So. 15. Juni 2014 um 22:19

Review: Netgear PTV3000 Miracast Empfänger im Test

von Marc Hoffmann2 Kommentare

Drahtlose Techniken sind aus unserem Alltag kaum noch weg zu denken. Wireless LAN, Bluetooth und sogar kabelloses Laden von Smartphones und anderen Geräten findet man inzwischen überall als etablierte Standards. Vor einigen Jahren wurde sogar ein Standard für kabellose Displays eingeführt, der es erlauben sollte, selbst FullHD Inhalte drahtlos auf entsprechende Bildschirme zu übertragen. Die beiden Wichtigsten dafür sind WiDi von Intel und der offene Standard Miracast. Nachdem sich die verfügbaren Empfangsgeräte langsam mehren, wollen wir für euch das aktuelle Push2TV Modell PTV3000 von Netgear genauer unter die Lupe nehmen, welches beide Standards unterstützt. An dieser Stelle danken wir notebooksbilliger.de für die Unterstützung bei diesem Testbericht.

Fast jeden TV kabellos nutzen

Der Push2TV Miracast und WiDi Empfänger von Netgear erlaubt es, fast jedes TV Gerät zu erweitern, um es kabellos mit verschiedenen Endgeräten zu nutzen. Voraussetzung ist lediglich ein verfügbarer HDMI Anschluss am Fernseher, welcher vom Push2TV Empfänger gespeist werden kann. Natürlich muss der Adapter und dessen Elektronik auch mit Energie versorgt werden. Dafür hat das Gehäuse auf der Rückseite eine heutzutage recht antiquierte MiniUSB Schnittstelle, mit deren Hilfe man den PTV3000 über eine USB Schnittstelle mit dem TV verbinden kann. Diese sind zwar an den meisten modernen Fernsehgeräten vorhanden, doch wer ein älteres Modell oder eines ohne USB besitzt, kann jederzeit den beigelegten Netzteil Adapter verwenden.

Kompatibel ist der Adapter mit den meisten aktuellen Android Smartphones, welche mindestens über Android 4.2 verfügen und einen Qualcomm SoC Snapdragon S4 Pro oder neuer besitzen. Auch aktuelle Notebooks mit Intel i-Prozessoren unterstützen drahtlose Displays nach Intels Wireless Display Standard, sofern die entsprechende Software dafür installiert ist und Windows 7 oder Windows 8.1 als Betriebssystem zum Einsatz kommt. In unserem Test kommen ein Sony Xperia Z und ein Sony Xperia Z2 Tablet zum Einsatz.

 

Erste Inbetriebnahme und Verbindung

Wenn man den PTV3000 erst einmal aus seiner Verpackung befreit hat, ist eventuell erst einmal eine kleine Verschnaufpause notwendig und das ein oder andere Heftpflaster. Dass heute noch immer selbst grosse Hersteller wie Netgear auf diese frustrierenden Kunststoff Verpackungen setzen, deren Öffnung selbst mit Schere oder scharfem Messer ein Kraftakt sein kann, ist unbegreiflich. Sollte man beim Auspacken dann die Gebrauchsanweisung mit zerschnitten oder zerrissen haben, muss man aber keine Angst haben, denn selbst für einen technischen Laien ist die Inbetriebnahme zunächst kinderleicht.

Sobald man per USB und HDMI die notwendigen Verbindungen hergestellt hat und das TV Gerät den richtigen Eingang abgreift, ist schon ein Bild des Push2TV Adapters auf dem Bildschirm zu sehen. Hier wird als erstes ein Update der Software empfohlen, was man für eine optimale Funktionsweise auch dringend tun sollte. Hier kommt auch schon der Haken der einfachen Einrichtung, denn auch bei uns klappte das nicht auf Anhieb. Vor allem dann, wenn man nur ein Android Gerät dafür zur Hand hat. Wir empfehlen in jedem Fall ein Notebook oder Tablet mit Windows, um das Update auszuführen. Hierzu wird man aufgefordert, auf eine Website zu gehen, auf der man die neueste Version der Firmware herunterladen kann. Danach soll man durch langes Drücken der einzigen Taste am Empfänger diesen in den Update Modus versetzen, in welchem er ein W-Lan Netz zur Verfügung stellt, mit dem man sich dann verbinden kann. Nun gibt man die angezeigte IP Adresse in den Browser ein und kann dort die heruntergeladene Datei auf das Gerät übertragen. Es ist zwar von Vorteil, dass man das Update so quasi unabhängig vom Betriebssystem machen kann, sofern der verwendete Browser Download und Upload beliebiger Dateien erlaubt, doch wäre für viele Unerfahrene auch ein Update via USB angebracht oder zumindest ein kleines Programm, welches einen dabei unterstützt.

Sobald das Update erledigt ist und der PTV3000 sich neu gestartet hat, ist dieser auch schon bereit für eine Verbindung. Dazu muss man lediglich am jeweiligen Smartphone, Tablet oder Laptop in die entsprechende Software oder das Menü gehen, nach einem Empfänger suchen und sobald er gefunden ist, den Push2TV Empfänger wählen. Einige Sekunden später ist der gesamte Inhalt des Bildschirms auf dem grossen TV zu sehen.

 

Qualität und Geschwindigkeit

Wichtig für die Verwendung von externen Bildschirmen ist natürlich auch die Qualität des Bildes und abhängig davon, was man darstellen will, auch eine mögliche Verzögerung. Leider sind bei der Übertragung von Bildsignalen genau diese beiden Faktoren direkte Gegenspieler. Will man eine hohe Bildqualität, benötigt man viel Bandbreite und um diese stabil und aufrecht zu halten, einen grösseren Puffer, der dann aber Verzögerungen in der Übertragung verursacht. Minimiert man die Verzögerung mit einem kleineren Puffer, so riskiert man Aussetzer des Bildes durch kleine Störungen oder die Bildqualität selbst muss verringert werden. Dabei ist die verwendete Konfiguration sowohl vom Sender, als auch Empfänger abhängig.

In unserer Testkonstellation versenden beide Geräte ihr Bild in einer Auflösung von 1080p und mit 30 Bildern pro Sekunde. Sobald man nun das Smartphone oder das Tablet bedient, wird aber schnell die recht grosse Verzögerung deutlich. Diese beläuft sich auf etwa 250 bis 300ms, was für viele Anwendungsbereiche deutlich zu viel ist. Ein actionreiches Spiel vom Smartphone auf einem grossen Bildschirm darstellen ist somit zwar möglich, aber man muss für die Steuerung dennoch auf das kleine Smartphone Display schauen. Ideal lässt sich dagegen eine Diashow abspielen, eine Präsentation wiedergeben, einen Film schauen oder Freunden und Verwandten etwas im Internet zeigen.

Abgesehen von der deutlichen Verzögerung der Bildanzeige, geht die Bildqualität durchaus in Ordnung. Da natürlich die mögliche Bandbreite mit einer Funkverbindung, welche auf dem 2.4 GHz WiFi Direct Standard basiert, entsprechend eingeschränkt ist, sind dennoch in einigen Situationen Kompressionsartefakte des Videostreams zu sehen. Besonders beim Scrollen durch Bilder, die viele feine Details zeigen, ist eine deutliche Verpixelung während der Bewegung zu sehen, welche sich beim Stillstand des Bildes aber in Bruchteilen einer Sekunde wieder nachschärfen. Bei der Darstellung von Texten dagegen macht der Empfänger keinerlei Probleme und alles ist so scharf, als wäre es per HDMI Kabel direkt angeschlossen. Auch die Videowiedergabe ist ohne merklichen Qualitätsverlust möglich, da die entstehenden Artefakte nur bei sehr schnellen Bewegungen entstehen und so fein sind, dass es kaum auffallen dürfte.

 

Pro  Contra
 Einfache Installation Umständliche Updates
 Gute Qualität 

 

Fazit

Kabellos mag die Zukunft sein, doch noch nicht jede Technik ist bereits reif genug. In Sachen Komfort bietet der PTV3000 Miracast und WiDi Empfänger auf jeden Fall einen grossen Vorteil gegenüber Kabeln. Vor allem ist man unabhängig vom Standort im Raum und kann so das Gerät auch bequem von einer weiter entfernten Couch bedienen. Bei der Bildqualität gibt es keine grossen Beanstandungen und trotz stark ausgelastetem W-Lan Router direkt im gleichen Zimmer, gab es keinerlei Probleme mit Bildstörungen oder Verbindungsabbrüchen. Auch der Sound wurde anstandslos übertragen. Der grosse Pluspunkt ist vor allem die einfache Handhabung. Lediglich der etwas umständliche Weg für Software Updates kann für völlig Unerfahrene unter Umständen ein Problem darstellen. Für etwas über 60 € ist der Empfänger bereits zu haben und ein durchaus angemessener Preis, da es auch kaum günstigere Empfänger gibt, die beide Standards unterstützen. Von uns also eine klare Kaufempfehlung, wenn man öfter sein Mobilgerät an einen grossen TV anschliessen möchte.

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2 Antworten zu “Review: Netgear PTV3000 Miracast Empfänger im Test”

  1. Oliver Ulm sagt:

    Inzwischen unterstützt ja auch Intel Miracast und die meisten mit Widi beworbenen Geräte nutzen seit Windows 8.1 auch ebendieses. Ich hab den PTV-3000 schon ne Weile im Einsatz und mit aktuellster Firmware kann ich bei folgenden Geräten auch die Funktionstüchtigkeit bescheinigen: Google Nexus 7 (2013), Nokia Lumia 2520, Microsoft Surface Pro 2, HTC One Mini 2 und Nokia Lumia 630.

    Also es klappt inzwischen mit einer relativ breiten Menge an Geräten.

    Etwas Lag zwischen Eingabe und Anzeige ist schon – also für Spiele würde ich es nich zum Display spiegeln nehmen aber für Filme, Präsentationen ist es eine tolle Sache. Der Lag ist allerdings bei Geräten wie dem Surface Pro 2 deutlich geringer als bei schwächeren Geräten. Ich kann aber nicht sagen ob das direkt mit der Encoding-Performance zusammenhängt oder zufällig an dem Gerät liegt.

  2. Marc Hoffmann sagt:

    Ich glaub das Liegt an der Encoding performance. Wenn ich mit dem Z1 auf das Z2 Tablet Spiegele (Ja das Z2 tablet kann als Miracast Empfänger dienen), ist der Lag wirklich minimal unter 100ms da sind sogar einige Spiele möglich. Dafür die Qualität deutlich schlechter.

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