So. 31. Mai 2015 um 8:49

Review: Garmin fēnix 3 im Test

von Stefan Landolt6 Kommentare

Der eher für Navigationsgeräte bekannte Hersteller bringt mit der Garmin fēnix 3 nun schon die dritte Version der smarten Sportuhr. Die neueste Version bietet ein Farbdisplay, GLONASS GPS und eine höhere Wasserdichtigkeit. Zudem wurde die Uhr auch optisch angepasst und macht nun etwas mehr her als die Vorgänger, vor allem in der ebenfalls erhältlichen Saphir Edition mit Edelstahlarmband.

Lieferumfang und Hardware

Das getestete Bundle wird mit einem Brustgurt geliefert und ist in einer eleganten Kartonbox verpackt. In der Box befinden sich neben der fēnix 3 ein Ladegerät für den proprietären Anschluss auf der Unterseite der Uhr, ein USB Ladegerät mit englischem und schweizer Steckdosenaufsatz, der Herzfrequenzgurt und eine kompakte Bedienungsanleitung. Die fēnix 3 wiegt 70g und misst 51.5 x 51.5 x 15.5 mm. Das runde Display bietet eine Auflösung von 218 x 218 Pixel und reicht für die gewünschten Darstellungen gut aus und ist auch bei hoher Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Die Uhr ist in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich: Grau mit einem schwarzen Armband, Silber mit einem roten Armband (die getestete Version) und ein Premium Modell mit Saphirglas und einem Edelstahlarmband. Alle Uhren sind mit einer Lünette und Tasten aus Edelstahl ausgerüstet und sind auch in einem Bundle mit Brustgurt für die Herzfrequenzmessung erhältlich. 

 

In der Uhr sind neben einem GPS Modul und einem Höhenmesser ein 3-Achsen Kompass mit Auto Kalibrierung, ein Thermometer, ein Vibrationsmotor und ein Barometer verbaut. Die Uhr kann die Daten zu Hause über eine WLAN Verbindung automatisch abgleichen oder unterwegs mit einem Smartphone mit Bluetooth 4.0 gekoppelt werden. Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku mit 300 mAh soll nach Angaben des Herstellers bis zu sechs Wochen im Uhrmodus, 15 Stunden im Trainingsmodus und bis zu 50 Stunden im Ultra Trac Modus halten. Bei den ausgiebigen Tests waren diese Zeiten eher kürzer. Die Uhr ist wasserdicht bis 100 m und kann so auch für das Schwimmtraining verwendet werden.

Funktionalität und Design

Die Uhr bietet für viele Sportarten wie Schwimmen, Laufen, Radfahren, Wandern und mehr die Möglichkeit zur Aufzeichnung. Dafür sind in der Uhr schon einige Sensoren wie Höhenmesser, Barometer, GPS und Temperatursensor verbaut, zusätzlich können aber noch andere Sensoren wie ein Trittfrequenzsensor für das Fahrrad oder externe Temperatursensoren verbunden werden, diese sind separat erhältlich.

Im Uhrmodus können viele aktuelle Werte wie Luftdruck, Temperatur, Höhe, Herzfrequenz, immer verbunden mit einem Profil über die letzten paar Stunden, angezeigt werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, die VIRB Action Kamera von Garmin fernzusteuern oder mit der Uhr die Musik auf dem Smartphone zu wechseln.

Die Einrichtung von zusätzlichen Sensoren ist sehr einfach gestaltet. Der Brustgurt muss nur angezogen werden und erscheint dann automatisch auf der Uhr in den Sensoreinstellung und kann dort hinzugefügt werden. Anschliessend wird er automatisch immer wieder erkannt.

 

Zusätzlich kann die Uhr eingehende Anrufe und Nachrichten anzeigen. Auch Kommentare, welche zu aktuellen Aktivitäten über die Garmin Connect Plattform eingehen, werden auf der Uhr eingeblendet. All diese Funktionen können mit ein paar Klicks auf die persönlichen Bedürfnisse eingestellt werden.

 

In der App, die es für iOS und Android kostenlos im jeweiligen Store gibt, können zudem einfach neue Ziffernblätter, Apps oder Widgets heruntergeladen und auf die Uhr gebracht werden, die Erweiterungen und Zifferblätter können dazu einfach ausgewählt werden. Durch Sortieren und Ein- und Ausblenden kann die Uhr an den jeweiligen Geschmack und die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Das funktioniert sowohl unter Android, als auch iOS sehr gut. Schade ist, dass Windows Phone (noch) nicht berücksichtigt wird.

 

Die Uhr berechnet aus den absolvierten Aktivitäten automatisch Vorschläge für die Erholungszeit, Prognosen für Wettkampfzeiten, hilft, den Laufstil zu analysieren, erstellt Profile mit Geschwindigkeit, Distanz, Höhenunterschied und mehr. Beispielsweise wurde im Test nach einem Tag wandern gleich nach dem Sichern der Aktivität eine Erholungszeit vorgeschlagen.

 

Zudem dient die Uhr mit dem eingebauten GPS als sehr genaues Navigationsgerät. So kann man Strecken folgen oder zu vorher eingestellten Punkten wie beispielsweise Campingplätzen oder dem Auto geleitetet werden. Bereits gelaufene Strecken kann man so zum Beispiel einfach zurücklaufen. Dies hat in der Praxis gut funktioniert.

 

Allgemein ist die Uhr sehr hochwertig verarbeitet und sieht nicht nur robust aus, sondern ist es auch. Kleinere Stürze, Regen, Dusche oder Bad können der Uhr nichts anhaben. Die Uhr ist wasserdicht bis 100 m. 

 

Garmin Connect™ Mobile
Entwickler: Garmin
Preis: Kostenlos
Garmin Connect™ Mobile
Entwickler: Garmin
Preis: Kostenlos

Benutzung

Die Bedienung der Uhr ist nach einer kurzen Übungsphase ziemlich intuitiv. Die einzelnen Apps und Widgets sind einfach aufrufbar und ein neues Trainingsmodul, wie zum Beispiel eine Wanderung, kann schnell gestartet werden. Beim Test in Schottland wurde die Uhr für eine längere Wanderung eingesetzt. Vor dem Losgehen kurz auf Wanderung klicken und schon zeichnet die Uhr verschiedene Messwerte wie Höhenprofil, Herzfrequenz (Brustgurt wird benötigt), Temperatur, Geschwindigkeit und die Position auf. Auf der Uhr können anschliessend die wichtigsten Infos zur letzten aufgezeichneten Aktivität angesehen werden. Für die detaillierteren Infos muss die Uhr mit dem Smartphone synchronisiert werden. Auf diesem sind dann die ganzen Verläufe ersichtlich und auch die Karte mit der gelaufenen Strecke wird zu den aufgezeichneten Positionen heruntergeladen. Zudem können in der App die Aktivitäten geteilt werden und es kann über Garmin Connect eine Challenge für dieselbe Strecke für Freundinnen und Freunde eröffnet werden. Allgemein kann man die Aktivitäten in der App sehr gut teilen, von anderen Leuten kommentieren lassen oder auch die Position senden, damit sie an dieselbe Stelle kommen etc. Hier ist die Verknüpfung mit Social Media oder auch mit dem eigenen Garmin Connect Service sehr gelungen.

 

Ein Minuspunkt ist hier, dass ohne aktive Internetverbindung die Synchronisierung nicht möglich ist. Die Synchronisierung hat so in Schottland sehr oft nicht funktioniert. Aber auch in der Schweiz scheint es damit öfters Probleme zu geben. Wenn die WLAN Verbindung zu Hause aber eingerichtet ist, funktioniert das mit den Updates, der Synchronisierung etc. jedoch gut.

 

In der Uhr sind viele Sensoren und Funktionen verbaut. Dies macht sich sicherlich in der Baugrösse bemerkbar, jedoch kann die Uhr auch so gut im Alltag getragen werden. Hierfür ist aber eher die Premium Edition mit Saphir Glas und Edelstahlarmband geeignet. Die anderen Modelle sehen dann doch sehr sportlich aus und eignen sich eher fürs Training. Um das Schlaftracking zu benutzen, muss die Uhr getragen werden. Dies ist aufgrund der Grösse eher gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber gut. 

Preis

Die Garmin fēnix 3 Silver gibt es beim Hersteller für 449 SFr., das Bundle mit Brustgurt für 499 SFr.. Die Premium Edition gibt es für 549 SFr. und das Premium Bundle für 599 SFr.. Bei manchen Schweizer Online Händlern ist die Uhr auch günstiger erhältlich. Beispielsweise ist das getestete Bundle bei Digitec für 427 SFr. erhältlich.. Dazu gibt es noch interessantes Erweiterungszubehör. 

 

Fazit 

Die Uhr bietet fast unbegrenzte Möglichkeiten für das Tracken aller möglichen Sportarten. Für diese vielen Möglichkeiten und die hochwertige Verarbeitung der Uhr ist auch der Preis angemessen. Auch kann die Uhr einfach mit zusätzlichen Sensoren erweitert werden.

 

Im Test gestört haben mich persönlich aber die geringe Akkulaufzeit beim Ultratrac, wie auch im normalen Uhrmodus. Aber GPS Funktionen oder auch die sofortige Anzeige von Nachrichten und Emails brauchen anscheinend viel Energie. Hier kann für längere Outdooraktivitäten ein externer Akku mit Solarpanel dazugekauft werden.

Der zweite Minuspunkt ist die etwas mühsame Synchronisation mit dem Smartphone. Hier müsste auch die Möglichkeit bestehen, ohne Internetverbindung die Aktivitäten auf das Smartphone zu laden und auch das automatische Abgleichen etwas besser funktionieren. 

 

Die Uhr lohnt sich aber sicher für alle, die gerne draussen sind und wissen wollen, wie schnell, wie hoch und in welcher Richtung sie unterwegs sind. Und sich beim nächsten Mal vielleicht noch mal steigern möchten.

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6 Antworten zu “Review: Garmin fēnix 3 im Test”

  1. Wolfgang D sagt:

    Die fēnix® 3 mit Saphirglas – Performer-Bundle finde ich bei ähnlichem Preis deutlich interessanter, als eine IWatch.

  2. patti_9000 sagt:

    Man sollte sich definitiv auch die Vorgängermodelle anschauen!!
    Ich habe mich vor gut einem halben Jahr mit den Fenix Modellen beschäftigt und schlussendlich für die erste Version entschieden! Warum? -> Preis/Leistung hat gepasst!
    Hab sie um 180€ gebraucht (neuwertig) erstanden und vermisse eigentlich nichts! Nutze vorwiegend für Wandern, Laufen, Radfahren und Radfahren inkl. Navigation.
    Bei der ersten Version wurden mittels Softwareupdate die Smart-Notifications nachgerüstet, aber ich muss sagen, dass diese Funktion extrem am Akku zieht! Wenn man die Benachrichtigungen verwenden möchte, muss man mit einer Akkulaufzeit von 10-12 Stunden rechnen -> also Durchschnittslaufzeit der Smartwatches (nur mit weniger Funktionen) 😀
    Abschließend muss ich sagen, dass ich ein großer Fan von der Fenix bin und ich werde wahrscheinlich in 2-3 Jahre, wenn der Preis wieder verkraftbar ist, auf die Fenix3 hochrüsten!

  3. skycamefalling sagt:

    Die Fenix 3 mit Metallarmband sieht sehr gut aus, könnte ich mir durchaus als Armbanduhr mit erweiterter Funktionalität vorstellen.

    Der aktuelle Preis übersteigt meinen Rahmen für eine Uhr allerdings deutlich, wird wohl eher -auch aufgrund der Softwarebugs- in einem oder zwei Jahren interessant.

    So ganz sicher bin ich mir auch nicht, ob ich die Funktionen auch nur ansatzweise nutzen würde…ich bin zwar oft mit Mountainbike oder Rucksack am Berg und gehe oft laufen und Radfahren, aber bisher hab ich nichts vermisst was mein Handy nicht auch könnte.

  4. TiRohn sagt:

    Ich finde es sehr schade, dass das Windows Phone System wieder mal nicht berücksichtigt wird, ich weiss auch nicht, woher die Information mit dem noch aus dem Artikel stammt, auf meine Anfrage hat Garmin, wie leider viele andere auch, mit „…Windows Phone hat zu wenig Marktanteil, so werden wir uns nicht um eine App dort kümmern….“ geantwortet.
    Ich habe mich mittlerweilen für die FitBit Surge entschieden und bin super happy damit, auch wenn Telefone und SMS noch nicht angezeigt werden, wird hier zumindest eine ziemlich tolle App zur Verfügung gestellt und die Aussicht auf Weiterentwicklung wird nicht abgewürgt… Der Funktionsumfang der Garmin ist schon sehr verlockend, allerdings sehe ich auch hier noch Optimierungspotential 😀

  5. skycamefalling sagt:

    Das Problem bei Garmin ist, dass sie nicht einmal die Software des eigentlichen Produkts in den Griff bekommen. Selbst die Probleme der Vorgänger sind längst nicht behoben.
    Deshalb schreiben sie halt rudimentäre Apps für die meistverkauften Systeme.

    Aber: Der Vorteil solch einer Uhr mit integriertem GPS wäre für mich ja gerade, dass ich mein Handy nicht damit verbinden muss. Ich möchte eine autonome Uhr, die nicht akkufressend per Bluetooth verbunden werden muss um nutzbar zu sein und GPS Daten zu bekommen.
    Von daher kann auch auch gut ohne eine WP-App leben.

  6. patti_9000 sagt:

    Genau das war mein Gedanke, als ich die Uhr gekauft habe!
    Ich wollte nicht beim Laufen auch noch mein Handy mitschleifen! Nur die Uhr und den Brustgurt und fertig!
    Gut beim Wandern oder Mountainbiken hat man meistens eine Tasche oder Rucksack mit, aber ich habe letztes Jahr oft mit einer Powerbank Wandern gehen müssen, da mein Handy mit laufendem Runtastic nicht die Tagestour durchgehalten hätte!

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