Review: HTC One A9 im Test - PocketPC.ch
Mi. 28. Oktober 2015 um 17:33

Review: HTC One A9 im Test

von Christian Fritsch4 Kommentare

Das HTC One A9 hat viele Wellen in den Gerüchteküchen der Welt geschlagen. Es gab viele Leaks des Gerätes und man war sich bereits vor der Vorstellung sicher, was HTC zeigen wird. Dennoch ist es doch jedes Mal etwas anderes, das Smartphone tatsächlich in der endgültigen Version in den Händen zu halten.

Was wir nun von dem Gerät halten und ob wir eine Kaufempfehlung aussprechen, lest ihr natürlich in diesem Testbericht.

 

Technische Daten

 

Display-Diagonale 

5 Zoll 

Display-Typ 

AMOLED capacitive touchscreen, 16 Mio. Farben

Display-Auflösung 

1080 x 1920 (441ppi)

Masse (L x B x H) in mm 

145.8 x 70.8 x 7.3 mm

Gewicht 

143 Gramm

Akku 

2’150 mAh Akku (nicht wechselbar), Quick-Charge 2.0 & 3.0 vorhanden

Chipsatz 

 

System 

Qualcomm Snapdragon 617

Prozessor 

Quad-core 1.5 GHz Cortex-A53 & quad-core 1.2 GHz Cortex-A53

Grafik 

Adreno 405

RAM 

2 GB / 3GB (32 GB Modell) 

Speicher 

16 oder 32 GB intern  + Micro-SD-Slot mit bis zu 200 GB

Konnektivität 

 

Sim Karte 

Nano-Sim 

 

Mobilfunk 

2G

GSM 850 / 900 / 1800 / 1900

3G

HSDPA 850 / 900 / 1900 / 2100

4G

1(2100), 3(1800), 5(850), 7(2600), 8(900), 20(800), 28(700), 38(2600), 40(2300), 41(2500)

WiFi 

Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, dual-band, Wi-Fi Direct, DLNA,

Bluetooth 

v4.1, A2DP, apt-X

USB 

micro-USB v2.0

Infrarot 

Nein

NFC 

Ja

Video Ausgang 

Unbekannt

Kamera 

 

Hauptkamera 

13 MP, 4128 x 3096 Pixels, OIS, 

Blitz LED 

Dual-LED

Frontkamera 

4 MP

Sonstiges

 

GPS

Ja

Sensoren

Accelerometer, gyro, proximity, compass

Betriebssystem

Android 6.0 + Sense 7.0_g

Farben

Carbon Gray, Opal Silver, Topaz Gold, Deep Garnet

 

 

Design und Verarbeitung

HTC hat an der Design Philosophie seiner One-Reihe auch beim HTC One A9 mehr oder weniger festgehalten. Es handelt sich um ein Unibody-Metall-Gehäuse plus Aussparungen für die Antennen. Viele werden sagen, wenn sie das Design des HTC One A9 sehen, dass es sich um einen Design-Klon des iPhones handelt. Mit dieser Kritik muss HTC leben und wir sehen das allerdings nur zum Teil so. Zwar ist die allgemeine Form des Gerätes sehr ähnlich mit denen des iPhone 6, allerdings hat es beim „Look & Feel“ nach einer gewissen Zeit nicht mehr den Charakter eines iPhones. Die Tasten an der Seite besitzen eine andere Struktur, es ist einen Ticken grösser als ein iPhone 6 und lange nicht so rutschig. Hier benötigt man kein extra Case, weil einem das Gerät öfter mal aus der Hand rutschen könnte: Es liegt wirklich stabil in der Hand.

 

Die Verarbeitung des HTC One A9 ist wirklich sehr gut. Es knarzt nichts oder wackelt. Auch die Tasten an der Seite wackeln nicht hin und her und besitzen einen wirklich sehr guten Druckpunkt. Sehr gut ist ebenfalls an den Tasten, dass HTC mitgedacht hat und der Standby-Taste eine Struktur gegeben hat, so dass man sie auch blind ertasten kann. Auf der Front des Gerätes befindet sich der Fingerabdrucksensor, der gleichzeitig bei aktiviertem Display als Home-Button fungiert. Er ist touch-sensitiv und hier hätte vielleicht ein „richtiger“ Button besser gepasst, aber das ist Ansichtssache. Sowohl der Home-Button, als auch der Fingerabdrucksensor funktionieren schnell und zuverlässig. Eine Sache, die manche Leute auch bei anderen Smartphones stört, ist die herausstehende Kamera. Warum man das Gerät dann nicht einfach ein paar Millimeter dicker macht und dafür einen grösseren Akku einbaut und die Kamera versenkt, bleibt ein Rätsel. 

 

 

Display

Bei dem Display des HTC One A9 handelt es sich um ein 5 Zoll AMOLED Display, welches eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel, sprich Full-HD, besitzt. Der ppi-Wert beträgt 441 und das Display ist ausreichend scharf, so dass man keine Pixel ohne ähnliches aus dem Display erkennen kann, wenn man näher heran geht. Die Farben des Display sind stark ausgeprägt, wie man es von AMOLED kennt, wem das aber nicht gefällt, kann in den Einstellungen das Farbprofil ändern. Die Blickwinkel des HTC One A9 sind sehr stabil und es gibt keine Verfärbungen zu bemerken. Alles in einem ein wirklich sehr gelungenes Display.

HTC One A9

Software

HTC hat diesmal sehr eng mit Google zusammengearbeitet, um so schnell wie möglich ein mit Android 6.0 aka Marshmallow ausgestattetes Smartphone auf den Markt zu bringen. Es hat sich gelohnt, denn HTC ist der erste Hersteller, der, von den Nexus-Geräten abgesehen, ein Smartphone mit der aktuellsten Android-Version 6.0 auf den Markt bringt. Neben einer neuen Berechtigungsstruktur bringt Android 6.0 viele Vorteile, wie z.b. den Doze-Modus, der die Akkulaufzeit der Geräte erhöhen soll. Natürlich liefert HTC sein neuestes Gerät nicht mit Stock-Android, sondern mit der UI Sense aus. Es handelt sich wie bei dem HTC One M9 hierbei um Version 7.0 allerdings in einer speziellen Version für Android Marshmallow (7.0_g). Die Software läuft äusserst flüssig und es konnten keine FPS Drops oder ähnliches bemerkt werden – obwohl mit dem Snapdragon 617 „nur“ ein Mittelklasse-Chipsatz verbaut wurde. Wobei man eigentlich sagen muss, dass bei einem Octa-Core Prozessor Android schon flüssig laufen sollte. Viele Neuerungen bringt Sense 7.0_g nicht mit sich, es sind allein die kleinen Anpassungen für Android 6.0, die gelegentlich auffallen. 

Kamera

Die Kamera des HTC One M9 hat leider enttäuscht, dafür ist es so eigentlich umso überraschender, dass die Kamera des HTC One A9 wirklich gut ist. Sie liegt zwar nicht auf dem Niveau eines LG G4, aber es handelt sich um eine wirklich gute 13 Megapixel-Kamera. Man kann auf den Bildern einige kleine Details gut erkennen auch wenn man heranzoomt. Die Kamera-App wurde von HTC erweitert durch einen Pro und einen Hyperlapse Modus. Im Pro-Modus ist es möglich Sachen wie ISO, Weissabgleich, Fokus und Belichtungszeit manuell einzustellen, wie man es beispielsweise von einer Spiegelreflexkamera kennt. Ausserdem können in diesem Modus Bilder im RAW Format (.dng) aufgenommen werden. Der Profimodus bietet wirklich viele Einstellungsmöglichkeiten, aber auch der „normale“ Modus ist gut eingerichtet und man kann auch out of the box sehr gut Bilder schiessen.

 

Hyperlapse ist ein schönes Gimmik. Mit diesem Modus kann man Filme aufnehmen und diese mit Hilfe der Zoe-App in Zeitraffer-Aufnahmen umwandeln. Die Geschwindkeit ist individuell einstellbar, so dass man bis zu zwölffache Geschwindigkeit abspielen kann. Nach dem erstellen wird sowohl das Hypelapse-Video, als auch die Aufnahme gespeichert. So kann man die Aufnahme auch mit einer anderen Geschwindigkeit noch abspeichern und auf diese Weise ein wenig herumprobieren. Mit Hyperlapse wirken die Clips eher wie Kameraaufnahmen aus einem Actionfilm und weniger wie gehetzte Zeitraffervideos, wie man sie oft in -gif-Dateien findet. Mit dem Zoe Video Editor kann man den Clips dann noch einen Individuellen Charakter geben bzw. mit Musik unnterlegen oder verschiedene Videos zusammenschneiden.

 

Akku & Sound 

Der Akku des HTC One A9 ist kein Wunderwerk. Mit 2’150 mAh ist er nicht wirklich gross und hier hätte HTC gerne noch etwas draufpacken können. Die Laufzeit des Akkus ist für die Grösse des Akkus wirklich gut, aber dennoch für ein aktuelles Smartphone nicht zeitgemäss. Man kommt meistens mit dem Gerät durch den Tag und die On-Screen-Zeit beträgt im Durchschnitt vier Stunden. Das ist weit entfernt etwa von einem Motorola Moto X Play. Was hingegen sehr gut ist, ist das Quick-Charge-Feature. Innerhalb kürzester Zeit bekommt man den Akku wieder aufgefüllt. In diese Richtung scheint der Trend zu gehen, auch Samsung setzte zuletzt auf weniger Laufzeit mit einer Füllung, sondern auf das schnelle Laden. Zehn bis zwanzig Minuten reichen aus, um das Smartphone für die nächsten Stunden wieder fit zu machen. QI-Laden ist aufgrund des Aluminiumbodys nicht an Bord.

 

Wegen des Fingerabdrucksensors hat HTC die Boomsound-Frontlautsprecher, für die sie so berühmt sind, leider ein wenig wegrationalisiert. Die Lautsprecher befinden sich diesmal auf der Unterseite des Gerätes. Zwar ist softwareseitig Boomsound beim HTC One A9 aktiv, dennoch kann es den Frontlautsprechern des HTC One M9 nicht gerecht werden. Sie sind besser als bei der Konkurrenz, im direkten Vergleich mit dem HTC One M9 verlieren die Lautsprecher des A9 aber leider haushoch.

Fazit

Gibt es aktuell eine Kaufempfehlung für das HTC One A9? Leider nicht! Grund ist der zu hohe UVP von HTC. Diese liegt aktuell bei 579 Euro und für dieses Geld bekommt man bei anderen Herstellern aktuell mehr, etwas das Samsung Galaxy S6 oder LG G4. Für einen Preis von 399 – 450 Franken bzw. Euro hätte das Gerät eine klare Kaufempfehlung bekommen. Die Hardware des Gerätes ist Mittelklasse und so wird sie beispielsweise in den USA für 399 US-Dollar ohne Steuern auch verkauft. Sogar mit 3 GB RAM und 32 GB Speicher. Ausserdem hat HTC für das US-Modell angekündigt, 15 Tage nach den Nexus-Modellen Updates für das A9 zu liefern – wie gesagt, gilt das leider nur für die USA. Die Kamera des A9 hat sich gegenüber dem One M9 stark verbessert und das Display sowie das Design des A9 sind wirklich sehr gut. Leider wird sich HTC mit diesem Design das Wort „iPhone-Klon“ immer wieder anhören müssen, auch wenn ich persönlich nach einiger Zeit mit dem HTC One A9 anders sehe – und auch HTC dies plausibel verneint.

Das HTC One A9 wird ab Anfang November in den Handel kommen, derzeit geht man bei HTC DACH vom 2.11.15 aus. Zunächst kommt in dunkelgrau und silber, einen Monat später finden auch die Farben gold und rot den Weg in die Läden.

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4 Antworten zu “Review: HTC One A9 im Test”

  1. Abarth sagt:

    Also wenn man jetzt nicht wüsste, was für ein Prozessor verbaut wäre – was ist nur Mittelklasse am Gerät?
    Bzw. wo bietet das S6 mehr?

    Display, Kamera, flüssige Bedienung, Klang, Akkulaufzeit?
    Würde mich wirklich interessieren, an was man solch eine Einstufung misst.

  2. Entrail sagt:

    Akku von der Größe deutlich zu klein für Oberklasse. Klar irgendwo muss der Platz her kommen, aber unter 2500 oder 2600 mAh ist für ein Flaggschiff einfach zu wenig, es sei denn es ist wirklich extrem gut optimiert.
    Prozessor mittelmaß, Kamera gut aber eben nur gut. Schau dir mal das Meizu Pro 5 an. Von der Verarbeitung scheint es diesem hier sehr ähnlich zu sein, hat den Prozessor aus dem Galaxy S6 und kostet glaube ich etwa 430€.

  3. skycamefalling sagt:

    Für mich ist es wirklich traurig zu sehen, wie HTC -einst DER Hersteller von Smartphones- immer weiter abbaut und in der Versenkung zu verschwinden scheint.
    HTC hatte einst den Touch HD, Touch Pro und HD2 gebaut…hervorragende Geräte und das beste was man zu der Zeit bekommen konnte.
    Ich hab das Gefühl, seit HTC zu Android gewechselt hat werden die Geräte immer belangloser.

  4. mfshva sagt:

    das Gerät ist sicher gut und vergleichbar mit Flagschiffen der Konkurrenz das schreibt der Test ja auch aber für 589Euro kann man beim besten Willen niemanden zum Kauf raten, ein S6 32GB gibt es mittlerweile um die 500Euro da ist das HTC ein Witz wenn der Preis auf 400-450Euro fällt dann ist es ein empfehlenswertes Gerät aber nicht zum aktuellen Preis

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