Review: LG G4 im Test - PocketPC.ch
Mo. 01. Juni 2015 um 15:16

Review: LG G4 im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Mit dem LG G4 bringt LG ein weiteres, sehr viel versprechendes Gerät auf den Markt. Das Vorgängermodell LG G3 wurde im letzten Jahr von der Fachpresse in den höchsten Tönen gelobt und konnte sowohl mit dem Display, als auch mit der Kamera punkten. Das G4 soll nun sogar noch einen Ticken schöner, stärker, besser, hochauflösender sein. Ob es wirklich halten kann, was LG verspricht, haben wir uns ganz genau angeschaut. Viel Spass mit dem nachfolgenden Testbericht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Lieferumfang, Verarbeitung und Design

  2. Technische Details

  3. Leistung, Akku und Performance

  4. Display

  5. Verbindungsqualität und Sound

  6. Software

  7. Kamera

  8. Fazit

1. Ein Smartphone im Lederoutfit – Lieferumfang, Verarbeitung und Design

Das LG G4 kommt in einer relativ unscheinbaren schlichten rot-weissen Pappschachtel daher. Im Inneren des Kartons befindet sich auf roter Pappe das Smartphone selbst, darunter die Ohrstöpsel, das Ladegerät, ein USB- auf Micro-USB Kabel und eine Kurzanleitung. Kauft man die Ledervariante des G4, so erhält man ein goldfarbenes Backcover zum Wechseln dazu. Unser Gerät ist die graue Variante namens Metallic Grey bzw. Gris Metal, man könnte diesen Farbton auch als silbrig bezeichnen.

 

Die Verarbeitung des Smartphones und aller anderen mitgelieferten Komponenten ist hervorragend. An keiner Stelle finden sich bei unserem Testgerät Kratzer. Auch die abnehmbare Rückseite rastet perfekt ein und knarzt nicht. Sie ist im Vergleich zum Vorgängermodell G3 einfacher zu lösen, ohne jedoch loser zu sein. An einer Ecke der Schale ist wieder eine kleine Lücke eingelassen, in die man mit dem Fingernagel fahren kann, um so die Schale zu lösen. Besonderer Kraftaufwand ist dazu nicht erforderlich. Der wechselbare Akku passt perfekt in das Gerät, nichts wackelt, alles wirkt sehr solide.

 

Das Grunddesign des LG G4 unterscheidet sich nicht massgeblich von dem des G3. Die Bedienknöpfe des 5.5 Zoll grossen Gerätes sitzen, wie von LG schon gewohnt, auf der Rückseite. Das ist bei der Bedienung sehr angenehm und man gewöhnt sich schnell daran. An den Seiten und oben finden sich keinerlei Bedienelemente oder Anschlüsse, an der Unterseite des Gerätes sitzen der 3.5 mm Klinkenanschluss sowie der Micro-USB Anschluss. An der Front befindet sich das Display, darum herum ein relativ breiter Rahmen. Links oben ist die Frontkamera eingelassen sowie eine Benachrichtigungs-LED. Hinten befinden sich neben den Bedienelementen die rückseitige Kamera sowie der Blitz und der Laser-Auto Fokus. Die Metallic Skin Rückseite bietet das Design des Vorgängers: Kunststoff in Metalloptik. Das sieht nicht schlecht aus und fasst sich auch nicht übel an. Ein Wow-Effekt ist sie nicht, funktional ist diese Rückseite in jedem Fall. Da das Gerät auch aufgrund des wechselbaren Akkus schon relativ dick ist, zumindest dicker als die meisten Konkurrenzgeräte, kommt der Kunststoff gut. Es macht das G4 nicht schwerer und trägt nicht noch zusätzlich auf.

 

Analog zur LG G Flex-Serie und den LG Fernsehern ist auch das Display des LG G4 mit einem leichten Curved-Effekt versehen. Eine dezente Rundung über das gesamte Gerät hinweg lässt es gut in der Hand und vor allem am Ohr liegen. In der Draufsicht auf das Display werden die Bildschirminhalte sehr angenehm wahrgenommen. Ob dies nun am gebogenen Display oder an der hervorragenden Qualität der Farbdarstellung liegt, dazu später mehr, kann nur schwer beurteilt werden.

 

Kommen wir zu dem Merkmal, welches das LG G4 zu einem Hingucker macht: Die Lederrückseite. Diese besteht aus echtem, handgearbeiteten und pflanzlich gegerbten genarbten Leder und sieht sehr edel aus. Von oben nach unten ist mittig eine sehr fein gearbeitete Ziernaht angebracht, die dem Gerät einen besonderen Schliff gibt. Es fasst sich besser an, als zum Beispiel das Samsung Galaxy Note im Lederoutfit und schmeichelt der Hand. Das Leder ist wahnsinnig dünn gearbeitet, was man sehen kann, wenn man die immer noch aus Kunststoff bestehende Rückseite abnimmt – man könnte annehmen, dass es sich um eine Art „Sprühleder“ handelt, wenn es so etwas denn gäbe. Es bietet damit nicht die gewohnte Weichheit von Leder.

 

Es stellt sich sicherlich die Frage, inwieweit man an einem technischen Gerät wie dem Smartphone tierische Produkte braucht, die lediglich dem Design dienen (Schutzhüllen haben durch Leder oder Wolle ja immerhin eine schützende Funktion). Hier muss man aber sagen, dass LG gut daran tut, weiterhin die reine Kunststoffvariante anzubieten. Wer die Haptik und den Geruch von Leder mag, wird mit dem LG G4 in Leder sicher zufrieden sein, die schnieke Lederjacke steht dem Boliden jedenfalls sehr gut.

 

 

2. Technische Details

BetriebssystemAndroid 5.1
Masse

148.9 x 76.1 x 6.3 – 9.8 mm

Display5.5 Zoll Quad HD IPS Quantum Display (1140 x 2560 Pixel)
Kamera

16 Megapixel Kamera, Laser Auto Fokus, OIS 2.0 Bildstabilisator,

 8 Megapixel Frontkamera

Akku3’000 mAh, wechselbar. QI-Laderückseite separat erhältlich
ProzessorQualcomm Snapdragon 808 mit 1.8 GHz-Takt
Arbeitsspeicher3 GB RAM
Interner Speicher32 GB, erweiterbar per Micro-SD um bis zu 2 Terrabyte
VerbindungenLTE Cat. 6 VoLTE, WLAN 802.11ac, Bluetooth 4.1, NFC, Infrarot

 

3. Leistung, Akku und Performance

Beim LG G4 handelt es sich um ein sehr leistungsstarkes, stabiles Gerät. Auch abnorme Hitzeentwicklung konnte zu keinem Zeitpunkt festgestellt werden. In Benchmarks ist es angesichts des Snapdragon 808 natürlich nicht an der Leistung der Mitbewerber dran, jedoch rennt der 808er vorzüglich und weist eben nicht die Schwächen auf, mit denen der Snapdragon 810 bei LG derzeit zu kämpfen hat. Unterschiede in der Geschwindigkeit bewegen sich im Wimpernschlagbereich, sind also in der Praxis kaum spürbar und wenn, dann absolut verkraftbar. Startet man ein und dieselbe App etwa gleichzeitig auf dem Samsung Galaxy S6 edge und dem LG G4, so öffnen sich beide in etwa gleich schnell mit ab und an leichten Vorteilen für das S6 edge – allerdings wie gesagt kaum spürbar. Auf Benchmarks wird an dieser Stelle bewusst verzichtet, gibt es doch keine wahren Vergleichswerte zu anderen High-End-Geräten mit dem Snapdragon 808. Vergleiche mit Apples A7 und dem Snapdragon 810 kann man freilich ziehen, jedoch nützt es wohl niemandem, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Es ist schon so, dass im G4 ein schwächerer Prozessor steckt, es ist von der Leistungsstärke her am ehesten mit dem G3 oder dem Samsung Galaxy S5 vergleichbar. Auffällig ist aber die deutlich schwächere GPU. Das Display löst in Quad-HD auf und ist somit nicht optimal auf die Hardware angepasst. Das resultiert beispielsweise in Real Racing 3 zu einem starken „Downscaling“ der Grafik und dennoch kommt es auf dem Mazda Raceway Laguna Seca mit 16 Kontrahenten zu sehr starken Framerate-Einbrüchen. Auch Riptide GP2 drosselt seine Effekte und Auflösung der GPU angemessen, was allerdings auf dem sehr hoch auflösendem Display nicht besonders toll aussieht.

 

Man muss hier vor allem einige Eckpunkte beachten: Der Snapdragon 808 Prozessor ist ein schneller und guter Prozessor. Er erledigt alle Aufgaben schneller als Mittelklasse Smartphones und da viele Apps beim Multithreading meistens maximal nur zwei Kerne auslasten, sind auch die beiden schnellen CPUs genug. Kommt es zu komplexeren Aufgaben, hinkt er Apples A8 Prozessor und vor allem dem Exynos 7420 deutlich hinterher. Dafür kann man ihn allerdings auch durchgehend ohne Leistungsverlust belasten. Er taktet also nicht wie der Snapdragon 810 nach kurzer Zeit stark herunter. Unter’m Strich bleibt also mehr Leistung als im LG G Flex 2.

 

Die Akkuleistung ist OK. Man kann bei dem 3’000 mAh starken wechselbaren Akku bei einem derartig grossen Display keine Wunder erwarten, kommt aber gut über einen Tag hinweg. Bei sehr frequenter Nutzung der Kamera und aufwendigen Spielen natürlich nicht, aber selbst da hält die Energie gut vier, fünf Stunden am Stück. Im Alltagstest ist die Lebensdauer in etwa gleich dem Samsung Galaxy S6 edge sowie dem iPhone 6, am Abend müssen alle Geräte mit durchschnittlich 5-20% Restakku ans Kabel. Alltagsnutzung entsprach im Test der Nutzung von vier eingestellten und alle fünf Minuten zu synchronisierenden E-mail-Konten, WLAN-Nutzung, mobile Netznutzung unterwegs, dem Lesen von Nachrichtenartikeln, Surfen, ein wenig Rennspiele spielen, Fotografieren, Nutzung verschiedener Messenger (WhatsApp, Facebook Messenger, Threema sowie Telegram) und Telefonieren. Eben das, was man den ganzen Tag über mit dem Smartphone so treibt.

 

4. Display

Was fällt einem nach dem ersten äusseren Eindruck eines Smartphones zuerst ins Auge? Exakt, das Display. Und dieses hält, was LG verspricht. Es löst sehr fein auf und alle Farben wirken extrem stark. Unscharfe Stellen, ein „Ausbluten“ von Farben sowie einzelne Pixel sucht man vergebens, so sehr man sich auch bemüht.

 

LG schrieb sich in diesem Jahr auf die Fahnen, die Farbdarstellung von Displays zu revolutionieren, indem man mit dem IPS Quantum Display eine um 56% besser Farbdarstellung, 25% mehr Helligkeit und 50% höhere Kontrastwerte verspricht. In der Tat sehen die Bildschirminhalte auf dem G4 gestochen scharf aus und auch die höhere Farbvielfalt kommt zum Ausdruck, Bilder wirken natürlicher, lebendiger als auf anderen Smartphones. Allerdings verfügen alle Topmodelle der letzten zwei Jahre über bombastische Displays, ob jetzt IPS Quantum, S-AMOLED, Full-HD, Quad-HD oder was sonst noch: Schlecht ist kein einziger der Bildschirme und alle Big Player streiten sich um die zwei, drei Quäntchen, die die Krone des Displaykönigs ausmachen. LG ist auf jeden Fall ein heisser Anwärter auf eben diesen Titel.

 

Sehr cool ist die Touchscreentechnologie, die es erlaubt, auch mit nassen Händen das Display zu bedienen. Dies funktioniert einwandfrei und wird durch Advanced-In-Cell Technologie (AIT) ermöglicht. Die berührungsempfindlichen Zellen des Touchscreens sitzen nicht wie bei den meisten anderen Smartphones auf dem Displayglas, sondern in einer Schicht zwischen den verschiedenen Komponenten. Das Display reagiert stets exakt, schnell und präzise – auch mit nassen oder fettigen Fingern, der nächste Besuch in der Badi kann also kommen!

 

5. Verbindungsqualität und Sound

Die Verbindungsqualität ist durchweg in Ordnung, Netz war stets vorhanden, in einigen Fällen sogar dort, wo das Samsung Galaxy S6 edge keines hatte. Damit ist es netztechnisch im selben Haushalt gleichwertig mit dem iPhone 6 sowie dem Nokia Lumia 1020. WLAN-Empfang hatte es stets dort, wo auch die anderen Geräte gut versorgt werden, die Verbindung brach im Test auch zu keinem Zeitpunkt einfach so ab. Es nutzt also die Reichweite des WLAN-Routers gut aus, auch über drei, vier Räume hinweg.

 

Was ein wenig sauer aufstiess war die Gesprächsqualität: Zwar ist man zu verstehen, jedoch stören je nach Situation Nebengeräusche schon enorm. Nutze das Test-Gegenüber ein anderes aktuelles Smartphone zum Telefonieren, war es deutlich besser zu verstehen. Auch in weniger lauten Umgebungen wirkt man am Telefon leicht blechern. Das ist zwar nicht weiter tragisch, in der Preisklasse erwartet man allerdings schon eine etwas bessere Gesprächsqualität.

 

Die Soundqualität beim Musikhören und Videoclips schauen ist in Ordnung, das LG G4 bewegt sich mit seinem Lautsprecher auf dem Niveau der Konkurrenz. Hier wurde subjektiv empfunden nichts zum Vorgänger G3 verändert, welches in diesem Punkt im letzten Jahr punkten konnte. Alles ist gut zu verstehen und auch über Kopfhörer kann man im Alltag wunderbar Musik hören. Für den Gebrauch im Tram oder Zug ist das G4 also ohne Einschränkung zu empfehlen und ersetzt einen MP3-Player durchaus gut.

 

6. Software

Als Betriebssystem ist auf dem LG G4 Android in der Version 5.1 vorinstalliert. Als User Interface kommt LG eigene Oberfläche UX 4.0 zum Einsatz. Dieses ist sehr schlicht, schnörkellos und flach gehalten. Die Neonfarben des voreingestellten Wallpapers fressen sich auch dank der Displayqualität direkt ins Auge, glücklicherweise lassen sich diese aber ja dem eigenen Geschmack etwas anpassen.

 

An sich läuft die Software sauber, es gibt eigentlich keine grösseren Probleme. Eigentlich. Was nervt, ist, dass LG ein wenig zu sehr „mitgedacht“ hat und teilweise Funktionen, die für viele Leute bei Android 5.1 Sinn machen, einfach ausschaltet. So wurde aus der von Google vorgesehenen Doppelanzeige für die Notifications eine einzige, was sehr oft sehr überladen daherkommt und je nachdem eine Menge Scrollaufwand bedeutet. Schaltet man es aus, so gibt es gar keine Benachrichtigungen mehr – aber leider auch kein Kontrollpanel, auf dem man schnell und einfach Lautstärke und Helligkeit des Displays einstellen kann. Vielleicht bessert LG hier an der Stelle mit einem Update noch nach, es wäre zumindest schön, wenn man hier wählen könnte, was man nutzen möchte.

 

Die von LG vorinstallierten Apps sind zum grossen Teil nützlich und brauchbar, insbesondere die Kamera-Software, auf die im Punkt Kamera noch gesondert eingegangen wird, kann absolut überzeugen. Aber auch LG Health ist nett, Smart Notice und Event Pocket unterstützen den Kalendar sinnvoll und auch der Glance Screen ist ein schönes Gimmick, vor allem für verwöhnte Windows Phone-Augen. Die schon im LG G3 vorhandenen, sehr gut umgesetzten Möglichkeiten zu Ein-Hand Bedienung mit Hilfe einer grössenverstellbaren, anpassbaren Tastatur sind nach wie vor integriert und ermöglichen eine intuitive und angenehme Bedienung des Geräts. Zudem ist auch das Dual-Window Feature mit an Bord, mit dessen Hilfe man zwei Fenster gleichzeitig nutzen kann und so beim Surfen zum Beispiel Videos schauen kann.

7. Kamera

Die 16 Megapixel Hauptkamera des LG G4 ist allererste Sahne. Sie ist durch den nochmal verbesserten Laser-Auto-Fokus wahnsinnig schnell und präzise, die Bildstabilisation ist sehr gut und die Farbbrillanz wunderbar. Neben dem Blitz wurde ein spezieller Farbsensor verbaut, der insbesondere den Weissabgleich der Kamera unterstützt.

 

Insbesondere der Expertenmodus der vorinstallierten Kamerasoftware gibt sehr viele Möglichkeiten her, um auch speziellere Bilder zu schiessen. So sind etwa Makros sehr gut und detailreich aufnehmbar und auch Bilder mit sehr langer Belichtungszeit sehen toll aus. Weissabgleich, ISO und Belichtungszeit sind ziemlich präzise einstellbar und laden zum Expermentieren ein. Keine Frage, der Expertenmodus macht richtig Spass!

 

Die Farben wirken auf den Fotos sehr realistisch, kleinere Abstriche muss man höchstens bei Aufnahmen ohne Blitz bei schlechten Lichtverhältnissen machen. Hier sind die Kameras von iPhone und allen voran die den Samsung Galaxy S6 edge noch einen Ticken besser. Im Vergleich zur Kamera des Nokia Lumia 1020, die in Puncto Bildqualität immer noch einer anderen Liga spielt, schnitt die des G4 nicht frappierend schlechter ab, sie konnte in Sachen Schnelligkeit auf jeden Fall punkten und DAS Kamerahandy schlechthin hinter sich lassen. Eine sehr feine Sache ist, dass Bilder im RAW-Format abgespeichert werden können, was eine professionelle Nachbearbeitung am PC ermöglicht. Hierzu braucht es natürlich ordentlich viel Speicherplatz, welcher mit dem Micro-SD Kartenslot jedoch grundsätzlich ermöglicht wird.

 

Die 8 Megapixel Frontkamera erfüllt ihren Zweck: Videotelefonie und nette Selfies sind sehr gut möglich. Eine schöne Spielerei ist softwareseitig der Auslöser für Selfies. Per Winkgeste kann man die Kamera auslösen für entweder ein Selfie oder per „Doppelwinken“ für eine ganze Serie an Selbstporträts. Das ist kinderleicht und intuitiv zu lernen und, wie gesagt, ein nettes Gimmick. Beim Skypen erkennt einen das Gegenüber einwandfrei, auch bei schlechterem Licht. Hinzu kommt die Möglichkeit, um das eigene Bild einen breiten, weissen Rahmen darstellen zu lassen, der als Beleuchtung für Selfies dient.

 

Alles in einem ist die Kamera des LG G4 wohl das hervorstechendste Merkmal des Smartphones, hier sieht man einfach das Knowhow, das LG an den Tag legt. Die Verbesserungen zum LG G3, welches auch schon über eine formidable Kamera verfügte, wurden auf ganzer Linie gut und konsequent umgesetzt. Die nicht schwer zu bedienende Kamerasoftware ist hervorragend, bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten und übertrifft selbst sehr gute Alternativen aus dem Play Store noch.

 

8. Fazit

Kurz gesagt: Diese Review bereitete mir sehr viel Kopfzerbrechen und ich verstehe teilweise die Welt nicht mehr. Mit dem LG G4 liegt ein wunderbar performantes Smartphone vor mir, mit tollem Display, ausnehmend guter Kamera und netter Software. Und doch werde ich persönlich mit dem Gerät nicht warm. Vom LG G3 war ich absolut hin und weg, das LG G4 kann mich nicht beeindrucken. Ich ging also die verschiedenen Komponenten durch, um herauszufinden, was mich stört.

 

Das Design ist nett, wenn auch etwas altbacken. Ich bin kein Fan von Vollmetall-Smartphones und kann mit Kunststoff gut leben, dennoch wirkt das G4 ein wenig zu „kunststoffig“ für den Preis. Auch die Lederrückseite kann dies in meinen Augen nicht wettmachen, die Ränder und der Rahmen bleiben ja, wie sie sind. Beim HTC One M9 störte mich der Umstand, dass man dem Design treu blieb, nicht. Beim LG G4 hätte ich irgendwie „mehr“ erwartet.

Die technischen Details zeigen auf dem Papier ein Top-Smartphone, ein Snapdragon 808 anstelle des mit Problemen kämpfenden 810ers, ein anständiger Akku und ein tolles Display. Bei aufwändigen Spielen bringt man den 808er an seine Grenzen, das kann für Hardcore-Gamer sicher zum Problem werden, Alltagsdaddeleien sind jedoch nie ein Problem.

Alles andere als nur durchschnittlich und somit ein echtes High-End-Flaggschiff. Daran kann es also auch nicht liegen.

Die Gesprächsqualität ist nicht die allerbeste, solange man mich am Telefon aber versteht, ist dies kein Kritikpunkt, dem ich jetzt mehr Gewicht geben würde als nötig. Es schmälert den Gesamteindruck nicht massgeblich.

Sound- und Verbindungsqualität sind anstandslos, bei diesem Punkt gibt es nichts zu meckern.

Die Kamera ist vorzüglich, wirklich. Die Qualität der Bilder und der Kamerasoftware weiss zu überzeugen und bringt dem LG G4 die absolute Daseinsberechtigung ein.

 

An den einzelnen Komponenten kann es also nicht liegen. Eventuell liegt das „Problem“, welches ja eigentlich keines ist, woanders. Der Gesamteindruck des Smartphones ist sehr gut, auch keine Frage. Allerdings könnte es sein, dass es am Preis liegt. Für 699 Euro bzw. SFr. (UVP) für die Ledervariante und 649 SFr. bzw. Euro für die herkömmliche Kunststoffvariante lässt sich einiges erwarten. Das Ding ist vielleicht ähnlich wie beim Samsung Galaxy S4 und S5: Man wusste, wenn man das Gerät in der Hand hielt, nicht, wofür genau man das Geld ausgegeben hatte. Was nicht heisst, dass die verwendete Hardware den Betrag nicht wert gewesen wäre, es sah einfach aus und fühlte sich an, wie ein Opel Corsa – allerdings steckt im Inneren ein VW Passat, während die Konkurrenz mit Porsche-Motoren durch die Gegend düst.

 

So verhält es sich für mich persönlich nun auch mit dem LG G4. Man bekommt für den Preis ein top-ausgestattetes Smartphone mit High-End-Specs, die noch länger nicht veraltet sein werden, eine wundervolle Kamera, ein brillantes Display, das Anwärter auf den Bildschirm-Thron ist sowie einen sehr gut funktionierenden Prozessor, der ohne grössere Macken im Alltag rund läuft. Bei einer Neuanschaffung kann ich allen wärmstens empfehlen, auch das LG G4 in die engere Wahl zu nehmen und es auf jeden Fall einmal persönlich in Augenschein zu nehmen, anzufassen und auszuprobieren.

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