Di. 08. Dezember 2015 um 14:07

Review: Nexus 5X im Test

von Christian Fritsch3 Kommentare

Es war eine kleine Überraschung, dass Google dieses Jahr nicht nur ein Nexus-Smartphone vorgestellt hat, sondern gleich zwei. Jedes Smartphone wurde mit einem OEM Partner gebaut, es gab einen Debütanten mit Huawei und einen eher etablierten Nexus Partner mit LG. In dieser Review soll es um „Nachfolger“ des Nexus 5 gehen, das Nexus 5X.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Technische Details

2. Design und Verarbeitung

3. Display

4. Software

5. Kamera

6. Akku und Sound

7. Nexus 5X vs. Nexus 5

8. Fazit

1. Technische Daten

 

Display-Diagonale 

5.2 Zoll 

Display-Typ 

IPS LCD capacitive touchscreen, 16 Mio. Farben

Display-Auflösung 

1080 x 1920 (423ppi)

Masse (L x B x H) in mm 

147 x 72.6 x 7.9 mm

Gewicht 

136 Gramm

Akku 

2’700 mAh Akku (nicht wechselbar), 

Chipsatz 

 

System 

Qualcomm Snapdragon 808

Prozessor 

Quad-core 1.44 GHz Cortex-A53 & dual-core 1.82 GHz Cortex-A57

Grafik 

Adreno 418

RAM 

2 GB 

Speicher 

16 oder 32 GB intern  

Konnektivität 

 

Sim Karte 

Nano-Sim 

 

Mobilfunk 

2G

GSM 850 / 900 / 1800 / 1900 

3G

HSDPA 800 / 850 / 900 / 1700(AWS) / 1800 / 1900 / 2100

4G

1(2100), 2(1900), 3(1800), 4(1700/2100), 5(850), 7(2600), 8(900), 9(1800), 17(700), 18(800), 19(800), 20(800), 26(850), 28(700), 38(2600), 40(2300), 41(2500)

WiFi 

Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, dual-band, Wi-Fi Direct, DLNA, 

Bluetooth 

v4.2, A2DP

USB 

v2.0, Type-C 1.0

Infrarot 

Nein

NFC 

Ja

Video Ausgang 

Unbekannt

Kamera 

 

Hauptkamera 

12.3 MP, Laser Autofokus,

Blitz LED 

Dual-LED

Frontkamera 

5 MP

Sonstiges

 

GPS

Ja

Sensoren

Fingerprint, accelerometer, gyro, proximity, compass, barometer

Betriebssystem

Android 6.0 

Farben

Carbon, Quartz, Ice

2. Design und Verarbeitung

Das Design des Nexus 5X ist eigentlich ein weiterentwickeltes Nexus 5-Design. Es ist alles ein wenig mehr abgerundet, dennoch wenn man genauer hinsieht – und den Vorgänger gut kennt -, bemerkt man das weiterentwickelte Nexus 5. Dass Google so ein Vorhaben unterstützt oder angetrieben hat, ist wirklich klasse! Durch die abgerundeten Ecken, liegt das Nexus 5X wirklich sehr gut in der Hand. Was ein wenig das Design stört, ist die herausstehende Kamera, welche aber für ein Nexus-Gerät wirklich tolle Bilder macht, aber dazu später mehr. Sehr erfreulich ist ebenfalls, dass das Nexus 5X einen Frontlautsprecher hat. Auf der Unterseite des Geräts befindet sich neben dem neuen USB-Typ C-Stecker auch der 3.5 mm-Klinkenanschluss, hier gibt es unserem Gerät leider Probleme beim Einstecken von Kopfhörern. Man muss sehr fest drücken, damit man überhaupt den Stecker reinbekommt (getestet wurde mit EarPods).

 

Die erhältlichen Farben sind hübsch, unaufdringlich und modern gewählt. Wir haben die weisse Version als Testgerät erhalten, was einen tollen Kontrast zwischen Frontseite und Rückseite gibt. 

 

Die Verarbeitung ist grundsolide, nicht besonders, aber gut.  Das komplette Smartphone, bis auf das Display, besteht aus Kunststoff – oder wie die Hersteller gerne sagen Polycarbonat. Durch die Materialwahl wirkt das Nexus 5X natürlich nicht so hochwertig wie beispielsweise andere Smartphones aus Metall oder Glas, wie etwa das iPhone, HTC One M9 oder Galaxy S6. Auch konnten wir nach einigen Tagen bereits ein leichtes Ablösen der weissen Farbe an der Rückseite erkennen, wie das Gerät nach ein paar Monaten aussieht, will man da gar nicht wissen (siehe Fotos). 

3. Display

Das Display des Nexus 5X ist 5.2 Zoll gross und löst in Full-HD auf, sprich 1920 x 1080 Pixel. Dadurch beträgt der PPI (Pixel per Inch) Wert 423. Einzelne Pixel sind also bei diesem Gerät definitiv nicht mit blossem Auge zu erkennen. Es handelt sich bei dem Display um ein IPS-Panel. Die Farben sind warm, aber nicht übersättigt. Die Blickwinkel des Displays sind wirklich sehr gut, es gibt keine Farbveränderungen oder Ähnliches. 

 

Eine Funktion, die man bereits vom Nexus 6 kennt, ist das Interaktivtätsdisplay, eine Art Moto-Display im Kleinformat. Sobald man eine Benachrichtigung erhält, leuchtet das Display auf, allerdings in Schwarz weiss, dass soll Akku sparen. Wenn man dann das Display berührt, wird das Display eingeschaltet und man kann mit den Benachrichtigungen interagieren, wie man es gewöhnt ist – eine super Sache und am ehesten mit dem Glance-Screen von den Microsoft Lumia-Phones vergleichbar.

DSC01281 Review: Nexus 5X im Test
Nexus 5X mit aktiviertem Display

4. Software

Was sollte auf einem Nexus Gerät eigentlich immer der Fall sein? Richtig, es sollte die neueste Android Version besitzen. Dies ist natürlich beim Nexus 5X der Fall, vorinstalliert ist Android 6.0 Marshmallow. Wie immer ist keine Bloatware auf einem Nexus Gerät installiert, es handelt sich um das „pure“ Google Android. Natürlich gibt es jede Menge neuen Sachen in Marshmallow zu entdecken: Unter anderem ein neues Berechtigungssystem für Apps, einen neuen App Drawer und vieles vieles mehr. 

 

Die Software läuft auf dem Nexus 5X wirklich sehr flüssig und ohne irgendwelche Ruckler. Ein wenig Probleme gab es mit der Google Tastatur, sie zeigte sich im Test oft nicht sehr präzise und erwischte des Öfteren den falschen Buchstaben. Da Android aber ja sehr variabel und anpassbar ist, kann man sich natürlich einfach eine andere Tastatur über den PlayStore herunterladen. 

5. Kamera

Kommen wir nun zu einem wichtigen Punkt aktuell bei jedem Smartphone, die Kamera. Bisher war es in der Regel so, dass Nexus-Kameras maximal mittelmässig waren. Bei guten Bedingungen waren die Bilder in Ordnung, sobald es etwas dunkler wurde, versagten die Kameras. Das ist beim Nexus 5X nicht mehr der Fall. Unter guten Bedingungen macht die Kamera sehr gute Bilder, ob sie an die vorzüglichen Kameras der LG-Oberklasse (z.b. LG G4) herankommt, ist allerdings schwer zu sagen. Wenn es dämmert, sind die Bilder noch wirklich gut.

 

In Sachen Kamera haben LG und Google eine wirklich gute Arbeit abgeliefert. Es ist schön, zu sehen, dass ein Nexus endlich mal eine gute, vielseitige und brauchbare Kamera erhalten hat. 

6. Akku und Sound 

Das Nexus 5X hat einen 2’700 mAh Akku verbaut. Dieser nicht wechselbar. Wie sieht es mit der Akkulaufzeit aus? Wir kamen mit unserem Testgerät immer relativ gut über den Tag, trotz einiger Push-Benachrichtigungen oder Hintergrund-Aktivitäten z.b. dem Synchronisieren von Mails. In der Regel hatten wir rund vier bis fünf Stunden On-Screen-Time. Die Restkapazität des Tages meistens 20-30%, je nach Benutzung. Die Werte sind durchaus in Ordnung, hauen aber jetzt niemandem vom Stuhl, man muss auf jeden Fall das Nexus 5X jeden Tag aufladen, wie so gut wie alle anderen Smartphones auch.

 

Apropos Aufladen, das Nexus 5X wird über ein USB-Typ-C-Kabel geladen. Das heisst, dass auch Grobmotoriker_innen nicht mehr fünfmal probieren müssen, wie der Stecker nun eingesteckt wird, er passt von beiden Seiten in den Anschluss. Einen kleinen „Fehler“ hat der Lieferumfang, der an diese Stelle zum Tragen kommt: Es wird zwar ein USB-Typ-C-Kabel mitgeliefert, allerdings ist dies USB-Typ-C auf USB-Typ-C. Mit den meisten aktuellen Notebooks ist also ein Datentransfer via Kabel nur möglich, wenn man sich ein USB (2.0 oder 3.0) auf USB-Typ-C-Kabel kauft. Von auf 0 auf 100% Akkuladung dauert es beim Nexus 5X ein bisschen länger als zwei Stunden, was ein wirklich guter Wert ist. 

 

Zum Thema Sound gibt es nicht viel zu sagen: Das Nexus 5X ist schliesslich keine Stereoanlage. Anfangs verwirrend ist der Frontlautsprecher. Es sieht zwar so aus, als würde es zwei geben, allerdings ist nur die Unterseite ein Lautsprecher, aber wie sagt man „besser als nichts“. Der Sound, der aus diesem kleinem Lautsprecher kommt, ist gut. Um ein Video anzuschauen oder ähnliches mehr als ausreichend, auch Musik lässt sich damit für eine kleine Gruppe Menschen gut abspielen.

DSC01278 Review: Nexus 5X im Test

7. Nexus 5 vs. Nexus 5X

Es wurde nun immer wieder erwähnt, dass man sagen kann, dass das Nexus 5X der Nachfolger des Nexus 5 ist. Doch was hat sich geändert? Das Display und das Gehäuse sind grösser geworden. Grösser ist ja nicht immer besser, doch beim Nexus 5X passt die Grösse selbst für eher kleine Finger. Der Lautsprecher des Nexus 5X sind gegenüber dem Nexus 5 nach vorne gewandert. 

Auch die Tastenposition hat sich geändert. Fand man auf der linken Seite beim Nexus 5 noch den Lautstärkeregler, findet man am Nexus 5X nun den Slot für die SIM-Karte. Diesen fand man früher auf rechten Seite.

 

Beim Nexus 5X sind die Tasten für Lautstärke und Standby nun rechts. Kommt man vom Vorgänger, ist dies eine kleine Umstellung, aber man gewöhnt sich an so etwas schnell. Eine weitere Änderung ist beim Kopfhörer-Anschluss zu finden, dieser ist nun unten statt oben. Der Display-Rahmen ist ungefähr gleich geblieben. Auf der Rückseite hat sich auch einiges getan: Die Kamera ist nun in die Mitte platziert worden und es gibt einen Dual-LED-Blitz und einen sehr guten Laser-Autofokus, den man von anderen LG Geräten bereits kennt. Das Tastgefühlt des Gehäuses hat sich gegenüber dem Nexus 5 ein wenig verbessert, es fühlt sich allerdings noch nicht nach einem 500 Franken bzw. Euro teurem Gerät an.

8. Fazit

Kommen wir zum Fazit des Nexus 5X. Aktuell kostet das „kleine“ Nexus Smartphone in der 16 GB Variante rund 480 Euro im Google PlayStore und 399 SFr. bei digitec (die anthrazitfarbene Variante). Wer mehr Speicher benötigt und sich die 32 GB Variante kaufen möchte, muss 529 Euro bzw. 499 SFr. auf den Tisch legen. Viel Geld für ein Smartphone aus Kunststoff. Die meisten fragen sich jetzt, ob es das wert ist? Meine persönliche Meinung dazu: Nein! Google muss hier wirklich an der Preisschraube drehen. Für rund Hundert Euro weniger wäre das Nexus 5X eine gute Alternative gegenüber anderen Geräten. Aber dem Preis, leider nicht. In der Schweiz gibt es das Gerät wie oben erwähnt schon ab 399 Franken im freien Handel, dies ist ein wesentlich realistischerer Preis.

 

Natürlich gibt es Vorteile gegenüber den Samsung-, HTC- und anderen LG-Smartphones auf dem Markt. Z.B. schnelle Updates, Stock Android etc.. Auch die Kamera kann diesmal mit der Konkurrenz mithalten und so manches Gerät auch abhängen, aber es bleibt unterm Strich leider zu wenig, sorry Google. Was ich auch schmerzlich vermisse, was ich vom Nexus 5 kennen und lieben gelernt habe, ist kabelloses Laden. Für USB-Typ-C hat Google dieses Feature beim Nexus 5X aufgegeben, für mich ein Fehler. Durch das Lumia 950 und Lumia 950 XL sieht man: Es geht beides und ist nicht einmal schwierig umzusetzen.

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3 Antworten zu “Review: Nexus 5X im Test”

  1. rooster0526 sagt:

    In Deutschland gibt es vom selben Hersteller zum Straßenpreis der 32 GB Variante ein besseres Phone: Das LG G4.

    Es hat dieselbe CPU, ebenfalls 32 GB Flashspeicher, deutlich mehr RAM, eine noch bessere Kamera (16 statt 12 MP, f/1.8 statt f/2.0 Blende, Farbspektrumsensor, opt. Bildstabilisator plus Expertenmodus mit zahlreichen, manuellen Einstellmöglichkeiten, ähnlich einer DSLR), einen größeren Screen mit doppelter Auflösung, eine Lederrückseite statt Plastik und der Akku ist wechselbar und schneller geladen (3000 mAh in etwa 1h 50min). Desweiteren werden Speicherkarten unterstützt. Das alles für aktuell 400 bis 450 € Straßenpreis.

    Wer bitte soll denn da das Nexus kaufen?

    Es war aber bereits beim normalen Nexus 5 und auch beim Nexus 4 schon so, dass diese genausoviel oder mehr als G2 und G3 kosteten, dafür aber weniger boten.

  2. rooster0526 sagt:

    PS: Das LG G4 erhielt gerade ein Update auf Android 6.0 Marshmallow.

  3. poisonspider sagt:

    Das mit dem Kunststoff ist so ne Sache.. ein Metallbody mag ja hochwertiger wirken, aber er rutscht einem halt viel eher aus den Fingern beim Hochheben. Dies beobachte ich bei vielen meiner Kollegen mit dem iPhone und erlebe es gerade selber immer wieder bei einem Honor 7, beide haben Metallgehäuse. Kunststoff hat eben den grossen Vorteil, dass das Gehäuse nicht rutschig ist und es ist auch leichter. Das ewige Geschrei nach Metall kann ich nicht nachvollziehen. Ein Smartphone ist ein Gebrauchsgegenstand und kein Schmuck! Da eignet sich Kunststoff viel besser als Metall oder gar Glas. Auch gefühlt ist Kunststoff angenehmer in der Hand als kaltes Metall oder Glas. Für mich ist Kunststoff kein Killerkriterium, sondern ganz einfach praktischer!

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