Sa. 15. November 2014 um 10:49

Review: Orbotix Ollie im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Tolles Konzept, geniale Sensorik und eine Menge Spass!

Wer hier ein „nützliches“ Tool sucht, wie eine QI Ladestation, eine Schutzhülle oder ein Bluetooth Headset wird enttäuscht. Der Ollie ist eine Art von RC Fahrzeug für euer Smartphone und macht in erster Linie einfach nur verdammt viel Spass. Doch alles erst der Reihe nach: Interessant ist vor allem das Design, welches in Verbindung zu den Motoren und der Sensorik stehen. Er sieht ein bisschen aus wie ein Tic Tac auf Steroiden mit zwei Gummiringen, die für die Fortbewegung auf schwierigem Gelände gedacht sind.

 

Die „Pille“ wird im Inneren von zwei kreisförmigen Motoren angetrieben. Beide Reifenringe lassen sich so unterschiedlich ansteuern. Eine Art Gyroskop-Technik kann den Stand des Ollie ermitteln und so das Gewicht verlagern, was dann zu witzigen Überschlägen, Salti oder Fahrten auf einem Reifen führen kann. Leider hält der Spass bei voll aufgeladener Batterie nur etwa eine Stunde, was grössere Ausflüge mit dem Ollie verhindert. Die Reichweite ist durch die Bluetooth-Verbindung auch nur auf 30 Meter begrenzt, was nun keine irrsinnigen Rennstreckenläufe erlaubt.

 

Was die Technik dann aber unter Beweis stellt, ist der Wahnsinn. Der Ollie von Orbotix rennt dann auf gerader Strecke bis zu 22 km/h (!) schnell. Wer nun allerdings bei Vollspeed versucht, um die Kurve zu kommen, bekommt die Quittung mit einigen Überschlägen serviert. Macht aber nichts! Das Teil ist unheimlich stabil und darauf ausgelegt, „zu fliegen“. Der Name kommt daher nicht von ungefähr: Ollie beschreibt im Fachjargon von Skateboardern eine Trickausübung, die zum Sprung führt. Kein Zufall also, dass der von Orbotix gebaute Ollie seinen Werbe-Trailer in einem Skaterpark abhält. Ausprobieren sollte man das dann auch auf jeden Fall selber einmal.

Ollie und Sphero 2.0 könnten unterschiedlicher nicht sein

Der Sphero 2.0 Ball ist ein Allrounder. Er kann für alles Mögliche an Spielen verwendet werden, ist ebenfalls extrem stabil und besitzt eine starke App-Basis im App Store mit den unterschiedlichsten Games. Man darf das aber auch nicht falsch verstehen: Der Ollie von Orbotix ist ebenfalls ein Spielzeug, allerdings mit anderen Ansprüchen. Während es (noch?) keine App-Spiele für die rollende Pille gibt, ist sie eben eher eine Rennmaschine. Die bis zu 22 km/h Höchstgeschwindigkeit laden zum Rasen ein, auch wenn die 30 Meter Hürde der Bluetooth-Verbindung für Probleme sorgen könnte.

 

Dafür sind mit dem Ollie aber auch Stunts möglich, da die Antriebsräder individuell angesteuert werden können. Dadurch kann man mit diversen selbst erstellten Makros schon irrwitzige Stunts ausführen. Egal ob der Ollie auf einer Seite tanzt oder einen Grind im Skater-Park hinlegt, es macht auch Abseits der Spiele Spass, das rasende Tic Tac ans Limit zu fahren. Grössere Unterschiede zwischen den Beiden gibt es allerdings bei der Wetterfestigkeit: Während der Sphero 2.0 zu 100 Prozent wasserdicht ist, muss man Ollie definitiv jede Pfütze ausweichen lassen. Im Regen fahren oder ihn aus Versehen einmal abtauchen lassen führt schnell zur Zerstörung des Renners.

 

Die Bedienung wird hier über die eigene Ollie App und zwei separaten Touchfeldern bereitgestellt. Eines der beiden Touchfelder ist die normale Steuerung bzw. Lenkung des Ollies, während das zweite für die Stunts und Tricks verantwortlich ist.

Fazit

So wie der Sphero 2.0 macht auch der Ollie extrem viel Spass, allerdings auf eine andere Art und Weise. Noch kann man mit dem Ollie keine Zombies umfahren oder irgendwelche Reaktionsspiele spielen. Ist aber auch nicht tragisch, denn Ollie bedient ein anderes Klientel: Es geht um RC Fahrspass und den liefert die kleine Stunt-Pille auf seine eigene Weise. Die beiden getrennt voneinander steuerbaren Antriebsräder sorgen für eine Menge Spass durch irrwitzige Stunts oder die sehr hohe Geschwindigkeit von bis zu 22 km/h. Auch schwieriges Gelände ist dem Ollie nicht fremd.

 

Probleme gibt es allerdings mit der nur auf 30 Meter ausgelegten Reichweite der Bluetooth-Verbindung. Es ist durch die Reichweite nicht wirklich möglich die 22 km/h ausreichend auszufahren. Hier haben natürlich die grossen RC Funker eine deutlich bessere Ausgangslage. Der Sphero 2.0 ist zudem komplett wasserdicht, was der Ollie leider nicht behaupten kann und daher steht auch in der Anleitung „hasst Wasser“, daher sollte man unbedingt auch die Wetterlage vorher checken und auch Pfützen weiträumig umfahren.

 

Nichtsdestotrotz muss man festhalten, dass Ollie zum Spass haben gebaut wurde. Egal ob im eigenen Garten, in schwierigem Gelände oder ’ne Runde auf einem leeren Parkplatz: Ich hatte meine helle Freude an dem Spielgerät und werde sie auch weiterhin haben. Der Ollie erhält somit eine klare Empfehlung für alle RC-Spielkinder, denen Re-Volt auf einem Smartphone als Spiel zu wenig ist.

 

Der Ollie kann für 99 US-Dollar (exkl. Versand) auf der Webseite des Herstellers bezogen werden. Damit ist Ollie sogar rund 30 US-Dollar günstiger als der vielseitigere Sphero 2.0.

vg-wort
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