So. 11. Januar 2015 um 14:12

Review: Max!-Heizungssteuerung im Test

von Dimitrios Kuckhoff3 Kommentare

Draussen ist es kalt, der Tag war hart und endlich zu Hause angekommen. Schock, die Wohnung ist fast so kalt wie der Winter. Also erst einmal die Heizung einschalten, natürlich voll aufgedreht – es soll ja schnell warm werden. In aller Gemütlichkeit beim Fernsehen schauen dann der zweite Schock: Die Heizung wurde nicht mehr herunter gedreht und jetzt herrschen muckelige 30 °C im Raum. Mit der Max!-Heizungssteuerung gehört nun all dies der Vergangenheit an.

 

Hardware

In Produktportfolio der Max!-Reihe befinden sich einige Module rund um das Thema Smart Home mit Heizungsbezug. Am Wichtigsten ist hierbei das Heizungsthermostat. Gespeist wird es von zwei AA-Batterien mit einer Lebensdauer von bis zu zwei Jahren (laut Hersteller). Das LCD-Display wird bei der Bedienung automatisch für kurze Zeit beleuchtet und lässt sich gut ablesen. Neben Einstellungsmöglichkeiten für den Automatik- oder manuellen Modus kann der sogenannte Boost aktiviert werden – für 5 Minuten wird das Heizungsventil zu 80% geöffnet, sodass der Raum binnen kürzester Zeit schön warm wird. Adapter für die gängigsten Heizungsventile liegen im Lieferumfang mit bei.

 

Sinnvoll dazu ergänzt das Wandthermostat die Temperaturregelung im Raum. Der verbaute Temperatursensor ermöglicht eine noch genauere Heizkurve, da direkt am Heizungsthermostat die Temperatur meistens wärmer als mitten im Raum ist. Das nicht beleuchtete Display ist gut abzulesen und gibt Auskunft über die aktuelle IST-Temperatur (Heizungsthermostat zeigt nur die SOLL-Temperatur an), Uhr- und Tageszeit, sowie den aktivierten Modus. Die 2 AAA-Batterien versorgen das Gerät ca. 2 Jahre mit Energie. Ferner können hiermit nur die im Raum verknüpften Heizungen gesteuert werden. Beim Betrieb ohne Max!-Cube kann das Thermostat als Zentrale verwendet werden, allerdings fällt dann die Internetsteuerung weg.

 

Der Max! Cube, die Schaltzentrale der kompletten Smart Home Anlage, ermöglicht die Steuerung sämtlicher Max!-Komponenten im Haushalt, sprich aller Räume. Möglich sind bis zu 50 anlernbare Module und 10 unterschiedlich konfigurierbare Räume. Der Hersteller EQ3 bezeichnet dies dementsprechend auch als Hauslösung, während bei der Raumlösung das Wandthermostat die zentrale Rolle übernimmt und bis zu 10 Module gesteuert werden können. Der kompakte Würfel misst 80 x 80 x 80 mm und wiegt 130 g. An Anschlüssen befinden sich ein MiniUSB (für das Netzteil) und ein Ethernet-Port am Gerät. Dazu kommen drei Status-LEDs für den Einschaltzustand, ob der Cube mit dem Max! Portal verbunden ist und eine Batterie-LED. Letztere beginnt zu leuchten, sobald die Batterie bei einem verbundenen Modul leer ist. Welche genau, kann in der Software nachgeschaut werden.

 

Ausserdem bietet EQ3 noch einen Fensterkontakt (Heizung beim Belüften herunterregeln) und ECO-Taster an. Beim Fensterkontakt kann man je nach Fensterfarbe zwischen einer weissen und braunen Abdeckung wählen. Der Taster ermöglicht es, die ganze Anlage auf eine definierbare ECO-Temperatur oder wieder zurück in den Automatikmodus zu schalten. Auch ist es möglich, den Taster mit anderen Aktionen zu belegen. Die Batterieleistung soll bei beiden Modulen laut Hersteller 5 Jahre betragen.

Einrichtung und Software

Über das Max! Portal kann für Windows und Mac OS die entsprechende Software geladen werden. Nachdem diese den Cube dann im Netzwerk gefunden hat, wurde bei uns im Test direkt ein automatisches Firmwareupdate durchgeführt (Softwarestand 1.4.1). Leider ist im Cube kein Webserver installiert, sodass auf die Software zur Konfiguration nicht verzichtet werden kann. Da bei jedem Start nach Updates gesucht wird, kann es beim Ausfall des Portals dazu kommen, dass man die Bedienoberfläche der Heizungssteuerung nicht öffnen kann, da die Steuerungssoftware beim Updateversuch hängen bleibt. In diesem Fall muss man die Internetverbindung am Rechner unterbrechen, die Software kann so wieder genutzt werden (Max! Cube muss im Netzwerk noch erreichbar sein).

 

Das Anlernen der Komponenten ist einfach durchzuführen – der Cube muss nur in den Anlernmodus gebracht und eine entsprechende Taste auf dem jeweiligen Modul gedrückt werden. Wo sich diese befindet, kann der Gebrauchsanweisung entnommen werden. Beim Heizungsthermostat z. B. muss die Boost-Taste solange gedrückt werden, bis ein Countdown von 30 beginnt. Nach dieser Prozedur muss die Hardware noch einem Raum zugewiesen werden. Durch diese verknüpft der Max! Cube auch alle Komponenten im Raum selbständig. Sind im späteren Verlauf Eco- und Maximaltemperaturen sowie das Wochenprogramm eingerichtet, verrichten die Thermostate selbständig ihren Betrieb und laufen auch bei einem Ausfall der Schaltzentrale weiter.

 

In der Software können die einzelnen Eco-, Comfort-, maximale (damit z. B. im Kinderzimmer die Temperatur nicht zu hoch gedreht wird) und Fenster-geöffnet-Temperatur angegeben, der Urlaubsmodus (feste Temperatur bis Datum X) und das Wochenprogramm eingerichtet werden. Beim Urlaubsmodus kann man allerdings kein Startdatum in der Zukunft liegend definieren, auch ist man wirklich bei einer konstanten Temperatur beschränkt. Interessant wird es nun beim Wochenprogramm. Das Anlegen sowie die Handhabung verschiedener Heizperioden wurde optisch ansprechend gestaltet und ist intuitiv bedienbar. Per Mausklick lassen sich beispielsweise von 12:00 – 22:00 Uhr 18 °C Raumtemperatur einfach einstellen. Damit nicht jeder Tag neu eingerichtet werden muss, lässt sich das Profil eines Tages auf die restlichen Tage und weitere Räumen kopieren. Auch wenn hier leider alternative Heizprofile fehlen (um z. B. den eingeschränkten Urlaubsmodus zu kompensieren) sind Änderungen binnen weniger Minuten vollzogen. Das komplette Userinterface findet sich gespiegelt im Netz auf dem Max! Portal wieder und ist mittlerweile kostenlos nutzbar. Hierzu muss einmalig im Cube unter Einstellungen -> Internetsteuerung ein Benutzername und Passwort gewählt werden. Kurz den Haken gesetzt und auf Senden geklickt, schon kann das Heizungssystem ferngesteuert werden. Achtung! Solange die Software auf dem Computer noch läuft, sendet der Cube seine Daten nicht an das Portal und dieses kann nicht benutzt werden. Mit der mobilen Applikation ist eine direkte Steuerung über das lokale Netz leider nicht möglich, da diese direkt auf das Portal zurück greift. Einstellungen und Steuerbefehle werden bei der Onlinekonfiguration mit einer Zeitverzögerung von ca. 2 – 5 Minuten lokal umgesetzt.

Was wäre neben den voreingestellten Schaltzeiten noch ein sinnvolles Anwendungsgebiet für die Heizungssteuerung? Natürlich, man kann schon einmal die Räume vorwärmen wenn man Feierabend hat und gleich zu Hause ankommt. EQ3 hat dazu jeweils eine App für Android und iOS bereit gestellt. Der Funktionsumfang ist hier überschaubar, aber ausreichend. So lassen sich Temperaturen für einzelne oder alle Räume und der Urlaubsmodus einstellen.

MAX! ELV
Entwickler: eQ-3 AG
Preis: Kostenlos
MAX! ELV
Entwickler: eQ-3 AG
Preis: Kostenlos

Datenschutz

Die Beschreibung im Google Play Store lautet wie folgt:

Über den MAX! Cube (das LAN-Gateway) können Sie das System per PC und aus dem Internet, sowie mit dieser App über einen verschlüsselten und gesicherten Kanal bedienen und einrichten.

Das Max! Portal ist nur per https erreichbar und laut eQ-3 besteht eine verschlüsselte Kommunikation im Netzwerk (AES128), so sollte ein ausreichender Datenschutz gewährleistet sein.

Fazit

Das System ist eine Smart Home All-in-one-Lösung für die Heizungsautomatisierung, kinderleicht bedien- und konfigurierbar. Wer nicht stundenlang Einstellungen vornehmen möchte und sich mit einer puren Heizungssteuerung zufrieden gibt, ist hier bestens bedient. Wir sprechen eine klare Kaufempfelung aus.

 

Der Interessent muss sich immer überlegen, was er haben möchte, denn erweiterbar mit Komponenten wie z. B. von HomeMatic oder FS20 ist die Hardware nicht. Auch besteht keine Anbindung an Dienste wie IFTTT, um Temperaturen an externe Ereignisse zu koppeln. Sicher, es besteht noch Potential bei Software-Erreichbarkeit bei Ausfällen und dem Urlaubsmodus, aber dafür ist die Nutzung des Portals kostenlos, etwas was sich andere Hersteller bezahlen lassen.

Die Max! Hauslösung ist mit dem Cube LAN-Gateway, zwei Heizkörper-Thermostaten, zwei Funk-Fensterkontakten, einem Wandthermostat und einem Eco-Taster für 195 Euro bei ELV erhältlich. In der Schweiz ist die Max! Hauslösung etwa bei PCP.ch 195,90 SFr. zu haben.

Das könnte Sie auch interessieren

3 Antworten zu “Review: Max!-Heizungssteuerung im Test”

  1. Textmarker sagt:

    Ich nutze RWE SmartHome. Das ist besser. Da gibt es auch eine WP-App.

  2. Kompuffu sagt:

    Hab das System schon an die 2 Jahre im Einsatz und bin soweit zufrieden. Habe nun auch die App ohne Prob am laufen.
    Als Einschränkung gibt der Hersteller 10 Räume pro Cube an. Da gibts dann eine Stabilitäts-Einschränkungs-Meldung in der Software. Geht aber dennoch. Bei mir funktionieren auch 11 Räume.
    Als Einspar-Tip: bei ELV kann man sich auch die vergünstigten Bausatzversionen kaufen.
    Alternativ kann man oft auch unter dem Namen Xavax MAX! Komponenten günstiger bekommen. Wichtig ist nur das MAX! draufsteht.

    Was z.T wirklich Mist ist, sind die Plastik Muttern zum anschrauben. Bei meinen Viessmann Ventilen im Keller, musste ich ein wenig tricksen und zusätzliche O-Ringe installieren.

  3. Textmarker sagt:

    Es gibt eine ganze Reihe von solchen Systemen. Homematic sei hier noch erwähnt, die Telekom hat auch sowas am Start und Apple steh wohl auch in den Startlöchern. Die Systeme gleichen sich in weiten Teile, haben aber auch Unterschiede. Insofern bringt der Test eines Systems, ohne es mit anderen zu vergleichen, m.E. keinen großen Erkenntnisgewinn.

Schreibe einen Kommentar

Teilen