So. 02. November 2014 um 14:36

Review: PEARL simvalley MOBILE SPT-900 Outdoor im Test

von Yves Jeanrenaud1 Kommentare

Heute stellen wir euch das SPT-900 Dual-SIM Android-Handy von simvalley MOBILE, der Mobilfunkmarke des bekannten Versandhändlers PEARL vor.

 

Lieferumfang und Design 

 

Im Lieferumfang sind neben dem Outdoor-Smartphone inklusive Akku ein USB-Ladegerät und -Kabel, Headset, Quickstart-Anleitung und eine ausführliche Anleitung, eine mini-CD mit PDFs sowie ein Schraubendreher für den Schlüsselbund enthalten. Letzteren benötigt man nämlich, um den Akkudeckel zu öffnen.

Das Gerät ist auf den ersten Blick als Outdoor-Handy zu erkennen. In einem dunklen Grün und Schwarz gehalten und mit Torx-Schrauben gesichert, erinnert es an Elektronik aus dem Militär- und Outdoor-Bedarf wie GPS-Empfänger oder Satellitentelefone. Der 4 Zoll Bildschirm versinkt in einem 140 x 76 x 18 mm grossen Gehäuse, das rund herum durch einen dicken Gummi-Bumper geschützt wird. Hübsches Design mag anders aussehen, aber hier wurde wohl vor allem auf Funktionalität und Stabilität geachtet. Mit knapp 240 Gramm ist das SPT-900 auch alles andere als ein Leichtgewicht.

Die Front beherbergt über dem Display eine Aussparung für den Lautsprecher zum Telefonieren sowie links davon die Frontkamera. Die obligatorischen drei Android-Buttons sind als berührungsempfindliche, beleuchtete Hardwaretasten unter dem Display und ebenfalls unter dem Displayglas zu finden. Mittig am unteren Gehäuserand sind zudem die Rufannahme- und Auflegetaste als Hardwarebuttons angebracht. Auf beiden Gehäuseseiten sind jeweils zwei Tasten in den Gummirand eingelassen, wobei die rechts für die Lautstärkeregelung da sind, links nur die obere eine Funktion, nämlich die Kamerataste, hat. Auf der Oberseite sind ein Ein-/Aus-Schalter zu finden sowie eine Kappe, die die vertieften Anschlüsse für eine 3.5 mm-Stereoklinke sowie microUSB schützt. Unten ist auf der Rückseite zudem noch eine Öse im grünen Hartplatikgehäuse zu finden, mit der man das Smartphone einfach am Gepäck befestigen kann.Im oberen Drittel ist ein Lautsprecher für die Soundwiedergabe zu finden sowie linksseitig die Kameralinse und daneben ein weisser LED-Blitz.

Den Akkudeckel auf der Rückseite öffnet man, indem zwei Schlitzschrauben gelöst werden und der untere Teil ausgehebelt wird. Über dem 2800 mAh Akku, aber so, dass dieser herausgenommen werden muss, sind die Schächte für die microSD-Karte sowie zwei Standard-SIM-Karten zu finden, wobei letztere übereinander liegen.

Technische Ausstattung

 

Das Outdoor-Handy besitzt ein 4 Zoll IPS-Display mit kratzfestem Gorilla Glass und einer FWVGA-Auflösung (854×480 Pixel). Im Inneren werkelt ein MediaTek QuadCore CPU mit 1.2 GHz und 1 GB Arbeitsspeicher. Der interne Speicherplatz beläuft sich auf 4 GB, kann aber per microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitert werden. Als Betriebssystem kommt Android 4.2.1 Jelly Bean zum Einsatz und dies praktischerweise ohne Herstelleranpassungen. Die Frontkamera bietet eine Auflösung von 1.3 Megaxpiel, rückseitig sind 8 Megaxpiel und ein LED-Blitz zu finden. GPS, Gryoskop, Beschleunigungs- und Neigesensoren, Bluetooth 4.1, WLAN 802.11b/g/n sowie Quadband 3G runden die Ausstattung ab.

Ein weiteres Ausstattungsmerkmal wiederum an diesem Android-Handy von PEARL ist, wie bei vielen im Sortiment des Händlers aus Buggingen, die Dual-SIM-Funktionalität. Über dem Akku können zwei SIM-Karten im Standard-Format eingelegt werden, wobei eine davon dann 3.5G-Verbindungen aufbauen kann, aber beide gleichzeitig benutzt werden können. So ist man mit zwei Nummern erreichbar, was etwa im Urlaub oder bei der Nutzung einer Geschäfts- und einer Privatnummer nützlich sein kann.

 

Der wahre Clou des SPT-900 ist jedoch die staub-, stoss-, und wasserfeste Verarbeitung nach IP67 Schutzklasse. Damit kann man das Gerät komplett unter Wasser tauchen, aus über einem Meter Höhe auf einen harten Untergrund fallen lassen oder Staubwolken aussetzen, ohne dass es Schaden nimmt. Der 3.5 mm Stereo-Klinkenanschluss für das mitgelieferte Headset sowie der microUSB-Anschluss sind dabei durch eine robuste Gummikappe geschützt. Das funktioniert auch sehr gut. Unter Wasser lässt sich das Phone zwar nur schwerlich bedienen, da der kapazitive Touchscreen etwas durcheinander kommt mit den Berührungen, aber das Gerät ist auch nach einem Aufenthalt im Waschbecken sofort wieder einwandfrei zu benutzen. Auch vergraben zu werden im Sandkasten macht dem 240 Gramm Ziegelstein wenig aus und Stürze werden dank des Bumpers ebenfalls gut abgefangen, einzig auf das Display sollte trotz Gorilla Glass kein grosser, gar punktueller Druck einwirken. Diese Achillesverse haben jedoch alle Touchscreen-Geräte. Durch das auch nach vorne überstehenden Gehäuse wird das Display dennoch auch gegen Stürze auf selbiges relativ gut geschützt.

Der 2800 mAh grosse Akku reicht laut Hersteller für bis zu sechs Stunden Telefonie und 700 Stunden Stand-by-Zeit. Im Testbetrieb lässt sich das Gerät problemlos über vier Tage im Alltag einsetzen, WLAN und 3G konstant aktiviert und abwechselnd ein, zwei SIM-Karten aktiviert, Push-Gmails und Exchange-Account, etwas Spielen und Surfen.

Kamera

 

Die Kamera des SPT-900 ist mit ihren 8 Megapixel bei Weitem nicht mehr State-of-the-Art, tut aber ihren Zweck. Für Schnappschüsse bei gutem Licht ist sie gut geeignet, der LED-Blitz schwächelt etwas und tut sich schwer, den Autofokus nicht durcheinander zu bringen. Die Frontkamera ist mit lediglich 2 MP wirklich nur gerade mal für kurze Videoschnipsel oder Skype über die HSDPA+-Leitung zu gebrauchen. Dennoch liefern beide Kameras passable Bilder ab, die weder in Farbgebung noch Kontrast übertrieben hoch oder zu seicht erscheinen.

 

Software

 

Android Jelly Bean kommt, wie schon erwähnt, nahezu unverändert auf dem SPT-900 zum Einsatz. Das macht sich sehr gut, da der Stock-Launcher sehr schnell arbeiten kann und von der QuadCore CPU profitiert. 1 GB RAM tun dem OS sehr gut und es lassen sich die meisten Apps und Spiele flüssig benutzen. Die geringe Auflösung hilft sicherlich auch dabei, die nicht näher spezifizierte GPU nicht zu schnell an ihre Grenzen zu bringen. Das passende IPS-Display dazu ist sehr kontrastreich und gut zu lesen, auch im direkten Sonnenlicht und angenehm blickwinkelstabil. Die Farben wirken gut und lebendig, ohne überzeichnet zu wirken.

Der GPS-Fix dauert bei dem Gerät ohne A-GPS leider vergleichsweise lange. Über eine Minute auf die Satellitensignale zu warten, macht keinen Spass. Die Sprachqualität ist ebenfalls nicht berauschend. Versteht man sein gegenüber noch sehr gut, ist man auf der anderen Seite der drahtlosen Sprachverbindung eher dumpf und leise zu hören. Das ist wohl der Gehäusebauform geschuldet.

Preis

Der Preis für das SPT-900 Outdoor-Smartphone liegt bei 249,90 Euro bei Amazon und PEARL.de bzw. 299.95 SFr bei PEARL.ch.

Fazit

Kein hübsches oder leichtes Gerät, aber für den Outdoor-Einsatz optimal konzipiert, scheint das SPT-900 fast rundum zu überzeugen. Der Preis des Geräts und die eher Einsteiger-Spezifikationen auf der Hardwareseite lesen sich in einem Atemzug mit denen anderen Outdoor-Smartphones wie dem CAT B15Q oder dem OX. Das IPS-Display ist sehr kontrastreich und gut zu lesen, auch im direkten Sonnenlicht. So macht ein Outdoor-Handy wirklich Sinn. Schade ist nur die geringe Auflösung, die jedoch der langen Akkulaufzeit, welche hier auch hervorzuheben ist, zu Gute kommen wird.

Wenn das GPS-Modul durch das Mobilfunknetz unterstützt wird, ist auch hier eine schnelle Positionsbestimmung möglich, so dass hier kein Minuspunkt mehr auszumachen ist.

 

Wer also wirklich ein robustes Android-Gerät sucht, das lange ohne Stromquelle durchhält und auf eine herausragende Kamera und hohe Displayauflösung verzichten mag, sollte das simvalley MOBILE SPT-900 Outdoor Handy auf jeden Fall in Erwägung ziehen.

vg-wort
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Eine Antwort zu “Review: PEARL simvalley MOBILE SPT-900 Outdoor im Test”

  1. bonus_1337 sagt:

    Irgendwie bin ich enttäuscht. Das Ding hält nicht viel mehr aus als zB. ein Samsung S5 oder S4 Active oder Sony Xperia der Z Serie, auch wenn diese teilweise IP66 zertifiziert sind. Frage mich also warum es so ultra cool Outdoor mässig aussieht. Da kau ich mir ein Std. IP67 Smartphone, das haben doch schon einige und besorg mir nen coolen Bumper und habe das gleiche wie ein sogenanntes „Outdoor-Smartphone“.

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