So. 27. Juli 2014 um 11:14

Review: Nokia BH-222 Headset im Test

von Robert Beltle0 Kommentare

Nokia ist bekannt dafür, dass sie Smartphones mit grossartigen Kameras bauen und mehrheitlich auf Microsofts Betriebssystem Windows Phone setzen. Die Kooperation geht so weit, dass Nokia kürzlich von Microsoft übernommen wurde und in Zukunft die Produkte wohl unter neuem Firmennamen erscheinen dürften. Aber Nokia macht auch tolles Zubehör und bringt demnächst wohl als eines der letzten Geräte unter dem alten Namen das Bluetooth Headset BH-222 auf den Markt. Noch ist es nicht erhältlich, aber wir haben es bereits für euch unter die Lupe genommen. Was es kann, erfahrt ihr in unserer Review.

Vielen Dank an Microsoft für die Bereitstellung unseres Testexemplars.

  1. Lieferumfang und Verpackung
  2. Design und Nutzung
  3. Funktionen
  4. Klangqualität und Tragekomfort
  5. Fazit

 

1. Lieferumfang und Verpackung

Das Nokia BH-222 kommt in einer typischen blauen Nokia Pappschachtel, die aber vorne im oberen Bereich aus durchsichtigem Kunststoff besteht, damit man das Headset sehen kann. Der Inhalt der Packung ist recht übersichtlich. Neben dem BH-222 liegen noch zwei Ohrstücke (dazu später mehr), ein Ohrbügel und ein Ladegerät bei. Das Ladegerät hat ein fest verbundenes Micro-USB Kabel und liefert im Gegensatz zu Smartphone Ladegeräten nur einen maximalen Strom von 550 mA. Man kann sein Smartphone also damit laden, es dauert aber deutlich länger.Eine Kurzanleitung oder ein Garantieheft lagen nicht bei, das kann sich aber bei den Exemplaren für den Handel noch ändern.

 

2. Design und Nutzung

Das Gerät ist sehr kompakt und schlicht gehalten. Es ist etwa 6 cm lang und läuft leicht spitz zu, die Enden sind abgerundet. An einem Ende befindet sich lediglich eine winzige Öffnung für das Mikrofon, am anderen ein Micro-USB Anschluss zum Aufladen, ein Multifunktionsknopf, eine Status LED und natürlich das Ohrstück. Erhältlich Ist das BH-222 in weiss oder schwarz, auf eine grössere Farbauswahl wie sie bei vielen Lumia Smartphones oder auch beim BH-220, dem Luna Headset, geboten wurde, verzichtet Nokia diesmal.

 

Das Headset wird zur Nutzung einfach ins Ohr gesteckt und hält dort dank eines kleinen Gummirings am Ohrstück auch ganz gut. Ohrstücke werden in drei Grössen mitgeliefert, hier gilt es einfach auszuprobieren, welches am besten passt. Durch die einfache In-Ear Konstruktion lässt sich das Headset schnell einsetzen, aber für manche Einsatzzwecke möchte man vielleicht doch einen etwas sichereren Halt. Dafür liefert der Hersteller einen kleinen Kunststoffbügel mit, der an das Headset gesteckt werden kann und dann hinter dem Ohr liegt.

 

3. Funktionen

Hauptfunktion eines Headsets ist natürlich, damit freihändig zu telefonieren und das kann man auch gut mit dem BH-222, aber ein bisschen mehr gibt es zu dem Thema doch zu sagen. Zur Stromversorgung dient ein fest eingebauter Akku mit 55 mAh, der laut Nokia für fünf Stunden Betrieb oder vier Tage Standby reicht. Aufgeladen wird er über einen Micro USB-Anschluss, wie praktisch fast alle aktuellen Smartphones. Ein kleine LED neben dem Anschluss zeigt das Laden durch eine rote Färbung und die Aktivität durch periodisches grünes Aufblitzen an.

 

Bedient wird das Headset über einen einzigen Knopf an der Aussenseite. Er dient durch langes Drücken als Ein- und Ausschalter, kann Gespräche annehmen und beenden und aktiviert auch das Pairing, um ein Handy zu verbinden. Als kleine Besonderheit besitzt das BH-222 eine Sprachausgabe. So werden das Ein- und Ausschalten und aufgebaute, beziehungsweise getrennte, Verbindungen sprachlich bestätigt, statt wie üblich nur auf Tonsignale zu setzen. Ein kurzer Druck auf den Multifunktionsknopf gibt Auskunft über den Ladezustand des Akkus, da heisst es dann zum Beispiel: „Battery level medium.“ Wird man angerufen, dann nimmt man mit dem Knopf stattdessen das Gespräch an und beendet es auch wieder. Ein zweimaliges Drücken führt eine Wahlwiederholung der zuletzt angerufenen Nummer durch. Durch etwas längeres Drücken, welches mit einem Ton bestätigt wird, lässt sich laufende Musik pausieren, allerdings funktioniert das Fortsetzen auf diese Art nicht. Stattdessen wird dann die Sprachsuche bei Windows Phone aktiviert. Mit Cortana liesse sich dann die Wiedergabe per Sprachbefehl wieder starten, mit der normalen Sprachsteuerung funktioniert das nicht.

 

Eine weitere Besonderheit des Geräts ist die Unterstützung für das Bluetooth Profil A2DP. Normalerweise unterstützen derart kompakte Headsets nur das Telefonieren. Bei Windows Phone erkennt man das beispielsweise daran, dass in den Bluetootheinstellungen „Sprache verbunden“ steht. A2DP dagegen ist das Protokoll zur Stereo Tonübertragung und ist an der Meldung „Musik verbunden“ erkennbar. Natürlich bietet das BH-222 keinen Stereoklang, aber durch das A2DP Protokoll können alle Töne über das Headset ausgegeben werden und man kann somit Musik hören, sich durch Sprachansagen navigieren lassen oder ein Video mit Ton ansehen. Wer beim Sport beispielsweise die Gesundheit & Fitness App von Microsoft verwendet, kann sich regelmässig Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke und verstrichene Zeit ansagen lassen. Das ist sehr angenehm für diejenigen, die keine grösseren Headsets beim Sport tragen wollen.

 

Der Nokia Geräte-Hub behandelt das Gerät derzeit übrigens wie jeden Bluetooth Kopfhörer. Man kann das Headset umbenennen und bekommt Nokia Mix-Radio und Spotify empfohlen.

 

4. Klangqualität und Tragekomfort

Wunder sollte man generell von keinem Gerät erwarten, schon gar nicht, wenn es derart kompakt ist. Doch das BH-222 klingt erstaunlich gut. Sprache wird durch die digitale Rauschunterdrückung auch in lauteren Umgebungen klar verständlich zum Gesprächspartner übertragen und auch die eigene Soundausgabe kann sich hören lassen. Durch die In-Ear Bauart dringen die Geräusche auch kaum nach aussen.

 

Sprachbefehle an Cortana wurden nur minimal schlechter verstanden als ohne Headset, aber da es sehr schwierig ist, Befehle immer genau gleich zu wiederholen ist das eher ein subjektiver Eindruck. Wenig subjektiv ist dagegen die Verzögerung bei der Spracherkennung. Kann man ohne Headset direkt nach Aktivierung der Spracheingabe lossprechen, so muss man mit Headset ca. eine Sekunde warten bis der Bestätigungston erklingt. Das ist allerdings kein Problem des Headsets, sondern von Windows Phone. Bei einem Vergleichsheadset trat die Verzögerung ebenfalls auf und dort wurde nicht mal der Bestätigungston wiedergegeben. Was allerdings dem Headsets anzupassen ist, ist die zusätzliche Verzögerung dadurch, dass man den Multifunktionsknopf gedrückt halten muss. Hier wäre es sinnvoller gewesen für die Ladestandsansage einen eigenen Knopf zu verbauen der durch Position und Form eindeutig ertastbar ist. Oder aber man hätte die Ansagen mit einem längeren Druck aktiviert statt der Telefonfunktion.

 

Die Wiedergabequalität für Musik ist ok, aber nicht berauschend. Man merkt, dass das nicht die Hauptaufgabe des Headsets ist. Vor allem die einseitige Wiedergabe führt relativ schnell zu einem unangenehmen Gefühl beim Hören von Musik. Wer beim Joggen nicht auf Musik verzichten kann, sollte sich nach einer anderen Lösung umsehen.

 

Die In-Ear Konstruktion lässt eine rasche Inbetriebnahme des BH-222 zu, bei einem Anruf einfach einschalten und ins Ohr stecken, schon geht es los. Wer das Headset aber länger tragen will und dabei vielleicht auch noch Sport treibt, sollte aber den mitgelieferten Ohrbügel befestigen. Mit der unauffälligen Zusatzhalterung aus transparentem Kunststoff sitzt das Gerät bombenfest. Dadurch, dass das Gerät absolut symmetrisch und der Ohrbügel abnehmbar ist, lässt es sich nach Belieben links oder rechts tragen.

 

Ich persönlich bin eigentlich kein Freund von In-Ear Ohrhörern und Ohrhörern im Allgemeinen, da ich nach relativ kurzer Tragedauer schon einen Druckschmerz verspüre. Das BH-222 hat mich allerdings positiv überrascht. Auch nach einigen Stunden war kein Schmerz zu spüren und ich hatte fast vergessen, dass ich es trage. Für solch lange Tragedauern empfiehlt sich aber generell die Nutzung des Ohrbügels, da es sonst durchaus passieren kann, dass einem das Headset aus dem Ohr rutscht.

 

5. Fazit

Mit dem Nokia BH-222 bekommt man ein sehr gutes kompaktes Headset für unterwegs. Mit ihm lässt sich sehr gut telefonieren und die A2DP Unterstützung bietet eine gelungene Funktionsergänzung, wenn man nicht noch extra Ohrhörer mitnehmen möchte. Zum Musik hören eignet es sich aber natürlich nicht als Ersatz für Ohr- oder Kopfhörer. Durch den guten Tragekomfort lässt es sich lange tragen und bietet sich damit zum Beispiel zum Fahrrad fahren an.

 

Auf technische Spielereien wie NFC oder Qi hat man diesmal verzichtet, ich habe sie aber auch nicht vermisst. Die Ansage des Akkustands dagegen ist sehr praktisch, vor allem, da kompakte Headsets in der Regel nicht über eine optische Ladestandsanzeige verfügen und man daher immer raten müsste, wie lange man noch telefonieren kann.

Übrigens, wird man angerufen, erklingt im Ohr eine Variante des bekannten Nokia Klingeltons, ein nettes Extra für Fans.

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