So. 13. September 2015 um 14:58

Review: devolo dLAN 1200+ Starter Kit im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Powerline Communication (PLC) oder PowerLAN-Adatper haben auf den ersten Blick nichts mit dem mobilen Leben rund um Smartphones und Tablets zu tun. Doch der Eindruck trügt, denn oft genug braucht man ein besseres WLAN-Signal an einem Ort wie etwa dem Büro im Keller, kann oder will aber keine Netzwerkkabel verlegen. Da kommt das Netzwerk über die Steckdose wie gerufen, denn die schon seit Jahrzehnten bekannte Netzwerktechnologie überträgt die Datenströme über das 50 Hz-Stromnetz auf einer höheren Trägerfrequenz neben dem Strom, so dass eben bestehende Leitungen und Anschlüsse einfach mitgenutzt werden können. Vor einigen Jahren hatten wir darum schon mal das Linksys PLEK500 HomePlug AV2 Powerline Networking Kit im Test und wollen euch heute das dLAN® 1200+ Starter Kit des bekannten Aachener Herstellers devolo näher anschauen. Das Produkt besteht aus zwei Adaptern, die den einfachen und schnellen Aufbau einer Powerline-Verbindung ermöglichen sollen.

Lieferumfang

Im Lieferumfang enthalten sind zwei dLAN® Plus-Adapter mit jeweils einem Netzwerkanschluss sowie einer integrierten Steckdose (bis maximal 3600 Watt) mit Netzfilter zur Verbesserung der Übertragungsgeschwindigkeit. Weiter sind Schnellstart-Anleitungen, Sicherheitshinweise und Konformitätserklärungen in mehreren Sprachen sowie zwei Ethernet-Kabel von jeweils zwei Metern Länge zum direkten Anschluss dabei.

Hardware

Die dLAN® Plus-Adapter selbst sehen aus wie grosse, weisse Steckernetzteile. Sie sind 13 x 6.6 x 4 cm gross (plus Stecker) und wiegen knapp 202 Gramm. Die Vorderseite beherbergt die integrierte Steckdose, je nach Land für den Stecker-Typ J oder F ausgelegt, mit Schutzkontakt, den erhabenen, hochkantigen Schriftzug devolo sowie eine LED mittig im unteren Drittel. Unten ist der bei diesem Adaptertyp einzelne Ethernet-Anschluss vom Typ RJ45 zu finden. Rechtsseitig ist ein Reset-Taster untergebracht, die Rückseite hat neben dem passenden Stecker ein Etikett mit der einzigartigen Security-ID des Adapters, MAC-Adresse, Seriennummer und einigen Informationen und Konformitätssiegeln.

Installation

Die Einrichtung erfolgt sehr einfach und intuitiv. Einstecken, Taster an beiden Adaptern zwei Sekunden lang drücken, fertig. Die Adapter suchen dann Powerline-Signale und richten sich selbst ein. Zusätzlich kann man mittels App für iOS und Android, Mac OS X, Windows und Linux ein individuelles Kennwort festlegen, mittels dem die AES-128 Verschlüsselung auf dem Stromnetz abgewickelt wird, neue Firmware installiert und die Übertragungsgeschwindigkeit überwachen. Für Windows Phone ist leider keine Software verfügbar.

devolo Cockpit
Entwickler: devolo AG
Preis: Kostenlos
devolo Cockpit
Entwickler: devolo
Preis: Kostenlos

Leistung

Kommen wir zum mitunter Wichtigsten, der Datenübertragung. Diese ist stark davon abhängig, was die Kupferdrähte in den Wänden hergeben, wie viele Steckdosen, Abzweigungen und Verbraucher, Kabelbrüche und anderes im Stromnetz vorhanden sind und die hochfrequente Signalübertragung stören oder dämpfen. 

Die Übertragungsraten von 1200 Mbit/s sind im alltäglichen Einsatz leider kaum erreichbar. Laut Hersteller ist diese Geschwindigkeitsangabe der Modems auf kurze Distanzen um die fünf Meter ausgelegt, also direkt von einem Raum zum nächsten, was auch durchaus Sinn ergeben kann, wenn beispielsweise das WLAN-Signal von einem Raum in den anderen nicht genügt.

Unter Laborbedingungen sind durchaus 1190 Mbit/s up- und 1170 Mbit/s downstream in der devolo Cockpit-Software zu sehen. Misst man anschliessend die Datenübertragung beim Kopieren von Dateien im Heimnetz unter Windows, werden knapp 500 Mbit/s gemessen.

In Altbauwohnungen mit Stromleitungen aus den 50er Jahren etwa sind hier noch knapp über 770 Mbit/s drin. Das ist immerhin mehr als das Dreifache anderer Adapter und das Doppelte der vorherigen Generation an Powerline-Adaptern. Dabei ist mit einer Brutto-Übertragungsrate von etwa 350 Mbit/s zu rechnen. An Stromverbrauch ist zwischen 1 Watt und 1.6 Watt zu verzeichnen, je nachdem, wie viel Aktivität im Netzwerk herrscht.

Die eingebaute Steckdose ist eine wirklich nützliche Sache, da so kein Stromanschluss in der Wand blockiert wird.

Preis

Das Starter Kit mit zwei devolo dLAN® Plus-Adaptern, das Plus zeigt die integrierte Steckdose an, kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 139,90 Euro bzw. 168.- SFr. Bei Amazon ist das Starter Kit für 118,93 Euro bzw. 120.- SFr. zu haben, digitec hat das Set für 168.- SFr. im Sortiment. Es gibt von devolo auch Powerline-Adapter mit mehr als einem Ethernet-Anschluss sowie integriertem WLAN-Accesspoint, mit und ohne integrierter Steckdose zu unterschiedlichen Preisen.

Fazit

Wer eine einfache und sichere Erweiterung des heimischen Netzes zur Überbrückung kürzerer Distanzen ohne Kabel durch Wände zu verlegen sucht, kann das devolo dLAN® 1200+ Starter Kit durchaus in Betracht ziehen.

vg-wort
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