So. 19. April 2015 um 15:55

Review: Protonet Server Maya im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Wer seine Daten vollständig kontrollieren möchte, muss oftmals auf den Komfort und die Annehmlichkeiten einer Cloud verzichten. Das Hamburger Startup Protonet bietet mit einem eigens entwickelten Betriebssystem namens Protonet Soul und passender Hardware jedoch die Möglichkeit, Daten für sich selbst, für Teams, zur Kooperation und zum sicheren Austausch einfach zu speichern. Heute wollen wir euch den Server Maya von Protonet vorstellen.

Inhalt

  1. Lieferumfang
  2. Hardware
  3. Software
  4. Die Apps
  5. Preis
  6. Fazit

Lieferumfang

Im Lieferumfang des Protonet Servers Maya enthalten ist neben dem Server selbst ein Ethernetkabel sowie ein Netzteil, eine Broschüre mit Nutzungshinweisen, ein Werbe-Sticker und eine Postkarte, welche auf die Protonet Messenger App hinweist.

Hardware

Der Maya Server besteht aus einem 178 mm hohen, sechseckigen Turm aus orange lackiertem Metall mit schwarzem, gelochtem Deckel. Darin eingelassen ist eine Taste, die das Gerät ein- und ausschalten kann und mittels LED-Ring den Systemstatus anzeigt. Im Inneren werkelt ein Intel Celeron DualCore mit 1.4 GHz Taktfrequenz, der auf 8 GB DDR3L RAM und eine SSD mit 250 GB, 500 GB oder 1 TB zurückgreifen kann. Neben einem Gigabit-Ethernet-Anschluss sind zwei USB 3.0, ein HDMI und ein Mini DisplayPort an der Unterseite zu finden und durch den Standfuss gut zu erreichen. Das eingebaute WLAN unterstützt 802.11b/g/n und die Antenne ist auf den Standfuss geführt. An der Unterseite ist ebenfalls eine nahezu schon obligatorische Öffnung für Kensington-Schlösser angebracht.

Software

SOUL 2.0, die Software auf dem Protonet Server, ist für Kollaboration und Kommunikation ausgerichtet, ohne dabei auf Cloud-Dienste zugreifen zu müssen. So bietet SOUL alles, was im Alltag für die meisten kleinen Unternehmen und Teams notwendig ist, um effektiv zusammenarbeiten zu können. Dabei wird Wissensmanagement, Dateiverwaltung und -sicherung sowie das Projektmanagement auf eine zentrale Plattform gestellt, sodass die Daten auch immer dort sind, wo man sie haben möchte und klar ist, wer darauf Zugriff hat. Dies geschieht vornehmlich über das Webinterface von Protonet, welches intuitiv und einfach strukturiert ist, um möglichst effektive Arbeitsprozesse zu ermöglichen. So wird hier auch Drag & Drop zum Abspeichern auf dem Server unterstützt, per SMB, AFP und WebDAV werden Daten und Informationen dann zur Verfügung erstellt.

Das ganze Dateimanagement wiederum erfolgt über das Webinterface und erlaubt es, einfach die Zugriffsrechte und Funktionen für einzelne Accounts, Gruppen und Teams festzulegen.

 

Unter Protonet SOUL legt man ganz einfach Benutzerkonten an und verwaltet diese in einzelnen Gruppen mit unbegrenzter Teilnehmerzahl. Diese Gruppen und Konten erstrecken sich dabei nicht nur auf das eigene Team, sondern auch auf externe für die Kundschaft. Einzelne Dateien oder Ordner können aber auch ganz einfach per öffentlichem Link verschlüsselt zur Verfügung gestellt werden, ohne ein Konto anzulegen. So kann einfach und simpel projektbasiert und individuell gearbeitet werden. In jeder Gruppe kann man dann Themen anlegen und so Ordnung schaffen. Die Mitglieder können sich zu diesen austauschen Themen austauschen. Damit müssen dann weniger E-Mails verschickt werden, da alle in der Gruppe jeweils den aktuellen Sachstand zu den jeweiligen Themen kennen. Doch neben dieser projektbezogenen Kommunikation und dem Dateiaustausch können auch Dateien und Nachrichten direkt mit einer anderen Person, als private Nachrichten oder per Videotelefonie, als ProtoCall, sicher und über die Protonet-Plattform ausgetauscht werden. All dies ist jedoch auch über die Protonet Messenger Apps für iOS und Android realisiert.

 

 

Die Einrichtung des Protonet Servers Maya geschieht ebenfalls über das Webinterface, auch mit angeschlossenem Monitor, und ist mit wenigen Schritten erledigt. Dabei wird auch ein öffentlicher Name der Subdomäne unter protonet.info gewählt, mit der man somit ohne DDNS-Dienst auch für den externen, geschützten Zugriff einfach erreichbar ist. Sicherungskopien, immer wichtig, auch wenn nicht auf eine Cloud zurückgegriffen wird, werden über die USB-Anschlüsse geregelt.

Die Apps

Die Protonet Messenger Apps sind für iOS und Android kostenlos erhältlich. Sie werden einfach eingerichtet über den öffentlichen Namen des zu nutzenden Protonet Servers und die zugehörigen Zugangsdaten werden verschlüsselt versendet. Die Anwendungen sind ähnlich aufgebaut wie das Webinterface von Protonet SOUL und so für alle Beteiligten mit wenig Einarbeitungszeit nutzbar. Interessant ist hierbei die Funktion Location Sharing, mit der man, solange man möchte, für diejenigen Nutzerinnen und Nutzer, die man freigibt, der eigene GPS-Standort per Push-Nachricht übermittelt wird, so dass auf OpenStreetMap-Karten gezeigt wird, wo man sich gerade befindet. Dies ist je nach Projekt und Teamzusammenarbeit sicherlich nützlich.

 

Für MacOS X, Windows und Linux der Debian-Familie gibt es zudem ein Tool namens Protosync, welches ähnliche Funktionen wie Seafile oder Dropbox bietet: Das einfache Synchronisieren von Ordnern und Dateien auf den eigenen Protonet Server, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Es gibt dabei jedoch ein paar kleinere Probleme beim gleichzeitigen Synchronisieren mehrerer Rechner, aber an der App wird auch weiterhin noch gearbeitet.

Protonet Messenger
Entwickler: Protonet
Preis: Kostenlos
Protonet Messenger
Entwickler: Protonet GmbH
Preis: Kostenlos

Preis

Der Protonet Personal Server Maya ist nicht gerade günstig und sowohl über den Hersteller Protonet als auch per Gravis und Amazon oder digitec zu beziehen. Die kleinste Version mit 256 GB SSD kostet 1399.- Euro/SFr.

Für 512 GB SSD-Speicher werden 400.- Euro/SFr. und für 1 TB 900 Euro bzw. 940 SFr. mehr fällig. Hinzu kommen jeweils immer Versandkosten von ca. 10 Euro/SFr., mit dabei ist ein Jahr Vor-Ort-Support. Für drei Jahre Support vor Ort zahlt man 249 Euro mehr.

Fazit

Ein Server im landläufigen Sinn ist der Protonet Personal Server Maya nicht. Die Hardware ist potent und interessant, das Betriebssystem SOUL macht einen durchdachten Eindruck. Ein Server für alle? Vielleicht. Der einfachste Server der Welt? Wahrscheinlich schon.

 

Die starke Ausrichtung auf Projektarbeit und Kollaboration macht den Maya-Server für den privaten Einsatz jedoch nur wenig attraktiv. Seine Familienfotos damit zu teilen, ist, nicht nur in Anbetracht des Preises, keine gute Wahl. Für die Zusammenarbeit im Team jedoch, egal wie gross dieses ist, liefert das Hamburger Startup Protonet ein interessantes und innovatives Produkt, das eine eigene, kleine Cloud bietet, die auch ohne viel IT-Kenntnisse handhabbar ist. Die Einfachheit ist wirklich der grosse Pluspunkt von Protonet SOUL und sein Alleinstellungsmerkmal. Für Teamworker eine gute Alternative zur Cloud. Schade, dass das Betriebssystem nicht lizenzierbar ist und auf anderer, fremder, nicht so kostspieliger oder vorhandener Hardware eingesetzt werden kann. Schade auch, das Windows Phone aussen vor bleibt und keine App spendiert bekommen hat.

vg-wort
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