Sa. 26. September 2015 um 21:51

Review: iPhone 6s Plus im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung – The same procedure as every other year
  2. Der Apple A9 Chip ist ein totales Biest – Wozu ist das gut?
  3. Display und 3D Touch – Das eine bleibt gleich, das andere ist neu
  4. Überarbeitete 12 MP Kamera macht deutlich bessere Bilder
  5. TouchID doppelt so schnell und Akkulaufzeit nahezu identisch
  6. Fazit – Es könnte so schön sein

Design und Verarbeitung – The same procedure as every other year

Lange aufhalten muss man sich an Design-Eskapaden bei Apple wohl nie. Das erleichtert immerhin jedes zweite Jahr die Arbeit an einem neuen Testbericht. Damit wir euch an dieser Stelle aber nicht an den letztjährigen Test verweisen müssen, werden wir dennoch ein paar Informationen zum Gebotenen präsentieren. Allerdings halten wir an dieser Stelle bereits fest: Wenige, nahezu unsichtbare Details haben sich dennoch verändert.

 

Das iPhone 6s Plus ist das deutlich grössere Modell der beiden neuen Apple-Phones und kommt mit einem Phablet-tauglichen 5.5 Zoll-Display daher. Wie bereits beim Vorgänger ist das iPhone 6s Plus für seine Bildschirmdimensionen deutlich grösser als so manches Mitbewerber-Smartphone, die in etwas kleineren Gehäusen sogar bis zu 5.7 Zoll unterbringen können. Apple-typisch sind die oberen und unteren Designelemente der iPhones bedeutend grösser gestaltet worden. Die Masse sind allerdings (fast) identisch: 158.2 x 77.9 x 7.3 mm stehen hier zu Buche. Warte mal… 7.3 mm? Das iPhone 6s Plus ist um 0.2 mm dicker geworden. Ein Unterschied, der so marginal im Vergleich zum iPhone 6 Plus ist, dass er nur mit beiden Geräten in den Händen zu spüren ist.

 

Was hingegen deutlich „ins Gewicht“ fällt und das sprichwörtlich, sind die 20 Gramm, die das iPhone zugenommen hat, die spürt man hingegen auch ohne beide Devices in der Hand zu halten. Das iPhone 6 Plus war mit 172 g kein Leichtgewicht und die 192 g Muskelmasse des iPhone 6s Plus sind ebenfalls nicht zu verachten. Nach ein paar Stunden Eingewöhnung machen die 20 Gramm jedoch auch nichts mehr aus. Doch sie sind drei wesentlichen Faktoren geschuldet:

  1. Apple verwendet ein neues, stabileres Aluminium-Unibody
  2. Das Display ist durch die neue Taptic Engine für 3D Touch dicker geworden
  3. Das iPhone 6s Plus wurde aus Stabilitätszwecken 0.2 mm dicker.

Dies im Hinterkopf ist es schon fast erstaunlich, dass es nur bei 11.6 Prozent mehr Gewicht blieb.

Ansonsten gibt es am iPhone 6s Plus, genau wie am iPhone 6 Plus, kaum etwas auszusetzen. Die Verarbeitung ist wie gewohnt nahe an der Perfektion. Keine Riefen, keine scharfen Kanten, herausragend verarbeitetes Aluminium und eine wirklich schöne Glasfläche mit leichten Rundungen an den Rändern. Zwei Makel bleiben allerdings, ebenfalls wie beim Vorgänger, dennoch bestehen: Die Kamera ragt wieder aus dem Gehäuse und die Antennentrenner-Streifen sind deutlich sichtbar im Rücken implementiert. Zwei Punkte, die allerdings auch stark vom persönlichen Geschmack abhängen und keine generellen Fehlentscheidungen sind. Wer es allerdings nicht mag, wird sich ewig daran stören.

 

Woran Apple allerdings sehr gut gearbeitet hat, ist der Vibrationsmotor. Während beim iPhone 6 Plus die Vibration extrem blechern erschien, so ist dieser nun im iPhone 6s Plus sehr sanft, aber dennoch stark genug, um ihn registrieren zu können. Damit ist einer unserer grössten Kritikpunkte am Vorgängermodell ausgebügelt worden. Was so ein Vibrationsmotor ausmachen kann, sollte man am besten einmal direkt vergleichen, sofern man die Möglichkeit hat, beide Geräte nebeneinander zu legen. Der Unterschied ist enorm, zumindest positiv für das iPhone 6s Plus.

Der Apple A9 Chip ist ein totales Biest – Wozu ist das gut?

Was Apple hier mit dem A9 Prozessor abfeuert, ist streckenweise nur schwer zu glauben. Seitdem die Technikabteilung in Cupertino damit begonnen hat, seine komplett eigenen Prozessoren zu entwickeln, wurde mit jedem Jahr immer mehr zugelegt. Angefangen hat es mit der Integration der 64-Bit-Architektur und ist nun bei irrsinnigen Leistungswerten pro Kern. Während der A8 von Apple noch auf der älteren Cyclone-Architektur aufbaut, haben die Ingenieur_innen aus Cupertino eine völlig neue und unbekannte Architektur auf den Weg gebracht und schrauben die Leistung immens nach oben. Der Chip selbst wird im stromsparenden 14nm-FinFET Design gefertigt und ist dadurch sogar energieffizienter als sein 20nm-Vorgänger. Ebenfalls zu erwähnen ist der Sprung von 1 GB auf 2 GB RAM, was für Android-Fans zwar wirklich lächerlich klingen muss, aber für iOS eine ungeahnte Komfort-Zone eröffnet. Es bleiben nun mehr Apps im Hintergrund offen und auch deutlich mehr Tabs im Safari können gleichzeitig genutzt werden. An dieser Stelle sagen wir: Endlich! Das wurde nach fast drei Jahren 1 GB RAM auch Zeit.

 

Der im iPhone 6s Plus verwendete Dualcore A9 SoC mit 1.8 GHz schafft mit über 2500 Punkten im Singlecore-Score von Geekbench 3 genau das, was viele obere Mittelklasse-Prozessoren nur mit allen sechs oder acht Kernen insgesamt als Multicore-Leistung schaffen. Das ist ein sehr beachtliches Resultat. Um es noch einmal mit einem Exynos 7420 Prozessor, Samsungs Flaggschiff CPU, zu vergleichen: Ein einzelner Apple A9-Kern bringt alleine mehr als 50% der gesamten Multicore-Leistung des Achtkerners von Samsung. Das ist nicht länger nur respektabel, sondern irrsinnig schnell! Noch viel extremer wird der Vergleich mit Qualcomms aktuellem Spitzenmodell: Der Apple A9 erreicht im Multicore-Benchmark bis zu 4400 Punkte und zerlegt die acht Kerne des Snapdragon 810 Prozessors in seine Einzelteile. Einzig und allein der Exynos 7420 ist in der Lage, noch knapp vor Apples Chip zu bleiben. Dazu braucht er allerdings alle acht Kerne mit 2.1 GHz bzw. 1.5 GHz, welche so im Alltag wohl nie gleichzeitig zum Einsatz kommen werden. Apples Betriebssystem hingegen nutzt beide Kerne durchaus alltäglich und ist damit zu immensen Leistungen fähig, was vor allem bei der Produktivität zu enormen Leistungssteigerungen führt, wie etwa dem Bearbeiten von Bildern oder Videos. Entsprechende Apps, die Apples neuen Chip unterstützen, sind sogar bereits im App Store zu finden.

 

Auch die neue GPU im Apple A9 SoC weiss durchgehend zu überzeugen. Selbst die intensivsten Grafikkracher im App Store zaubern der Grafikleistung des SoCs nur ein müdes Lächeln auf die Polygon-Lippen. Apple selbst gab in der Präsentation an, rund 90 Prozent mehr Leistung aus der GPU raus holen zu können, als im Vorgängermodell. Das erreicht der Chip in den synthetischen Benchmarks allerdings (noch) nicht. Hier liegt der Performance-Sprung zwischen 50 und 70 Prozent, je nach Anwendung und Aufgabengebiet. Es wird allerdings wohl noch etwas dauern, bis die meisten Spiele und Benchmarks im App Store auf die neue (noch) unbenannte GPU zugeschnitten sind und das volle Leistungspotenzial ausschöpfen können.

 

Kommen wir nun zu der Frage zum Sinn und Zweck. Braucht es diese extreme Leistung überhaupt? Nehmen wir dafür doch ein iPhone 6 Plus zu Hilfe und beantworten wir es auf traditionelle Weise: Nein! Jedenfalls, im Moment noch nicht. Die Leistung reicht bei weitem für alles aus. Auf der anderen Seite spürt man allerdings den deutlichen Komfortgewinn, den man nicht missen möchte. Apps öffnen und laden zwischenzeitlich mehr als doppelt so schnell als im Vorgänger-iPhone. Besonders deutlich zeigt sich das beim Bearbeiten von Videos. Ein Beispielvideo für YouTube in 1080p, welches vorher bis zu 8 Minuten im Hintergrund konvertiert wurde, ist nun in rund 3 Minuten oder schneller fertig gerendert. Die neue Performance ist also allgegenwärtig und es ist bei Apple für gewöhnlich nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Developer ihre Apps optimal auf die neue Technologie angepasst wurden. Erste Spiele und Apps lassen sich bereits jetzt schon finden. Es dauert also nicht lange bis das System komplett vom neuen Chip profitiert und damit meinen wir nicht nur die Apple-eigenen Apps. Das selbe gilt übrigens auch für die GPU: Auch hier werden derzeit neue Spiele darauf zugeschnitten und bereits bestehende Games angepasst. Wir sind gespannt, zu was der Chip am Ende tatsächlich in der Lage sein wird.

Display und 3D Touch – Das eine bleibt gleich, das andere ist neu

Beim Display hat sich hingegen kaum etwas geändert, denn nicht nur die Grösse von 5.5 Zoll und die damit verbundene Phablet-Kategorie ist gleich geblieben, sondern auch die Auflösung von 1920 x 1080 Pixel hat sich nicht verändert. Auch wenn andere Phablets mit 2560 x 1440 Pixel oder mehr aufwarten und Apples neustes iPhone dieses Jahr diesbezüglich hinter der Konkurrenz her hinkt, welche mittlerweile schon länger auf QHD aufgerüstet hat: Ein schlechtes Zeugnis kann man der Mattscheibe im iPhone 6s Plus aber nicht ausstellen, im Gegenteil. Die Anzeige ist scharf, die Farben sind sehr kontrastreich und die Leuchtstärke des Panels ist überragend hell, was sich vor allem unter der Sonne positiv bemerkbar macht.

 

Was äusserlich zwar gar nicht auffällt, aber in beide neuen iPhones integriert wurde, ist 3D Touch, auch Force Touch genannt. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die den Fingerdruck erkennt und mehrere Druckstärken voneinander unterscheiden kann. Apple hat dafür iOS 9 angepasst und das Feature kommt nur auf den neuen iPhone 6s-Modellen zum Einsatz, ist also hardwareseitig implementiert und kann für die Vorgänger nicht nachgerüstet werden. Apple hatte auf der Präsentation bereits gezeigt, was möglich sein wird und gab Ausblicke auf das, was möglich sein könnte und es funktioniert in der Realität genau so. So kann man beispielsweise mit einem sanften Druck auf das Display kurz in eine eMail reinschauen, ohne diese komplett öffnen zu müssen. Die „Sneak-Peak“ in die Mail bleibt solange geöffnet, wie der Finger aufgelegt ist. Drückt man nun etwas stärker, öffnet sich die eMail vollständig. Ein weiteres Beispiel sind die Schnellmenüs auf den App-Icons auf dem Homescreen, welche mit einem sanften Druck auf das Display genau da, wo das Icon liegt, geöffnet werden. Je nach App stehen dann diverse Quick-Actions zur Verfügung. Das funktioniert hervorragend und verkürzt eine ganze Menge Wege im System selbst. Erstaunlich ist hier vor allem die fast perfekte Integration: Das Display erkennt die Stärke des Fingerdrucks auf den Punkt genau. Sehr gut sieht man das an den Shortcuts für die App-Icons, die eine mit dem Druck anwachsende Umrandung bekommen. Wenn Apple etwas technisch implementiert, dann funktioniert dieses oft sehr gut. 3D Touch ist da keine Ausnahme.

 

So toll sich das anfühlt und so sehr man auch im System herumprobiert, um zu schauen, wo dieses denn überall bereits verbaut wurde, liegt genau in dieser Anlage der Knackpunkt. Apple zeigt zwar, was möglich ist, aber selbst in iOS 9 ist 3D Touch noch nicht überall verwendbar und nur einige der vielen Apple-eigenen App nutzen es tatsächlich durch die Bank weg. Löblich ist allerdings das Engagement der iOS-App-Entwickler_innen, bereits jetzt auf die neue Technik einzugehen. So sind bereits jetzt schon populäre Apps wie Instagram auf die neuen Funktionen angepasst und die Liste dürfte in Zukunft noch deutlich wachsen.

 

Die Kunst ist es, hier den perfekten Spagat hinzulegen zwischen Abwärtskompatibilität und Nutzung der neuen Bedienmöglichkeiten der iPhone 6s- und iPhone 6s Plus-Geräte. So sollten hoffentlich alle Aktionen, die bisher mit 3D Touch möglich sind, auch auf den älteren Geräten über herkömmliches Tippen funktionieren. Die Gefahr, dass die anderen Modelle dann zu schnell ins Abseits geraten, wäre einfach zu hoch. Apple hat sich diesbezüglich aber in seinen SDK-Dokumentationen schon deutlich ausgesprochen.

Überarbeitete 12 MP Kamera macht deutlich bessere Bilder

Die bisherigen 8 Megapixel, welche nun die letzten vier Jahre zum Einsatz kamen, sind nun endlich Geschichte. Zwar wurde das iPhone bis heute für seine sehr guten Bilder gelobt, aber selbst Apple hat anscheinend nun eingestanden, dass eine kleine Veränderung nötig sein könnte. Mit 12 Megapixel lassen sich zumindest mehr Details aufs Bild zaubern, als noch mit den bisherigen 8 MP in den Vorgängermodellen. Die Kamera im iPhone 6s Plus verrichtet, wie von Apple gewohnt, erstklassig seinen Dienst. Die Bilder haben mehr als Schnappschussqualität.

 

Das die Details sich enorm verbesserten, ist deutlich Gegenüber dem Vorgänger zu erkennen. Die Bildschärfe ist ebenfalls sehr gut und die Farben werden klar, natürlich und kontrastreich aufgenommen und wiedergegeben. Auch der Fokus wurde anscheinend leicht verbessert, denn während beim iPhone 6 und 6 Plus noch etwas mehr Abstand nehmen musste, kommt man mit dem iPhone 6s nun etwas näher für Makroaufnahmen heran. Spitzenreiter bleibt hier aber immer noch Huawei, die bis auf 3 oder gar 2 cm Abstand herangezogen werden kann. Da hält das iPhone generell nicht mit.

 

Erstmals in der Geschichte der iPhone-Modelle sind nun auch 4k-Videos möglich, welche ebenfalls eine hohe Qualität aufweisen. Zeitlupenaufnahmen sind mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde möglich, allerdings dann nur in einer Auflösung von 720p. Als nettes Gimmick darf man vor allem die Harry Potter-artigen Live-Fotos verstehen. Hier werden noch ein paar Sekunden vor und nach dem Bild zusätzlich aufgenommen. Ein Feature, welches viele Drittanbieter-Apps schon länger bieten und auch auf anderen Betriebssystemen, wie Windows Phone und Android, nichts unbekanntes ist. Mit 3D Touch wird das Live-Bild dann zum Leben erweckt. Diese Live-Bilder nehmen allerdings ca. doppelt so viel Speicherplatz ein.

 

Ob das iPhone 6s Plus den bisherigen Kamera-Klassenprimus, das Samsung Galaxy S6, schlägt, ist schwer zu sagen. Bei ersten Vergleichen der Bildqualität fällt auf, dass der 16 MP Sensor im Galaxy S6 mehr Details einfängt und auch leicht schärfer abbilden kann. Dafür ist die Farbdarstellung der iPhone 6s Plus-Bilder etwas akkurater. Der Teufel liegt also sprichwörtlich im Detail. Ein erstes Gefühl lässt allerdings die Krone beim Galaxy S6 liegen, welches dann doch mit einem kleinen Vorsprung das Rennen für sich entscheidet. Näheres werden wir allerdings in einem dezidierten Kamera-Shootout zwischen den beiden Smartphone-Boliden zu einem späteren Zeitraum nachliefern. Fakt ist allerdings, dass die Kamera im iPhone 6s Plus hervorragende Bilder schiesst und somit exzellent für das Einfangen von Erinnerungen eignet. Der Schritt geht eindeutig nach vorne und das war auch wichtig, um weiter an der Spitze mit-knipsen zu können.

TouchID doppelt so schnell und Akkulaufzeit nahezu identisch

Eine eher kleine aber dafür sehr feine Änderung hat der TouchID Sensor erfahren. Dieser arbeitet nun mehr als doppelt so schnell und das ist in jeder Lebenslage des Systems zu spüren. Das iPhone 6s Plus entsperrt sich doppelt so schnell wie beim Vorgänger. Wenn wir zum Vergleich das Huawei Mate S heranziehen, das ebenfalls einen enorm schnellen Fingerabdruckcanner besitzt, unterscheiden sich beide Geräte nicht mess- oder bemerkbar. Auch die Erkennungsrate des neuen TouchID Sensors ist wie beim Vorgänger extrem hoch.

 

Skepsis machte sich allerdings beim Akku breit, welcher nun – auch wenn Apple das nicht öffentlich kommuniziert – anscheinend nach unten korrigiert wurde. Schlummerte im iPhone 6 Plus bisher ein Akku mit 2’910 mAh im Gerät, so wurde dieser durch die neuen Komponenten im iPhones 6s Plus auf 2’750 mAh reduziert, also um 160 mAh oder knapp 5.5 Prozent. Was man also in der Theorie deutlich spüren sollte, ist allerdings kaum bemerkbar. Das Ergebnis ist im Vergleich zum Vorgängermodell sogar identisch geblieben. Grund dafür sind kleine Änderungen innerhalb von iOS 9, welches besonders im Zusammenspiel mit dem neuen Prozessor einiges an Laufzeit herauszuholen scheint. Auch die Verkleinerung des Fertigungsprozesses des Apple A9-Chips von 20 nm auf 14 nm tragen extrem zur Laufzeit bei.

 

Natürlich kann man auf der einen Seite schwer enttäuscht sein, dass die Akkulaufzeit sich beim iPhone 6s Plus nicht erhöht hat, doch muss man auf der anderen Seite auch bedenken, dass mit dem Schrumpfen des Akkus und dem dadurch entstandenen Platz für die Taptic Engine-Technologie, auch stark an der Effizienz gearbeitet wurde.

So sind selbst bei intensiverer Nutzung bis zu zwei Arbeitstage locker möglich. Kaum ein anderes Smartphone auf dem Markt erreicht solche Werte.

Fazit – Es könnte so schön sein

Top-Notch! Apple bringt es mit dem iPhone 6s und dem iPhone 6s Plus technisch auf den Thron der Leistungsspitze. Der Prozessor ist nicht nur irre schnell, er hat deutliche Reserven in der Hinterhand und spätestens in den kommenden Monaten werden viele Apps im App Store von Apple auch an die Möglichkeiten des neuen Chips nach und nach angepasst werden. Warum der Geekbench 3-Gründer und -Entwickler die damaligen Fake-Screenshots belächelte, wird erst jetzt auf ironische Art und Weise klar. Wir sind über alle Massen beeindruckt, was Apple mit seinem A9 auf die Beine stellt, sowohl mit der CPU, als auch mit der GPU. Ebenfalls angenehm trägt der auf 2 GB angehobene Arbeitsspeicher dazu bei, den Komfort deutlich zu erhöhen. Endlich kann man den Browser auch mal verlassen, ohne das alle Tabs neu laden beim Wiedereintritt. TouchID wurde als kleines Schmankerl ebenfalls verbessert und reagiert nun deutlich zügiger. Ein kleines, aber feines, Detail.

 

Ebenso die Kamera, deren Sprung zwar nicht so hoch ausfällt, wie beim Prozessor, allerdings mit ebenfalls deutlich verbesserten Bildern aufwarten kann. Apple wird seinem Ruf, eine der besten Smartphone-Kamera zu Bieten, auch heute wieder gerecht. Dennoch scheint Cupertino diesmal nur an Seoul heranzukommen und nicht zu überholen. Samsungs Kamera im Galaxy S6 ist einfach immer noch eine Bank und platziert sich unserer Meinung nach daher ganz leicht vor dem iPhone 6s. Einen dezidierten Kameravergleich zwischen beiden Smartphones wollen wir aber noch zu einem späteren Zeitpunkt vorlegen.

 

3D Touch ist eine wirklich nützliche Technologie, die einem die Bedienung wahnsinnig erleichtern kann, zumindest was Klick-Laufwege im Betriebssystem betrifft. Allerdings ist es nicht wirklich durchgängig präsent und so sucht man viele Funktionen und Einstellungen bezüglich 3D Touch mit der Lupe. Wenn man sich darauf einlässt, es konsequent in den bisher angepassten Apps zu nutzen, ist es aber ein willkommener Bonus. Das diese Technik erst am Anfang steht, kann an dieser Stelle auch nicht angezweifelt werden. Die Entwicklung wird in den kommenden Monaten vor allem auf softwareseitig drastisch voranschreiten müssen, um 3D Touch die Rechtfertigung zu geben, die es braucht.

 

Allerdings muss sich Apple auch hier deutliche Kritik gefallen lassen: Der grösste Witz ist der verbaute interne Speicher. Während man zwar mit den 64 GB und 128 GB Modellen genug für Filme, Fotos und Musik zur Verfügung hat, lesen sich die 16 GB Modelle wie ein verdammt schlechter Scherz. Wer vor hat, auch einmal hochauflösende 4k-Videos zu drehen, hat innerhalb von 4 Minuten den gesamten Speicher vollgepumpt. Apple? Warum?! Und das bringt uns auf einen zweiten Kritikpunkt, welcher sich zwar jedes Jahr wiederholt allerdings dieses mal gleich doppelt weh tut: Es macht meiner Meinung nach schlicht und ergreifend keinen Sinn, die 16 GB Variante beider iPhone 6s-Modelle zu kaufen. Das iPhone 6s Plus beginnt zudem, durch die saftige Preiserhöhung in Europa, bereits bei 849 Euro. Die Preise für die Schweiz sind uns bisher noch nicht bekannt, aber viel günstiger wird es hier auch wohl nicht werden. Im Gegenteil: Auch bei uns soll der Preis wohl laut diverser Gerüchte deutlich ansteigen. Wer also ein iPhone 6s Plus haben will, sollte mindestens auf die 64 GB Variante zurückgreifen, damit Live-Fotos, 4k-Videos und andere Spielereien genug Platz haben und dann sind wir schon mal bei 959 Euro.

 

Gehen wir rein von den Daten auf dem Papier aus, die Apple mit seinem iPhone 6s und iPhone 6s Plus hier bietet, sind diese wohl derzeit zwei der besten Smartphones auf dem Markt. Der Prozessor ist extrem schnell, fortschrittlich und der Akku des iPhone 6s Plus hat die selbe, lange Laufzeit des Vorgängers. Die Kamera ist top und misst sich ohne jegliche Probleme mit der Konkurrenz. 3D Touch ist eine sinnvolle Erweiterung, die allerdings noch am Anfang steht, aber durchaus überzeugen kann. Es wurde einfach an den richtigen Schrauben gedreht und das Gesamtpaket ist ohne jeden Zweifel ein wirklich gutes Stück Highend-Technik. Das alles bleibt einem allerdings ein wenig im Hals stecken, wenn man den Preis betrachtet, der in Europa deutlich angestiegen ist. Die 16 GB Speicher in der Basisversion sind nahe der Unbrauchbarkeit und so wird man schon fast dazu gezwungen, entweder knapp unter 1000 Euro oder sogar etwas mehr auszugeben, was damit der mit Abstand grösste Kritikpunkt am gesamten Gerät ist. Dieser fällt mit den neuen iPhone-Modellen grösser aus, als je zuvor.

 

Ob sich das wirklich lohnt, muss man am Ende für sich selbst entscheiden. Wir würden die Situation hier gerne an zwei unterschiedlichen Ausgangspositionen dingfest machen: Wer rein nach der Technik schielt und den Preis eher in den Hintergrund rückt, dem sei das iPhone 6s Plus in jeder Hinsicht und ohne massgebliche Einschränkungen empfohlen. Wird der Preis aber zum Faktor, können wir an dieser Stelle keine Empfehlung für das iPhone 6s aussprechen. Die Vorbehalte an der Preispolitik sind im Moment zu gross und daran muss sich auch Apple nun in den kommenden Monaten ernsthaft messen lassen.

vg-wort
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