Mo. 28. September 2015 um 10:36

Review: Samsung Galaxy Tab S2 im Test

von Stefan Wiesner1 Kommentare

Vorwort

Nachdem Samsung im Juli den Nachfolger des Tab S vorgestellt hatte, ging ein leises Raunen durch die Tablet-Welt. Es war das erste Mal, dass Samsung ein Tablet mit Highend Hardware und Highend-Materialien vorstellte. Zudem sollte es noch leichter und dünner sein als Apples iPad-Flaggschiff das iPad Air 2. Nun haben wir für euch das Samsung Galaxy Tab S2 mal genauer unter die Lupe genommen und wollen euch sagen, was Samsung in unseren Augen richtig macht und an welchen Stellen eventuell noch Luft nach oben ist.

Samsung-Galaxy-Tab-S2-Bild6 Review: Samsung Galaxy Tab S2 im Test
Schlicht kommt das Samsung Galaxy Tab S2 daher

Lieferumfang und Hardware

Der Lieferumfang bei dem Tablet ist recht übersichtlich, abgesehen vom benötigtem Ladegerät samt Kabel, packt Samsung nur eine Schnellstart Anleitung bei. Ein Headset, wie es von vielen Leuten benutzt wird und bei einem Tablet, gerade bei der LTE-Version sinnvoll ist, legt Samsung nicht bei.

 

Die Hardware ist, wie Eingangs schon erwähnt, Highend, lediglich der Prozessor ist nicht der allerneueste, den Samsung im Portfolio hat. Aber fangen wir mal langsam an, was haben wir denn? Das Tab hat je nach Grösse ein 8 Zoll oder 9.7 Zoll grosses SAMOLED-Display, welches mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixel daherkommt. So erreicht man einen ppi-Wert von 264 beim grossen und 320 beim kleinen Tab S2. Der verbaute Prozessor ist ein Exynos 5433 aus Samsungs eigener Produktion, wie er zum Teil schon im Note 4 eingesetzt wurde. Der Prozessor arbeitet nach dem little.BIG Prinzip, was bedeutet, dass hier die schnellen Cortex A57 Kerne mit bis zu 1.9 GHz und die etwas langsameren A53 Kerne mit bis zu 1.3 GHz takten. Dem Prozessor zur Seite steht eine Mali-T760 und ein 3 GB grosser RAM. Der interne Speicher ist 32 GB gross, zur Verfügung stehen etwa 25 GB. Der Speicher kann per Micro-SD-Karte um bis zu 128 GB erweitert werden. Auch hat Samsung natürlich an die nötigen Verbindungsmöglichkeiten gedacht, so kommuniziert man mit dem schnellen WLAN ac-Standard, hat Bluetooth 4.1 an Bord, GPS und Glonass sind dabei sowie eine Micro USB 2.0-Schnittstelle, welche auch den MHL-Standard unterstützt. Die Kameras lösen in der Front mit 2.1 Megapixel und auf der Rückseite mit 8 Megapixel auf, einen Blitz sucht man leider vergebens. 

 

Das Gewicht und die Abmessungen suchen bei diesem Gerät seinesgleichen. Die grosse Version, die wir hier auch zum Testen haben, wiegt gerade einmal 392 Gramm, somit ist es etwa 20% leichter geworden als sein Vorgänger und immer noch 50 Gramm leichter als ein iPad Air 2, da hat Samsung ganze Arbeit geleistet. Die Masse von 237.3 x 169 x 5.6 mm sind für diese Display-Diagonale typisch. Wer aber aufgepasst hat, wird feststellen, dass Samsung hier zur Zeit das dünnste Tablet der Welt geschaffen hat. Die 5.6 mm fühlen sich echt super an, es ist Anfangs schon ein komisches Gefühl, ein so dünnes Tab in seinen Händen zu halten. Aber auch die 8 Zoll grosse Version muss sich hier nicht verstecken, diese ist nochmals 120 Gramm leichter und hat die Masse 198.6 x 134.8 x 5.6 mm. Die Akkukapazität lässt erstmal keinen Rückschluss auf die Laufzeit zu, denn diese ist gegenüber dem Vorgänger vermutlich zum Wohle von Gewicht und Abmassen gesunken. Sie beträgt jetzt beim 9.7 Zoll grossen Modell 5’870 mAh und beim 8 Zoll Gerät 4’000 mAh. Bei den LTE-Modellen kommt eine Nano-SIM zu Einsatz, die über einen Schuber in das Gerät geschoben wird.

Verarbeitung

Das uns vorliegende Samsung Galaxy Tab S2 LTE 9.7 ist super verarbeitet. Das Display wird sauber von einem Alurahmen umschlossen und weist keinerlei ungleichmässige Spaltmasse auf. Der Alurahmen ist an der linken und rechten Seite leicht angeschrägt, so dass dieser deutlich angenehmer zu fassen ist und auch nach längerem Benutzen nicht einschneidet. Die Rückseite, wenn auch immer noch aus Kunststoff bestehend, ist sehr sauber verarbeitet und fühlt sich äusserst hochwertig an, das war nicht immer so bei Samsung. In dieser Rückseite befinden sich auch die beiden Magneten, die Samsung seit dem ersten Tab S verbaut, um Zubehör unauffälliger befestigen zu können.  Auf der Front finden wir, wie bei Samsung so üblich, den Homebutton. Dieser ist diesmal auch gleichzeitig der Fingerabdruck-Scanner, wie man ihn mittlerweile aus Samsungs Smartphone Flaggschiffen kennt. Links und rechts daneben liegen die beiden bekannten kapazitiven Tasten. Der Homebutton ist sauber eingefasst und steht ein paar Zehntel über das Display hinaus, was die Betätigung und das Wiederfinden deutlich erleichtert.

An der Unterseite des Rahmens sitzt die Micro-USB-Buchse sowie der 3.5 mm Klinkenanschluss. Jeweils links und rechts davon sitzt ein Lautsprecher, die Bohrungen dafür wurden sehr genau ausgeführt und tun dem schicken Aussehen keinen Abbruch. Was wir aber während unseres Tests festgestellt haben, ist die Tatsache, dass man unbeabsichtigt die Lautsprecher zuhält, wenn man das Tab dreht und somit im Querformat nutzt.

An der rechten Seite des Geräts befinden sich die Tasten zum Ein- und Ausschalten und die Lautstärkewippe. Ebenfalls auf dieser Seite, wenn auch nicht gleich ersichtlich, sind die Einschübe für SIM-Karte (nur bei den LTE-Versionen) und Micro-SD-Karte. Die Einschübe unterscheiden sich farblich nicht in einer Nuance von dem Gehäuserahmen und sind passgenau eingefasst. Auch die Buttons sind sauber verarbeitet und haben einen knackigen Druckpunkt.

Akku, Kamera und Performance

Der Akku des Tab S2 macht im Alltag echt Spass, man kann damit Stunden auf der Couch verbringen und man sieht es dem Akku fast gar nicht an. Im Schnitt hält das Gerät zwei bis vier Tage bei einer Display Einschaltzeit von acht bis zehn Stunden durch. Wie oben schon erwähnt, fasst der Akku 4’000 mAh und wird mit dem mitgelieferten Ladegerät in etwa zwei Stunden wieder voll geladen. Sollte man allerdings eine Powerbank oder ähnliches einsetzen, kann sich die Ladezeit deutlich erhöhen, da dort meist mit weniger als 2 A geladen wird. Wer also viel mit dem Gerät unterwegs ist, braucht nicht sofort Panik haben, dass der Akku nach einem halben Tag den Geist aufgibt, wir sind in dem Test mit dem Akku immer mehr als gut über ein, zwei Tage gekommen.

Die Performance des Gerätes kann sich sehen lassen.Während des reinen Desktop Betriebs, wie Mails lesen und dem Surfen im Netz, merkt man dem Gerät absolut keine Schwächen an, alles läuft sehr flüssig und smooth. Auch bei kleineren Games wie Boom Beach kommt das Gerät nicht ins Schwitzen. Im Antutu Benchmark erreicht das Tab S2 gute 53’184 Punkte und liegt damit im Android Tab Bereich im vorderen Feld, knapp hinter dem Sony Xperia Z4 Tablet. Im Geekbench 3 schafft das Gerät passable Werte und ist etwa gleich auf mit dem Xperia Z4 Tablet. Für die Gameing-Fans unter euch kann man sagen, dass das Gerät im Basemark 18841 Punkte geschafft hat und somit zum Zocken mehr als tauglich sein sollte.

 

Gut aber was sind schon Benchmarks? Die Leistung des Geräts ist im Alltags mehr als ausreichend, eine Runde Real Racing 3 kann man mit dem Gerät bestens zocken und das Wichtigste an dem Ganzen ist, dass das Gerät dabei nicht einmal gross warm wird. Da Samsung aber von sich selber behauptet, mit dem Gerät dem iPad Air 2 Konkurrenz machen zu wollen, sei noch gesagt, dass in so gut wie allen Benchmarks das iPad Air 2 die Nase meist weit vorne hatte, da spielt sich dann eben doch die Stärke von Hard- und Software aus einer Hand aus.

Die Kamera macht, solange ausreichend Licht vorhanden ist, gute und detailreiche Fotos. Wird der Raum oder der Ort, wo man fotografieren möchte aber etwas dunkler, bekommt man sofort Bildrauschen in die Fotos, so dass diese sofort verwaschen aussehen. Schuld ist hier aber vermutlich der schwache Sensor, denn das Samsung Galaxy S6 verwendet die gleiche Blende, aber mit einem stärkeren Sensor. Die Blende wurde hier mit F1.9 im Vergleich zu den meisten Tabs recht gross gewählt, vermutlich um den fehlenden Blitz zu kompensieren. Man muss aber auch dazu sagen, dass das Fotografieren vermutlich nicht das Hauptaufgabengebiet des Tablets sein wird.

Was gibt’s sonst noch zu sagen?

Fangen wir mal beim Display an. Ein SAMOLED-Display in einem Tablet ist echt eine Wucht, die Farben erschlagenen einen praktisch. Alles ist knallig bunt und sieht saftig aus. Da machen dann auch wieder Filme und Games gleich mehr Spass auf dem Display. Die Helligkeit ist mehr als ausreichend und im Test hatten wir nicht einmal Probleme beim Ablesen im Sonnenlicht. Das Tab macht im Alltag eine super Figur und zeigt kaum Schwächen. Was den einen oder die andere vielleicht stören könnte, ist das Fehlen der NFC Schnittstelle oder des Infrarot Senders. Aber wie man sieht, sind das Kleinigkeiten und Samsung hat hier insgesamt einen sehr guten Job gemacht.

 

Fazit

Fangen wir mal mit dem Negativsten an was es momentan gibt und das ist die nicht aktuelle Android Version. Das Tab S2 hat momentan noch Android 5.0.2 installiert, wo doch schon 5.1.1 Gang und Gebe ist. Wir hoffen, dass Samsung da in nächster Zeit nachbessert. Ansonsten kann man aber sagen, dass Samsung mit dem Gerät eine sehr gute Arbeit abgegeben hat. Das Display und die Abmessungen suchen seinesgleichen und alleine deshalb sollte man das Tablet in die nähere Betrachtung ziehen, wenn ein Neukauf ansteht.

 

Für wen würde sich das Tablet lohnen?

Wer schon ein Tablet aus dem letzten Jahr hat, der muss nicht unbedingt kaufen, kann aber auch mit dem Tab S2 glücklich werden. Allen anderen sei gesagt, wenn ihr euch heute für ein Tablet entscheiden müsstet, guckt euch das Samsung Galaxy Tab S2 definitiv an. Welche Grösse man dann letzen Endes nimmt, ist Geschmackssache, wobei ich immer wieder zum 9.7 Zoll grossen Gerät greifen würde.

 

Eine Übersicht der Preise haben wir euch schon im Unpacked gegeben und darauf sei dann von hier nochmal verwiesen.

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Eine Antwort zu “Review: Samsung Galaxy Tab S2 im Test”

  1. Alexander Burggraf sagt:

    Tolle Review, danke dafür. Die Akkulaufzeiten können sich echt mal sehen lassen.

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