Mo. 23. März 2015 um 1:00

Review: HTC One M9 im Test

von Christian Fritsch0 Kommentare

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Unboxing
  3. Hardware
  4. Design
  5. Software
  6. Kamera
  7. Akku
  8. Sound
  9. Benchmarks
  10. Dot-View-Cover (2. Gen)
  11. Fazit
 

Vorwort

Vor gut zwei Jahren rief HTC die One Reihe ins Leben. Sie überzeugte mit tollem Design (Metall Unibody), einem sehr angenehmen UI und einer UltraPixel Kamera. Ein Jahr später stellte HTC den Nachfolger des HTC One (Codename M7), das HTC One (M8), vor. Das Design wurde ein wenig verändert, die Optik des Smartphones blieb allerdings erhalten. Verbessert wurde die Kamera, es bekam zusätzlich zu der Kameralinse eine zweite zum Nachfokussieren des Bildes. Ausserdem wurde die Software nochmals verbessert. 

 

Doch es ist natürlich nicht alles Gold was glänzt: Viele Leute waren mit den Bildern der UltraPixel Kamera nicht zufrieden. Das Nachfokussieren beim M8 verwenden nur sehr wenige. Mit der neuesten Generation, dem HTC One M9, möchte HTC das Positive der vorherigen Generationen verbinden und die Probleme des M7 und M8 beheben. Ob dieses Vorhaben auch gelingt, lest ihr in unserem Testbericht zum HTC One M9.

 

Bevor wir mit der Review beginnen, muss noch eine Sache vorab gesagt werden: Das Gerät, das wir erhalten haben, wurde nicht mit der finalen Software ausgeliefert. Erst vor kurzem (15.03.2015) gab es ein Update, das einige Fehler beheben sollte. Die Installation dieses Updates ist auch sehr zu empfehlen. Weitere Informationen erhaltet ihr nachfolgend im Testbericht.

Unboxing

Das HTC One M9 hat, wie das HTC One M8 auch, eine quadratische Verpackung mit abgerundeten Ecken. Das Design der Verpackung hat sich jedoch gegenüber der des Vorgängers ein wenig verändert: HTC verwendet nun das Design des Dot-View-Looks, das aussieht wie die Dot-View-Cover.

 

In der Box selbst befindet sich das HTC One M9, in unserem Fall die „Silver on Gold“ Variante, ein Micro-USB auf USB Kabel, ein Netzstecker, ein paar In-Ear-Kopfhörer und das SIM-Tool, für das Öffnen des SIM-Slots. Bei unserem Smartphone handelt es sich um ein „Retail-Gerät“, aus diesem Grund liegen keine weiteren Anleitungen bei.

Hardware

Die Hardware des HTC One M9 ist auf dem allerneuesten Stand: Ein Snapdragon 810 Prozessor, 3 GB Arbeitsspeicher, eine 20 Megapixel Kamera auf der Rückseite, eine 4 Ultrapixel Kamera auf der Front und ein Full-HD Display. Bevor das oben genannte Software Update eingespielt wurde, hatte das HTC One M9 grosse Probleme mit der Wärmeentwicklung des Prozessors. Das Gerät wurde sehr warm, bis zu 50° wurden gemessen

 

Dieses Problem wurde durch das Update teilweise behoben, so wurden beispielsweise die Taktfrequenzen des Prozessors heruntergesetzt. Seit dem Update wird das Gerät bei rechenlastigen Prozessen, wie z.b. einem Spiel, schon noch warm. Allerdings kühlt sich das HTC One M9 relativ schnell ab. Die Wärmeentwicklung des Smartphones ist allerdings nach wie vor auch im alltäglichen Gebrauch spürbar. 

 

Bei dem Display des HTC One M9 handelt es sich „nur“ um ein Full-HD Display. Hier streiten sich wieder Kundschaft und Hersteller: Viele Leute wollen grundsätzlich nur das Neueste vom Neuen kaufen, während der Hersteller lieber Akkukapazität mit einem weniger hochauflösenden Display sparen möchte – und damit wiederum einen der Hauptwünsche der meisten Leute erfüllt.

Design

In Sachen Design entscheidet sich HTC für eine Weiterentwicklung der Vorgängermodelle. Die eher kantige Seite des M7 und die abgerundete Rückseite des M8 wurden in der aktuellsten Version miteinander verbunden. Durch die eher kantigen Seiten liegt das HTC One M9 sehr gut in der Hand und behebt dadurch den Fehler des M8, das etwas rutschig war. Auch die abgerundete Rückseite führt zu einer sehr guten Handhabung. 

 

Bezüglich der Tasten haben sich zwei Sachen geändert: Erstens gibt es nun zwei Lautstärke Tasten anstatt der früheren Lautstärken-Wippe. Die Lautstärketasten sind auf der rechten Seite geblieben. Zweitens wurde die Standby-Taste unter die Lautstärketasten gesetzt. Das ist anfänglich ungewohnt, aber nach einem Tag ist das kein Problem mehr. Besonders gelungen ist die Struktur der Standby-Taste, wodurch man die Taste sehr schnell fühlt.

Die Farbgestaltung des M9 ist neu. Es gibt nun eine Zwei-Farbenkombination. Wir haben als Testgerät die „Silver on Gold“ Variante erhalten. Neben dieser Farbkombination gibt es noch „Gunmetal Grey“, was man bereits vom One M8 her kennt, „Gold on Gold“ und „Pink“.

 

HTC hat bereits beim M8 viel mit Farben „experimentiert“. Es gab eine blaue, eine rote sowie eine pinke Variante. Schön wäre es gewesen, wenn HTC die Farben der alten Modelle aufgegriffen hätte, so könnten beispielsweise Silver on Blue, Silver on Red oder Silver on Pink Varianten hergestellt werden.

Software

HTC liefert das HTC One M9 mit der aktuellsten Android Software aus (5.0.2). Das UI Sense wird in der aktuellen Version 7 verwendet.

 

Eine der Neuerungen der Version ist das personalisierte Sense Widget, also die Sense Startseite. Das Widget zeigt einem je nach Standort an, welche Apps hilfreich sein könnten, beispielsweise auf der Arbeit die Email-App oder unterwegs die Karten-App, um den Weg zum nächsten Termin zu finden. Umso länger man dieses Widget verwendet, desto mehr passt es sich den jeweiligen Gegebenheiten bzw. der Person an. Der Algorithmus des Widgets funktioniert erstaunlich gut.

 

Neben dieser Funktion hat das Widget noch zwei Ordner: Einen für Downloads und einen Vorschläge-Ordner, der anhand der installierten Anwendungen-Apps anzeigt, wie der „Workflow“ verbessert werden könnte. Im Downloads-Ordner werden die letzten heruntergeladenen Apps angezeigt. Wer das Widget oder die Ordner nicht möchte, kann sie jederzeit vom Startbildschirm entfernen.

 

Die wohl grösste Neuerung der Software ist die erhöhte Möglichkeit zur Individualisierung. Zwar gibt es seit längerem die Option einer Personalisierung bei Sense, diese wurde aber in der neuen Version 7 deutlich erweitert. Mit der Themes-App kann man entweder bereits erstellte Themes von HTC oder anderen Leuten herunterladen oder auch eigene erstellen. Themes können beispielsweise anhand des verwendeten Hintergrundbildes erstellt werden. 

 

Neben dem Hintergrundbild kann man Texturen, Farben, Symbole, Töne und Schriftarten auswählen. Das erstellte Theme kann nach der Fertigstellung entweder privat verwendet oder öffentlich geteilt werden. Bei einer Veröffentlichung können auch andere Userinnen und User das Theme herunterladen und verwenden. Eine wirklich super Sache.

 

Durch den aktuellen Prozessor und 3 GB RAM läuft das System sehr flüssig und ohne Ruckler. 

Kamera

HTC hat bisher bei der One Serie auf UltraPixel Kameras gesetzt. Diese Kamera ist zwar weiterhin im M9 verbaut, allerdings auf der Frontseite. Es handelt sich hierbei um einen UltraPixel Sensor des M8, der für Selfies verbaut wurde. Besonders in dunklen Umgebungen kann die UltraPixel Kamera mit ihrer Weitwinkel Optik punkten.

 

Auf der Rückseite verwendet HTC nun einen „normalen“ Sensor mit 20.1 Megapixel. Gerüchten zufolge soll dieser von Sony stammen. Die ersten Bilder, die von uns gemacht wurden, wurden nicht mit der finalen Software aufgenommen. 

 

Nach dem Update am 15.03.15 wurde unter anderem das Rauschverhalten verbessert, das man bereits in der Live View wahrnehmen konnte.

 

Negativ aufgefallen ist der Autofokus, der im Verhältnis zu anderen Geräten, wie beispielsweise dem LG G3, relativ langsam war.

Akku

Wenn man sich ein Highend Gerät wie das M9 kauft, möchte man natürlich eine sehr gute Akkulaufzeit bzw. Leistung haben. Wir haben einen Akku-Test von PC Mark machen lassen. Hierzu wurden in einer „Dauerschleife“ bestimmte Aufgaben durchgeführt, bis der Akku nur noch 20% besass. Die Ergebnisse findet ihr im Benchmark Abschnitt. 

 

Im alltäglichen Gebrauch hielt der Akku je nach Nutzung zwischen einem und anderthalb Tagen. Im Fall, dass der Akku nur einen Tag hielt, wurde sehr viel mit dem Gerät gespielt und gearbeitet, das hat den Akku sehr schnell leer werden lassen. Das HTC One M9 verfügt also über keine aussergewöhnliche Akkulaufzeit, sondern nur über eine ganz gute. 

Sound

Es gab bisher kein Smartphone, das in Sachen Lautsprechersound dem M8 das Wasser reichen konnte. Auch das HTC One M9 hat einen wirklich tollen Sound. Es macht einfach Spass, darüber Musik zu hören. HTC BoomSound hat nun zwei Modi: Theater und Musik. Der Theatermodus will digital ein wenig ein 5.1 System simulieren. Das gelingt zwar nicht ganz, aber es ist nochmal ein Stück besser als beim HTC One M8.

 

Der Musikmodus beinhaltet ein anderes Soundprofil, das besonders für Musik geeignet ist. Sollte man einmal statt der Boomsound Lautsprecher Kopfhörer verwenden, kommt man auch hier in den Genuss von Dolby Audio.

HTC-One-M9-Design_8 Review: HTC One M9 im Test
HTC One M9 – Boomsound Lautsprecher

Benchmarks

Das Thema Benchmark ist so eine Sache. Die einen sagen, Benchmarks haben keine Aussagekraft, weil die Hersteller sie sowieso „manipulieren“. Andere wiederum „schwören“ auf gewisse Benchmark-Programme. Wir haben für euch ein paar davon auf dem HTC One M9 laufen lassen: 3D Mark, AnTuTu und Geekbench 3.

 

Wie eingangs erwähnt, hat HTC während dem Review-Prozess ein Update veröffentlicht, welches unter anderem die Hitzeprobleme lösen sollte. In erster Linie wurde wohl der Takt der Prozessoren gesenkt. Wie sich das auf die Benchmark-Ergebnisse auswirkt, zeigt folgende Tabelle:

 

BenchmarkVor dem UpdateNach dem UpdateDifferenz
3D Mark (Ice Storm Unlimited)22’79120’789– 8.8 %
AnTuTu v5.653’37549’980– 6.4 %
Geekbench 3.3.2 Single-Core1’144846– 26.0 %
Geekbench 3.3.2 Multi-Core3’6093’380– 6.3 %

 

Wie man unschwer erkennen kann, hat die Anzahl Punkte bei jedem Benchmark leicht nachgelassen. Es darf jedoch bezweifelt werden, dass sich diese Reduktion im Alltag bemerkbar macht, schliesslich sind die Werte auch nach dem Update noch absolut als sehr gut einzustufen.

Dot-View-Cover (2. Gen)

Ein besonderes Merkmal des HTC One (M8) war das neue Zubehör, besser gesagt das Dot-View Cover. Hierbei handelte es sich um ein Case, welches das Gerät komplett schützt. Das Besondere an dem Dot-View Cover ist die Frontseite, die über eine spezielle App 8-Bit Bilder durch Double Tap anzeigte. Auf diesen Bildern sieht man die Uhrzeit, das Wetter und Benachrichtigungen. Man kann aber praktischerweise auch Anrufe annehmen, ohne das Case öffnen zu müssen.

 

Mit dem One M9 hat HTC auch eine zweite Generation des Dot-View Covers vorgestellt. Es gibt sie wieder in verschiedenen Farben, beispielsweise dunkelgrau oder blau. Die wichtigste Neuerung ist die durchsichtige Rückseite, wodurch das Design des Smartphones besser in den Vordergrund gerückt wird und nicht mehr verdeckt wird.

 

Die Dot-View App, die bereits auf dem One (M8) und One M9 vorinstalliert ist, erhielt ebenfalls ein Update. Es gibt nun zwei neue Apps für das Cover: Erstens eine Zeichen-App und zweitens ein Spiel namens „Dot Breaker“, das eine Hommage an den alten Spiele-Klassiker „Space Invaders“ ist. Eine weitere Neuerung in der Dot-View App sind die „Live-Themes“, die eine Art Live-Wallpaper für das Cover darstellen.

Fazit

Das HTC One M9 ist eine sehr gute Weiterentwicklung der One Serie. Die Hardware ist auf dem neuesten Stand der Technik, auch wenn HTC beispielsweise beim Display „nur“ ein Full-HD Display verwendet. Trotz der Auflösung wird alles sehr scharf und farbgetreu dargestellt.

 

Probleme hatte das One M9 anfangs mit der Wärmeentwicklung des Snapdragon 810. Durch das Heruntersetzen der Taktraten wurde dieses Problem von HTC so gut es ging behoben. Leider wird das Gehäuse bei hoher Belastung (z.B. Gaming) immer noch ziemlich warm.

 

Auch das Design des HTC One M9 wurde gegenüber den Vorgängern gut weiterentwickelt. Es liegt sehr gut in der Hand und man muss keine Angst haben, dass es einem aus der Hand rutscht. Durch die 5 Zoll Display-Diagonale ist eine Einhand-Bedienung noch eingeschränkt möglich. 

 

Bei der Software hat sich gegenüber der Vorgänger-Version Sense 6 einiges getan. Es gibt ein Sense-Startseiten-Widget, das den „Workflow“ verbessern soll. Mir persönlich hat es nicht so zugesagt, ich organisiere meinen Homescreen lieber selbst. Was mir jedoch sehr positiv auffiel, sind die neuen Möglichkeiten der Personalisierung. Es macht sehr viel Spass, eigene Themes mit Hilfe seiner selbst gemachten Bilder zu erstellen! 

 

Beim Thema Kamera wird es bestimmt unterschiedliche Meinungen geben. Wer eine hohe Affinität zu Fotos/Kameras hat, wird mit den Bildern nicht zufrieden sein. Mir persönlich haben die Fotos anfangs auch nicht gefallen. Mit dem später erhaltenen Update wurden die gemachten Bilder allerdings besser. Für Schnappschüsse ist die Kamera wirklich gut, für mehr reicht es leider nicht. Hier können andere Hersteller die Punkte abräumen.

 

Die Akkulaufzeit ist gut, aber mehr als anderthalb Tage waren leider nicht drin. Man sollte gut mit dem Akku über den Tag kommen, ohne sich Sorgen zu machen. An dieser Stelle muss man allerdings wieder daran erinnern, dass die Laufzeit je nach Benutzung anders ist. Wer viel GPS an hat oder viel spielt, wird eine viel geringe Laufzeit haben als jemand, der nur ab und an telefoniert oder SMS schreibt.

 

Der Sound des One M9 ist wirklich einsame Spitze! HTC hat hier nochmal eine Schippe draufgelegt. Die Zusammenarbeit mit Dolby hat HTC BoomSound wirklich verbessert. Es macht richtig Spass, Videos auf dem Smartphone zu schauen. Für mich persönlich sind es mit Abstand die besten Smartphone-Lautsprecher auf dem Markt!

 

Erfreulich wäre die Möglichkeit der individuellen Gestaltung, wie beispielsweise beim „Moto Maker“ nach dem Motto: Gestalte dir dein HTC One M9 ganz individuell: Rahmenfarbe (Gold, GunMetal Grey, Blau, Rot, Pink usw.), Rückseite  (Silver, Gold, Gunmetal Grey) und Frontpanel. Auch die Gravur der Rückseite könnte angeboten werden. Wie seht ihr das?

 

Alles in Allem ist das HTC One M9 ein wirklich tolles Smartphone. Ob das die Masse auch so sehen wird, muss sich in Zukunft zeigen. Der UVP des Gerätes ist meiner Meinung nach vielleicht ein wenig zu hoch angesetzt mit 749 Euro bzw. 729 SFr. Aber ich denke, dieser wird in den nächsten Monaten auf rund 600- 650 Euro bzw. Franken fallen. Wer aktuell ein HTC One (M8) besitzt, sollte vielleicht die Generation auslassen und auf das „M10“ warten. Ein Upgrade vom One M7 auf das One M9 lohnt sich auf jeden Fall.

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