Fr. 16. Mai 2014 um 2:06

Review: Nokia Lumia 630 im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud12 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Design und Haptik

3. Hardware und technische Ausstattung

4. Windows Phone 8.1

5. Kamera

6. Fazit

1. Einleitung

 Das Nokia Lumia 630 ist das erste „neue“ Windows Phone, das werkseitig mit Windows Phone 8.1 ausgeliefert wird. Darauf haben wir lange gewartet und umso schöner ist es, euch das Gerät heute, am Abend vor dem Marktstart in Deutschland präsentieren zu können. In der Schweiz wird es ab kommenden Dienstag, den 20. Mai, auf den Markt kommen. Doch was taugt das neue Smartphone von Nokia? Für wen ist es geeignet? Und kann es den Erwartungen nachkommen? Wir werden sehen!

 

2. Design und Haptik

Schön ist es. Sehr modern, sehr knallig und nicht zu gross. Kurz gesagt: Das Design ist äusserst gelungen. Die sehr markante Schale ist aus einem sehr angenehmen, leicht rauen Kunststoff gefertig und liegt sehr schön in der Hand. Dadurch, dass es sich nicht um eine Klavierlack-Oberfläche handelt, fühlt sich das Gerät sehr griffig und hochwertig an. Die verschiedenen Farben sind sehr modern, jugendlich und satt, es gibt das Lumia 630 in einer orangen, grünen, gelben sowie der klassischeren weissen und schwarzen Version. Wir haben ein oranges Modell vorliegen und man kann sagen, dass die Farbe schon ein wenig neon-mässig daherkommt, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Im Zusammenspiel mit den farblich angepassten Kacheln und auch dem ausgeschalteten Display ist das Gerät in jedem Fall ein optischer Hingucker. An der rechten Seite des Geräts befinden sich die Lautstärkewippe sowie der Ein/Aus Knopf. Eine Kamerataste gibt es nicht. Auf der Unterseite befindet sich der Micro-USB Anschluss, oben der 3.5 mm Klinkenanschluss. Auf der Rückseite des Geräts befindet sich die 5 MP Kamera ohne Blitz, der Lautsprecherausgang sowie der Schriftzug „Nokia“, eine Frontkamera ist nicht vorhanden. Die Windows Phone Tasten „Zurück“, „Windows“  und „Suche“ sind onscreen-Tasten und nicht mehr als Hardwarebuttons vorhanden. Sie werden somit zum Beispiel im Landscape-Modus auch gedreht und in den Einstellungen kann man neu konfigurieren, wie der Hintergrund dieser Navigationsleiste aussehen soll: Immer schwarz, abhängig vom gewählten Hintergrund oder in der Akzentfarbe. Ein weiteres Steinchen Individualität.

Moment, da fehlt doch was! Wo ist der SIM-Kartenslot? Ganz einfach: Unter der Haube. Die bunte Schale ist einfach abnehmbar und nach Entfernen des Akkus kommt man ganz einfach an den bzw. die SIM-Kartenslots und den Slot für die Micro-SD Karte. Das Lumia 630 gibt es schliesslich auch wie gesagt in der Dual-SIM-Variante. In den Micro-SD-Slot passen Karten bis derzeit 128 GB und dank Windows Phone 8.1 lässt sich dieser Speicher auch endlich für Apps benutzen.

Für alle Unentschlossenen ist sicher die Information interessant, dass man die bunte Kunststoffschale austauschen kann. Hat man also keine Lust mehr auf schwarz oder gelb, kann man sich einfach eine grüne Hülle besorgen und so den Look seines Smartphone mit einem Handgriff entscheidend verändern. Mit der Zeit werden sicher auch noch mehr Farben auf den Markt kommen oder von Drittanbietern neue Schalen angeboten werden.

 

Insgesamt fühlt sich das 134 Gramm schwere Gerät sehr stabil und hochwertig an. Es rutscht nicht aus der Hand, macht aber den Eindruck, dass es allein schon durch die Kunststoffschale ganz gut geschützt ist. Besonders anfällig auf Kratzer ist die Kunststoffschale auch nicht – Nokia kann Plastik eben. Auch das mit Gorilla Glass 3 geschützte Display ist gut verarbeitet, zeigt keine unnötigen Spalte am Rand und ist kratzfest. Ein wenig Spiel hat die Schale schon, jedoch ist das bei komplett abnehmbaren Rückseiten wohl nicht zu vermeiden. Ansonsten ist die Verarbeitung sehr sorgfältig und gut, es konnten keine Kratzer, Rillen oder Grate festgestellt werden. Die wenigen Knöpfe sitzen fest und haben einen ordentlichen Druckpunkt.

 

3. Hardware und technische Ausstattung

 

BetriebssystemWindows Phone 8.1
ProzessorSnapdragon 400 Quad-Core 1.2 GHz
Arbeitsspeicher512 MB
Grösse129.5 x 66.7 x 9.2 cm
Gewicht134 Gramm
Display

4.5 Zoll FWVGA (854×480 Pixel) Display mit Gorilla Glass 3

IPS-LCD Clear Black, True Color (24-Bit/16.7 Mio. Farben)

SIM-KartentypMicro-SIM Karte, je nach Modell Dual-SIM möglich
AnschlüsseMicro-USB, 3.5 Klinkenanschluss,
BluetoothBluetooth 4.0
WLANWLAN IEEE 802.11 b/g/n
DatenübertragungUMTS und HSDPA
Akkuaustauschbarer 1830 mAh 3.7 V Akku
Speicher

8 GB interner Speicher, erweiterbar mit bis zu 128 GB per Micro-SD Karte

7 GB kostenloser Cloud-Speicher inklusive

 

Der Snapdragon 400 leistet gute Dienste. Das Gerät läuft rund und flüssig, Ruckler konnten nicht festgestellt werden. Auch grafisch anspruchsvollere Spiele wie Royal Revolt 2 laufen rund. Natürlich ist das Lumia 630 mit 512 MB ein Mid-Range-WindowsPhone und Spiele, die 1 GB RAM brauchen, lassen sich nicht installieren.

Sehr praktisch ist natürlich, dass nun auch endlich Apps auf der Micro-SD Karte abgespeichert werden können, was aus einem Gerät mit 8 GB Speicher im Handumdrehen eins mit 136 GB macht. Darauf haben wir lange gewartet und es funktioniert auch einwandfrei!

 

Das Display ist mit seiner Auflösung wahrlich kein grafischer Hammer wie etwa die neuen Samsung- oder Sony-Flaggschiffe, keine Frage. Aber es reicht aus, um alles gut lesen und erkennen zu können. Den ein oder die andere wird sicher stören, dass Icons und Schrift etwas „ausfransen“ an den Kanten, was der Pixelanordnung des IPS geschuldet ist. Katastrophal schlecht ist das Display dennoch nicht – und man sollte bei dem Preis von 159 Euro bzw. 182 SFr. auch die Kirche im Dorf lassen. Ohne überzogene Ansprüche an ein Display ist es durchaus akzeptabel und auch über die Einstellungen kann man noch einiges augenschmeichlerischer einstellen. Blickwinkelstabilität ist bis zu einem gewissen Grad gut gegeben und auch bei direktem Sonnenlicht ist das Display immer noch gut ablesbar. Die IPS-Displaydtechnologie ist auch der Grund für die fehlende Blick-Funktionalität. Nokia aktiviert diese Funktion, auch als Glance-Screen bekannt, bei der Datum und Uhrzeit sowie Benachrichtigungssymbole etc. nur bei AMOLED-Displays.

 

Der Akku konnte in der Kürze der Zeit natürlich nicht ausgiebig getestet werden. Aber es sei gesagt, dass das Gerät in der früh vom Strom genommen wurde und nun am späten Abend immer noch nicht im roten Bereich ist. Am heutigen Tag wurden sehr viele Bilder aufgenommen, telefoniert, Emailkonten eingerichtet und natürlich auch immer mal wieder aufgerufen, noch dazu alle fünf Minuten synchronisiert bzw. per Exchange push verteilt, ein wenig gespielt und gefilmt. Es kann damit gerechnet werden, dass der Akku einen guten Arbeitstag mitmachen wird, einen Langzeittest können wir gern an dieser Stelle noch veröffentlichen. Nokia spricht von 13,1 Stunden Sprechzeit bei 3G/UMTS, was sich mit unserer Einschätzung deckt. Erfreulich ist, dass der Akku wechselbar ist. LTE ist nicht verfügbar. NFC ebenso wenig und induktives Laden auch nicht. Letzteres könnte aber wohl dank der abnehmbaren Verschalung irgendwann nachgerüstet werden. Wenn nicht durch den Hersteller selbst, finden sich sicher findige Leute in der Community.

 

Die Verbindungsqualität war sowohl bei Telefonaten, als auch bei mobiler Internetnutzung und WLAN gut. Es konnten keine Abbrüche verzeichnet werden, jedoch scheint der WLAN-Empfang in der Wohnung im Vergleich zum Nokia Lumia 1020 und iPhone 5c etwas schlechter zu sein, denn dort, wo mit den beiden anderen Geräten gerade noch so Empfang ist, verlor das Lumia 630 die Verbindung. Zurück in der „WLAN-Zone“ konnte die Verbindung aber wieder sehr zügig hergestellt werden.

4. Windows Phone 8.1

Wäre es nicht das allererste Gerät mit der neuesten Version des Microsoft Betriebssystem, fänden viele das Gerät wohl nicht besonders spektakulär. Aber damit sind wir beim Punkt: Windows Phone 8.1. Aufgrund des enormen Ansturms auf die Developer Preview, sie läuft unterdessen auf Millionen von Geräten, sind eigentlich keine grossen Überraschungen mehr dabei. Und doch, als erstes werkseitiges Windows Phone 8.1 Gerät fühlt sich das OS doch noch einmal ein wenig anders an.

 

Was uns gleich auffiel war, dass die Betriebssystem-Version derjenigen der ursprünglichen Developer Preview entspricht. Das neueste Update von gestern ist noch nicht in die 630-Version eingearbeitet, wir sind gespannt, wann das grosse Update auch auf das Gerät kommt. Auffällig ja, verwunderlich nicht – schliesslich ist die Developer Preview ja eine Testversion und so muss natürlich auch das Update derzeit noch früher unter die Leute gebracht werden als die endgültige Version. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass das Update in Kürze auch für das Nokia Lumia 630 erscheint.

 

Im Gegensatz zur Developer Preview laufen einige Neuerungen, die mangels Treiber in der Developer Preview nicht umgesetzt werden können, wie beispielsweise der Miracast-Support und Bluetooth 4.0 LE Unterstützung. Auch die USB-Übertragung kann nun genutzt werden, was wirklich ein praktisches Feature ist.

Selbstverständlich sind die Nokia-eigenen Apps wie Here Maps, Here Drive+, Nokia Camera, Nokia MixRadio und Nokia Care vorinstalliert. Hinsichtlich der Apps ist ein schönes Feature übrigens, dass man nun in den Energiesparoptionen genau sehen kann, welche Apps noch im Hintergrund aktiv sind und eventuell den Akku leersaugen. Auch das Schliessen der Apps im Multitasking durch einen Wisch nach unten ist sehr praktisch.

Viele Apps, die früher noch als Nokia Beta verfügbar waren, sind nun ins System integriert, so etwa der Geräte-Hub.

Alles weitere zu Windows Phone 8.1 und seine Feinheiten findet ihr bei uns im Forum und im grossen WP 8.1 FAQ von meinem Kollegen Oliver.

 

5. Kamera

An dieser Stelle zeigt sich wohl am deutlichsten, dass das Nokia Lumia 630 ein Einsteigergerät ist – die Kamera ist nicht wirklich berauschend. Beziehungsweise doch, sie rauscht sogar ziemlich. Die Bilder werden nur unter optimalen Bedingungen scharf und Innenaufnahmen sind schnell sehr pixelig. Ein Blitz ist gar nicht erst vorhanden, genauso wenig wie eine Frontkamera. Die mit 5 Megapixeln auflösende Kamera ist eine klassische Schnappschusskamera, mit der Champions League der Smartphonekameras des Nokia Lumia 920, 925, 1020, Samsung Galaxy S5 oder Sony Xperia Z2 kann sie sich bei weitem nicht messen. Positiv sind hier die vielen Auswahlmöglichkeiten der Kamera App, die wie üblich bei Nokia-Geräten vorinstalliert ist. Ausserdem sind Cinemagramm, Panorama, Nokia Storyteller und Nokia Refocus mit an Bord.

6. Fazit

Wow! Es war ein intensiver Tag mit dem Nokia Lumia 630 und ich muss sagen: Er hat mir sehr gut gefallen. Das Gerät ist ein toller Hingucker, es ist stabil und handlich, passt in jede Hosentasche und dank Signalfarbe konnte ich es auch auf Anhieb in der Handtasche finden. Windows Phone 8.1 ist eine sehr, sehr tolle Sache, viele Features machen mir das Leben als geneigte Windows Phone Userin nun deutlich angenehmer, was ja auch mit der Developer Preview schon klar wurde.

Schön ist, dass der Akku auswechselbar ist und auch die austauschbare Rückschale gefällt mir, sowohl vom Material und der Farbe, als auch von der Handhabung her sehr gut. Auch die tolle Verarbeitung der Knöpfe und Anschlüsse überzeugt.

 

Weniger gut gefallen hat mir die Kamera, da bin ich vom Nokia Lumia 1020 einfach zu verwöhnt, was die Smartphoneknipserei angeht. Auch das Display zeigt einige Schwächen in der Darstellung, jedoch wurde ja schon gesagt, dass es durchaus akzeptabel ist. Es muss aber erwähnt werden, dass die Kanten der Icons und Schrift ausfransen, da Menschen, die Wert auf absolut Brillanz in der Darstellung legen mit dem Gerät wohl nicht glücklich werden können.

 

Alles in einem kann ich hier für Einsteigerinnen und Einsteiger, die keinen grossen Wert auf die Kamera oder LTE legen, eine Empfehlung aussprechen, genauso für diejenigen, die für relativ wenig Geld ein echt tolles, performantes, kleines Gerät haben möchten. Aufgrund des Designs sehe ich das Nokia Lumia 630 als eine echte Alternative zum iPhone 5c. Gerade für hippe Leute, denen die Optik wichtig ist, aber nicht über 500 Euro für ein Smartphone ausgeben können und wollen, ist das 630 ein echt tolles Gerät. Die Dual-SIM Lösung ist insbesondere für Pendler zwischen zwei Ländern und Geschäftsleute eine tolle Sache. Allerdings kostet das Gerät in dieser Ausführung dann ein wenig mehr, also 169 Euro statt 159 Euro bzw. 199 SFr. statt 182 SFr.

 

ProContra
Tolles DesignKamera lässt zu wünschen übrig
Gute VerarbeitungDisplay
Windows Phone 8.1kein LTE
Akku austauschbarkein NFC
Günstiger Preis 
Dual-SIM Version verfügbar 
vg-wort
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12 Antworten zu “Review: Nokia Lumia 630 im Test”

  1. derandere sagt:

    Guten Morgen,

    danke für den ersten Test.
    Alles in Allem wünsche ich mir ein Dualsim WP mit einer besseren Ausstattung. Dennoch werde ich es wohl mal testen….gibt es Hinweise auf ein weiteres WP mit einer besseren Ausstattung ?

    So long derandere

  2. Googlook sagt:

    Ich hoffe, dass ein kleineres Gerät mit ähnlicher Ausstattung kommt. Warum die Dinger so gross sein müssen ist mir ein Rätsel.

    Meine Grosseltern fragten mich auch schon, ob es Windows Phone auf kleinen Geräte gibt. Nutzen alle 4 ein iPhone 4S. Im Vergleich sind 129.5 x 66.7 x 9.2 mm einfach riesig!

    Mir wären 4.5″ eigentlich recht, das Gehäuse könnte jedoch etwas kleiner sein. Am liebsten wäre mir jedoch ebenfalls ein etwas kleineres Gerät, 4.0 bis 4.3″.

  3. FaceOfIngo sagt:

    Ähm, ist keinem aufgefallen, dass das PocketPC.ch Tile nun transparent ist? Wann bekommen wir das? 😉

    Achja: Super Review 🙂

  4. Yves Jeanrenaud sagt:

    FaceOfIngo: das kam mit dem letzten Update. du kannst es einfach unter Einstellungen aktivieren.
    und danke für die Blumen 😀

  5. Ney sagt:

    @googlook – ja es gibt wp auf kleineren geräten. die sind zwar nicht mehr so neu, laufen aber immer noch einwandfrei. ascend w1, lumia 520/620 sowie htc 8s. alle = / <4"

  6. Googlook sagt:

    @ Ney: Ja die kenne ich. Dürften jedoch gerne aktuelle Geräte sein und die Verarbeitung dürfte deutlich besser sein. Sollte ja kein Rückschritt zum iPhone 4S darstellen.

    Auch wenn die Geräte gut funktionieren, und vor allem ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, können sie nun wirklich nicht mit einem iPhone 4S mithalten. Und die Geräte sollten auch 3 bis 4 Jahre halten.

  7. Sattelschlepper sagt:

    toller test, klasse.
    meine mum bekommt eins, sie mag das ding sehr

  8. FaceOfIngo sagt:

    Yves: Danke, seit ich an der Telegram App sitze, bekomme ich nichts mehr mit.;)

  9. Setter sagt:

    Also irgendwie verstehe ich Nokia´s Gerätebezeichnung nicht. Das ist ja eigentlich ein 530er als eher ein Nachfolger vom 520 und positioniert sich deutlich unter dem „altem“ 620.

  10. HansKM sagt:

    Ohne die Möglichkeit von Selfies (keine Frontkamera und dann auch nicht einmal eine mechanische Auslösetaste für „blinde“ Selfies!) …und auch ohne die Möglichkeit zum Skypen ist dieses Gerät trotz des attraktiven Preises und der wirklich verlockenden Dual-Sim-Funktion leider ein absolutes No-Go!

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