Di. 09. August 2016 um 14:37

Review: MM-1 von Bowers und Wilkins im Test

von Jörg Renken0 Kommentare

Die MM-1-Computerlautsprecher von Bowers & Wilkins gibt es schon seit einiger Zeit. Bis dato sind sie das non plus ultra im Bereich Highend-Computerlautsprecher. Ein Grund für uns, sie einmal ausführlich einem Test zu unterziehen.

Lieferumfang und technische Details der MM-1 Lautsprecher

Der Lieferumfang der MM-1-Computerlautsprecher umfasst folgende Teile:

  • ein aktiver MM-1 Lautsprecher
  • ein MM-1-Slave-Lautsprecher
  • ein Netzteil
  • je ein Netzkabel EU und GB
  • USB-Kabel
  • Stereokabel mit Klinkenstecker
  • Fernbedienung
  • Unterlagen (Kurzanleitung, Garantieunterlagen, Sicherheitshinweise)

Bei den MM-1 Lautsprechern handelt es sich um voll aktive 2-Wege-Boxen mit integriertem digitalen Signalverstärker und digitaler Signalverarbeitung (DSP). Die Hochtöner sind mit der Bowers & Wilkins-eigenen Nautilus-Röhrentechnologie ausgestattet. Angeschlossen werden die MM-1 – anders als die meisten Systeme – nicht über die Audio-Buchse des Computers sondern über den USB-Anschluss.

 

Was die technischen Details angehen, so sind sie beim Bowers & Wilkins  MM-1 wie folgt:

  • Höhe: 17 cm
  • Breite: 10 cm
  • Tiefe: 10 cm
  • Masse: 0.85 kg je Lautsprecher
  • je ein 75-mm-Tiefmitteltöner und ein 25-mm-Hochtöner pro Box
  • integrierter Digitalverstärker mit digitaler Signalverarbeitung (DSP)
  • Frequenzumfang: 38 Hz – 22 kHz
  • Verstärkerausgangsleistung: 4 x 18 Watt
  • Eingänge: 3.5-mm-Minibuchse analog, Kopfhöreranschluss und Mini USB B 2.0 für PC-Anschluss: Streaming und Software-Updates
  • Ausgänge: 3.5-mm-Kopfhöreranschluss
  • USB-Streaming von PC/Mac
Die MM-1-Lautsprecher von Bowers & Wilkins
Die MM-1 von Bowers & Wilkins machen designtechnisch eine gute Figur. Ist und bleibt allerdings Geschmacksache.

Aussehen, Verarbeitung und Bedienung der MM-1 Lautsprecher

Die MM-1 haben das gleiche Design wie die A7- (wir testeten) bzw. die A5-Wireless-Lautsprecher von Bowers & Wilkins. Das Gehäuse ist aus ABS und die Oberfläche ist mit schwarzem Stoff überzogen. Alu-Elemente auf der Oberseite sowie als schmales Band rund um den Lautsprecher sorgen für einen erfrischenden Kontrast. Durch die Kombination von schwarzem Stoff und Aluminium wirken die Computerlautsprecher – ebenso wie die Wireless-Lautsprecher-Pendants von Bowers & Wilkins – wirklich Edel und sind – wie wir finden – ein Hingucker auf jedem Schreibtisch. Allerdings hängt sowas auch immer vom persönlichen Geschmack ab.

 

Über die Verarbeitung müsste man auch bei diesem Produkt von Bowers & Wilkins an sich kein Wort verlieren, denn die englische Firma ist von je her dafür bekannt, erstklassig verarbeitete Gegenstände zu produzieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich die hochwertigen HiFi-Lautsprecher, Kopfhörer oder wie hier die MM-1 ansieht. Wir haben noch kein Produkt gesehen, welches bei Bowers & Wilkins einen Mangel irgendeiner Art aufgewiesen hat. Das gilt auch wieder für dieses Computerlautsprecher-System von Bowers & Wilkins. Überall sind die Übergänge perfekt gestaltet, Grate oder ähnliches sucht man vergeblich. Der Stoff ist sauber verarbeitet und die Übergänge zwischen Stoff und Aluminium sind perfekt. Was wieder einmal wie Lobhudelei klingt, ist letztendlich aber keine. Nur wenige Firmen liefern meiner Meinung nach ihre Produkte in einer solch guten Qualität aus. Diese Qualität hat aber auch – wie letztendlich immer – ihren Preis. Die MM-1 kosten 499.99 Euro bzw. 535 CHF und das ist alles andere, aber nicht wirklich günstig, vor allem in Anbetracht eines Stereo-Systems.

 

Vor dem Klanggenuss kommt erst einmal das Aufstellen. Nach dem Auspacken gilt es die Lautsprecher untereinander und mit dem PC und/oder Mac zu verkabeln. Das ist letztlich ganz einfach und selbsterklärend. Die beiden Boxen werden mit einem Kabel miteinander verbunden. Eine Box fungiert dabei als Master, die andere als Slave. Hat man beide Boxen miteinander verbunden, so muss man nur noch das USB-Kabel und die Stromversorgung an die Master-Box anschliessen (siehe folgendes Bild). Jetzt noch das USB-Kabel mit dem PC und/oder Mac verbinden und schon kann es losgehen. Am Rechner muss man nur noch die Boxen als Ausgabequelle angeben und schon kann man Musik über die Computerlautsprecher geniessen.

 

Die Bedienung der Lautsprecher erfolgt über die länglich bekannte „eiförmige“ stylische Fernbedienung. Allerdings kann man die MM-1 auch direkt am Master-Lautsprecher bedienen. Auf der einen Seite finden sich am Aluminiumband die Laut-/Leise-Tasten (siehe auch erstes Bild). Auf der gegenüberliegenden Seite ist hingegen der An-/Aus-/Mute-Schalter angebracht. Auch den aktuellen Zustand der Computerlautsprecher kann man ablesen. Dazu wurde an der Frontseite eine farbige LED verbaut. Sie signalisiert mittels unterschiedlicher Farben und Blinkmuster den Zustand der Lautsprecher. Rot bedeutet ausgeschaltet während blau eingeschaltete Lautsprecher signalisiert. Blinkt die LED blau, so wurden die Lautsprecher auf Mute gestellt. Es gibt noch weitere Farben und Muster, die weitere Bedeutungen hat. Für die normale Nutzung sind aber die beiden obigen Farben massgeblich.

Die Verkabelung der MM-1-Computerlautsprecher
Die Verkabelung der MM-1-Computerlautsprecher

Das Wichtigste: der Klang der MM-1 von Bowers & Wilkins

Der Klang ist logischerweise das Wichtigste an einem Lautsprecher. Dies gilt selbstredend auch für die MM-1. Allerdings wurde bei diesem Lautsprechersystem das Augenmerk nicht darauf gerichtet, einen Raum zu beschallen (was sie natürlich auch können). Vielmehr wurden die Boxen von Bowers & Wilkins dazu konzipiert, an einem Computer genutzt zu werden. Da man hier direkt vor dem Monitor sitzt, wurde der Klang für einen bestimmten Bereich vor dem Rechner optimiert. Bowers & Wilkins spricht hier von einem sogenannten Sweetspot:

„Der Sweetspot ist der Bereich, in dem ein Lautsprecher optimal klingt. Deshalb liegt er beim MM-1 genau dort, wo der Computernutzer sitzt: wenige Zentimeter vor dem Bildschirm. So werden Sie mitten ins Geschehen gesetzt.“ – Bowers & Wilkins zum MM-1

Aus diesem Grund spielt das korrekte Aufstellen der Computerlautsprecher neben dem Monitor bzw. Laptop für die Klangbildung auch eine wichtige Rolle. Bowers & Wilkins schreibt dazu:

„Die beiden MM-1-Lautsprechereinheiten sind links und rechts neben einem Computermonitor zu positionieren. Der aktive Lautsprecher sollte rechts, der Slave-Lautsprecher links stehen. Stellen Sie die Lautsprecher nicht zu weit auseinander, wenn Sie nahe am Monitor sitzen. Das von den beiden Lautsprechern und dem Kopf des Hörers gebildete Dreieck sollte möglichst gleichseitig sein.“

Zur Beurteilung der Klangqualität habe ich neben meiner Musikliste auch verschiedene Computerspiele mit ihnen getestet. Wie bei jedem Test dieser Art ist es wichtig, auch gute Audio-Quellen zu nutzen. Kein Lautsprecher, auch nicht die besten, können aus einer schlechten Aufnahme etwas herausholen, was nicht da ist.

 

Kommen wir zum Klang des Bowers & Wilkins MM-1-Computerlautsprecher. Auch bei diesen Boxen habe ich wieder mit "The Droid Invasion" von John Williams aus Star Wars (Episode I) begonnen. Die Percussion-Intro ist sehr ausdrucksstark. Bei vielen Kopfhörern oder aber auch Soundsystemen wird diese Stelle nicht wirklich sauber wiedergegeben. Ebenso wird bei vielen Systemen die grosse Trommel nicht so klar hervorgehoben und teilweise sogar verschluckt. Beim A7 von Bowers & Wilkins konnte man förmlich spüren, wie die Bespannung dieser Trommel vibrierte, beim P7-Kopfhörer war es auch extrem ausgebildet. Und auch hier, beim Bowers & Wilkins MM-1-Computerlautsprecher, ist er – nicht ganz so stark wie beim deutlich teureren A7 – trotzdem deutlich präsent. Doch nicht nur bei solchen Stücken muss eine Anlage zeigen was sie kann. Auch bei Stücken mit viel Höhen muss sie mit Bravour bestehen. Aus diesem Grund habe ich zum Beispiel die Chorstücke von Eric Whitacre oder auch das Stück "Theme from World War Z" ausgesucht, denn hier liegt der Schwerpunkt eher bei den Höhen und Mitten. Auch hier können die Testlautsprecher punkten und selbst bei "Hells Bells" von AC/DC wird alles meiner Meinung nach sehr sauber wiedergegeben. Der Part mit der vom Vorschlaghammer betriebenen Kirchenglocke kommt ebenso gut rüber, wie nachher der Hard Rock-Part. Auch wenn man den Bowers & Wilkins MM-1-Computerlautsprecher sehr leise betreibt, wird die Musik weiterhin sehr differenziert wiedergegeben und flacht nicht ab. Wenn ich mir also die einzelnen Musikstücke so anhöre, wie sie vom Bowers & Wilkins MM-1-Computerlautsprecher wiedergegeben werden, so muss ich sagen, dass die "kleinen" Lautsprecher "ganz schön was auf dem Kasten haben".

 

Anders als bei den anderen Soundsystemen habe ich – wie oben bereits erwähnt – mit den MM-1 auch ein paar Spiele getestet. Auch hier gibt es – wen wundert es – eine deutliche klangliche Steigerung zu den in den Monitoren etc. verbauten Lautsprechern. Ebenso wie bei der Musik wird bei den Spielen der Stereoton sehr gut umgesetzt. Man bekommt daher ein gänzlich anderes Feeling als mit den "internen" Lautsprechern. Spiele wie z. B. "Der Herr der Ringe: Mordor’s Schatten" bekommen dadurch eine wesentlich eindringlichere musikalische Untermalung, wodurch viele spielerische Szenen intensiviert werden. Der Stereoklang führt zudem zu einer besseren Ortung der Gegner und generell kann das soundtechnische „Pulsieren“ der Spezialmanöver durch die Boxen hier sehr schön überzeugen.

Unser Fazit zu den MM-1-Computerlautsprechern von Bowers & Wilkins

Natürlich ist der Computerlautsprecher von Bowers & Wilkins nichts für den schmalen Geldbeutel, absolut nicht! Vielmehr ist es für Leute gedacht, die bei der Arbeit und in der Freizeit den besten Sound an ihrem Computer haben wollen, den man vielleicht aus einem solchen Stereosystem heraus kitzeln kann. Egal ob sie Musik hören oder ein Game spielen. Mit den MM-1 bekommt man meiner Meinung nach ein Computerlautsprechersystem geboten, das wirklich jeden Franken respektive Euro wert ist. Wer seine Musiksammlung, die auf Mac oder PC gespeichert ist, nicht über die im Bildschirm eingebauten Boxen hören will bzw. eine enorme Steigerung bei der Audiowiedergabe bei Spielen erleben möchte und bereit ist, tief in die Tasche zu greifen, sollte die MM-1-Computerlautsprecher wirklich einmal Probe hören. Uns haben die MM-1 jedenfalls voll und ganz überzeugt. Dennoch bleibt die Betonung auf „Probehören“ liegen, der Preis ist nicht ohne und daher sollte man ein entsprechendes Fachgeschäft für einen Probegang konsultieren.

 

Zu kaufen gibt es die MM-1 zum Beispiel direkt über die Herstellerwebseite von Bowers & Wilkins für 499.99 Euro. In der Schweiz findet man die Computerlautsprecher z. B. bei der Firma Data Quest für 535 SFr. Wer einen anderen Händler sucht, findet ihn über das Händlerverzeichnis von Bowers & Wilkins.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen