Sa. 09. Mai 2015 um 12:30

Review: Google Nexus Player im Test

von Stefan Wiesner1 Kommentare

Google hat mit dem Chromecast schon einen sehr erfolgreichen Streaming Stick im Angebot. Seit dem 15.04 ist in Deutschland und Österreich auch offiziell der grössere Streaming Media Player zu haben. Zu kaufen gibt es den Player direkt über den Google Play Store zu einem Preis von 99 Euro. In der Schweiz ist er offiziell noch nicht erhältlich, er lässt sich aber über Internethändler auch hier beziehen, allerdings schlagen diese gleich noch einen kleinen Obolus oben drauf.

Google Nexus Player Überblick 1
Lieferumfang des Nexus Players

Technische Daten und erste Eindruck

 

Der Player kommt in einem eher unüblichen runden Format daher und besitzt einen Durchmesser von 12cm bei 2cm Höhe, sein Gewicht beträgt 235g. In einem matten schwarz mit einem eingelassenen Nexus Schriftzug weiss der Player zu gefallen. Die Verarbeitung von Asus, die hier als Auftragsfertiger fungieren, ist echt super. In der dem Benutzer zu gewandten Seite, befindet sich einen weisse LED. die die Aktivität des Gerätes anzeigt. Die Anschlüsse befinden sich alle eingelassen auf der „Rückseite“, man hat hier den HDMI-Port in Version 1.4a, einen MicroUSB-Port und die Spannungsversorgung. Weiteren Kontakt mit der Aussenwelt nimmt der Player über Bluetooth LE4.1 und den schnellen WLan-AC Standard auf. Das integrierte WLan verwendet auch die MIMO Technik, womit ein theoretisch höherer Datendurchsatz möglich ist.

Der Nexus Player wird von einem Intel Atom CPU betrieben, welche mit bis zu 1,8GHz taktet. Der Arbeitsspeicher beträgt 1GB und der interne Speicher 8GB. Als GPU kommt eine Imagination PowerVR Series 6 zum Einsatz, welche auch die 3D Wiedergabe beherrscht. Standardmässig wird das Bild in 1080p bei 60Hertz übertragen.

Die Fernbedienung sieht der des Amazon Fire TVs zum verwechseln ähnlich, lediglich die Verarbeitung ist bei Amazon deutlich besser gelungen. Wenn wir schon parallelen ziehen, kann man sagen, dass der Fire TV und der Nexus Player sich sehr ähnlich sind bezüglich ihrer Spezifikationen.

Auch der Lieferumfang ist wie schon im Unboxing beschrieben dürftig, lediglich das Netzteil wird mitgeliefert. Ein benötigtes HDMI Kabel muss noch zusätzlich besorgt werden.

Anschluss und Einrichtung des Nexus Players

Der Anschluss gestaltet sich wie so meist relativ einfach. Den HDMI-Port mit einem Kabel an den TV anschliessen und das Netzteil in eine Steckdose gesteckt und schon kann es losgehen.

 

Durch die Ersteinrichtung führt ein Assistent, sodass man nur diesem Folge leisten muss. Man benötigt das WLan Passwort und die Zugangsdaten zu seinem Google Account. Nach der Einrichtung erwartet einen die neue Android TV Oberfläche.

 

An den Micro-USB Port kann mittels Adapter auch eine Festplatte, Tastatur, Maus usw. angeschlossen werden.

 

Leistung der Box

Die Android TV Oberfläche gestaltet sich auf den ersten Blick sauber und übersichtlich allerdings lassen einige Dinge doch zu wünschen übrig.

Positiv ist der Aufbau, oben sind Vorschläge, die Google aus den Sehgewohnheiten zusammenstellt, das betrifft Youtube Videos wie auch Filme aus Google Play Filme etc.

Darunter finden sich schon die installierten Apps wie der Playstore, Play Filme und selbst installierte Games und Apps.

Anschliessend kommen noch die Reiter mit den Einstellungen und den Schnellzugriff aus das Netzwerk.

Die Sprachsuche, welche auch am Nexus Player funktioniert, klappt super. Taste auf der Fernbedienung drücken und schon hört der Player aufs Wort, so lässt sich schnell der gewünschte Inhalt finden und das in nahezu jeder App.

Negativ dagegen ist, dass man in den Leisten einmal am Ende angekommen nicht wieder an den Anfang springen kann, sondern sich wieder von hinten nach vorne durcharbeiten muss, das stört aus Dauer.

Auch der Blick in den Playstore lässt nicht gutes erwarten, die App ausbeute ist mager, neben der Netflix App und den Mediatheken der öffentlich rechtlichen Sender, findet sich hier fast nichts brauchbares. 

Zum Glück gibt es die Möglichkeit von Sideloaded Apps. Hier kann man ganz komfortabel über den Playstore am PC die meisten Apps auch auf dem Nexus Player installieren. Jetzt würde es noch das Problem geben, dass man diese nicht unbedingt unter den installierten Anwendungen findet. Dafür haben findige Programmierer aber auch schon Abhilfe geschaffen. Es gibt einen Sideloadad Launcher, der genau dieses Problem umgeht und alles Apps einzeln auflistet.

 

Kommen wir aber zum eigentlichen Thema, der Wiedergabe von Medien. Das funktioniert natürlich ohne Probleme, Filme und Serien können über den Playstore bzw. Google Play Filme bezogen werden.

Filme aus der Privatsammlung kann man per Plex App ansehen oder sich per Sideloaded App Kodi/XBMC auf das Gerät ziehen. Über einen Umweg kann man auch Maxdome usw. auf dem Player nutzen. Der Player unterstützt natürlich das Google Cast verfahren und so kann man den Inhalt der Smartphone App oder des Chrome Browsers an den Nexus Player senden, somit kann man auch Apps nutzen, die nicht für den Player vorgesehen sind.

Auch auf Datenträger kann man mittels USB OTG Adapter zugreifen, dazu braucht man aber noch z.B. den ES File Explorer, eine 1TB Platte im NTFS Format wurde bei uns im Test ohne Probleme erkannt. Medien wie MKVs wurden über den installierten VLC Player flüssig wiedergegeben.

Auch an Spiele hat Google gedacht und macht somit den Media Player auch zu einer Mini Konsole. Es sind einige Games im recht überschaubaren Playstore vorhanden, denn diese machen den Gro des Angebotes aus. Das Spielen mit der Fernbedienung gestaltet sich meist schwierig und somit sollte man sich noch das seperat erhältliche Gamepad zulegen, wenn man Abends mal die ein oder andere Runde vernünftig zocken will.

 

Beim ersten Starten könnt ihr direkt ein Update auf Android 5.1 machen, einen Unterschied konnten wir dabei aber nicht feststellen.

 

Unterschied zum Chromecast

Was macht der Nexus Player anders als der Chromecast?

Im Prinzip eine leichte Sache, der Nexus Player ist ein eigenständiger Player, welcher auch ohne Smartphone oder Tablet funktioniert. Der Chromecast ist ein reiner Streaming Stick der sich darauf versteht, die ihm zugespielten Inhalte auf dem TV wiederzugeben aber nicht autark arbeiten kann.

Der Nexus Player kann all das, was der Chromecast auch kann und noch etliches mehr, allein die Fertigkeit Apps zu installieren macht ihn sehr variabel.

 

Fazit

Es ist Google erster Versuch einen Streaming Media Player im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Wir wollen nicht sagen, dass dieser Versuch misslungen ist aber geglückt ist er auch nicht.

Android TV wirkt noch sehr unfertig und wenig durchdacht, die Navigation mit der Fernbedienung ist sehr nervig, was vielleicht auch daran liegen mag, dass die Tasten ein sehr harten Druckpunkt haben und somit stark klacken beim betätigen. Um sich von der Masse abheben zu können, wären mehr Partner wie Sky oder Maxdome hilfreich, denn somit würde man einen zusätzlichen Anreiz schaffen sich den Player zu legen zu wollen. Neben neuen Partnern sollte Google alles daran legen mehr Apps in den Store zu bekommen, denn ohne Apps wird Android TV als solches keinen Erfolg haben.

 

Kaufempfehlung

 

Wem kann man jetzt empfehlen den Player zu kaufen? In erster Linie eher den technikbegeisterten Leuten unter euch, denn für Otto Normal User ist es noch nicht unbedingt praktikabel. Es muss einfach noch zu viel über Umwege eingestellt werden. Wir hoffen, dass Google da in Zukunft durch Updates noch einiges nachlegt und so auf die Community hört, wie Amazon es bei seinem Fire TV getan hat.

Warum den Player und nicht den Chromecast kaufen? Nun ja , wenn man doch mal vorhat die ein oder andere Runde zu zocken, dann kann man das mit dem Player doch deutlich besser tun.

Ansonsten reicht meist auch die Verbindung von Chromecast und Smartphone, denn damit kann man auch die meisten Medien auf den TV bringen.

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Eine Antwort zu “Review: Google Nexus Player im Test”

  1. scorpio16v sagt:

    Mal als Tipp:
    Der Playstore des Nexus Players zeigt leider in den Kategorien nicht alle kompatiblen Apps/Games an.
    Gibt man aber in die Store-Suche Begriffe wie z.B.: „Dateiexplorer“, „Emulator“, „Mediaplayer“ oder ähnliches ein, erhält man noch einiges mehr zum direkten Download auf den NP angeboten.

    Schade ist, das der Google eigene Chrome-Browser weder als Download angeboten wird und zumindest in der aktuellen Version nicht einmal per Sideload funktioniert.

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