Di. 23. Dezember 2014 um 15:15

Review: Microsoft Lumia 535 im Test

von Alexander Spindler3 Kommentare

I. Vorwort

Das Lumia 535 ist ein LowBudget Device, welches in Deutschland für einen Preis von 119 Euro erhältlich ist. Und unter Berücksichtigung dieses Umstandes wurde sich für kein klassisches Review entschieden. Es geht in diesem Testbericht eher darum, wo man bei diesem Preis und diesem Modell Abstriche machen muss und wie bedeutend diese negativen Aspekte ausfallen.
Wer als Power-User sein neues Topgerät sucht, ist hier falsch und darf bereits an dieser Stelle das Lesen einstellen. Vorweg sei aber gesagt, dass es für die unverbindliche Preisempfehlung plattformübergreifend derzeit kein besseres Smartphone zu kaufen gibt.

Wichtiger Hinweis ebenfalls vorab: Wie bereits vor einiger Zeit in unseren News berichtet, steht für das Lumia 535 seit dem 22.12.2014 ein Display Update zur Verfügung, welches die Touchbedienbarkeit des Gerätes deutlich verbessert.

 

WP_20141212_13_48_07_Pro1 Review: Microsoft Lumia 535 im Test
Das Lumia 535 – Wenig Geld für viel Smartphone

II. Technische Daten

 

Prozessor

Prozessorname:

Prozessortyp:

Qualcomm Snapdragon™ 200

Prozessortyp: Quad-Core 1.2 GHz

Speicher

RAM:

Massenspeicher:

Unterstützte Speicherkartentypen:

1 GB

8 GB

microSD-Speicherkarte (max. 128 GB)

Hauptkamera

Sensorgrösse:

Fokus (Typ):

Sensorgrösse:

Blende:

Brennweite:

Schärfenbereich (Minimum):

5 MP

Autofokus

1/4 Zoll

2.4

28 mm

10 cm

Display und Sensoren

Grösse:

Auflösung des Displays:

Anzeigefunktionen:

 

 

 

 

Displayfarben:

Seitenverhältnis:

Pixeldichte:

Display-Technik:

Display-Glas:

5 Zoll

qHD (960 x 540 Pixel)

Helligkeitssteuerung, Taktile Rückmeldung, Lagesensor, Spezielle Algorithmen zur optimalen Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung, High Brightness-Modus.

TrueColor (24-Bit/16.7 Millionen Farben)

16:9

220 ppi

IPS-LCD

Corning® Gorilla® Glass 3, Kratzfestes Glas

Akku

Akku:

Akkukapazität:

Akkuspannung:

Vom Nutzer austauschbarer Akku:

Stand-by-Zeit (max.):

Sprechzeit (GSM, max.):

Sprechzeit (UMTS/3G, max.):

Musikwiedergabe (max.):

Videowiedergabe (max.):

Internetzugriff über WLAN (max.):

BL-L4A

1905 mAh

3.7 V

Ja

23 Tage

11 Std.

13 Std.

78 Std.

6.5 Std.

8.5 Std.

Verbindungen

SIM-Kartentyp:

Ladeanschlüsse:

AV-Anschlüsse:

Systemanschlüsse:

USB-Anschluss:

Bluetooth:

Unterstützte Bluetooth Profile:

 

 

 

 

 

WLAN:

Micro-SIM-Karte

Micro USB

3.5-mm-Audio-Anschluss

Micro-USB-Anschluss Typ B

USB-Anschluss: USB 2.0

Bluetooth Spezifikation 4.0

Advanced Audio Distribution (A2DP) 1.2, Audio/Video Remote Control (AVRCP) 1.4, Generic Attribute Profile (GATT), Handsfree (HFP) 1.6, Object Push (OPP) 1.1, Personal Area Network Profile (PAN) 1.1, Phone Book Access (PBAP) 1.1.

WLAN IEEE 802.11 b/g/n

Datenübertragung

WCDMA-Netz:

WCDMA max. Datengeschwindigkeit Download:

WCDMA max. Datengeschwindigkeit Upload:

GSM-Netz:

GSM max. Datengeschwindigkeit Download:

GSM max. Datengeschwindigkeit Upload:

850 MHz, 900 MHz, 1.800 MHz, 1.900 MHz.

 

EGPRS 236.8 KBit/s .

 

EGPRS 236,8 KBit/s .

Band 1 (2.100 MHz), Band 8 (900 MHz).

42.2 MBit/s (Kat. 24) .

5.76 MBit/s (Kat. 6) .

Abmessungen

 

Länge:

Breite:

Höhe:

Gewicht:

140.2 mm.

72.4 mm.

8.8 mm.

146 g.

 

 

III. Fünf Punkte, die überzeugen

 

1. Display

Microsoft verbaut bei seinem neuesten LowBudget Device ein 5 Zoll IPS LCD Display und schützt das Panel mit dem sich allzeit bewährenden Gorilla Glass 3. Die Displaygrösse gefällt vom Lumia 930 kommend sehr. Sie macht sich insbesondere beim Surfen mit dem Internet Explorer bemerkbar. Man erkennt einfach mehr auf dem Bildschirm. Erstaunlich ist auch die Helligkeit des Panels. Stellte das Display des Lumia 530 Inhalte stellenweise zu dunkel dar, selbst auf der höchsten Helligkeitsstufe, so ist das beim Lumia 535 nicht der Fall. Das Display strahlt ziemlich hell und kann bei Tageslicht unterwegs immer gut abgelesen werden.

An alle, die noch kein 5 Zoll Display genutzt haben: Lasst euch mal drauf ein. Man gewöhnt sich sehr schnell an die Grösse und hat fast nur Vorteile. So auch beim Konsumieren von Videos auf dem Lumia.

 

2. Frontkamera

Der Trend, eine Frontkamera mit hoher Pixelanzahl einzubauen, setzt sich auch beim 535 fort. Hier befindet sich auf der Frontseite eine 5 Megapixel Weitwinkel Kamera, die vor allen Dingen sowohl für die beliebten Selfies, als auch für Skype Videotelefonate äusserst nützlich ist. Ein wirklich tolles Alleinstellungsmerkmal, denn selbst das Flaggschiff Lumia 930 hat nicht eine so gute Frontkamera spendiert bekommen.

 

3. Austauschbarer Akku

Die Rückseite des Lumia 535 ist abnehmbar. Natürlich kann man sich neue Backcover kaufen, um farbliche Anpassungen beim Smartphone vorzunehmen, was für einige Leute sicherlich ein Vorteil sein dürfte. Die Mehrheit freut sich bei einer abnehmbaren Rückseite aber viel eher über den Umstand, den Akku tauschen zu können. Im Lumia 535 befindet sich ein 1905 mAh Akku, der nur durchschnittliche Dienste leistet, weswegen die Möglichkeit des Wechselns ein essenzieller Vorteil ist.

 

4. SD CardSlot

Neben dem verbauten Speicher mit 8 GB bietet die Microsoft Cloud in Form von OneDrive natürlich die Möglichkeit, Daten auf externen Servern abzuspeichern. Da seit den zahlreichen Datenskandalen der Vergangenheit viele Userinnen und User diesen Weg nur ungern wählen, ist der beim Lumia 535 verbaute SD CardSlot ein wahrer Segen. Mit einer maximalen Speicherkartengrösse von 128 GB lässt sich so der verbaute Speicher enorm erweitern.

 

5. Performance

Anders als noch beim Lumia 530 hat Microsoft dem 535 1 GB RAM verpasst. Das macht sich natürlich im Store bemerkbar, da nun so gut wie alle Anwendungen lauffähig sind. Meines Wissens nach gibt es derzeit keine App beziehungsweise kein Spiel, welches gar 2 GB RAM voraussetzt. Mit dem Lumia 535 geht man hier also keinerlei Kompromisse ein.

Wie bei Windows Phone üblich, läuft das System sehr flüssig. Bei Auslieferung ist bereits das DENIM Update von Microsoft vorinstalliert. Den Blick auf die Zukunft gerichtet sei an dieser Stelle noch gesagt, dass auch Windows 10, welches im nächsten Jahr erscheinen soll, ebenfalls auf dem Lumia 535 laufen wird.

WP_20141212_13_52_31_Pro1 Review: Microsoft Lumia 535 im Test
Grösster Minuspunkt: Die geringe Auflösung des Displays

IV. Fünf Punkte, die nicht überzeugen

1. Display

So sehr sowohl die Grösse, als auch die Helligkeit überzeugen konnten, so deutlich bemerkt man direkt beim ersten Einschalten die geringe Auflösung. Bei 5 Zoll Displaydiagonale ist eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln einfach zu wenig. Das Lumia 535 kommt hier auf eine Pixeldichte von 220ppi. Das ist überall sichtbar und stört vor allen Dingen dann, wenn man andere Geräte gewohnt ist. Egal ob man Schriften betrachtet oder Bilder, zumindest eine Auflösung von 720p müsste es bei dem grossen Display schon sein. Natürlich wird hier gespart, was dem Verkaufspreis geschuldet ist. Beim Display muss man somit leider Abstriche bei der Schärfe der Darstellung machen.

 

2. Hauptkamera

Die 5 Megapixel Hauptkamera macht nur durchschnittliche Fotos. Zwar sticht das Lumia 535 hervor, weil es anders als noch das 530 ein LED Blitzlicht eingebaut bekommen hat, dennoch sind die Fotos allenfalls durchschnittlich. Leider konnten aufgrund des miserablen Wetters nur wenige Schnappschüsse gemacht werden. Die, die geschossen wurden, zeigen aber, dass man von der Hauptkamera keine Wunder erwarten darf. Aber wieso auch? Betrachtet man wieder den enorm günstigen Preis, ist die Kamera absolut befriedigend.

 

3. Performance

Der QuadCore Prozessor mit 1.2 GHz von Snapdragon ist keineswegs ein schlechter Prozessor. Wer hier aber erwartet, dass Drittanbieteranwendungen genauso schnell starten wie auf dem Lumia 930, ist offensichtlich auf dem Irrweg. Das blanke System läuft gut und performant. Sobald es aber an Apps geht, merkt man hier und da die fehlende Leistung. Bei der Appstartzeit sowie bei rechenintensiven Anwendungen innerhalb der App ist das spürbar. ABER: Nur wenn man anderes gewohnt ist. Im Test wurde es beispielsweise mit dem Lumia 930 verglichen und nur aufgrund der Tatsache, dass Anwendungen wie HERE Drive oder die Facebook App eben auf dem Flaggschiff von Microsoft genutzt werden, Unterschiede festgestellt.
Da man aber nicht per se sagen kann, dass das Lumia 535 flüssig und performant an jeder Stelle läuft, ist dieser Hinweis erforderlich. Vom Ruckeln und der furchtbaren Performance vergleichbar günstiger Android Geräte ist man aber weit entfernt.

 

4. Akkuleistung

20% Akkuverlust bei nur 20 Minuten Navigation mit HERE Drive? Das ist schon sehr happig. Auch überzeugt im Alltagsgebrauch der Akku nicht wirklich. Man kann nicht sagen, ob es immer noch an der sehr fehlerhaften Akkusoftware von Windows Phone liegt – Microsoft hat dieses Problem sehr offensichtlich seit vier Jahren nicht in den Griff bekommen – oder ob der Akku tatsächlich zu schwachbrüstig ist. Leider ist ein LCD Panel etwas stromhungriger als ein OLED oder AMOLED Panel, dennoch konnte im Test nicht genau festgestellt werden, wo der Strom so schnell weggesaugt wird. Von der Laufzeit sollte man insgesamt nicht so viel erwarten. Man kommt über den Tag, aber bei intensiver Benutzung sind maximal zehn Stunden Laufzeit drin, bevor man wieder eine Stromquelle aufsuchen muss. Übrigens kann man seine QI Ladestationen nicht mit dem Lumia 535 verwenden.

 

5. Lieferumfang

Natürlich bekommt man für 119 Euro ein tolles Smartphone. Aber der Lieferumfang ist ein Punkt, den man erwähnen muss. Keine Kopfhörer und kein USB Datenkabel sind enthalten! Hier muss sich Microsoft fragen, ob man diesen umgerechnet einen Euro nicht doch investiert, um ein rundes Paket abzuliefern. So muss man beide Zubehörteile separat erwerben, was ich persönlich äusserst ärgerlich finde.

V. Fazit

Mit dem Lumia 535 macht man nichts falsch. Die Abstriche die man vornehmen muss, habe ich hier dargestellt und sind insbesondere beim Display und bei der Hauptkamera zu finden. Ansonsten bekommt man für den Preis von 119 Euro ein wirklich sehr solides Smartphone. Auch der Blick ab von Windows Phone braucht nicht gescheut zu werden, denn eine Alternative bei Android, die sich ebenfalls so gut schlägt in dieser Preisklasse, sucht man vergeblich.

Wer also ein Zweithandy benötigt, kein Highend-Gerät möchte oder mit den Abstrichen leben kann, sei dieses überzeugende Smartphone aus dem Hause Microsoft ans Herz gelegt.

 

Wie steht ihr zum Lumia 535? Werdet ihr es eventuell verschenken oder Bekannten empfehlen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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3 Antworten zu “Review: Microsoft Lumia 535 im Test”

  1. Hood Boy sagt:

    Mein L730 wurde leider auch ohne Datenkabel ausgeliefert. Warum man ein vollwertiges Netzteil anstatt Datenkabel und Netzstecker ausliefert ist mir auch ungewiss.

  2. GuruHeinz sagt:

    hört sich doch gut an… aber was stört euch denn an dem Datebkabel? beim headset/Kopfhörer, die nutzten sich oft stark ab ok, aber was so ein Datenkabel angeht, hat heutzutage doch fast jeder irgendwo so ein kabel zu Hause unbenutzt oder auch benutzt rumfliegen…?!

  3. Unglaublich sagt:

    Das Lumia 535 ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit das beste Smartphone.

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