Do. 22. Januar 2015 um 19:51

Review: Samsung Galaxy Note Edge im Alltagstest

von Michael-Petteri Müller1 Kommentare

Eines der 2014 und 2015 wohl am heissesten diskutierten Smartphones ist das Samsung Galaxy Note Edge, ja genau, dieses innovative und neu designte Wunder, das Samsung in Form eines Smartphones auf der IFA 2014 in Berlin vorstellte. Kaum ein anderes Smartphone sorgt momentan für eine solch kontroverse Stimmung bei Käuferschaft und Händlern wie das neue Galaxy Note Edge.

 

Bereits 2011 stellte Samsung „Curved Screens“ bei Fernsehern vor und hatte schon damals Smartphones mit dieser Technik in Aussicht gestellt.

 

Ende 2014 war es nun endlich soweit, aus einer Studie wurde Ernst und nachdem Samsung erstmalig ein User-Voting veröffentlichte, indem man abstimmen durfte, ob dieses Smartphone in die Massenproduktion gehen sollte, war schnell klar: Es kommt – und zwar auch nach Europa!

Ab Dezember 2014 konnte man über eine eigens von Samsung eingerichtete Webseite dieses neue Note Edge in den beiden Farben weiss und schwarz bestellen, exklusiv als Premium Edition für 899,00 Euro. Nach einigem Hin- und Herüberlegen, legte ich es mir dann auch prompt zu und erhielt nach zwei Tagen das Premiumpaket von einem Samsung Distributor aus den Niederlanden mit DHL Express. Was das Samsung Galaxy Note Edge verspricht, was es hält und wie es sich schlägt, lest ihr in diesem Testbericht.

Technische Details zum Note Edge in der EU Version

BetriebssystemAndroid 4.4.4 Kit Kat
Display5.6 Zoll QHD mit 2560 x 1440 Pixel (524 ppi)
Seitenpanel1440 x 160 Pixel
ProzessorSnapdragon 805 Quadcore mit 2.7 GHz Takt
Interner Speicher32 bzw. 64 GB
Arbeitsspeicher3 GB
KameraHauptkamera 16 Megapixel (CMOS), Frontkamera 3.7 Megapixel (CMOS)
Akku

3’000 mAh

Lieferumfang und Design

Beim Auspacken wird man gleich von der ca. 30 x 30 x 10 cm grossen matt-schwarzen Premium-Box überrascht, diese ist aus Pappe mit graviert aussehender Beschriftung. Ehrlich gesagt hätte man bei dem Anschaffungspreis eher damit gerechnet, eine schöne, hochwertige Aluminium Box oder ähnliches vorzufinden, weshalb die schnöde wirkende Pappschachtel ein wenig enttäuschte. Aber es kommt ja auf den Inhalt an, welcher wie folgt aussieht:

  • Samsung Galaxy Note Edge (weiss) Modell SM-N915FY
  • 1x Flip Case
  • 1x Micro Faser Putztuch
  • 1x Galaxy Note Edge Prospekt
  • 1x 64 GB Micro SD Karte der EVO Serie mit Class 10

Beim Auspacken der Premium-Box kamen dann das Samsung Galaxy Note Edge in der Produktverpackung aus Pappe, das Schnellladegerät, ein USB Kabel, der Akku, der S-Pen, sechs S-Pen Ersatzspitzen, ein Paar InEar Kopfhörer und sämtliche Papiere wie Kurzanleitung, Garantieschein etc. zum Vorschein.

 

Wenn man es nicht genau wüsste, könnte man meinen, eines der Standard Note Geräte vor sich liegen zu haben. Optisch wirkt das Note Edge ähnlich wie das Note 3, Note 4 aber: Es gibt diesen feinen Unterschied, das Curved Seitenpanel. Praktisch ein zweites Display an der rechten Seite, das uns mit Informationen und Schnellzugriffen versorgen soll.

 

Samsunggeräte mit dem Beinamen „Note“ haben immer einen „S-Pen“ (der Samsung Stylus mit speziellen Funktionen) dabei, natürlich auch das Note Edge, dieser steckt im Gerät und wird an der rechten Unterseite des Gerätes entnommen bzw. eingeschoben.

Beim Note Edge sitzt der Power Button oben, bei allen anderen Note Smartphones rechts aussen, was aber beim Note Edge aufgrund des seitlichen Panels designtechnisch natürlich nicht machbar ist. Alles andere ist identisch mit dem Note 4: Links seitlich befindet sich die Lautstärkewippe. Frontal geschaut unten befindet sich der Home Button, rechts und links daneben die beiden Softkeys für Menü/Recent Apps links neben dem Home Button und rechts daneben der Return Softkey.

Inbetriebnahme und Performance

Zum Starten kamen nun also die SD-Karte rein, die Micro SIM Karte wurde eingebaut, die brandneue EVO MicroSD Karte wurde installiert und los kann’s gehen. Das Curved Panel begrüsst einen sogleich mit dem durchlaufen Schriftzug Galaxy Note Edge und die Einrichtung kann beginnen.

 

Installiert ist Android 4.4.4 KitKat, alles ging nach dem Starten wie gewohnt vonstatten, bis plötzlich oben das SD Karten Icon erschien, das verriet, die eingelegte SD Karte werde nicht erkannt. Ok, nehmen wir die Karte mal raus, vielleicht ist es ja ausnahmsweise so, dass man die SD erstmal formatieren muss. Gedacht, getan…aber es tut sich rein gar nichts. Wie sich herausstellte, war die neue EVO kaputt. Das ist ärgerlich, denn das Gerät sollte doch für den Test mit allen neuen Teilen laufen und nicht eine 64 GB aus einem anderen Gerät eingesetzt werden.

Weihnachten stand nun vor der Tür, oft ist es schwierig, jetzt noch jemanden zu erreichen, um zu reklamieren, aber wir hatten Glück: Nach einer Email an den niederländischen Distributor und einem Anruf bei der extra eingerichteten Galaxy Note Edge Hotline wurde zugesichert, dass es noch vor Weihnachten mit einem Umtausch klappen werde, allerdings sollte ich die kaputte SD Karte auf meine Kosten in die Niederlande zurücksenden.

Als Premium Kunde war ich natürlich nicht bereit bin, diese Kosten zu tragen, denn immerhin hatte ich ja gerade eine Stange Geld ausgegeben, um dieses Paket zu kaufen, inklusive aller Geräte, die ich bereits vorher gekauft habe, fände ich dies geradezu eine Unverschämtheit.

Die Argumentation fruchtete und glücklicherweise meldete sich Samsung nach vier Stunden bei zurück und bestätigte, dass die neue Karte kostenfrei mit DHL Express unterwegs sei, übermittelte eine Trackingnummer und bat darum, die kaputte Karte zu Untersuchungszwecken unfrei zurückzusenden. Alles in allem, guter und schneller Service! Ein Teil darf auch mal kaputt sein, das passiert einfach, umso besser, wenn eine Reklamation, wenn auch mit etwas Hartnäckigkeit, gut klappt.

 

Nun stand dem Spass mit dem neu erworbenen Note Edge nichts mehr im Wege und frohen Mutes sollte dann das neue Gerät getestet und ausgereizt werden – und hier kam gleich wieder eine Enttäuschung.

Zuerst einmal konnte man zuschauen, wie die Akkuanzeige runterging, was aber noch nicht weiter beunruhigte, denn ein neuer Akku braucht auch ein paar Ladezyklen, um gute Werte zu erreichen, leider hat sich das im Laufe der Zeit aber nicht verbessert. Maximal acht bis neun Stunden mit ca. 2.5 Stunden Screen On pendelte sich ein, was absolut indiskutabel für ein Gerät dieser Preisklasse ist.

Nun denn, Ladekabel waren zur Genüge vorhanden, also ist das erstmal nicht so schlimm, denn über die Schnellladefunktion ist das Smartphone in 45 Minuten wieder aufgeladen.

Nach einigen Tests kamen dann aber dazu noch einige Performance Probleme auf, das System laggte ohne Ende, teilweise brauchte das Samsung Galaxy Note Edge gefühlte zwei bis drei Sekunden, um Apps zu starten und hakte wie wild beim Scrollen. Das ist man jetzt gar nicht gewohnt, verglichen mit dem Note 3 ist dies ein absoluter Rückschritt und nach rund 14 Tagen nervte das Galaxy Note Edge nur noch.

 

Indiskutable Akkulaufzeit gepaart mit schlimmen Performance Lags, nein danke. Aber irgendwie starb die Hoffnung auf Updates zuletzt!

 

Jetzt hat das Note Edge aber hierbei ein gravierendes Problem, nämlich die Modellvielfalt, es gab allein Ende Dezember schon folgende Modelle:

N915S, N9150, N915F, N915G, N915P, N915T, N915K, N915FY

 

Aber kaum jemand hatte die FY Version des Testgeräts, weder bei den XDAlern noch woanders, also wurde es schwierig zu rooten oder über spezielle Apps an der Performance zu arbeiten. Anfang Januar dann war es endlich soweit, die ersten FY Mods kamen und das Gerät konnte erfolgreich gerootet werden und man konnte am Fine Tuning basteln. In der ersten Januarwoche kam dann zum Glück auch die erste FY Custom FW heraus, die schon einiges an Fehlern behob und seit ein paar Tagen gibt es auch für diese FW Updates und nun läuft das Samsung Galaxy Note Edge endlich so, wie es soll.

Fazit

Seit etwa Mitte Januar bin ich nun durchaus begeistert von diesem Handy und warte nun auf das heiss ersehnte Lollipop Android 5.01 Update.

 

Die Performance des Handys kann sich nach den Anlaufschwierigkeiten sehen lassen, etwa 50.000 Punkte bei Antutu zeigen, was es leisten kann. Die Kamera macht wirklich schöne Bilder, auch die Selfiecam auf der Vorderseite. Das Seitenpanel fällt unter die Rubrik „Nice to Have“, ich persönlich finde es klasse.

 

Wer überlegt, sich entweder das Samsung Galaxy Note Edge oder das Samsung Galaxy Note 4 zuzulegen, sollte sich über eines im Klaren sein: Dauerhaft wird in jeglichem Bereich, sei es Accessoires oder Custom FWs für das Note 4 sicherlich mehr Angebot herrschen, das Note Edge ist ein Premium Gerät in geringer Auflage, also auch weniger Support, aber es ist einfach ein Schmuckstück, welches sich von der breiten Masse abhebt und deswegen hat es durchaus mehr als nur eine Daseinsberechtigung.

 

Zwischenzeitlich hatte ich mir dann auch ein bisschen Zubehör gekauft, was alles einwandfrei funktioniert und den Alltag mit dem Galaxy Note Edge noch schöner macht:

  • Original Ersatz Akku mit Ladestation
  • Healing Shield Displayschutzfolie die auch über das Seiten Panel geht
  • TPU und Hardcase als Rundumschutz

Stand heute: Erst ein Flop, langsam aber sicher Top! Ich würde ich es wieder kaufen. 

Pro:

  • Tolles Design
  • Gutes Gewicht
  • Liegt gut in der Hand
  • Gute und aktuelle Hardware
  • Innovatives Seitenpanel für nützliche Informationen im Schnellzugriff 

Contra: 

  • Teurer Anschaffungspreis
  • Akkuverbrauch
  • Aufgrund der Modellvielfalt bis dato kaum Support für das EU Modell FY

In der Schweiz ist das Gerät erhältlich für CHF 799.90 bei Steg Electronics (Stand Januar 2015)

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Eine Antwort zu “Review: Samsung Galaxy Note Edge im Alltagstest”

  1. night sagt:

    Krasse Fehlentwicklung, ein solches High End Modell mit so einem schlechten Energieverbrauch, geht ja nun gar nicht.

    Solche Werte sind das Killerkrieterium schlecht hin. Da könnte das Gerät noch Espresso machen, ich würde es nicht kaufen, aus genau dem Energieverbrauch Grund.

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