So. 27. März 2016 um 15:14

Review: Motorola Moto 360 2. Generation im Erfahrungsbericht

von Dimitrios Kuckhoff0 Kommentare

Technische Details und Lieferumfang

Wir haben schon einige Smartwatches bei uns einem Test unterzogen, darunter z. B. die Fossil Q Founder oder Asus Zenwatch 2. Die meisten Vertreter ihrer Klasse haben mit der Moto 360 der 2. Generation eins gemeinsam: Android Wear als Betriebssystem. In diesem Bericht gehen wir daher nicht mehr auf das Betriebssystem als solches in Detail ein. Grundsätzlich unterscheiden sich die meisten Android Wear Smartwatches nur in Details: Drahtlos ladbar oder nicht, Herzfrequenzmesser verbaut oder vielleicht noch einen Helligkeitssensor. Zumindest unterstützt die Motorola 360 der 2. Generation alle Features und so findet hier kurz die technischen Details aufgelistet:

 

IS-LCDisplay (360 x 330, 222 ppi bzw. 360 x 325, 263 ppi)

  • 46 mm bzw. 42 mm Edelstahlgehäuse
  • 22 mm, 20 mm und 18 mm Armbänder austauschbar
  • Snapdragon 400 (Quad Core, 1.2 GHz) Prozessor
  • 512 MB RAM, 4 GB interner Speicher
  • 400 mAh bzw. 300 mAH Akku, per QI-Standard drahtlos aufladbar
  • Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Umgebungslichtsensor, Herzfrequenzmesser
  • Spritzwassergeschützt nach IP67

Die runde Verpackung ist recht gross und präsentiert durch einen transparenten Kunststoffdeckel das Objekt der Begierde. Wie üblich befinden sich QI-Ladegerät und ein paar Beipackzettel im Inneren. Ich würde die Verpackung zwar gerne als dekorativen Uhrenständer nutzen, doch dafür ist sie wiederum etwas zu wuchtig ausgefallen. Zum Charger selbst gibt es nicht viel zu sagen, einfach die Uhr auflegen und die Magie des Aufladens geniessen.

Vergleich zum Vorgänger

Im Prinzip ist Motorola seinem Design treu geblieben, hat die Moto 360 aber an den richtigen Stellen verbessert. Ob grösser wirklich besser ist, bleibt im Endeffekt aber eine Geschmackssache. Zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Gehäusebreiten und drei Armbandbreiten: 42 mm Durchmesser mit 18 mm und 20 mm Armband und 26 mm Durchmesser mit 22 mm Armband. Diesmal mit Standardverschluss, so dass jedes auf dem Markt erhältliche Uhrenarmband passt und mit praktischem Schnellverschluss, das ein Wechseln ohne Werkzeug möglich macht. Ziemlich gut, so kann das Armband passend zum Outfit gewählt werden. Doch dies war noch nicht alles: Das Display hat in beiden Ausführungen eine höhere Auflösung als beim Vorgängermodell und auch sind eine neue CPU und mehr Akkukapazität bei der 46 mm-Version zu finden.

 

Als Extra erlaubt Motorola das freie Anpassen des Uhrendesigns im Moto Maker: Hier kann man zwischen der Gehäusegrösse und -farbe, Stil der Lynette wählen und dem Armband eine Kombination nach Wahl zusammen gestellt werden. Damen dürfen bei dem 18 mm Armband sich zudem noch für ein „Doppel-Leder-Armband“ entscheiden. Die einzelnen Armbänder kann man übrigens auch im Shop separat erwerben.

Design, Verarbeitung und Haptik

Wie auch bei der Motorola Moto 360 der 1. Generation wurde viel Wert auf Design und eine gute Verarbeitung gelegt. Diesmal sieht die Smartwatch aber noch mehr nach Uhr aus, der Grossteil ist aus einem Aluminiumblock gefräst worden und matt gehalten. Die Lünette wiederum ist zwar glänzend, beisst sich allerdings keineswegs mit dem Body. Der Android Wear-Uhren Button wurde schlauerweise auf der Zwei-Uhr-Position angebracht, sodass man diesen nicht beim Abstützen mit dem Handgelenk versehentlich betätigt. Umschmückt wird dieser von einem goldfarbenem Ring, welcher im Moto Maker nicht angepasst werden kann – aber auch nicht muss, denn in Kombination mit dem Motorola Logo passt erdoch sehr gut ins Konzept. 

 

Jedenfalls fühlt sich die Uhr am Handgelenk angenehm an und wirkt fast wie eine klassische Armbanduhr und nicht ein Nerd-Spielzeug. Auch die Lederarmbänder der Marke Horween (braun und schwarz im Test) wissen zu gefallen: Nicht so aufgepolstert wie bei der Huawei Watch und nicht so steif wie beim Vorgänger der Moto 360, sondern genau richtig. Natürlich ist das hier ein subjektiver Eindruck, aber dafür ist ja auch ein Erfahrungsbericht gedacht.

Performance, Display und Akku der Moto 360 der 2. Generation

LCD oder AMOLED? Da scheiden sich die Geister. Das IPS LCD strahlt nicht so knallig die Farben aus, so wirkt das Display etwas dezenter und mehr nach analoger Uhr – entsprechendes Watchface natürlich vorausgesetzt. Seit dem Marshmallow Update von Android Wear (das Smartphone muss dafür nicht zwingen auf Android 6.0 laufen) hat sich einiges getan: Die Uhr läuft einfach nur flüssig, Eingaben werden zufriedenstellend umgesetzt. Am Abend sind bei moderatem Nutzungsverhalten und ständig aktivem Display noch ca. 60% Restkapazität der Akkuladung vorhanden. Vor dem Update hat Motorola noch den sehr kritisierten Low-Bit-Mode eingeschaltet. Hierbei werden im Ambient Mode nur die Farben rot, grün, gelb und weiss dargestellt, dazu die Auflösung des Watchfaces stark verringert. Dies haben wir schon beim Test der Asus Zenwatch 2 kritisieren müssen. Motorola hat die Gebete der User_innen erhört und auf den normalen, hübschen, Ambient Mode in Zuge der Android Wear-Aktualisierung umgeschaltet. Auch die neuen Handgelenksgesten funktionieren einwandfrei.

Apps

Die gesammelten Fitnessdaten können in aufbereiteter Form mit der Moto Body App betrachtet werden. Zusätzlich kann man sich bei Bedarf mit Diensten wie z. B.Google Fit verbinden.

 

Motorola Connect erlaubt das direkte Individualisieren der Moto-eigenen Watchfaces am Smartphone.

Moto Body
Preis: Kostenlos
Motorola Connect
Preis: Kostenlos

Fazit

Schwachpunkt Plattfuss? Fehlanzeige! Der Helligkeitssensor stört kein bisschen, tatsächlich ist er aber auch kaum wahrnehmbar. Aus technischer Sicht ist dieser aber absolut genial, da er immer zuverlässig die Displayhelligkeit anpasst und das immer rechtzeitig. Handgelenk bewegen, Display geht an und so muss man nicht lange auf die richtige Helligkeit zum Ablesen warten. Ein weiterer Pluspunkt ist die Performance und Akkulaufzeit der zweiten Generation Moto360. Doch das wichtigste Entscheidungskriterium ist bei mir die Optik: Eine Smartwatch, die möglich einer analogen Uhr ähnlich sieht und dazu noch möglichst gut mit zusätzlichen Armbändern anpassbar ist.

 

Aktuell zur Osterzeit wird die 46 mm-Variante mit Lederarmband ab 269 Euro bzw. 290 SFr. im Moto Maker verkauft, danach müssten wieder die üblichen 350 Euro bzw. 280 SFr. fällig werden.

 

Zum Abschluss kann ich noch ein Video der Kollegen von heise.de empfehlen, in dem Stefan Porteck über seine Liebe zu Smartwatches spricht und ihm nur beipflichten.

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