So. 14. Juni 2015 um 16:06

Review: iRig UA im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

IK Multimedia hat sich auf die Fahnen geschrieben, Equipment und Software für die Musikalischen unter uns zu schaffen. Musicians First, nennt die Firma aus Italien das. Heute stellen wir euch den neuen iRig UA Gitarren-Prozessor für Android vor, der seit dem 11. Juni 2015 ausgeliefert wird. Das Zero Latency Gerät verspricht hochqualitativen Sound ohne Verzögerungen, indem die ganze DSP-Einheit ausgelagert in einer 9.9 x 5.2 x 2 cm kleinen und 53 Gramm leichten Box platz findet. Das wollten wir uns doch gleich mal für euch ansehen.

Der iRig UA wird zum Android Smartphone oder Tablet ab der Betriebssystemversion 4.2 Jelly Bean und USB-OTG/Host-Funktion per Kabel verbunden. Ein entsprechendes OTG-Kabel mit 65 cm Länge und Micro-USB-Steckern an beiden Enden wird mitgeliefert, ebenso wie eine mehrsprachige, bebilderte Kurzanleitung, ein Blatt mit Registrierungsinformationen sowie ein Katalog mit den aktuellen Produkten des Herstellers für eine Vielzahl von Musikinstrumenten und Einsatzbereichen.

 

Im Inneren des kleinen silbernen Gehäuses schlummert ein 32 bit digitaler Signalprozessor (DSP) mit einem 24 bit Analog-Digital-Konverter und 44.1/48 KHz Samplingrate. Ab Android 5.0 bzw. mit Samsung Professional Audio-Geräten wie dem Samsung Galaxy Note 4 und dem Note edge fungiert der Vorverstärker direkt als Audiointerface und ermöglicht digitale Audioaufnahmen aus dem analogen Signal des Instruments zu erstellen. Ebenfalls kann ab Android 5 die Musikwiedergabe auch über das Gerät ausgegeben werden.

Die Box des iRig UA ist einwandfrei verarbeitet und lässt keinen Grund zur Beanstandung.

Der iRig UA digitale Effekt- und Soundprozessor wird denkbar einfach benutzt. Das Micro-USB-Kabel wird von der rechten Seite zu einem beliebigen Android-Gerät mit OTG oder USB-Host-Funktionalität geführt, das Saiteninstrument per üblicher 6.35 mm Mono-Klinke auf der linken Seite des Geräts angeschlossen. Gleich neben der Buchse für das Kabel zur E-Gitarre, dem E-Bass oder der elektroakustischen Gitarre mit Tonabnehmer findet sich ein ebenfalls herkömmlicher 3.5 mm Stereoklinkenanschluss für Kopfhörer. Die Lautstärke dieses Ausgangs wird über ein Rädchen an der unteren Seite reguliert, neben dem ein 3.5 mm Aux-Eingang untergebracht ist. Alle Anschlüsse sind mit beschriftet, wenngleich nicht konsistent. Instrumenten-Eingang und Kopfhörerausgang etwa mit schwarz aufgedruckten Icons auf der Oberseite des iRig UA, die Kopfhörerlautstärkeregelung und der Audioeingang sind unterhalb dieser eingeprägt und nicht bedruckt, ebenso wie der USB-Anschluss.

Auf der Oberseite dieses digitalen Vorverstärkers ist neben dem Schriftzug und den Anschluss-Icons eine 4 mm grosse LED-Anzeige zu finden, die über den Pegel des Eingangssignals Aufschluss gibt: Blau bedeutet, man kann in der App (dazu später mehr) den Pegel erhöhen, Rot entsprechend verringern. Grün und Orange sind die angestrebten Zielwerte.

Statt Kopfhörern lassen sich am 3.5 mm Audioausgang auch alles mögliche Sonstige anschliessen, von der Stereoanlage bis zum Verstärker oder Monitor.

iRig UA ist einsatzbereit
iRig UA ist einsatzbereit
AmpliTube UA
Preis: Kostenlos+

Die zum iRig UA zugehörige App heisst AmpliTube UA und ist kostenlos erhältlich. Sie ist sehr intuitiv aufgebaut, wenngleich auch nur auf Englisch zu haben und ermöglicht es, vier verschiedene virtuelle Geräte einzusetzen. Neben dem Verstärkertyp können drei authentische Effektgeräte, zwei vor und eines nach dem Verstärker, ausgewählt werden. Bei jedem Verstärker, der auf bekannten, echten Geräten von Fender bis Orange und vielen mehr basiert, kann man die Art des Mikrophons, was Live-Ton des Verstärkers simuliert abnehmen soll, auswählen sowie die für den Typ vorhanden Regler individuell justieren. Es werden immer nur drei Regler gleichzeitig angezeigt, so dass man für weitere nach rechts uns links wischen muss. Darüber hinaus kann die Box des Verstärkers verändert werden. Insgesamt sind so 43 virtuelle Geräte verfügbar, wobei 22 davon per In-App-Kauf erst freigeschaltet werden müssen. Alle Effektgeräte verfügen über ein realistisches Anzeigebild sowie entsprechende Regler und Schalter. Diese sind etwas gewöhnungsbedürftig zu bedienen. Da es oft Drehregler sind, würde man intuitiv diese vielleicht versuchen mit einem oder zwei Fingern zu drehen. Das geht jedoch nicht, sondern durch vertikales Schieben auf der einen- oder anderen Seite des Reglers kann dieser bewegt werden. Andernfalls scrollt man versehentlich zu weiteren Reglern des virtuellen Geräts.

Neben den vier Plätzen für Amp und Effektgeräte findet man in der AmplTube UA App ein Stimmgerät, welches wie die meisten herkömmlichen digitalen Stimmgeräte funktioniert. Es sind ausserdem acht Demosongs einprogrammiert, mit denen man die Effekte der App ausprobieren kann, auch ohne die passende Hardware (oder Fertigkeiten) zu besitzen. Unter Presets lassen sich 15 Konfigurationen mit allen ausgewählten Geräten und deren Einstellungen als Profile abspeichern, wobei zwölf vorinstalliert daher kommen.

Die Effekte klingen allesamt sehr realistisch und lassen sich einwandfrei individualisieren und benutzen.

Das Menü der App ist via Hamburger oben rechts erreichbar und enthält die Einstellungen zum IK Multimedia Account, den In-App-Store, die Einstellungen zum Eingangspegel sowie Informationen und ein digitales Handbuch.

 

Der Stromverbrauch des iRig UA scheint relativ gering zu sein. Mittels Ampere gemessen wurden lediglich um die -400 mA.

Preis

Der iRig UA DSP für Android kostet beim Hersteller IK Multimedia 99 Euro zzgl. MwSt. und Versand. Bei Amazon ist das Gerät für 119,90 Euro zu haben. In der Schweiz ist das Gerät beispielsweise bei Techmania für gerade mal 44.40 SFr. oder topd für 49.25 SFr. gelistet. conrad Austria verkauft den IK Multimedia iRig UA für 109,99 Euro. Vergleichen lohnt sich also.

Fazit

Mit dem iRig UA kommt der erste und einzigartige digitale Effektprozessor und Soundinterface für Android auf den Markt, der eine hohe Qualität an Sound und niedriger Latenz bietet. Die virtuellen Effektgeräte funktionieren einwandfrei und bieten einen tollen, realistischen Sound, so dass dem Musizieren bzw. Abrocken kaum etwas im Weg steht. Die Stromversorgung mittels USB-Kabel und nicht etwa per Batterie macht sich gut und hat bei dem Gerät den Vorteil, weniger Verbrauchsmaterial zu generieren. Durch die einfache Verbindung mit dem Android-Gerät und der Gitarre (oder dem Bass) macht der iRig UA wirklich Spass und lohnt sich für alle, die gerne Musik machen. Der relativ hohe Preis lässt sich beispielsweise in der Schweiz durch den einen oder anderen weniger bekannten Onlineshop deutlich senken.

 

Mit dem iRig UA kann man nicht nur zu Hause ohne grossen Verstärker und viel Kabel- und Effektgeräte-Gewirr üben, man kann auch Effektgeräte im Proberaum oder auf der Bühne unkompliziert damit ersetzen. Und dank einfachem Anschluss von Kopfhörern wird auch die Nachbarschaft und die nähere Umgebung nicht gestört. Eine tolle Sache!

Wer also keinen all zu grossen Wert auf schnelles Umschalten per Fusschalter oder echte Effekte per diskreter Elektrotechnik legt, wird am iRig UA viel Freude haben.

vg-wort
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