Mi. 16. November 2016 um 20:27

Review: Huawei Mate 9 im Test – Das Phablet feiert sein Level Up!

von Marcel Laser0 Kommentare

Da ist es auch schon und beendet das Rennen im Jahr um die Flaggschiffkrone. Doch auf welchem Platz kommt das Ultramini-Tablet denn nun ins Ziel? Eine der wichtigsten Änderungen nahm Huawei vor allem am Prozessor vor und so begrüssen wir das Mate 9 endlich auch in der Oberklasse der Powerhouses. Wir haben uns das neue Huawei Mate 9 einmal genauer angeschaut.

Inhaltsverzeichnis

  1. Riesengross, schwer und eine herausragende Verarbeitung
  2. Technische Details auf einen Blick
  3. Sehr gutes 5.9 Zoll IPS-Display mit FullHD-Auflösung. Zu wenig für VR?
  4. EMUI 5.0 ist näher an Android 7.0 dran, als seine Vorgänger
  5. Leica Dual-Kamera: Leicht verbessert und gewohnt stark
  6. Komischer Lautsprecher und ein bombastischer Akku
  7. Fazit – Herzlich willkommen im Oberhaus Huawei Mate 9!

Riesengross, schwer und eine herausragende Verarbeitung

Egal ob Huawei P9, Huawei P8, das Honor 8 oder das Mate S, bzw. der Vorgänger Mate 8. Huawei steht für eine enorm hohe Verarbeitungsqualität und jedes Jahr aufs neue ist es interessant zu erleben, wie gut sich die Geräte mit jedem neuen Device anfühlen. Das Mate 9 bildet hier keinerlei Ausnahme. Die Form und einige Designelemente scheinen dem Mate S aus dem letzten Jahr entliehen worden zu sein, genau wie schon beim Mate 8-Vorgänger. So ist unten ein doppelter Speakergrill zu erkennen, die den USB-Type-C-Anschluss des Smartphones flankieren. Es ist sogar die selbe Anzahl an Löcher vorhanden. Allerdings ist nur der rechte der beiden wirklich ein Lautsprecher. Hinter dem linken Gitter befindet sich unter anderem das Mikrofon für die Gesprächsaufnahmen.

 

Der Aluminium-Body hinten ist matt gehalten und zieht nicht allzu viele Fingerabdrücke an. Im Kontrast zum Rücken wirkt der Rahmen eher wie poliert und ist spiegelglatt. Die Bedienelemente für Lautstärke und Standby befinden sich Huawei-typisch alle auf der rechten Seite. Beide Knöpfe sind allerdings dieses Mal nicht von einer geriffelten Struktur bedeckt, sie fühlen sich also genauso glatt an, wie der gesamte Rest des Rahmens. Einen Homebutton gibt es Huawei-typisch nicht, was wiederum mit Softkeys in Android selbst gelöst wurde. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass es auch Modelle gibt (in weiss), die eine eher glatte Rückseite haben. Unser Testgerät in Moccabraun ist, wie bereits erwähnt, in Matt gehalten.

 

Allerdings besteht nicht der gesamte Rücken aus Aluminium. Über der Kamera und auch im unteren Bereich unter der CE-Zertifizierung findet man schmale Kunststoffeinsätze, die aber für das Herausfunken aus dem Gehäuse unabdingbar sind. Dort befinden sich dann die Module für NFC, Bluetooth, Mobilfunk und WLAN. Sie sind in der selben Farbe wie das gesamte Smartphone gehalten (in unserem Fall Moccabraun/Bronze) und fallen eher gar nicht auf, sondern schmiegen sich nahtlos in das charakteristische Design ein.

 

Huawei selbst legt über das Huawei Mate 9-Display eine Schutzfolie, die ihr aber bei Bedarf entfernen könnt. Uns hat diese bei der Bedienung, vor allem bei Wischgesten vom Displayrand aus, sehr gestört, daher haben wir sie recht zügig vom Gerät entfernt. Das Entfernen gestaltet sich allerdings sehr einfach und ist ohne jegliche Rückstände problemlos durchführbar.

 

Für ein riesiges Smartphone mit 5.9 Zoll Display, fühlt sich das Mate 9 allerdings erstaunlich „nicht ganz so gross“ an. So sind die Dimensionen mit 157 x 79 x 7.9 mm zwar dennoch deutlich über dem Durchschnitt, aber vertretbar für dieses Display, da Huawei einen absoluten Grossteil der Front dafür nutzt. Sprichwörtlich mehr ins Gewicht fallen hier die 190 Gramm, an die man sich durchaus gewöhnen muss und somit ist das Mate 9 auch 5 Gramm schwerer als der Vorgänger.

Technische Details auf einen Blick

 Huawei Mate 9
Masse:157 x 79 x 7.9 mm, 190 Gramm
Display:5.9 Zoll, 1920 x 1080 (1080p) Auflösung
Prozessor:Kirin 960 Octacore-Prozessor mit Mali-G71 GPU
RAM und Speicher:4 GB LPDDR4 und 64 GB interner Speicher (microSD-Slot bis zu 256 GB)
Kamera:Dual-Kamera 20 (Monochrom) + 12 MP Sensoren, f/2.2, OIS, 4k-Videoaufnahme mit 30 FPS
Front-Kamera:8 MP, Autofokus, f/1.9
Anschlüsse:3.5 mm Klinke und USB-Type-C
Software:Android 7.0 mit EMUI 5.0 Oberfläche
Besonderheiten:IR-Blaster, Super Charge, Daydream VR-kompatibel, Dual-Kamera, Dual-Lautsprecher, Dual-SIM

Neuer Prozessor und neue GPU: Endlich ordentliche Grafikpower!

Besonders interessiert hat uns hier der Kirin 960 Prozessor, welcher endlich mit einer ordentlichen GPU ausgestattet wurde. Die Mali-G71 soll für kompromissloses Gaming sorgen, was bis hin zum Huawei P9 noch nicht immer so hundertprozentig möglich ist bzw. war. Der Kirin 960 soll hier in Verbindung mit 4 GB RAM und 64 GB interner Speicher für Abhilfe sorgen und das macht er tatsächlich! Vor allem wenn es um den grafischen Aspekt geht.

 

Für die anfallenden Rechenaufgaben ist allerdings die CPU verantwortlich, welche als Achtkerner ausgelegt ist. Hier kommen vier Cortex-A73 CPUs für Leistung zum Einsatz und vier deutlich schwächere Cortex-A53 Kerne kümmern sich um weniger zahlenhungrige Aufgaben. Unterstützt wird der Prozessor von der bereits erwähnten Mali-G71 GPU, welche ebenfalls auf acht Rechnereinheiten zurückgreifen darf.

 

Die Performance des Mate 9 ist zu jederzeit enorm hoch. Weder in der EMUI-Benutzeroberfläche, noch bei intensiveren Aufgaben, wie der Echtzeitnavigation oder dem Dekodieren von Filmen, leistet sich der Kirin 960 eklatante Schwächen. Zwar merkt man dem Prozessor in den synthetischen Benchmarks noch an, dass es für die absolute Spitze in diesen Disziplinen nicht reicht, aber das sind lediglich theoretische Komponenten. Der Chip nimmt es also endlich in allen Belangen mit dem Snapdragon 820 von Qualcomm auf. Geekbench 4 spuckt hier knapp 1950 Punkte im Singlecore Benchmark aus und auch im Multicore Score erreicht man respektable knapp über 6200 Punkte. In AnTuTu kommt man allerdings erst einmal nicht deutlich über 120.000 Punkte hinaus, hier sind andere Smartphones wie das Galaxy S7 oder das iPhone 7 etwas „optimierter“ am Start.

 

Die mit Abstand wichtigste Änderung ist allerdings die neue GPU, da Huawei hier bisher immer deutlich das Nachsehen hatte. Die Mali-G71 soll das ändern und das tut sie definitiv. Spiele wie Real Racing 3, Riptide GP2 oder das neue FIFA Mobile schaffen es nicht den SoC in Bedrängnis zu bringen und er hat spürbar noch Luft nach oben. Nicht zuletzt ist die Performance vor allem auch der 1080p-Auflösung zu verdanken, was aber dem Erlebnis nur zuträglich ist. In 3DMark Sling Shot ES3.1 erreicht das Mate 9 sogar knapp über 2500 Punkte, was ein sehr, sehr guter Wert ist. Damit platziert sich das Device in den Benchmarks vor dem Exynos 8890 und sogar vor dem Snapdragon 820/821 in Sachen GPU-Power. Immer noch ungeschlagen bleibt allerdings mit weitem Abstand Apples A10 Prozessor im iPhone 7, der pro Kern eine deutlich höhere Leistung entfalten kann und auch die leistungsstärkere GPU besitzt.

Um zum Punkt zu kommen: Das Mate 9 ist ein Performance-Biest im Androidlager! Und das in vielen Bereichen: Die CPU ist endlich auf dem Niveau der Mitbewerbesprodukte angekommen und die GPU schlägt die Lösungen von Samsung und Qualcomm sogar noch einmal ein Stück weit, so das das Mate 9 das erste von Huawei gebaute, ernstzunehmende Gaming-Smartphone ist. Damit radiert Huawei eine der stärksten Schwachstellen seiner Smartphones aus und ist sogar endlich VR-ready. Nicht nur das: Das Mate 9 unterstützt offiziell Daydream VR, was vor allem auch der neuen GPU zuzuschreiben ist. Aber dazu später mehr.

Sehr gutes 5.9 Zoll IPS-Display mit FullHD-Auflösung. Zu wenig für VR?

Neben der herausragenden Verarbeitungsqualität, gab es in den letzten Jahren auch mit den verbauten Displays immer wieder eine Paradedisziplin von Huawei. Doch dieses Mal wird es recht schwierig zu Begründen, warum man weiterhin bei einer 1080p-Auflösung stehen bleiben musste, denn eines der wesentlichen Features des Smartphones wird so dem eigentlichen Gedanken von Virtual Reality nicht gerecht.

 

Die Bildqualität ist trotz der enormen Grösse von 5.9 Zoll und der darauf verwendeten 1080p-Auflösung beeindruckend. Das Bild wirkt zu keiner Zeit unscharf, einzelne Pixel sind auf Anhieb nie wirklich zu erkennen und es fällt daher nicht auf, dass das Mate 9 keine QHD-Auflösung nutzt. Stark ist auch ein weiteres Mal mehr die sehr gute Blickwinkelstabilität, mit der sich die Displays bei Huawei seit Jahren auszeichnen. Die Farbdarstellung ist ebenfalls herausragend und hat einen sehr natürlichen Touch. Auch der Schwarzwert ist für ein LCD hier extrem gut, auch wenn man die Klasse eines AMOLED-Display in diesem Bereich natürlich nicht erreicht. Zu meckern gibt es in erster Linie also erst einmal gar nichts… oder doch?

 

Huawei stellt das Display in der Grundkonfiguration etwas kühler ein, als man es vielleicht generell von Huawei-Geräten gewohnt ist, aber dafür gibt es extra Einstellungen, die die Farbtemperatur stufenlos regeln lassen. Zudem ist ein Sehkomfortmodus integriert worden, der die meisten der blauen Lichttöne eliminiert und für den Abend im Bett sehr gut geeignet ist. Auch dieser ist zusätzlich stufenlos in der Stärke einstellbar.

 

Jetzt zum „oder nicht?“: Warum Huawei aber immer noch bei 1920 x 1080 Pixel stehen bleiben musste, ist noch unklar. Der Hersteller gibt meistens Gründe zur Leistungsaufnahme an und will die Batterie nicht all zu stark belasten. Auf der einen Seite vielleicht verständlich, aber das Huawei Mate 9 unterstützt offiziell als eines der ersten Smartphones auf dem Markt Googles Daydream VR Plattform (laut Aussage des Herstellers). Hier liegt nun einer der negativen Punkte begraben, da FullHD auf 5.9 Zoll für VR einfach enorm wenig sind, was man dann auch in Benutzung mit einer VR-Brille deutlich sieht. Wir hätten uns hier ein höher aufgelöstes Panel gewünscht. Das Mate 9 besitzt zudem in den Einstellungen einen Schalter um die Auflösung auf 720p herunter zu regeln um noch mehr Strom zu sparen und daher wäre es dann vielleicht nicht so schwer gewesen, nativ auf 1440p zu setzen und eine Option anzubieten, die Auflösung aus Akkuspargründen zu reduzieren.

 

Was uns ebenfalls irritierte: Huawei kündigte den Daydream VR Support offiziell in seiner Präsentation an, aber die App selbst kann aus dem Google Play Store noch nicht auf dem Smartphone installiert werden. Somit konnten wir Daydream VR mit dem Mate 9 noch nicht ohne sideload ausprobieren. Wir hoffen, dass das ein Update der finalen Softwareversion für das Mate 9 noch nachholt, sonst sitzen wir hier vor einem gebrochenen Versprechen.

Huawei Mate 9 Display
Das Display ist trotz „nur“ 1080p tatsächlich herausragend. Für VR ist es allerdings dann doch zu wenig Auflösung.

EMUI 5.0 ist näher an Android 7.0 dran als seine Vorgänger

An der Stelle noch eine kleine Anekdote zur Software, auch wenn wir uns das in den meisten Fällen eher sparen, da sich selten etwas grossartig ändert. Huawei hat allerdings mit EMUI 5.0 und Android 7.0 als Unterbau dann doch an der ein oder anderen erwähnenswerten Schraube gedreht, um vor allem die Benutzung noch einmal zu erleichtern.

 

Wichtig zu erwähnen wäre hier der nun integrierte App-Drawer! Wer also mag, darf in den Einstellungen den von Android bekannten App-Drawer aktivieren und so nur Verknüpfungen auf den Homescreen legen. Bisher war es in EMUI immer so, dass alle Apps ausnahmslos auf dem Homescreen landeten. Hat man die Apps vom Homescreen entfernt, wurden sie auch systemweit vom Gerät gelöscht. Mit der Einstellung des Homescreens den App-Drawer zu aktivieren, finden sich dann auch vor allem alteingesessene Fans von Android direkt zurecht. Natürlich könnt ihr es aber auch bei der altbekannten iOS-ähnlichen Einstellung belassen.

 

Huawei installiert zudem nahezu alle Google-Dienste vor, die eben zum Lizensierungspaket dazugehören. Dafür ist der eigene Browser nun endgültig verschwunden und vollständig durch Google Chrome ersetzt worden, was wir aber an dieser Stelle begrüssen. Der Taskswitcher richtet sich auch an Android 7.0 und trägt kein Branding mehr. Man nähert sich also im Design mehr oder weniger Konsequent dem eigentlichen Nougat-Unterbau an.

 

Unser hier getestetes Gerät soll allerdings noch nicht mit der finalen Software arbeiten. Wir hoffen also auf ein baldiges Update. Vor allem in Bezug auf die Kompatibilität mit Daydream wäre das zu wünschen, sofern das überhaupt noch nachgereicht werden soll.

Leica Dual-Kamera: Leicht verbessert und gewohnt stark

Leica und Huawei, das scheint einfach zusammen zu passen. Auch beim Mate 9 kommt wieder ein Knipser zum Einsatz, der ein Produkt der Zusammenarbeit von Leica und Huawei darstellt. Die Dual-Kamera teilt sich hier in einem 12 MP Sensor mit f/2.2 Blende und schiesst Fotos in Farbe. Der Monochromsensor im Mate 9 wurde allerdings auf 20 MP angehoben (ebenfalls f/2.2 Blende) und unterstützt den RGB-Sensor in Sachen Bildqualität und Zoom-Eigenschaften. Erstmals kann ein Huawei Smartphone dieser Klasse auch 4k-Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Auch ein optischer Bildstabbilisator ist verbaut worden. Soviel zu den technischen Daten.

 

Dass die Kamera durch den neuen 20 MP Sensor des Monochrom-Knipers noch einmal verbessert wurde, steht ausser Frage. Die Ergebnisse sind wie gewohnt absolute Spitzenklasse. Die Bilder verfügen über eine sehr gute Schärfe, tolle Farbdarstellung und sind durch die Bank weg als ausserordentlich zu bezeichnen. Das war bereits beim Huawei P9 und so geht das Mate 9 den Weg recht unbeeindruckt weiter. Dennoch muss man sich ein wenig hinter die Konkurrenz anstellen.

 

Die Kamera ist zwar sehr stark, hinkt aber immer noch, vor allem dem Klassenprimus Galaxy S7 (edge), hinterher. Auch das iPhone 7 macht in der Gesamtbetrachtung die etwas besseren Bilder. Vor allem in dunkleren Lichtverhältnissen kommen die Schwächen der f/2.2 Blende zum Tragen, was deutlich schneller zu Rauschen und Detailverlust führt. Schade, dass man hier nicht einfach Konsequent weiterentwickelt hat. Zudem konnten wir im Test feststellen, dass es ab und an in bestimmten Bildern fleckenartig an Schärfe fehlte. Dass der 20 MP-Monochromsensor im Zusammenspiel mit dem 12 MP-Sensor dafür verantwortlich ist, scheint wahrscheinlich. Eventuell hilft hier ja bald ein Softwareupdate weiter, denn wie bereits erwähnt, sollte da bald noch etwas kommen.

 

Dennoch bleibt der Monochromsensor in der Branche einzigartig und für Fans der Schwarzweissfotografie führt schon nahezu kein Weg an dem Gerät vorbei. Auch das Spiel mit der Tiefenschärfe macht Spass und generell ist das Zusammenspiel beider Sensoren eine gelungene Darstellung in punkto Bildqualität. Man verpasst allerdings dennoch knapp den Anschluss an ganz oben, was allerdings nicht heisst, dass die Kamera schlecht sei. Im Gegenteil, sie kann bedenkenlos empfohlen werden und wir hoffen dass die kleinen Unschärfen an einigen Stellen durch das kommende Update behoben wird.

Komischer Lautsprecher und ein bombastischer Akku

Was wir allerdings vom Lautsprecher halten sollen, wissen wir noch nicht so ganz. Generell ist hier festzuhalten, dass er eigentlich einen recht soliden Sound produziert, ist allerdings Meilenweit von ähnlichen Systemen wie dem HTC Boomsound oder sogar dem Lautsprecher im iPhone 7 Plus recht hoffnungslos unterlegen. Das liegt vor allem daran, dass wir das Gefühl haben, dass beide Speaker sehr unterschiedlich laut sind. Der nach unten bzw. zur Seite (je nach Haltung) ausgerichtete Lautsprecher ist sehr laut und hat einen starken Hang zur Tiefe. Der Speaker in der Ohrmuschel hingegen ist kaum wahrnehmbar und lässt alles an Dynamik vermissen, trifft selbst hohe Töne nicht richtig und fängt recht schnell an, zu scheppern und blechern zu klingen.

 

Das ungleiche Verhältnis der beiden Lautsprecher sorgt daher für ein recht seltsames Ergebnis, dass zwar nicht wirklich schlecht ist, aber auch keine Begeisterungstürme auslöst. Für den kurzen Hörgenuss von kleinen Videos aber durchaus ausreichend. Auch als Radioplayer auf dem Schreibttisch macht das Mate 9 nicht viel falsch, aber das iPhone 7 Plus und das HTC 10 können hier mit ihren Lautsprechern dann doch noch etwas mehr.

 

Als absolut herausragend können wir aber den Akku bezeichnen. Die 4’000 mAh scheinen irgendwie nicht wirklich leer gehen zu wollen. Selbst mehrstündiges Pokémon GO spielen ist möglich ohne eine Powerbank mit sich herumschleppen zu müssen. Morgens um 10:00 Uhr losgelaufen und am frühen Abend um circa 18:0 Uhr wieder zu Hause angekommen: Noch rund 30 Prozent Akkustand auf dem Display gehabt – bombastisch! Kümmert man sich eher um alltägliche Aufgaben, dann sind zwei bis sogar drei Arbeitstage alles andere als ein Problem und absolut machbar. Schon beim Huawei Mate 8 wusste der Akku zu überzeugen, aber das Mate 9 setzt trotz der deutlich leistungsstärkeren Komponenten noch einmal einen drauf.

 

Als etwas nachteilig sehen wir allerdings Huaweis Super Charge Technologie. In erster Linie verrichtet sie einen enorm guten Job! Das Phablet ist innerhalb kürzester Zeit komplett voll und das bei einem 4’000 mAh grossen Akku. Respekt! Allerdings ist es wieder eine eigene Technologie und nicht kompatibel zu Qualcomms Quick Charge, ihr müsst also immer das entsprechend beigelegte Netzteil von Huawei nutzen.

Fazit – Herzlich willkommen im Oberhaus Huawei Mate 9!

Exzellent Huawei, exzellent! Man hat mit dem Huawei Mate 9 absolut an den richtigen Schrauben gedreht und präsentiert sogar von der Leistung her erstmals ein Smartphone, dass endlich mit der leistungsstarken Konkurrenz mithalten kann und in Sachen GPU sogar an Samsung und Qualcomm ganz leicht vorbezieht. Das Display ist zudem eine Augenweide, extrem gross, aber durchaus von sehr hoher Qualität, genau wie die Verarbeitung. Auch die Kamera macht einen hervorragenden Job, auch wenn es für den ersten Platz nicht reicht, ist sie dennoch ein Kaufargument, was nicht zuletzt auch an dem 20 MP-Monochromsensor liegt. Einzigartig platziert sich das Mate 9 damit in einer ganz eigenen Kategorie. Ebenfalls beeindruckend ist das Akkumanagement, dass das Huawei Mate 9 zu einem absoluten Dauerrenner werden lässt! Wir waren extrem beeindruckt, zumal die Software auf dem Mate 9 noch nicht final ist.

 

An Kritik kommt aber auch das Mega-Phablet nicht vorbei: So toll das Display auch ist, wir bedauern hier sehr, dass es wieder nicht für ein 2560 x 1440 Pixel Panel gereicht hat, zumal das Mate 9 als Daydream VR kompatibel beworben wird und Virtual Reality mit 5.9 Zoll Display und 1080p-Auflösung tatsächlich eher nachteilig ist. Zudem ist die beworbene Kompatibilität zu Daydream VR noch nicht umfänglich implementiert. Ebenfalls gut getan hätte an dieser Stelle eine IP-Zertifizierung wie IP67 oder IP68. Selbst Apple zog mit dem iPhone 7 und iPhone 7 Plus zwar sehr spät nach, schafften es aber schlussendlich dann doch. Das Mate 9 wäre hier als Jahresabschluss ideal gewesen, aber dieser Makel geht schon fast mehr in Richtung persönliche Präferenz. Wer nun noch einmal auf allerhöchstem Niveau nachlegen will, darf sich darüber ergiessen, dass die Kamera nicht an das Galaxy S7 heran reicht, aber ganz ehrlich, deutlich schlechter ist sie auch nicht.

 

Unterm Strich haben wir hier aber das mit Abstand beste Phablet auf dem Markt! Und das können wir uneingeschränkt schon so stehen lassen. Da sich das Note7 mit einem gewissen Hang zum Flammentod selbst aus dem Rennen verabschiedete, gibt es derzeit keinen erstzunehmenden Gegner jenseits der 5.7 Zoll, der dem Mate 9 in Europa offiziell das Wasser reichen kann. Zumal der Preis mit 699 Euro bzw. 699 Schweizer Franken sogar noch deutlich unter der damaligen UVP des Note7 liegt, welches für über 800 Euro bzw. SFr. auf den Markt kommen sollte, kann man auch hier eine Art von Preisleistungssieger krönen. Uns hat das Mate 9 insgesamt sehr gut gefallen und ist mit Abstand Huaweis bestes Flaggschiff-Smartphone für dieses Jahr.

vg-wort
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