Sa. 18. April 2015 um 14:00

Review: Sonos Play:1 im Test

von Dimitrios Kuckhoff3 Kommentare

Bluetooth-Lautsprecher gibt es wie Sand am Meer, aber Sonos möchte sich von der Masse abheben. Der Clou: Kompakt, klarer Sound und vor allem in Feuchträumen wie dem Badezimmer problemlos einsetzbar. Während die einen noch auf ihrem Handy die passende App öffnen, um auf dem portablen Lautsprecher Musik oder auch Podcasts abzuspielen, drücken Sonos-Besitzer bequem auf den Play/Pause-Button und lauschen entspannt dem Sound ihrer Play:1.

Review: Sonos Play:1 im Test

Verarbeitung und Qualität

Bereits beim Auspacken bekommt man ein Gefühl dafür, dass es sich bei der Sonos Play:1 um ein hochwertiges Produkt handelt. Anstatt mit massig Plastikverpackungsmaterial wird einem der Lautsprecher in einem hellen Säckchen präsentiert, man wird nahezu dazu verleitet, das Unboxing in Form einer kleinen Prozession abzuhalten. Sonos benutzt neben dem Säckchen und Kabelbindern ausschliesslich Pappe und hält somit sogar auf eine gewisse Art und Weise die Umweltbelastung gering. Und was ist nun mit der Prozession? Wir öffnen den Sack und packen ein wirklich gut verarbeitetes Gerät aus. Der erste haptische Eindruck ist grandios, das Gewicht von 1.85 kg liegt wohl in der Hand, je mehr Gewicht, desto weniger gerät das Gehäuse in Schwingung und desto sauberer der Ton. Mit Massen von 161.45 x 119.7 x 119.7 mm ist die Play:1 kompakt genug, um in ein Regal oder auf einem Spiegelschrank Platz zu finden. Dem Verpackungsinhalt liegt neben dem üblichen Papierkram ein dem Player farblich angepasstes Strom- und Netzwerkkabel bei.

 

Auf der Oberseite befinden sich die Buttons für Play/Pause, Lauter und Leiser sowie eine Status-LED, die Rückseite bietet einen RJ45-Port und 1/4-Zoll-Gewinde zu Wandmontage. Das Stromkabel wird in die Unterseite gesteckt und durch eine kleine Aussparung geführt, damit die Box gerade stehen kann. Der metallene Korpus streckt sich um das ganze Gerät und vermittelt so eine 360°-Abstrahlung der Musik, aber natürlich kommt diese nur aus der Front. Die Play:1 gibt es in zwei farblichen Varianten: Weiss mit Alu-farbener Front und Schwarz mit Graphit-farbener Front.

Sound

Auch wenn wir in diesem Test nur ein Exemplar und dadurch nur Mono-Sound hatten: Man möchte gar nicht glauben, dass eine kleine Box so kraftvoll und präzise klingen kann. Ermöglicht wird dies durch separate Hoch- und Tief-Mittel-töner, die mit einem massiven Magneten in Schwingung versetzt werden. Die Bässe sind druckvoll und satt, Höhen und Mitten fein aufgelöst. Es bedarf nach der Ersteinrichtung noch einer kleinen – je nach Geschmack – Anpassung am Equalizer. Dies lässt sich über die Sonos-App realisieren, so können hier beispielsweise Bässe und Höhen geregelt sowie ein Loudness-Effekt geschaltet werden – Bässe und Höhen werden bei leiser Lautstärke angehoben und hören sich dadurch besser an.

Review: Sonos Play:1 im Test

Zu laut sollte man die Play:1 aber nicht aufdrehen, hier fahren das Klangbild und vor allem die Bässe leicht zurück, die Box neigt zum Übersteuern. Die Sonos wurde aber auch nicht für grosse Partys, sondern kleinere Räume wie Flure, Küchen oder Badezimmer gebaut. Hier erfüllt sie den Raum vollkommen. Apropos Badezimmer: Die Streamingbox ist für Feuchträume geeignet, so dass Dampf aus der Dusche ihr nichts anhaben kann.

Bedienung der Sonos-App

In der aktuellen Version 5.3.1 des Sonos Controllers wurde die Bedienung um einiges vereinfacht. In der Titelleiste ist eine stets präsente Raumauswahl vorhanden, um schnell zwischen den einzelnen Playern hin und her zu schalten oder diese in Gruppen zusammen zu fassen. Ebenfalls omnipräsent ist die Suche rechts in der Titelleiste, welche Favoriten, Musikdienste oder die eigene Musikbibliothek durchsucht. Musikdienste und Einstellungen lassen sich jetzt über die Sidebar erreichen, Zurück-Klick-Eskapaden wie bei älteren Versionen des Sonos Controllers bleiben dem User in Zukunft erspart. Die Sidebar ist vorsortiert und Musikdienste lassen sich nicht in der Reihenfolge ändern, was aber keinesfalls negativ auffällt. So hat man hier doch alles schön übersichtlich gestaltet.

 

Der aktuelle Track lässt sich wahlweise eingeklappt in der Fussleiste oder mit einem Fingertipp inkl. grosse Coveransicht anschauen. Interpreten können hier durchsucht werden, gefundene Titel lassen sich dann auch zu Sonos- oder Spofity-Playlist hinzufügen. Neben Modi wie Crossfade oder Shuffle sieht man auf einen Blick den nächsten Interpreten in der Warteschlange, welche rechts neben dem Lautstärkeregler aufgerufen werden kann. Die Lautstärke kann ausserdem aus der Benachrichtigungsleiste aufgerufen werden, ohne erst kompliziert die Optionen studieren zu müssen.

In den Einstellungen können weitere Geräte und weitere Musikdienste hinzugefügt, aber auch die eigene Musikbibliothek (aus Netzwerkfreigaben) verwaltet werden. Selbstverständlich lassen sich hier auch die Räume oder Geräteeinstellungen und Equalizer anpassen. In den erweiterten Einstellungen kann aus der App heraus noch am Betaprogramm teilgenommen und somit aktuellste Software für Controller und Gerät getestet werden. Bei den Musikdiensten bekommt der Nutzer oder die Nutzerin eine breite Palette geboten, darunter natürlich auch bekannte Vertreter wie Spofity, Deezer oder auch SoundCloud.

Integration von Streamingdiensten am Beispiel von Spotify

Sonos bietet den Zugriff auf die persönlichen Playlists, markierte Videos, Musik-Neuerscheinungen, Top-Titel und Tracks, die einem Freunde über Spotify gesendet haben. Natürlich kann mit der Suche auch Spotifys gesamter Musikbestand durchsucht werden. Hat man sich Playlisten erstellt oder von anderen Nutzern eingebunden, kann man diese im entsprechenden Menüpunkt aufrufen. Im Vergleich zur Spofity-App werden leider keine Cover oder die Anzahl der Tracks angezeigt, als Optionen bietet die Sonos-App erstmal nur das Löschen von Playlisten an.

 

Neuerscheinungen bieten dem Hörer die Möglichkeit, Neues zu entdecken. Hierbei fällt auf, dass Sonos diese aber wohl anders als Spotify zu sortieren scheint, ein Schema konnten wir nicht feststellen. Das gleiche gilt hier auch für die Top-Titel, welche bei Spotify als Hitlisten geführt werden. Welcher Liste sich Sonos bedient, ist schleierhaft, auch ist die Auswahl (z. B. in Form von Ländern) bei Spofity grösser.

Erfreulich ist die Integration von Informationen über den Interpreten. Sowohl ein grosses Bild als auch entsprechender Text können im Sonos Controller abgerufen werden. Auch die Top-Titel der im Beispiel verwendeten Band Axel Rudi Pell werden korrekt dargestellt und laden zum Hören ein.

 

Abschliessend muss man sagen, dass die Grundfunktion, sprich Spotifys Tracks hören und Playlisten Abrufen, gegeben sind. Gut, die Sortierung von Neuerscheinungen und den Top-Titeln entspricht nicht ganz dem Vorbild, dennoch kann man mit den von Sonos angezeigten Tracks etwas anfangen. Sehr schade ist allerdings, dass die Radio-Funktion komplett fehlt, dies hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Gerade dieses Feature hätten wir uns gerne gewünscht, aber man soll die Hoffnung bekanntlich ja nicht aufgeben.

Fazit

Klein aber fein! Die Sonos Play:1 überzeugt auf ganzer Linie, auch wenn sie nicht gerade billig ist: Für 199 Euro und mit 100 Tage Rückgaberecht erhält man entweder in Schwarz oder Weiss ein Stückchen Exklusivität für die eigenen vier Wände. Die grosse Breite an integrierten Streamingdiensten, Erweiterbarkeit mit weiteren Modellen der Marke Sonos, Kompaktheit und der Sound sprechen ganz klar für das Gerät. Deezer hat übrigens Deezer Elite für Sonos-Boxen freigeschaltet, sprich verlustfreier Musikgenuss mit 1’411 kbps.

Sonos Controller Für Android
Entwickler: Sonos, Inc
Preis: Kostenlos
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Entwickler: Sonos, Inc.
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3 Antworten zu “Review: Sonos Play:1 im Test”

  1. campi67 sagt:

    Könnt ihr bitte etwas zum Stromverbrauch im Standby sagen?

  2. fasi26 sagt:

    Da ich auch schon seit einiger Zeit in meiner Wohnung 2 Play:1 (Bad und Küche), eine Play:3 (Schlafzimmer) und eine Play:5 (Wohnzimmer habe, kann ich den oben aufgeführten Test nur bestätigen. Steuern tue ich die App mit meinen Android Smartphone oder mit meinem Ipad Mini. Es gibt sogar noch einige mehr Funktionen, die ich nutzte. Z.B. eine Weckfunktion entweder mit Musik oder sehr angenehmen Weckton, eine Schlummerfunktion, die ich im Schlafzimmer nutzte, Zufallswiedergabe, Endloswiedergabe. Man kann auch mit den Geräten eine Gruppe bilden, so dass alle gemeinsam die gleiche Musik oder den gleichen Sender spielen. Angenehm beim Wohnungsputz :-), da hat man keinen zeitversetzten Ton, sondern synchronen Ton auf allen Geräten in der Gruppe. Alles in allem, bin ich absolut begeistert und würde mir dieses System jederzeit wieder kaufen.

    Rüdiger

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