Sa. 21. März 2015 um 9:08

Review: Fitbit Charge HR im Test

von Yves Jeanrenaud5 Kommentare

Heute testen wir für euch, was der Fitbit Charge HR Fitness-Tracker mit Pulsfrequenzmesser alles kann. Bisher hatten wir schon die Vorgängermodelle Fitbit Flex, One und Tracker Ultra bei uns auf dem Prüfstand. Der Marktführer im Segment Connected Health und Fitness, Fibit Inc., der vor kurzem mit Fitstar.com eine der führenden Plattformen für personalisierte Video-Trainings für mobile Geräte aufgekauft hat, brachte mit dem Fitbit Charge HR vor einiger Zeit ein spannendes Produkt auf den Markt. Was es kann und taugt, wollen wir heute erörtern.

 

Inhalt

  1. Lieferumfang
  2. Hardware und Verarbeitung
  3. Funktion und Funktionalität
  4. Die Fitbit App
  5. Preis
  6. Fazit

Lieferumfang

Der Schlaf- und Aktivitätstracker von Fitbit kommt mit einem relativ überschaubaren Umfang an Zubehör daher. Die Verpackung beinhaltet neben dem Tracker eine Kurzanleitung und eine Sicherheits- und Garantiebroschüre, einen USB-Stecker zur Synchronisation sowie ein USB-Kabel zum Laden des Charge HR. Anders als beim Fitbit Flex ist der Tracker dieses mal fest in das Armband eingebracht und somit ist dieses nicht austauschbar. Auf die Grösse und Farbe muss man sich also im Vorfeld festlegen.

Hardware und Verarbeitung

Der Charge HR ist in vier Farben erhältlich. Neben dem Schwarz der hier vorgestellten Variante sind Blau, Lila und Orange im Angebot. Das Armband selbst ist 21 mm breit und somit schmaler als die meisten handelsüblichen Armbanduhren. Es ist passend für Handgelenke von 140 bis 193 mm Umfang, hat zehn Löcher zum Verstellen des Durchmessers und ist an der dicksten Stelle 1 cm hoch. Der Tracker wiegt insgesamt knapp 30 Gramm. Das Armband besteht aus flexiblem Elastomer, welches auf der Innenseite glatt, aussen jedoch strukturiert ist. Verschlossen wird das Armband mit einer herkömmlichen Schnalle aus chirurgischem Edelstahl. Der feste, unflexible Teil, welcher den Tracker selbst enthält, ist knapp 5 cm gross, leicht gebogen und wird vom Gummiarmband ebenfalls umschlossen. Auf der Oberseite ist das helle, weisse, OLED-Display, mit ca. 4 mm hohen Anzeigen und einer Auflösung von 128 x 32 Pixel zu finden, wobei ein 1 cm breites Band im Gummi ausgelassen ist. Links ist eine Taste zu finden, rechts eine Öffnung für den Luftdruckmesser. Auf der Unterseite sind der proprietäre Ladeanschluss sowie der Pulsmesser, welcher mit einem Fotosensor und hellen, grünen LED arbeitet, untergebracht.

Funktion und Funktionalität

Der Fitbit Charge HR beinhaltet einen Lithium-Polymer-Akku, der für fünf Tage ausreichend Strom liefert, um Aktivitäten und Schlaf sowie die Herzfrequenz aufzuzeichnen. Dazu wird der Tracker mittels mitgeliefertem kurzem USB-Kabel an einem beliebigen USB-Gerät, Netzteil oder Rechner innerhalb von ein bis zwei Stunden aufgeladen. Um den Arm getragen zeichnet das bis 10 Meter wasserdichte Wearable minutengenau alle Bewegungen sowie den Puls auf, speichert diese Daten für insgesamt sieben Tage und kann so in Verbindung mit der App Fitness- und Schlafdaten errechnen. Synchronisiert wird dabei via Bluetooth 4.0, wobei am PC, selbst bei vorhandenem Bluetooth 4.0-Modul, der mitgelieferte Stick benutzt werden muss. Die Software sowohl für Mac OS X als auch für Windows arbeitet nur mit diesem zusammen. Das Display des Charge HR wird über die Taste an der linken Gehäuseseite bedient. Dazu wird mit jedem Druck auf die Taste das Menü weitergeschaltet und eine weitere Information ausgegeben. Hierbei kann neben der Uhrzeit auch die Schrittzahl des aktuellen Tages, die derzeitige Herzfrequenz, die bisher zurückgelegte Distanz (wobei die Schrittlänge aus Geschlecht, Grösse und Gewicht von der Fitbit-App berechnet werden), die verbrannten Kalorien sowie die zurückgelegten Stockwerke angezeigt werden. Auch können die Anzahl aktiver Minuten, in denen also eine gesteigerte Aktivität gemessen wurde, angezeigt werden.

Drückt man länger auf die Taste, startet der Tracker eine Stoppuhr und zeichnet die gestoppte Zeitspanne gesondert als Training auf. Wenn zweimal kurz hintereinander auf den Charge HR (nicht die seitliche Taste) getippt wird, zeigt er standardmässig die Uhrzeit an.

Wenn das smarte Armband korrekt gekoppelt ist, kann es überdies unter iOS und Android sogar den Namen von eingehenden Anrufen anzeigen und einmal kurz vibrieren, um dies anzukündigen.

 

 

Das Zählen der Schritte erfolgt nochmals präziser als beim Vorgängermodell Fitbit Flex und ist für den Alltagsgebrauch durchaus ausreichend. Im Vergleich zum Flex sind nur kleine Differenzen von weniger als zwei Prozent zu verzeichnen. Auch bei starken Erschütterungen, im Bus oder Zug etwa, zählt der Charge HR nur selten falsche Schritte. Auf dem Fahrrad hingegen muss man die Tastenfunktion nutzen und die Radtour so stoppen und aufzeichnen. Dann kann die Zeitspanne anschliessend in der App als Radfahren gekennzeichnet und entsprechend verbucht und mit Kalorien vergütet werden, denn der Tracker weiss mit dem Radfahren selbst nur wenig anzufangen. Auch Schwimmen ist nicht so sehr seins. Die Herzfrequenz wird ganz passabel gemessen und ist vor allem schnell sichtbar. Eine höhere Genauigkeit erzielt man, indem der Charge HR weiter oben am Arm getragen wird und nicht direkt auf dem Handgelenk, wie bei Uhren eher üblich.

Die zurückgelegten Höhenmeter werden als Stockwerke mittels Luftdruckmessung bestimmt und berechnet und treffen in der Regel sehr gut die Realität. Der Schlaf muss nun nicht mehr, wie beim Fitbit Flex, manuell per Tippen auf den Tracker eingetragen werden, sondern wird automatisch erkannt und aufgezeichnet, so auch die Schlafphasen. Die Übermittlung der Anruf-ID bei eingehenden Anrufen klappt einwandfrei.

Fitbit
Entwickler: Fitbit, Inc.
Preis: Kostenlos
Fitbit
Entwickler: Fitbit, Inc.
Preis: Kostenlos
Fitbit
Entwickler: Fitbit
Preis: Kostenlos

Die Fitbit App

Die zugehörige App ist kostenlos in allen drei grossen App Stores zu finden und unterscheidet sich nicht von denjenigen der vorhergehenden Fitbits. Im Gegenteil wurde die App, seit Fitbit Aktivitätstracker herstellt, stetig weiterentwickelt und verbessert und steht mit allen Trackern gleichermassen zur Verfügung.

 

In der Fitbit App selbst werden die gesammelten und synchronisierten Daten nicht nur berechnet und angezeigt, es lassen sich auch einige Einstellungen vornehmen. Die Stammdaten wie Geschlecht, Grösse, Gewicht und Alter werden als Benutzerprofil hinterlegt, genauso, ob der Charge HR am dominanten oder nicht-dominanten Arm getragen wird, also der Hand, mit der geschrieben wird. Darüber hinaus lässt sich das Menü des Trackers konfigurieren und festlegen, welche Informationen und in welcher Reihenfolge dort angezeigt werden können sowie welche Daten als erstes ausgegeben werden. Auch werden die persönlichen, täglichen Zielvorgaben und die Zielgrösse per Fitbit App eingestellt. Standardmässig sind hier die Anzahl täglichen Schritte auf 10’000 eingestellt, bei deren Erreichen der Tracker sanft vibriert und zum Erfolg gratuliert. Der Vibrationmotor im Charge HR lässt sich übrigens auch für den sogenannten stummen Alarm nutzen, bei dem man, ohne andere zu stören, geweckt oder an eine bestimmte Zeit erinnert werden kann. Diese Alarme werden ebenfalls per Fitbit App konfiguriert. Die Aktion beim Doppeltippen auf den Tracker wird auch hier eingestellt.

 

Die App kann weiter durch die Vergabe verschiedener leistungsbasierter Auszeichnungen dazu motivieren, weiter zu machen und die persönliche Aktivität zu steigern sowie die integrierten Social Media-Funktionen nutzen. Fitbit verfügt nicht nur über die obligatorischen Schnittstellen zu entsprechenden Netzwerken, um den sozialen Druck beim Training zu erhöhen bzw. mit Erfolgen anzugeben, sondern hat auch ein eigenes Netz anzubieten, in dem man sich direkt mit Freunden und Freundinnen vernetzen, messen und gegenseitig anfeuern und ermutigen kann.

Über die Fitbit App werden ebenfalls die zu sich genommenen Nahrungsmittel, die aus einer sehr detaillierten und umfangreichen Datenbank ausgewählt werden können, eingetragen und so die Kalorienzufuhr protokolliert. All diese Daten werden übrigens in den Systemen der Fibit Inc. gespeichert.

 

 

Doch auch ohne App lässt sich der Fitbit Charge HR nutzen, denn die Software für Mac OS X oder Windows synchronisiert mittels Bluetooth-Dongle den Tracker und die Daten werden ebenfalls mit dem Fitbit-Dienst abgeglichen und dort gespeichert. Abgerufen werden die Informationen, Einstellungen und Daten dann mittels Webzugriff auf fitbit.com.

Preis

Der Fibit Charge HR kostet direkt beim Hersteller 149,95 Euro und kommt versandkostenfrei nach Hause geliefert – allerdings nicht in die Schweiz oder nach Österreich. Bei Amazon ist er derzeit für 144,97 Euro zu finden. In Österreich ist der Online-Preis derzeit ebenfalls zum Herstellerpreis von 149,90 zu haben, in der Schweiz ist der Fitbit Charge HR schon ab 139 SFr. zu bekommen.

Fazit

Mit dem Fitbit Charge HR ist dem Marktführer ein tolles Gadget und Wearable gelungen, welches im Alltag gute Dienste leistet. Toll ist die Extra Funktion mit der Anzeige eines eingehenden Anrufs. Dass die Armbänder nicht mehr austauschbar sind, wie noch beim Flex, fällt nicht wirklich ins Gewicht. Das Gummigemisch jedoch hat eine sehr fusselaffine Oberfläche, wie auf den Fotos auch zu erahnen ist, so dass der Tracker schnell etwas unsauber aussieht. Bedauerlicher ist jedoch, dass nur zwei Grössen verfügbar sind. Diese werden wohl den meisten passen, jedoch sind Menschen mit sehr schmalen oder etwas breiteren Handgelenken und Unterarmen hier deutlich im Nachteil. Toll ist, dass nun wieder Stockwerke mittels Luftdruck gezählt werden. Das hat mir persönlich beim Fitbit Flex gefehlt, denn es motiviert doch auch etwas, den Lift mal links liegen zu lassen und die Treppe zu nehmen. Das Motivations-System von Fitbit mittels Erinnerungen, Diagrammen und Abzeichen den Sammel- und Wettbewerbstrieb anzusprechen, geht auch beim Fitbit Charge HR auf. Trägt man das Gerät wirklich jeden Tag, geht man schnell ein paar Schritte mehr, nimmt sich mehr Zeit fürs Training und versucht, seine Zahlen zu steigern und neue Abzeichen zu gewinnen. Tritt man dann noch gegen andere an, verstärkt sich dieser Effekt schnell.

Durch die gute Akkulaufzeit von fünf Tagen wird der Tracker auch nicht lästig. Das Vorgängermodell Fitbit Flex musste alle zwei bis drei Tage an den Stromstecker, was doch mit der Zeit etwas frustrierte. Mit einer ganzen Arbeitswoche ist man mit dem Charge HR gut unterwegs und kann so den Tracker püntklich zum Wochenendstart und zum Arbeitsbeginn am Montag nochmals laden und ist so immer auf der sicheren Seite, was die Akkuladung angeht. Schade ist allerdings, dass der Anschluss zum Aufladen kein handelsüblicher microUSB-Stecker ist, das würde ein zusätzliches Kabel überflüssig machen.

vg-wort
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5 Antworten zu “Review: Fitbit Charge HR im Test”

  1. spacestation sagt:

    Leider funktioniert die Anrufbenachrichtigung mit Windows Phone.
    Dieser Hinweis ist vor dem Kauf ziemlich gut versteckt, so dass ich erst danach heraus fand.

    Der Support hat mir bestätigt, dass diese Funktion noch kommt, aber nicht wann.

  2. spacestation sagt:

    Leider funktioniert die Anrufbenachrichtigung mit Windows Phone NICHT….

    ….wollte ich schreiben, habe ein Wörtchen vergessen.

  3. Yves Jeanrenaud sagt:

    das stimmt leider, ja. unter iOS und Android wie gesagt jedoch schon. Liegt wohl leider an der Art der Kommunikation via Bluetooth. Erfahrungsgemäss ist man bei Fitbit aber recht kulant. Als ich mich wunderte, dass der Flex keine Treppenstufen mehr aufzeichnet, bot man mir gleich einen Umtausch an. Wenn du auf die Funktion nicht verzichten magst, kannst du denke ich ruhig den Kundendienst anschreiben.

  4. Hedros sagt:

    Es wäre ja genau das Ding, das ich gerne hätte; nur leider scheint es in der ganzen Schweiz nicht erhältlich zu sein….

  5. Yves Jeanrenaud sagt:

    digitec müsste die Charge HR vorrätig haben.

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