So. 28. September 2014 um 10:56

Review: Lantronix xPrintServer Google Cloud Print Edition im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Der Lantronix xPrintServer Cloud Print Edition ist der erste und bisher einzige Druckerserver, der von Google für seinen Cloud Print Service zertifiziert wurde. Ein kleines Gerät, was dank automatischer Drucker-Erkennung von Laien wie von IT-Profis gleichermassen genutzt werden kann. In wenigen Schritten eingerichtet, ermöglicht es der xPrintServer, direkt aus Android-Apps, die Google Cloud Print können, die Drucken-Funktion anzusprechen. Auch GMail und der Chrome Browser sprechen direkt mit der Cloud Print-Funktion, genauso übrigens ChromeOS. Dazu muss nichts nachinstalliert oder konfiguriert werden, einfach auf Drucken klicken! Für Windows gibt es einen extra Druckertreiber, der die Funktionalität damit für alle Programme nachliefert und auch unter Mac OS X gibt es entsprechende Möglichkeiten. So weit so gut. Es gibt auch schon einige Drucker, wie z. B. den Brother DCP.J752DW MFP, die Cloud Print mit an Bord haben. Doch oft hat man ja schon einen oder gar mehrere Drucker, wie im Büro etwa, und möchte diese nicht wegen einem gewünschten Feature ersetzen müssen. Hier kommt der Druckerserver von Lantronix ins Spiel und verspricht einfache, bequeme und günstige Abhilfe. Lantronix bietet ebenfalls Druckerserver an, die Apples AirPrint unterstützen: xPrintServer Office und Home, wobei letzterer günstiger ist und auf zwei Drucker beschränkt ist. Da es aber auch eine App für iOS gibt, die Google Cloud Print unterstützt (PrintCentral Pro), kann auch der hier getestete Druckerserver mit Apple-Geräten benutzt werden. Eine Liste aller Apps und Programme, die Google Cloud Print unterstützen, ist bei Google zu finden.

 

Doch wie sieht das in der Praxis aus? Das wollen wir in diesem Testbericht beleuchten, für dessen Unterstützung wir uns bei TouchdownPR in München bedanken.

xPrintServer Cloud Print

xPrintServer Cloud Edition – Die Hardware

Der Lantronix xPrintServer Cloud Edition wird mit einem 1 Meter langen RJ45-Ethernetkabel, einem internationalen Netzteil mit Adaptern, einer Schnellstartanleitung sowie einer Halterung für Racks geliefert, inkl. passender Schrauben. Will man den Druckerserver nicht per Schrauben befestigen, sind auch vier Gummifüsschen mit dabei, die verhindern sollen, dass das Gerät Oberflächen beschädigt. Der xPrintServer selbst ist eine kleine Box, 11.5 x 6 x 2.3 cm klein, wiegt 270 Gramm und aus schwarzem Kunststoff. Er verbraucht maximal 2.5 Watt, was für vergleichbare Geräte ein guter Wert sein sollte. Die Oberseite wird vom Firmenlogo von Lantronix geziert, wobei das X die Statusanzeige in Form einer LED darstellt. Auf der rechten Seite sind die nötigen Anschlüsse zu finden: USB 2.0 Buchse, 10/100Mbit-Ethernet Buchse sowie der Netzteilanschluss. An den USB-Anschluss kann ein USB-Hub angeschlossen werden und so bis zu acht kabelgebundene Drucker mit dem xPrintServer verbunden werden. Die Unterseite beinhaltet einen Reset-Taster und neben den Aussparungen für die Aufhängung per Schrauben und die Plätze für die Füsschen einen Sticker mit den obligatorischen Informationen. Spannender ist jedoch ein weiter Sticker mit QR-Code für das Setup. Der Code enthält einen Link zu findmyxps.com, über den die Setup-Seite aufgerufen werden kann. So muss die IP-Adresse nicht ausfindig gemacht werden.

Installation und Konfiguration

Die Einrichtung selbst ist in wenigen Schritten vollzogen. Der Dienst von Lantronix schickt den Browser weiter zur internen IP-Adresse, die dem Druckerserver zugeordnet wurde. Auf dessen Webseite wird das QuickSetup angeboten, welches die Verknüpfung zum Cloud Print Dienst herstellt. Dazu ruft der xPrintServer die Google Account-Seite auf, wo man dem Gerät genehmigt, das eigene Konto zu benutzen. Danach kehrt man zum Lantronix QuickSetup zurück und ist schon fertig.Von nun an kann man drucken. Die Druckfunktion kann auch im Browser gleich ausprobiert und eine Testseite ausgedruckt werden.

 

Das Webinterface des Druckerservers bietet noch weitere Einstellungsmöglichkeiten, ebenso google.com/cloudprint. So kann festgelegt werden, wer genau welche Berechtigungen hat, auf welchem Drucker zu drucken und welche Funktionen zu nutzen, z. B. Farbdruck oder nur Schwarz-Weiss. Ebenfalls werden die Druckaufträge auf dem Gerät protokolliert und aktive können über das Webinterface verwaltet werden. Spannend ist die Registerkarte Printers, über die nicht nur die Drucker konfiguriert und benannt werden können, sondern auch weitere Drucker manuell hinzugefügt werden können, sollten sie vom Druckerserver beim Start nicht automatisch erkannt worden sein. Dabei können auch Druckertreiber vom Lantronix-Server bzw. von einem USB-Speichermedium nachinstalliert werden. Lantronix unterstützt von Haus aus über 4000 Druckermodelle von vielen namhaften Herstellern und erweitert seine Liste und Treiberdatenbank kontinuierlich. Die Druckertreiber werden in einem CUPS-kompatiblen Format eingereicht. Wer also sich mit dem Druckerverwaltungssystem von Mac OS X und vielen Linux-Systemen auskennt, kann hier auch noch sehr viel mehr einrichten und gegebenenfalls auch Drucker installieren, die (noch) nicht kompatibel sind.

Drucken

Unter Android (ab 2.3.3) funktioniert die Einrichtung ähnlich einfach. Unter Einstellungen kann man den Cloud Print Dienst einschalten und sieht dann alle Drucker, die mit dem eigenen Google Konto verknüpft sind. Ist der Cloud Print Dienst noch nicht installiert, wird direkt angeboten, diesen aus dem Play Store nachzuladen. Von da an kann z. B. aus Google Mail, Chrome oder dem Dolphin Browser direkt gedruckt werden. Auch PDF-Dateien können mit entsprechenden Apps so direkt vom Handy aus gedruckt werden. Das funktioniert sehr intuitiv und zuverlässig. Spannend ist dabei, dass durch die Cloud-Anbindung der Drucker von überall verfügbar ist. Man kann also auf dem Weg den Druckauftrag schon los schicken und muss nicht im selben Netz sein. Auch unter Windows und Mac OS X klappt das einwandfrei, Google Cloud Printer Installation vorausgesetzt. Aus dem Chrome Browser kann man auf jedem Betriebssystem direkt drucken.

Inwiefern man darauf vertrauen mag, ist, so denke ich, eine individuelle Entscheidung. Wer sowieso Dateien auf Google Drive speichert, kann sie auch via Google Cloud Print drucken.

Datenschutz

Alle Dokumente werden beim Drucken über die Server des Unternehmens in Mountain View geschickt, wobei die Server von Google ja weltweit verstreut sind. Das bedeutet, dass Google auch Zugriff auf die Dokumente hat, nicht so, wie wenn sie lokal gespeichert oder über das heimische Netz zum Drucker geschickt werden würden. Die Benutzerverwaltung über Google Cloud Print ist sehr intuitiv. Einfach auf Teilen klicken, Google-Account-verknüpfte Mail-Adressen eingeben, diejenigen Personen bestätigen den Erhalt der Druckerfreigabe und fertig. Man kann entweder den Drucker verwalten, ihn auch umbenennen, löschen etc. oder aber man kann ihn nur zum Drucken verwenden. In beiden Fällen kann man nur seine eigenen Druckaufträge sehen. Nur der als Eigentümer des Druckers eingetragene Account kann fremde Druckaufträge einsehen, wobei sich diese Einsicht auf Titel, Datum, Uhrzeit, Inhaltstyp und ein paar technische Informationen beschränkt. Aber klar, man möchte vielleicht wissen, wer diese ganzen Katzenbilder ausgedruckt hat, die plötzlich im Druckerschacht liegen.

 

Google selbst erklärt hierzu, dass man eine Kopie jedes Dokuments behalten würde, aber nur, solange der Druckauftrag nicht abgeschlossen ist. So will man sicherstellen, dass das Dokument auch gedruckt wird und löscht es gleich danach von seinen Servern. Google gibt an, die Dokumente als streng vertraulich zu behandeln und zu keinem Zeitpunkt darauf zuzugreifen, wenn es nicht darum geht, das Drucken zu verbessern.

 

So weit, so gut. Wer also Cloud Print benutzt, sollte sich klar darüber sein, dass dabei eigene Dateien, wenn auch verschlüsselt, übermittelt werden.

Preis

Den Druckerserver mit Cloud Print kostet beim Hersteller 149.95 USD, bei Amazon 138,67 Euro.

Fazit

Der Lantronix xPrintServer Cloud Print Edition ist ein tolles Stück Technik. Die einfache Installation und der Funktionsumfang, vom QR-Code bis zum wirklichen schnellen QuickSetup, aber auch die weiteren Konfigurationsmöglichkeiten und die Option, neue Druckertreiber zu laden, wirken durchdacht und gut. Ob man Googles Datenschutz-Versprechen, die gedruckten Dokumente nicht zu lesen, vertrauen mag oder nicht, ist wohl eine individuelle Sache. Wer aber seine Dokumente sowieso schon bei Google Drive speichert, kann auch gleich zu Google Cloud Print greifen und hat so eine bequeme und einfache Art und Weise bestehende Drucker mit Cloud-Funktion auszurüsten.

vg-wort
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