So. 23. November 2014 um 15:45

Review: Parrot MiniDrone – Jumping Sumo im Test

von Kenan Sidali0 Kommentare

Der französische Hersteller Parrot stellte im Rahmen der CES 2014 zwei Mini-Drohnen vor, die sich von der Grösse und vom Preis her für den Hausgebrauch sehr gut eignen. Der Jumping Sumo, wie der Name bereits verrät, hat unter anderem die Fähigkeit zu springen. Rolling Spider kann nicht nur fliegen, sondern auch an Wänden rollen. In diesem Testbericht möchten wir euch näher bringen, was Jumping Sumo alles kann. Zu einem späteren Zeitpunkt wird ebenfalls ein Testbericht über Rolling Spider folgen.

Lieferumfang

  • Parrot MiniDrones – Jumping Sumo
  • Ladestation
  • Micro USB Kabel
  • Akku (500 mAh)
  • Aufkleber Set
  • Zwei Gummifüsse
  • Kurzanleitung

Design 

Wer kann sich an Robotwars, dem Fernsehformat Anfang der 2000er Jahre erinnern, bei dem selbständige Teams aus sogenannten Roboteers mit ferngesteuerten Fahrzeugen in einer geschützten Arena gegeneinander antraten? Jumping Sumo schaut dem „Robot Wars Competitor Stinger“ etwas ähnlich. 

 

Der Jumping Sumo ist im Prinzip eine Kugel, die kaum grösser als ein Tennisball ist. Er wiegt nur 185 Gramm, balanciert auf einer einzelnen Achse, an der zwei robuste Räder angebracht sind, welche aus weichem Styropor gefertigt sind. Die Räder lassen sich verstellen: Räder ausgefahren für mehr Stabilität oder eingefahren für eine bessere Wendigkeit. Die Felgen bestehen aus elastischem Kunststoff.

 

An der Rückseite verfügt er einen Federmechanismus, welcher für die Sprünge zuständig ist. An der Frontseite befindet sich eine Kamera mit einer Auflösung von 640×480 Pixel. Mit der Kamera werden 15 Bilder pro Sekunden geliefert. Das Gerät ist in drei Farben erhältlich: Schwarz, Weiss und Braun. Um dem Gerät ein cooleres Aussehen zu verleihen, hat Parrot zusätzlich Aufkleber beigelegt.

Inbetriebnahme 

Der Jumping Sumo funktioniert mit folgenden Betriebssysteme: AndroidiOSWindows 8.1 und Windows Phone 8.1. Im Test verwendeten wir den Jumping Sumo mit einem Android Smartphone. Die Verbindung wird über ein eigenes WLAN aufgebaut, über das der Jumping Sumo mittels der gratis App „Free Flight 3“ gesteuert wird. Der Nachteil ist, dass, solange die Verbindung zum Jumping Sumo besteht, man sich weder in das heimische Netz, noch in das mobile Netz einbuchen kann, ausser man hat ein Smartphone, das zwei Antennen für Verbindungen zur Verfügung hat. Hier wäre Bluetooth-Verbindung wünschenswert gewesen.

 

Der Akku kann entweder mit dem Micro-USB-Kabel direkt am Jumping Sumo aufgeladen werden oder man kann natürlich die mitgelieferte Ladestation benutzen. Das ist nützlich, wenn man einen Zusatzakku gekauft hat und beide Akkus gleichzeitig aufladen möchte. Der Ladeprozess dauert ca. 1.5 Stunden. Mit einem voll aufgeladenen Akku kann man das Gerät 20 Minuten lang bedienen. Dazu muss man aber auch anmerken, dass das Gerät nach 15 Minuten nicht mehr genug Kraft hat, zu springen. Wenn das Gerät längere Zeit steht, schaltet es sich automatisch ab. Bis zur Abschaltung macht das Gerät Geräusche ähnlich denen eines Tamagotchis, um zu signalisieren, dass es einsatzbereit ist. Diese Geräusche sind auch zu hören, wenn man das Gerät aufhebt. In der App ganz rechts unten kann man noch sehen, wie viel Akku noch zur Verfügung stehen. Wenn nur noch wenige Prozente zur Verfügung übrig sind, kommt eine Meldung, dass der Spass bald zu Ende geht. 

 

Wenn man die App startet, um das Gerät zu steuern, wartet man manchmal etwas länger, bis die Verbindung automatisch hergestellt wird. Es geht leider kein eigenes Fenster automatisch auf, um zu sagen, dass gerade die Verbindung zum Gerät hergestellt wird. Man hat jedoch die Möglichkeit, per Knopfdruck die Verbindung herzustellen oder abzutrennen, solange die WLAN-Verbindung zum Jumping Sumo noch aufrecht ist. Wenn die Verbindung besteht, sollte man als erstes nach einem Firmware-Update suchen, für unser Gerät wurde eine neue Firmware gefunden und installiert.

 

Wenn man einen Micro-USB-Speicher hat, kann man mit dem Jumping Sumo auch Bilder und Videos aufnehmen. Unser wechselbarer Micro-USB/USB-Speicher von Sony konnte nicht eingesteckt werden, da das USB-Speicher-Teil im Weg stand, daher konnten wir leider die Aufnahme-Funktionen nicht testen. Wenn man vorhat, sich einen Micro-USB-Speicher anzuschaffen, empfehlen wir, das Gerät mit ins Geschäft zu nehmen.

Steuerung

Sobald die Verbindung zum Jumping Sumo hergestellt wird, initialisiert sich das Gerät. In der App erscheint dann der Startknopf, mit dem man nun zum Vollbild umschalten kann und vor sich nur mehr das Bild von der Linse und die Steuerungsfunktionen hat. In der App auf der linken Seite befindet sich ein Schieberegler, mit dem man vorwärts und rückwärts fahren kann, wenn man links oder rechts fahren möchte, muss das Smartphone bzw. Tablet in die gewünschte Richtung geneigt werden. Es gibt zusätzlich noch vorgefertigte Aktionen, die man per Klick ausführen kann. 

  • Tippen
  • Langsames Schütteln
  • Metronom
  • Ondulation
  • Sprungdrehung
  • Slalom

In der App auf der rechten Seite gibt es die Möglichkeit, den Jumping Sumo um 90 Grad bzw. 180 Grad zu drehen. Das ist aber nicht alles, das Wichtigste ist: Er kann springen. Es gibt zwei Sprungarten: Einmal einen bis zu 80 Zentimeter langen Weitsprung oder eben den Hochsprung, um auf Objekte zu klettern. Wir waren erstaunt, dass das Gerät ziemlich viel einstecken kann und in der langen Testzeit, welche ordentlich Spass gemacht hat, nichts kaputt ging. Ist das Gerät nicht richtig gefallen, dann versucht es sich automatisch aufzurichten. Wenn das Gerät nicht auf die richtige Seite gerichtet ist, wo sich das Federbein befindet, kann dies per Knopfdruck geregelt werden.

 

Man kann mit der App auch eigene Routen planen, natürlich mit den ganzen Animationen, welche per Knopfdruck abgespielt werden können. Es wäre schön gewesen, wenn man die Routen mit anderen teilen könnte, vielleicht kommt es irgendwann später.

Fazit

Wir haben das Gerät nicht nur selber getestet, sondern auch Kinder mit 7-8 Jahren testen lassen. Die Begeisterung für Erwachsene wird es vermutlich schnell nachlassen, aber gemeinsam mit Kindern macht es viel Spass. Die Kinder waren völlig begeistert und konnten nicht genug davon bekommen. Es wäre sicherlich ein schönes Weihnachtsgeschenk. UVP ist derzeit 159,- Euro bzw. 190 CHF

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