Mo. 09. November 2015 um 16:03

Review: Orbsmart AW-02 im Test

von Pascal Reidies0 Kommentare

Der Orbsmart AW-02 ist ein vollwertiger Windows 10 Desktop in Form eines HDMI Sticks. Der lüfterlose Computer kann einfach über einen HDMI Port an einen Fernseher oder Monitor angeschlossen werden und dient als kompletter Office- bzw. Internet-Computer. Ist der Obsmart ein Gadget, dass man in der heutigen Welt braucht?

Verarbeitung, Design und Hardware

Der "kleine" HDMI Stick ist gar nicht so klein wie man ihn sich vorstellt. In meinem Kopf hab ich gedacht, der Stick wäre so gross wie in etwa ein Google Chromecast. Tatsächlich muss aber natürlich in diesen Stick ein kompletter PC passen. Die Masse des Herstellers mit ca 10cm länge hab ich zwar gelesen, aber auch direkt wieder vergessen. Das Wort Stick hat hier wohl einen ganz besonderen Effekt. Nichts desto trotz ist beachtlich, einen vollwertigen PC in so ein kleines Gehäuse zu bekommen. Wir sprechen hier nicht von einem Smartphone-Prozessor in Form einer ARM-Einheit, sondern einem vollwertigen 64-Bit-fähigem x64-Windows-Computer.

Die Verarbeitung ist tadellos. Das Gerät macht einen stabilen Eindruck und der HDMI Port, der aus dem Gerät natürlich heraussticht, macht den Eindruck, dass er den ein oder anderen rabiateren Steckvorgang problemlos überstehen wird. Das mitglieferte Netzteil liefert 2A Strom und wirkt hingegen etwas billig, funktioniert aber vollkommen. Das USB Kabel vom Netzteil zum Orbsmart ist ein wenig kurz und hätte ruhig 50-100cm länger sein können. Die minimalistische Anleitung habe ich als technisch begeisterter User direkt weggelegt, da sie sowieso nur ein kleines Faltblatt mit den nötigsten Informationen ist (RTFM anyone?). Einen Lüfter gibt es nicht, dadurch ist das Gerät absolut lautlos.

Der Orbsmart AW-02 kostet circa 160€ und bietet einen Quadcore Intel Atom Z3735F "Bay Trail-T". Der für das Zielnutzungsszenario, einen Office- bzw Internet-Computer an jedem beliebigen Monitor mit HDMI Port bereitzustellen genug Leistung bringen sollte.

 

Die Hardware und technische Details

Masse

9,9×3.76×0.9cm

Gewicht

46g

Betriebssystem

Vollwertiges Windows 10 Home

Prozessor

Intel Atom Z3735F "Bay Trail-T” Quadcore 1.33 GHz / Bust. Frequenz 1.83 GHz

Verbindung

WLAN 802.11b/g/n (2.4 GHz)
Bluetooth 4.0

Anschlüsse

1x HDMI / 1x microUSB 2.0 / 2x USB 2.0 / 1x 3.5mm Audio

Arbeitsspeicher

2GB Ram

Speicher

32 GB int. Speicher (20GB verfügbar)

Speicherkarten

Micro SD Slot

Auflösung

Bis zu 1920 x 1080 Pixel Full HD

Leistung

Der Intel Atom Z3735F reicht aus um im Google Chrome Browser Videos in einer 720p-Auflösung ohne Probleme darzustellen. Man muss jedoch bedenken, dass der Intel Atom nicht unendlich viele Leistungsreserven hat, wenn man aber wirklich nur das HD Video ansieht und nicht nebenher noch etwas anderes im Hintergrund erledigt werden muss, konnte ich keinerlei Probleme feststellen. Mehrere Webseiten gleichzeitig benutzen und schnell zwischen den Tabs springen klappt genauso gut wie relativ schnelles öffnen einer Applikation. Der Chrome Browser zum Beispiel wird beim Öffnen eher durch den Intel Atom limitiert, als durch den Flash Speicher. Für Benutzer die vorher keine SSD hatten, sondern nur eine HDD, wird sich der Orbsmart wohl gefühlt schneller bedienen lassen, da vor allem der Flaschspeicher hier die Festplatten schlägt. Dieses Review ist übrigens komplett mit dem Orbsmat AW-02 geschrieben. Ich habe ihn also eingerichtet, als wenn jemand einen Office- bzw. Multimedia-PC aufsetzen würde. Das heisst auf dem Stick läuft permanent Dropbox, Libre Office, Teamviewer, Spotify und Google Chrome. Jedenfalls in meiner genutzten Konfiguration. Ein sinnvolles Upgrade wären 4 statt 2 GB Arbeitsspeicher, die Mehrkosten wären wohl nicht enorm, doch würde allein dieser Sprung das System im Hintergrund stark entlasten. Denn wenn man schnell hintereinander I/O lastige Operationen ausführt, kommt man recht zügig an die Grenzen des Systems.

Die 32 GB Speicherplatz, von denen Windows schon 12 GB einnimmt, wirken zunächst einmal sehr klein, wenn man sich jedoch auf die Integration von Cloud-Diensten eingestellt hat, kann man wunderbar damit zurecht kommen. Ich habe unser Testgerät komplett eingerichtet und 2 Wochen als meinen einzigen Computer im Home-Office benutzt, von den mir zur Verfügung stehenden 20 GB im System, habe ich immernoch 13 GB offen. Durch die Limitierung wird man gezwungen auch mal zu löschen oder auszulagern, was vor allem in letzterem Fall ein wenig in die Datensammelei hineinspielt. Falls einem der Speicherplatz nicht reicht, kann man natürlich noch eine microSD in den Orbsmart einlegen und somit den Speicherplatz vergrössern. 

 

Mit der neuen Skalierungsfunktion von Windows 10 passt sich das Display bzw. die Grösse von Text, Apps und anderen Elementen auch an das Ausgabegerät an. Wenn ich den Orbsmart an meinem PC Monitor anschliesse werden die Icons und andere Elemente ganz normal angezeigt. Wenn er am TV angeschlossen ist, wird alles vergrössert, so dass man aus der Entfernung heraus noch gut arbeiten kann.

 

Preis

Der Orbsmart AW-02 kostet z. B. bei Amazon 159,99 Euro bzw. 185.94 SFr. bei ELV.ch. Der Hersteller listet darüber hinaus noch weitere offizielle Bezugsquellen auf.

Fazit

Der Orbsmart ist ein beeindruckendes Stück Technik! Klar ist, er wird keine Benchmark-Bestwerte erzielen. Das will und soll er aber auch nicht. Er passt perfekt in unsere heutige Welt von Smartphones und Tablets. Durchschnittsverbraucher_innen haben heutzutage wahrscheinlich ein Smartphone und ein Tablet irgendwo zu Hause rumliegen. Vieles von unserer Internet-Tätigkeit haben wir auf diese beiden Geräte ausgelagert. Ausserdem haben wir sicherlich noch einen TV mit einem freien HDMI Eingang. Diese 3 Geräte hat fast jeder. Viele Menschen besitzen zusätzlich ein mehrere Hundert Euro / CHF teures Notebook. Wie oft hat man heuzutage dieses Notebook noch angeschaltet? Hauptsächlich wenn man etwas produktives Machen will / muss z.B. eine Office Anwendung. Genau dort setzt der Orbsmart an und will diese Sparte an User_innen für sich gewinnen.

 

Anstatt für diese Tätigkeiten ein vollwertiges Notebook zu kaufen kann man einfach einen HDMI Stick in seinen Fernseher stecken. Als ersten Computer für die Kinder ist der Orbsmart auch gut geeignet, denn man kann relativ leicht kontrollieren wie lange die Kinder den Computer nutzen indem man ihn einfach "abbaut". Falls man eine Netzwerkfähige Festplatte oder einen Router mit dieser Funktion hat, kann man über das WLAN auch weiterhin grosse Dateien abrufen.

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