Mo. 16. November 2015 um 21:02

Review: Reboon Universal-Hüllen im Langzeittest

von Marcel Laser0 Kommentare

Die Hüllen von Reboon funktionieren auf Basis eines speziellen Vakuum-Prinzips. Damit lassen sich diese überall relativ solide befestigen und sehen sogar noch stylisch aus. Vor allem die Standfuss-Funktion ist ein nettes Feature, doch das Highlight sind eindeutig die Vakuum-Pads für die Befestigung. Allerdings haben die Hüllen noch kleinere Schwächen. Wir haben sie einem längeren Zeitraum von über zwei Monaten im Alltag ausprobiert, kommen aber zu einem fast durchgehend positiven Fazit.

Eine Hüllengrösse für Hunderte von Geräten – Massenkompatibilität ist das Stichwort

Beeindruckend ist, mit wie vielen Geräten man die Hüllen von Reboon verwenden kann. Diese kommen nur in wenigen Grundgrössen daher, wie beispielsweise zwei für Smartphones oder auch zwei für Tablets. Dafür sind diese aber mit nahezu allen Geräten auf dem Markt kompatibel. Egal ob ich nun ein Galaxy S6, ein iPhone 6s Plus oder ein Huawei Mate S in die Reboon Cases eingesetzt habe, sie passen alle hervorragend in die stylische Hülle und was noch viel wichtiger ist: Sie nehmen nahezu jedes Design kompromisslos in sich auf und dennoch scheint sie fast immer perfekt zu passen. Das gelingt nicht vielen und ist beim Reboon-Konzept ein Teil der Designphilosophie und vor allem auch der Art geschuldet, wie die Geräte im Case aufgenommen werden.

 

Die Hüllen gibt es hierbei in vielen unterschiedlichen Farben. Von einem sehr neutralen Business-Grau, bis hin zu Rosa ist für viele Anwenderzwecke die passende Farbe schon an Bord. Getestet haben wir Hüllen in den Farben Rosa und eben jenem dunklen und neutralem Grau. In der Funktionsweise unterscheiden sich die Hüllen nur wegen ihrer Farbe nicht. Allerdings kommt es hier auch stark auf die Grösse an. Denn man kann neben Smartphones auch Tablets in die grösseren Cases packen.

Reboons patentierte Vakuum-Pads halten die Geräte in Position

Die Technik wurde von Reboon patentiert und sorgt dafür, dass die Geräte in ihren Hüllen bleiben. Dasselbe gilt übrigens auch für die Halterung der Hüllen selber, denn diese könnt ihr nahezu auf fast allen Oberflächen anbringen! Das Konzept klingt nicht nur genial, sondern ist in den ersten Nutzungstagen auch unheimlich praktisch. Im Lieferumfang werden immer zwei dieser Vakuum-Pads mitgeliefert und teilen sich in zwei Aufgabengebiete auf. Das Kleinere der beiden wird am Gerät befestigt und das Grössere kann auf fast allen Oberflächen angebracht werden. Gehalten werden das Device und die Hülle dann durch normale Klettverschlüsse, die sich mit den Pads verbinden. In Kombination könnt ihr nun eure Smartphones oder auch Tablets überall anbringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr euer Smartphone im Wagen für die Navigation anbringt oder das Tablet an der Küchenwand, um Rezepte nachzuschlagen. Das System bietet einfach irre viele Möglichkeiten!

 

Die Pads haften hierbei auf nahezu allen Oberflächen und das mit einer extremen Haftung, die einem erst einmal verwundert die Augen reiben lassen. Denn die Pads sind nicht gerade leicht wieder abzureissen. Wer jetzt aber denkt, dass hier starke Kleber zum Einsatz kommen und man sich damit die Oberflächen kaputt macht bzw. es zu deutlichen Rückständen kommt, wird sich noch mehr die Augen reiben: Die Pads arbeiten mit einer Schicht, die sich per Vakuum an die Oberfläche saugt und damit auch eine extreme Haftung ermöglicht. Das sorgt dafür, dass die Hüllen ganz ohne Rückstände an den Oberflächen halten und auch die Pads absolut rückstandslos entfernt werden können – ausser, man lässt sie für einige Wochen an den Fliesen, dann wird man sehen, dass die Fläche darunter sauberer ist, als die umliegenden.

 

Sollten die Pads jemals durch das viele an- und abbringen an den Oberflächen ihre Haltekraft verlieren, lässt sich diese ganz leicht wiederherstellen. So kann man die Reboon-Pads einfach unter fliessendem Wasser wieder säubern und nach kurzer Trockenzeit sind sie wieder voll einsatzbereit. Generell gibt Reboon rund zwei Jahre Garantie auf die Haltbarkeit der Pads.

 

Einzige kleinere Mankos hat das System aber doch: Man sollte auf keinen Fall versuchen, die Pads auf Tapeten anzubringen! Auch sollte man beachten, dass die Stellen, an denen die Vakuum-Pads länger haften, deutlich sauberer bleiben als der Rest drumherum, was zu Abdrücken führt, die je nach Dauer der angebrachten Halterungen mal mehr oder weniger sichtbar werden. Gutes Beispiel ist hier die vordere Montur der Konsole im Auto. Das Pad haftet hervorragend auf der Kunststoffoberfläche, doch kann schon nach ein paar Tagen ein deutlich sichtbarer Ausschnitt des Pads auf der Konsole entstehen, was man aber durch das Säubern der gesamten Fläche schnell wieder ungesehen machen kann.

 

Eine „Sollbruchstelle“ könnten zudem die Klettverschlüsse werden, denn diese nutzen sich mit der Zeit auch ab und könnten somit an Haltekraft verlieren. Wie langlebig diese sind, konnte in den zwei Monaten bisher nicht festgestellt werden. Ein Verlust der Klettfähigkeit konnte auch bei intensiver Nutzung nicht festgestellt werden. Ob das allerdings auch für bis zu zwei Jahre gilt, kann in der Kürze der Zeit nicht festgestellt werden. Aber wir halten es für die ersten Testmonate erst einmal fest, dass es sich um ein sehr widerstandsfähiges Material handelt.

Je nach Gerät wird die Kamera und/oder der Fingerprintsensor unbrauchbar.

Trotz Kompatibilität einige Geräte dennoch leicht inkompatibel?

Kompatibel aber dennoch inkompatibel? Klingt erst einmal verwirrend, aber dieses Problem hat nicht nur Reboon mit dem Vertrieb von Universalhüllen. Das Problem hier entsteht vor allem durch die Designentscheidungen der Hersteller und die dafür nach aussen aus dem Gerät gerichteten Komponenten wie Lautsprecher oder Kameras. So können im schlimmsten Fall weder die Lautsprecher, noch die Kameras richtig gebraucht werden.

 

Nehmen wir an dieser Stelle einmal als Beispiel das Huawei Mate S heran. Die Kamera ist mittig im Gehäuserücken platziert und kann durch eine angelegte Reboon-Hülle nicht sofort benutzt werden, da diese trotz der umklappbaren Rückseite der Hülle zur Hälfte verdeckt wird. Das gilt übrigens für alle Kameras von Smartphones, die eine solche Platzierung haben. Zwar kann man das Smartphone dank des Klettverschlusses sehr schnell aus der Hülle entnehmen, doch hat man dann sowohl die Hülle, als auch das Smartphone in der Hand, was bei grossen Geräten und mal eben schnell zu schiessenden Fotos heikel werden könnte. Generell ist das Schiessen von Fotos aus der Reboon-Hülle heraus nicht einfach, selbst wenn die Kamera auf der linken Geräteseite eingelassen ist.

 

Ein weiteres Beispiel sind Lautsprecher, wie die vom Redmi Note 2 oder anderen Smartphones, die nach hinten aus dem Rücken schallen. Durch die Hülle werden diese, je nach Platzierung, entweder komplett oder nur teilweise verdeckt, was den Sound eklatant beeinflussen wird. Entsperrt ihr eure Geräte gerne mit einem Fingerprintscanner, sollte dieser ebenfalls nicht unbedingt im Rücken des Smartphones verbaut sein, weil diese dann durch die mittlere Platzierung unbrauchbar werden.

 

Das ist aber genau das Risiko, welches man mit Universalhüllen für alle Geräte nunmal tragen muss. Die Bedienelemente von Smartphones bleiben durch die offene Struktur der Cases unten, oben und an der rechten Seite oft normal bedienbar. Sind die Lautsprecher unten im Rand eingelassen, gibt es auch hier keine Probleme. Dasselbe gilt für Fingerprintscanner auf der Front.

 

Wenn ihr wissen wollt, ob euer Smartphone oder Tablet ebenfalls in die Hüllen passt, so stellt Reboon auf seiner Webseite eine Grössenzuordnungstabelle bereit. Einfach auf der Seite nach seinem Smartphonemodell suchen. Sollte dieses zufällig nicht gelistet sein, hilft es, die Masse seines Devices mit aktuellen Modellen, die dort verzeichnet sind, zu vergleichen, um die richtige Hülle zu finden.

Fazit: Weniger eine Hülle sondern mehr eine Halterung

Natürlich haben die Hüllen von Reboon allemal auch eine schützende Wirkung, aber dennoch darf man nach einem längeren Testzeitraum eher davon ausgehen, dass es sich mehr oder weniger um ein sehr ausgeklügeltes Halterungssystem mit grossem Potenzial handelt. Meine persönlichen Eindrücke treiben mich jedenfalls mit jedem weiteren Tag in die Richtung dieser Denkweise, da ich die Cases immer mehr als Halterungsersatz einsetze, egal ob im Auto, im Badezimmer, Wohnzimmer oder in der Küche. Müssen meine Devices mal nicht irgendwo angebracht werden, nehme ich sie meistens aus der Hülle raus und arbeite ganz normal mit ihnen.

 

Aber das Vakuum-System funktioniert und ist überaus genial! Es spielt nahezu keine Rolle, wo man seine Smartphones oder Tablets mit Reboon anbringen kann, solange man diese nicht unbedingt auf Tapeten platzieren muss und sollte man auch auf jeden Fall unterlassen. Da die Pads frei von Klebern und anderen angreifenden Stoffen sind, machen sie die Oberfläche auch nicht kaputt, im Gegenteil, denn sie halten sie beim anhaften schön sauber. Zieht man diese dann nach längerer Zeit ab, so erkennt man erst, wie dreckig die Flächen drumherum geworden sind.

 

Wer also ein starkes und flexibles Halterungssystem sucht, kann mit den Reboons tatsächlich was gefunden haben, auch wenn man sich vielleicht erst geeignete Einsatzorte suchen muss. Ich für meinen Teil hänge mein Tablet oder Smartphone zum Nachrichtenlesen morgens im Badezimmer beim Zähneputzen gerne an die Fliesenwand. Im Auto dient es mir als Navigationshalterung und im Wohnzimmer hängt es an einem Schrank als Universalbildschirm oder einfach nur einsatzbereit für andere Zwecke. In der Küche macht es sich sehr gut am Fliesenspiegel, um beim Kochen das Rezept auf dem iPad lesen zu können.

 

Kann man sich diesem Gedanken für eine Halterung einer solchen Art anfreunden, sollte man sich die Reboon-Hüllen definitiv einmal genauer anschauen! An dieser Stelle gebe ich auch gerne eine Empfehlung für die Cases von Reboon aus, die nicht nur stylisch aussehen, sondern in ihrer Nutzung sehr praktikabel, hochwertig verarbeitet und ein für die Halterungszwecke sehr flexibles Instrument darstellen.

vg-wort
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