenzsensor verbunden werden, um Beispielsweise Indoor-Trainings auf dem Spinning Rad zu machen. Hierzu befinden sich auf der TomTom Webseite zusätzliche Informationen.

Preis

Es sind vier verschiedene Modelle erhältlich. Das getestete Modell Cardio + Music ist mit 269.- SFr. bzw. 249,- Euro das teuerste und bietet mit GPS, Herzfrequenz und Musikplayer alle verfügbaren Funktionen. Bei Amazon ist sie ab 239 Euro zu haben. Es sind zudem eine Version mit Herzfrequenz ohne Musik und eine Version mit Musik ohne Herzfrequenz erhältlich (je 219 SFr. bzw. 199.- Euro). Zudem ist für Einsteiger auch ein Modell verfügbar, welches nur mit GPS (ohne Musik und Herzfrequenz) ausgestattet ist und 169.- SFr. bzw. 149,- Euro kostet.

Fazit

Der Schritt mit dem Abgleich mit dem Laptop scheint etwas veraltet, funktioniert jedoch sehr gut und so kann auch bereits die erste Musik auf die Uhr kopiert werden. Es zeigt auch schon einen wichtigen Vorteil der Uhr: Die Unabhängigkeit vom Smartphone. Mit der TomTom Spark kann man zum Joggen auch ohne das Smartphone das Haus verlassen und sich voll auf den Sport konzentrieren. Auch im Fitnessstudio kann die lästige Hülle am Arm weggelassen werden und mit den Bluetooth-Kopfhörern kommt auch nie ein Kabel in die Quere. Ich habe die Uhr rund eine Woche getestet und musste diese trotz unvollständigem Laden nie nachladen. Und das Obwohl ich oft das GPS und die Herzfrequenzmessung eingeschaltet hatte. Das ist sicher ein Plus. Zudem finde ich den Preis für diese vielen Funktionen angemessen. Für rund 300 Franken erhält man die Uhr inkl. passenden Kopfhörern. 

Etwas skeptisch zu betrachten ist das Ladekabel. Das Kunststoffteil, welches die Uhr dabei festhalten soll, wird wahrscheinlich nicht sehr lange halten dies müsste jedoch in einem längeren Nutzungstest geprüft werden. Ich hatte einfach das Gefühl, dass die Uhr schon beim dritten oder vierten Mal etwas weniger gut fest klemmte.

Für den Sport ist die die Spark-Uhr top, für das alltägliche Tracking von Schlaf, Schritten und Kalorien gibt es sichere hübschere Produkte. Wen aber ein etwas klobigeres Design nicht stört, kann mit der TomTom Spark Cario+Music nichts falsch machen.

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