Review: Microsoft Surface Pro 4 im Test - PocketPC.ch
So. 15. November 2015 um 15:41

Review: Microsoft Surface Pro 4 im Test

von Alexander Spindler6 Kommentare

Microsofts Surface Pro 4 wurde vor einigen Wochen vorgestellt und konnte die Fachpresse begeistern. Jedoch sagt eine Präsentation nie so viel aus, wie das Gerät im Alltag. Deshalb haben wir das neue Microsoft Tablet auf Herz und Nieren geprüft und lassen euch an dieser Stelle gern an unseren Testergebnissen teilhaben. Erhältlich ist das Gerät unter anderem bei notebooksbilliger.de, die uns freundlicherweise auch ein Gerät für Testzwecke zur Verfügung gestellt haben, vielen Dank dafür!

 

Inhaltsverzeichnis

I. Verarbeitung, Design und Hardware
II. Hardware – Technische Details und Schnittstellen
III. Performance, Windows Hello und Akkulaufzeit
IV. Display und Sound
V. Ein gutes Tablet? Ein guter Laptop?
VI. Das neue Type Cover und der neue Surface Stift
VII. Fazit 

Das neue Surface Pro 4 von Microsoft.

I. Verarbeitung und Design

Viel bleibt hier eigentlich nicht zu sagen. Die Surface-Reihe steht bereits seit der ersten Generation für Top-Hardware. Tolle Materialien, insgesamt sehr gute Verarbeitung trotz eines Makels, schickes Design. Daran ändert sich auch mit dem Surface Pro 4 nichts.
Ein kleines „aber“ gibt es aber dann doch. Denn Das Surface Pro 4 ist das erste Surface, was hinsichtlich des Designs beziehungsweise des Formfaktors eine kleine Neuerung erhalten hat: Die Optik hat sich durch den nun schmaleren Rahmen um das Display herum merklich geändert.

 

Und tatsächlich ist das Pro 4 das erste Surface ohne Windows-Taste im Rahmen. Dies ist dem schmaleren Rand geschuldet und dem angewachsenen Display. Hatte das Surface Pro 3 noch ein 12 Zoll grosses Display, wurde nun im Pro 4 Modell ein 12.3 Zoll grosses Display verbaut. Bereits im Unboxing hatte ich die Frage aufgeworfen, ob das Anwachsen des Bildschirms um 0.3 Zoll das Entfernen der Windows-Taste rechtfertigt. Und nein, das Fehlen der Windows-Taste stört! Von der minimalen Vergrösserung des Displays merkt man indes nicht viel beim täglichen Arbeiten. Vielmehr sorgt der schmalere Rahmen für Probleme bei der Verarbeitung. So scheint insbesondere im unteren Bereich etwas Licht der Hintergrundbeleuchtung durch, was bei schwarzen Hintergründen auffällt und bei einem Gerät für UVP ab 999 EUR doch etwas misslich ist. Der schmalere Rahmen ist in den Fertigungsprozessen wohl noch ein Problem.

 

So bleibt ein geteilter Eindruck. Das Design ist durch den schmaleren Rahmen optisch vielleicht etwas schicker geworden, die Verarbeitung ist aber nicht perfekt an den Übergängen vom Rahmen und Display. Dazu fehlt die Windows-Taste vor allem bei der Nutzung als Tablet.

Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung im unteren Bereich.

II. Die Hardware – Technische Details und Schnittstellen

 

Details

Surface Pro 4 128 GB (Unser Testgerät)

Gehäuse

Abmessungen: 292.10 mm x 201.42 mm x 8.45 mm

Gewicht: 786 g

Gehäusematerial: VaporMg

Farbe: Silber

Tasten: Lautstärke, Ein-/Ausschalttaste

Speicher und RAM

4 GB RAM mit 128 GB Speicher

Display

12.3-Zoll-PixelSense™-Display

Auflösung: 2736 x 1824 (267 ppi)

Seitenverhältnis: 3:2

Toucheingabe: 10-Punkt-Multitouch

Unterstützung für Surface-Stift (Mit im Lieferumfang)

CPU

Intel® Core i5 6300 CPU, 2.4 GHz

Drahtlosverbindung

WLAN (802.11 a/b/g/n/ac)

Bluetooth 4.0

Akku

Keine Angabe von Microsoft

Kameras, Audio

5.0-Megapixel-HD-Frontkamera

Rückwärtige Kamera mit 8.0 Megapixel und Autofokus

Stereo Mikrofone

Stereolautsprecher mit Dolby®-Audioausgabe

Anschlüsse

Full-Size USB 3.0

Mini-DisplayPort

microSD™-Kartenleser

Micro-USB-Ladeanschluss

Headset-Buchse

Cover-Anschluss

SurfaceConnect™

Sensoren

Umgebungslichtsensor

Beschleunigungssensor

Gyroskop

Lieferumfang

Surface Pro 4

Surface-Stift

Netzteil

Kurzanleitung

Sicherheitshinweise und Garantiedokumente

 

 

Die obige Tabelle bezieht sich auf unser Testgerät, das dankenswerterweise von notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellt wurde. Dort findet ihr das Modell für einen Preis von 1.099 EUR. In der Schweiz ist es bei digitec.ch für 1129 CHF erhältlich.

III. Performance, Windows Hello und Akkulaufzeit

Die Performance ist insgesamt sehr gut. Das Modell mit dem i5 Prozessor von Intel hat genug Power. Das merkt man beim täglichen Browsen, aber auch beim Abspielen von 4K-Videos oder Schneiden von Filmen. Wer hier merkliche Verbesserungen zum Pro 3 sucht, wird sie nicht finden. Zwar ist ein neueres Modell des i5-Chipsets verbaut, einen spürbaren Unterschied stellt man aber nicht fest. Auffällig ist die im oberen Bereich vorhandene Wärmeentwicklung. Laufen im Hintergrund ein paar Updates und surft man nebenher im Web, dann wird das Gerät doch etwas warm. Der Lüfter schaltete sich beim aktuellen Firmware Update ein, was aber nur von kurzer Dauer war, noch dazu war der Lüfter angenehm leise.

 

Wenn man einen Grund sucht, vom Pro 3 auf das Pro 4 upgraden zu wollen, dann ist es eher die exklusive Hardware, die im neuen Modell verbaut ist: Die Windows Hello Frontkamera. Dieses Feature soll doch etwas genauer vorgestellt werden, wird es mit Windows 10 doch recht stark beworben.
Und vorweg: Ja, es funktioniert tatsächlich. Schnell, halbwegs zuverlässig, aber dennoch nicht perfekt.
Wer Windows Hello nun in den Einstellungen unter Anmeldeoptionen sucht, muss vorerst seine Hardware prüfen. Denn diese neue Anmeldung funktioniert nur mit neuartigen Frontkameras, die Gesichter zuverlässig erkennen können. Auf dem Pro 3-Modell wird es daher nicht funktionieren.

 

Die Einrichtung erfolgt sehr schnell. Die Kamera scannt kurz das Gesicht ab und das war es auch schon. Startet man nun das Surface Pro 4, muss man bei der Anmeldung nun kein Passwort und auch keinen Pin eingeben. Lediglich der Blick in Richtung Kamera genügt und man wird eingeloggt.
Es funktioniert aber nicht immer einwandfrei: Sonderfall Brillenträger. Wer seine Brille ab und an abnimmt, muss seine „beiden“ Gesichter scannen lassen. Sprich, man ergänzt die Anmeldeoptionen durch das Gesicht ohne Brille. Windows Hello erkennt nämlich bei der Einrichtung mit einer Brille das brillenlose Gesicht nicht! Einwandfrei hingegen funktioniert das Anmelden im Dunkeln. Das Display strahlt hier genüg Helligkeit ab, damit die Kamera das Gesicht erkennen kann.

 

So richtig zuverlässig klappt das Einloggen per Gesichtserkennung aber noch nicht. Hier und da bedarf es eines Neustarts, damit Windows Hello das Surface freigibt. Das kann man durchaus als störend empfinden. Die Technologie hingegen darf durchaus als „die Zukunft“ bezeichnet werden. Wenn es klappt, dann ist es schon wirklich klasse. Windows 10 in Verbindung mit dem Surface Pro 4 bietet hier einen echten Mehrwert.

Der Surface Stift funktioniert sehr gut.

IV. Display und Sound

Das Display ist sehr gut, die natürlichen Farben und die sehr gute Blickwinkelstabilität gefallen. Dabei hat die Surface-Reihe aber durchweg immer mit die besten Displays im Einsatz. Die 267 ppi lassen keine Kritik zu, lediglich das Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung am unteren Rahmen ist zu kritisieren, aber auf eine noch unzureichende Verarbeitung zurückzuführen. Das angewachsene Display (nun nicht mehr mit 12 Zoll sondern mit 12.3 Zoll Displaydiagonale unterwegs) spürt man hingegen gar nicht. Einen Mehrwert kann man nicht feststellen.
Der Sound aus den beiden Frontlautsprechern ist befriedigend. Natürlich erwartet einen kein bombastischer Sound, mithin sorgen die Lautsprecher aber für klare Klänge. Dass Microsoft die Lautsprecher auf die Front gezogen hat, kann nach wie vor nur begrüsst werden.
 

V. Ein gutes Tablet? Ein guter Laptop?

Wie immer kommt nun die Frage, ob das Surface Pro 4 ein Tablet und Laptop in einem sein kann. Und auch hier kann man nicht grundsätzlich eine Antwort liefern.
Für manche wird das ein Laptop-Ersatz sein. Der Kickstand ist super, nach wie vor frei einstellbar im Pro Modell und auch das Type Cover mit dem neuen Magnet-Dock an der unteren Bildschirmseite führt zu einem halbwegs stabilen Erlebnis. Es ist aber eben nur halbwegs stabil. Auf dem Schoss kann man das Surface Pro 4 also einigermassen gut nutzen. Dennoch funktioniert das Ganze eher auf glatten und ebenen Oberflächen so richtig gut. Anders als ein Laptop kann man das Surface Pro 4 nicht überall hinstellen, ohne dass etwas wackelt oder die nötige Stabilität gewährleistet ist.
 
Was die Tablet-Eigenschaften anbelangt, ist das Ergebnis doch etwas ernüchternder. Das Gerät ist schwer! Zwar ist das Gewicht von den 798 g des Vorgängers auf 786 g geschrumpft, einen merklichen Unterschied kann man nicht feststellen. Als Tablet ist das Device doch zu schwer für den bequemen Einsatz auf der Couch.
Überdies fehlt die Windows-Taste bei der Tabletnutzung immens. Gerade als Surface 3-Nutzer_in wird man dies schnell merken. Die Windows-Taste war an der rechten Seite immer sehr gut und angenehm erreichbar. Nun muss man auf die Starttaste unten links tippen, damit man die Startseite aufrufen kann. Das ist doch etwas umständlich. Da die 0.3 Zoll Displayzuwachs ohnehin nicht wirklich spürbar sind, ist dieser Schritt zu kritisieren.
 

VI. Das neue Type Cover und der neue Surface Stift

Bereits im Unboxing erwähnte ich bereits meinen ersten wirklich ausgezeichneten Eindruck zum neuen Type Cover. Und ja, das kann man nur bekräftigen an dieser Stelle. Das neue Type Cover ist ein riesiger Schritt nach vorn. Die nun freiliegenden Taste haben hervorragende Druckpunkte. Noch nie war ein Type Cover näher an einer Laptop-Tastatur.
Lediglich an der Verwindungssteifigkeit des Gesamtpakets sollte man arbeiten. Dockt man den Magneten an der Unterseite des Bildschirms an, gibt die Tastatur beim Tippen etwas nach. Wer etwas härter in die Tasten haut, dürfte dieses Problem als störend empfinden. Insgesamt handelt es sich aber um eine ausgezeichnete Tastatur.
Wichtig: Das Type Cover kann auch mit dem Surface Pro 3 betrieben werden. Und das kann ich wahrlich nur empfehlen!
 
Der Surface Stift ist wie zuvor im Pro 3 Lieferumfang enthalten. Die Erkennung als Stift auf dem Display funktioniert sehr gut. Es ist der bis dato beste Stylus, den ich genutzt habe. Die Schrifterkennung beziehungsweise die Eingaben werden sehr direkt umgesetzt.
Durch ein Klicken wird OneNote gestartet und man kann im Notizblockmodus direkt und schnell Notizen anfertigen. Cortana kann mit Gedrückthalten der Klickfunktion gestartet werden. Alles nette Features, die das Gesamtkonzept runder machen als zuvor.

VII. Fazit 

Jedes Jahr versucht man mit neuen Produkten eine Serie weiterzuentwickeln. Beim Surface Pro 4 ist das nur in Teilen gelungen. Der schmalere Rahmen sieht zwar schick aus, führt aber zu Verarbeitungsmängeln und zum schmerzlichen Fehlen der Windows-Taste an der rechten Seite.
Die neue Frontkamera unterstützt hingegen das neue Windows Hello, was definitiv ein sehr cooles Feature darstellt. Auch der neue Surface Stift unterstützt nun mehr Funktionen.
Wer ein neues Surface Pro sucht, wird mit dem Pro 4 wirklich glücklich werden, denn für meine Begriffe ist das Gerät das derzeit beste produktive Tablet auf dem Markt. Die Pro 3 Besitzer_innen müssen hingegen nicht zwingend umsteigen und sollten eher auf das Pro 5 warten.
Und wer auf der Suche nach einem neuen Laptop ist, sollte sich das Pro 4 im Laden angucken und vielleicht vor Ort probieren, ob der Kickstand und das separat erhältliche Type Cover für die individuellen Bedürfnisse ausreichen.

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6 Antworten zu “Review: Microsoft Surface Pro 4 im Test”

  1. Tempest2k sagt:

    Danke für den Test. 🙂 Ich werde wohl einfach nur Tastatur und Stift nachrüsten. Mein pro 3 schnurrt dahin. Und bis auf Windows Hello sehe ich keinen Mehrwert.

  2. Alexander Spindler sagt:

    Das dürfte für dich als PRO 3 Besitzer auch die richtige Entscheidung sein. Die Tastatur wird dir mit Sicherheit gefallen. Viel Spass schonmal damit.

  3. sibbl sagt:

    „Performance, Windows Hello und Akkulaufzeit“ – wo genau wird auf die Akkulaufzeit eingegangen?

    Des Weiteren kenne ich in meinem Personenumkreis keinen, der je die Start-Taste im Rahmen genutzt hat. Es gibt da wirklich Leute, denen das jetzt fehlt…? 😀

  4. vatbub sagt:

    Servus,
    kann man den neuen Surface Pen wirklich auch mit dem Pro 3 verwenden?

  5. Mohlo sagt:

    Ich habe nach drei Tagen mein Surface i5 (128 GByte) gegen die m3-Version getauscht. Ich fand den verbauten Lüfter unheimlich störend. Der sprang sogar bei einfachen Browsen und Aufladen an. Nun ist endlich Ruhe! 😉

  6. Mohlo sagt:

    Nachtrag zum M3 Core: Nach knapp 24 Stunden Testbetrieb kann ich sagen: Das neue Surface Pro 4 mit dem M3-Prozessor ist klasse! Schön schnell, lautlos (sehr wichtig) und rund 6 bis 8 Stunden Akkubetrieb (je nach Verwendungszweck). Ich bin froh, dass ich es gegen die „laute“ i5-Variante getauscht habe.

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