Review: Das Sony Xperia Z2 im Test - PocketPC.ch
Di. 20. Mai 2014 um 21:39

Review: Das Sony Xperia Z2 im Test

von Valentin Moser4 Kommentare

Der ständige Wettkampf unter Android Geräte-Herstellern um die Performance- Krone läuft schon seit einigen Jahren. Letztes Jahr hat auch Sony beschlossen, bei dieser nie endenden Schlacht mitzumachen. Mehr noch, Sony brachte im Jahr 2013 gleich zwei Flaggschiffe im 5 Zoll Segment heraus: Das Xperia Z und dessen Nachfolger Xperia Z1, das nur sechs Monate später auf den Markt kam. Sony scheint indes Gefallen an dem Halbjahresrhythmus gefunden zu haben, denn auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona stellte man nach nur ebenfalls rund 6 Monaten den diesjährigen Champion Sony Xperia Z2 vor. Spekulationen über ein Z3 auf der IFA diesen Sommer sind also nicht allzu abwegig, gab es doch gerade heute erste Infos zum neuen Gerät

Was nun aber hat Sony sich für die 2. Reinkarnation ihres im Monolith Design gehaltenen Sony Champion des Vorjahres einfallen lassen? Wir finden es heraus in unserer Review.

Verzeichnis

  1. Design und Verarbeitung 
  2. Hardware
  3. Display
  4. Kamera und Video
  5. Multimedia
  6. Empfang und Gesprächsqualität
  7. Software und Bedienung
  8. Akku und Performance
  9. Fazit

Design und Verarbeitung 

Waren die Unterschiede zwischen dem Xperia Z und dem Xperia Z1 noch schnell gefunden, sucht man beim Xperia Z2 doch deutlich länger, bis man es optisch vom Z1 unterscheiden kann. Es ist marginal länger geworden und dafür etwas schmaler sowie dünner. Das Xperia Z2 behält somit Sonys markante Designsprache, die sich aus Schlichtheit und kleinen, aber eleganten Details zusammensetzt. Auch das Z2 beherbergt wieder den nun für Sony typischen Power Button. Vorder- und Rückseite bestehen aus grossen Glasflächen, während der Rahmen aus Aluminium mit Polykarbonaträndern besteht. Gerade der Polykarbonatanteil hat sich beim Xperia Z2 deutlich reduziert, was das Gerät einerseits dünner werden, andererseits wie aus einem Guss wirken lässt. Leider sind die vom Xperia Z bekannten leicht scharfen Kanten rund um die Glasflächen wieder spürbar, die beim Z1 sehr elegant vermieden wurden. Durch die generell rundere Bauform und das Verringern der Masse in der Breite und Dicke ist das Z2 allerdings sehr angenehm in der Hand zu halten. An einen Handschmeichler wie etwa das HTC One M8 möchte man bei Sony allerdings nicht denken. Das Xperia Z2 ist absolut verwindungssteif und fühlt sich sehr hochwertig an. Sehr viel Freude hat uns Sony mit den Stereolautsprechern gemacht. Diese sitzen nun kaum sichtbar an der Front des Gerätes, stören also das Design überhaupt nicht. 

Interessant ist, dass Sony den seit dem X10 eingesetzten Splitterschutzfolien den Rücken kehrt. Auf dem Xperia Z2 ist eine solche nicht mehr zu finden, was mehrere Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringt. Bisher hat diese zusätzliche Schicht das Display bei Bruch zusammengehalten und eine weitere Nutzbarkeit ermöglicht, sofern der Touchscreen noch funktionierte. Die unangenehmen Nebeneffekte waren der Widerstand zwischen Finger und Display sowie Fingerabdrücke. Insgesamt ist das Gefühl bei der Verwendung des Touchscreens deutlich besser als bei den Vorgängern und steht den Konkurrenzgeräten in nichts mehr nach.  

Der angepeilte Marktstart hätte Ende März sein sollen. Leider hatte Sony einige Lieferprobleme mit dem Z2 dank einer sehr hohen weltweiten Nachfrage. Dies spiegelt sich leider auch in der Verarbeitung mancher Erstkäufer Geräte wieder. So ist immer wieder von unregelmässig eingeklebten Glasflächen die Rede und durchschimmern von blankem Alu bei den eloxierten Teilen von schwarzen und violetten Geräten. Unser Gerät hat beides. Bei den Spaltmassen der Glasflächen geht es um Grössenordnungen von weniger als einem Millimeter. Mit der Zeit kann sich hier aber ein wenig Staub absetzen. Ärgerlich, aber kein grober Mangel in unseren Augen. 

Eher unangenehm sind die Fehler bei farbigen Geräten. Auch diese sind minimal, fallen jedoch schneller auf. Sie treten vor allem dort auf, wo Polykarbonat und Aluminium aufeinander treffen und sind wohl dem Design geschuldet.

Hardware

Auf der Hardwareseite hat sich Sony absolut nicht lumpen lassen. Im Inneren des Xperia Z2 ist alles verbaut was derzeit an Kraft vorhanden ist: Als Prozessor kommt Qualcomms aufgebohrter Flaggschiff-Prozessor, ein Snapdragon 801, zum Einsatz, welcher mit 2.3 GHz pro Kern und einer starken Adreno 330 GPU mehr als genug Dampf unter der Haube hat, um selbst anspruchsvollste Apps und Games ohne Probleme schnell und ruckelfrei darzustellen. Damit nicht genug, spendiert Sony schnelle und äusserst üppige 3 GB Arbeitsspeicher. Für Sony schon fast zur Tradition geworden, ist leider auch der auf 16 GB begrenzte interne Speicher, von dem etwa 11 GB für Apps und Daten zur Verfügung stehen. Für die meisten Anwendungen mehr als genug, sind 11 GB gerade für Spiele etwas eng bemessen. Im Durchschnitt passen drei grosse Spiele drauf, bevor der frei verfügbare Speicher voll ist. Auslagerung der OBB Daten (App-interne Daten) auf die SD Karte bieten viele Spiele leider noch nicht an.

 

Hardware 

 

Display-Diagonale 

5.2 Zoll (13 cm) 

Display-Typ 

FullHD Trilouminous-IPS-Panel

Display-Auflösung 

1080×1920 

Masse (L x B x H) in mm 

146.8 x 73.3 x 8.2 mm 

Gewicht 

158 g 

Akku 

3200 mAh Akku 

Chipsatz 

 

System 

Snapdragon 801 SoC (MSM8974AB) 

Prozessor 

Krait 400 mit 2.3 GHz 

Grafik 

Adreno 330 GPU 

RAM 

3 GB LP-DDR3 

Speicher 

16 GB fest verbaut + MicroSD bis 128 GB 

Konnektivität 

 

Mobilfunk 

LTE (Band 1,2,3,4,5,7,8,13,17,20); HSPA+ (42 MBit/s); UMTS, GSM 

WiFi 

802.11a/b/g/n/ac 

Bluetooth 

4.0 

USB 

USB 2.0 und OTG 1.3 kompatibel 

Infrarot 

Nein 

NFC 

Ja 

Video Ausgang 

Drahtlos per Miracast 
HDMI über MHL 

Kamera 

 

Sensor 

1/2.3 Zoll BSI-CMOS mit 20.7 MP und Sony G-Lens Optik 

Blitz 

Ja (1x weisse LED) 

Frontkamera 

2.1 Megapixel 

 

Display 

Das Display ist sicherlich eines der grossen Features des Xperia Z2. Mit seinen 5.2 Zoll (rund 13 cm) Diagonale und FullHD Auflösung stellt es Inhalte absolut gestochen scharf dar. Es ist ausserdem Sonys mehr als gelungener Versuch auf die Kritik der Vorgänger näher einzugehen, denn sowohl das Z als auch das Z1 waren stark in der Kritik, was die Blickwinkelstabilität anging. In diesen Disziplinen ist das Xperia Z2 jedoch über jeden Zweifel erhaben und liefert grandios ab. Mehr noch, das IPS Panel, das von Sony verbaut wird, soll vor allem auch einen erweiterten Farbraum haben, der es ermöglichen soll, Farben realistischer und lebendiger darzustellen. In unserem Test weiss das Z2 Display durchaus zu überzeugen. Es ist etwas warm kalibriert, lässt sich aber in den Einstellungen anpassen. Die Farbwiedergabe ist tatsächlich sehr kräftig, lebendig und – sofern die X-Reality Engine deaktiviert wurde – auch sehr farbtreu. Wer es lieber etwas quietschiger haben möchte, für den hält Sonys Bildverbesserungsengine X-Reality, die auch schon von der Bravia TV Reihe bekannt ist, eine etwas überzeichnete, dafür aber sehr kontrastreiche, für den kleinen Bildschirm nachgeschärfte Darstellung bereit, die vor allem bei Videos und Kamerabildern mit den Muskeln spielen kann.

Die Helligkeit unseres Exemplars ist schlicht als hervorragend zu bezeichnen. Weder das HTC One M8 noch das Z1 Compact liefern im direkten Vergleich eine solche Helligkeit wie das Z2. Das macht es vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung sehr angenehm lesbar. Die minimale Helligkeitsstufe ist dafür allerdings ein wenig zu hell. Ausserdem kriegt das Display einen feinen Lilastich bei minimaler Helligkeit. Verfärbungen bei niedrigerer Helligkeit sind an sich normal und der Hintergrundbeleuchtung geschuldet, eine Verschiebung ins Violette war uns aber bisher unbekannt. 

Kamera und Video

Wie bereits das Z1 und dessen kleiner Bruder, das Z1 Compact, wird auch im Xperia Z2 der 20.7MP BSI-CMOS Sensor samt Sony G-Lens Optik verbaut. Für die Belichtung bei Nacht steht eine weisse LED zur Verfügung. Auch an der Front Kamera hat sich nichts geändert: Hier bleibt es bei der vom Z1 bekannten 2.1 MP Kamera.

Beim Z2 hat Sony trotz altbewährter Hardware noch einmal ordentlich an der Bildqualität geschraubt. Es gibt mehr Details, weniger Bildartefakte bei schlechtem Licht und die Farbreproduktion ist als gut zu bezeichnen. Eine tiefergehende Review zur Kameraqualität werden wir bald nachreichen. 

Die Flash LED, welche die Kamera bei lichtschwachen Szenen unterstützen soll, dient am Z2, wie auch an seinem Vorgänger Z1 eher als Alibi und nicht als nützliche Lichtquelle. Bei Videoaufnahmen im Dauermodus ist die Leuchte dabei so schwach, dass man bei Dunkelheit gerade mal auf einen Meter noch eine brauchbare Helligkeit bekommt. Als Taschenlampe kann sie ebenfalls nicht wirklich dienen. Bei Fotos wird immerhin eine Art Überlast verwendet und beim Auslösen noch eine Helligkeitsstufe hoch gedreht. Hier sind zumindest Nahaufnahmen bis maximal 2 m Entfernung möglich, bevor das Licht zu schwach für die Kamera wird. Hier hat im Vergleich etwa HTC One M8 oder das iPhone 5s die deutlich bessere Technik verbaut, welche Fotos sogar auf 5 m Entfernung noch ausleuchten kann und selbst im „Dauerleuchten“ Modus heller ist als die LED des Z2 beim Auslösen von Fotos. 

 

720p SlowMotion

Apple machte es vor und trat damit einen kleinen Trend los. Die Rede ist von SlowMotion Videos. Auch Sony hat nun mit einer Eigeninterpretation und somit nahezu identischem Feature nachgezogen. Hiermit kann man Videos mit 120 Bildern pro Sekunde aufnehmen und nachträglich gewisse Zeitabschnitte verlangsamt darstellen. Die Auflösung des aufgenommenen Videos beträgt 1280×720 – FullHD war leider nicht mehr drin. Damit lassen sich witzige Effekte in den Videos erzeugen. Sobald man die Zeitlupen Bereiche festgelegt hat, wird dieses Video separat gespeichert, sodass man auch das Original noch hat um nachträgliche Änderungen vorzunehmen. 

 

4k Video 

Sonys 4k Implementation beinhaltet dank der grossen nativen Auflösung auch eine digitale Bildstabilisierung. In Ermangelung einer Abspielquelle für 4k Videos werden wir auf die Qualität nur am Rande eingehen.  

Ein Problem, dass nun auch im Internet schon immer wieder Erwähnung fand und einigen Zorn auf sich zog, ist das Hitzeproblem. Bei 4K Videos wird der Sensor so heiss, dass nach kurzer Zeit die Kamera abschaltet. Bei unserem Test war dies bei Zimmertemperatur nach 4:21 Minuten der Fall. Bei den aktuellen Temperaturen konnten wir im Freien dagegen über sechs Minuten lang filmen, bis der Speicher voll war. Sony selbst hat sich zu dem Problem bereits geäussert und empfiehlt, aufgrund der Datenmenge von 4K Aufnahmen und der Wärmeproduktion nicht länger als „ein paar Minuten“ aufzunehmen. Grundsätzlich müssen wir Ihnen Recht geben – unser knapp fünfminütiges Testvideo ist sagenhafte 2 GB gross. Dass dies natürlich dennoch gerade für Leute, die 4k viel nutzen wollen, als sehr ärgerlich empfunden wird, ist uns allerdings durchaus bewusst und die „Empfehlung“ seitens Sony kann natürlich nicht als Problemlösung gesehen werden. Hier hat Sony definitiv noch Nachbesserungsbedarf. Qualitativ sind die Videos aber wirklich brauchbar.

Multimedia 

In Sachen Multimedia hat Sony ordentlich vorgelegt. Das Xperia Z2 bietet neben dem grandiosen 5.2 Zoll Display auch Stereo Lautsprecher sowie eine ins Gerät integrierte Funktion zur Geräuschreduzierung – das entsprechende Zubehör vorausgesetzt.  

Hierfür kam beim Kopfhöreranschluss neben den bekannten vier Pins noch ein fünfter hinzu. Dieser dient zur Signalaufnahme eines zusätzlichen zweiten Mikrofons. Verwenden kann das Gerät dieses zweite Mikrofon für zwei verschiedene Anwendungsbereiche. Bei dem mitgelieferten MDR-NC31E In-Ear Headset beispielsweise ist in jedem der Hörer ein kleines Mikrofon integriert. Über diese wird jedes Geräusch aus der Umgebung aufgenommen und über einen Chip im Smartphone ein Gegenschall erzeugt, welcher die Umgebungsgeräusche somit aktiv neutralisiert. Während ein solches Feature bisher nur teuren grossen Over-Ear Kopfhörern vorbehalten war, ist dies damit nun auch bei dezenten In-Ear Hörern möglich. Als zweite Möglichkeit erlaubt dies die Verwendung eines externen Stereo-Mikrofons. Auch hier bietet der Hersteller mit dem STM10 ein passendes Zubehör an, welches Stereoklang in Studioqualität verspricht, sowohl für reine Audio-Aufnahmen, als auch bei Videos. Zumindest das Noise Cancelling machte hierbei eine sehr gute Figur und dämpfte erstaunlich gut. Zwar ist die generelle Audioqualität nicht allzu überragend, aber Umgebungsgeräusche wie beispielsweise im Zug oder der U-Bahn werden zuverlässig auf ein Minimum reduziert. Einzig beim Telefonieren versagen zumindest die mitgelieferten In-Ears mit ihren zwei Mikrofonen vollkommen. Man selbst ist auf der Strasse vom Angerufenen nicht mehr zu verstehen, da der Umgebungslärm die eigene Stimme vollkommen übertönt. 

Stereo Lautsprecher 

Lautsprecher sind bei Smartphones grundsätzlich ein eher vernachlässigtes Thema. Immer mal wieder gab es Ausnahmen wie das Nokia XpressMusic 5800, das Samsung Omnia i8910 oder das letztes Jahr vorgestellte HTC One (M7). Letzteres hat hier für Einiges an Furore auf diesem Sektor gesorgt. Sony wollte HTC wohl die Bühne nicht zur Gänze überlassen und so findet man im Z2 ebenfalls Stereo Lautsprecher – schön verpackt in kleinen Schlitzen am oberen und unteren Rand der Front. Die Qualität der Lautsprecher kann sich für ein Smartphone durchaus sehen lassen. Bereits das Z1 hatte einen akzeptabel guten integrierten Lautsprecher, der vergleichsweise vollen Klang lieferte, jedoch an der Unterseite angebracht war. Man kann mit Recht behaupten, dass Sony diesen genommen, verdoppelt und beide auf die Front des Z2 gepackt hat. Mit der Qualität und dem Soundvolumen des HTC M8 kann das Xperia Z2 dennoch nicht mithalten. Im Bereich Lautstärke nehmen sich beide Geräte nicht sehr viel, das HTC scheint hier aber eine Spur weiter vorn zu sein. Bei mittlerer Lautstärke nehmen sich beide Geräte auch in der Klangqualität nicht viel. Beide bieten – für Smartphones – einen erstaunlich guten und vollen Klang. Bei steigender Lautstärke lässt das Xperia Z2 jedoch etwas nach. Vor allem im Bereich der Mitten und Höhen verliert das Z2 hier deutlich an Klangvolumen und muss dem Platzhirsch hier das Feld überlassen.  

Interessant ist, dass bei Anrufen oder Benachrichtigungen nicht beide Lautsprecher verwendet werden, sondern nur der untere. Vermutlicher Grund dafür ist das Feature für automatische Anrufannahme, welches automatisch eingehende Anrufe beantwortet, sobald man das Telefon ans Ohr hält. Hier darf natürlich der obere Lautsprecher nicht mit voller Lautstärke den Klingelton abspielen, um Hörschäden zu vermeiden. Zwar sind Klingeltöne meist laut genug, etwas mehr könnte es aber besonders in belebter Umgebung dennoch sein. 

 

Empfang und Gesprächsqualität 

Empfangstechnisch können wir absolut nicht meckern. Der Mobilfunkempfang ist auf einer Ebene mit dem Z1 Compact und Z1 und bewegt sich im völlig normalen Rahmen – keine Ausbrüche nach oben oder unten festzustellen. 

Die WLAN Verbindung hingegen bietet ein völlig anderes Bild. Gegenüber dem Vorgänger besitzt das Z2 eine im Durchschnitt 17 bis 20 dB verbesserte Sende- und Empfangsleistung im 2.4 GHz Bereich (Gemessen an einem ASUS AC66U). Auch im Vergleich zum HTC One M8 sind hier gut 10 dB Differenz messbar – ein hervorragender Wert! 

Leider patzt Sony dann bei der Software. Denn wo beispielsweise das HTC M8 direkt zwischen 2.4 und 5 GHz wechseln kann und dies auch tut, geht diese Automatik bei Sony nur sehr schleppend. Nutzt man denselben SSID Namen für beide Frequenzbänder, muss das Smartphone selbst entscheiden, in welchen Frequenzbereich es sich einbucht. Beim ersten Verbinden ist das in der Regel das 5 GHz Band, welches die besseren Datenraten erlaubt. Kommt man jedoch aus dessen Reichweite, die bekanntlich deutlich kürzer ist, wird in das 2.4 GHz Band gewechselt. Auch wenn man sich wieder in den Bereich des 5 GHz Bandes begibt, so wechselt das Z2 erst nach einer gewissen Zeit im Standby Modus wieder zurück. Eine Wartezeit von 30 Minuten ist hier keine Seltenheit. 

Software und Bedienung

Benchmark 

Xperia Z1 

Xperia Z2 

HTC One (M8) 

BaseMark X 1.1 (default) 

21456 

24089 

26404 

BaseMark ES Taiji 

54,28 

59,45 

58,66 

3DMark Ice Storm Unlimited 

14910 

18975 

20294 (delisted) 

AnTuTu X Benchmark 

33589 

34225 

34147 

Bonsai Benchmark 

2905 

3644 

3780 

 

Die Akkulaufzeit ist etwas durchwachsen. Sie ist in keinem Fall als schlecht zu beurteilen. Zwei Tage Nutzung mit durchschnittlichen vier Stunden Display-An Zeiten (Automatische Helligkeit) sowie etwa einer Stunde Telefonie, alle ~15 Minuten Facebook + Messenger, Hangouts, Whatsapp, Skype, ein Exchange-Konto und drei IMAP Mailkonten mit Push Synchronisation war der Akku leer. Von einem 3200 mAh Akku hätten wir uns etwas mehr erwartet. Der Stamina Modus war übrigens bereits aktiviert. Etwas seltsam verhielt sich die Aktivitätsanzeige, denn diese zeigt erhöhte Aktivität trotz Nichtbenutzung. Der grösste Akkuverbraucher hinter dem Display laut Systemstatistik war Android OS mit 2-4h CPU- und rund 6-8h Aktivzeit. 

Stamina Modus 

Auch das Z2 bietet wieder den bereits bekannten Stamina Modus. Dieser ermöglicht es, Apps im Standby um die Möglichkeiten zu beschränken, Verbindungen aufzubauen oder Aktivitäten im Hintergrund durchzuführen. Dadurch entsteht gerade im Standby weniger unnötiger Datentransfer und keine CPU Last und das Gerät kann länger und vor allem tiefer schlafen – so jedenfalls die Theorie. In der Praxis ist dies jedoch leider etwas eingeschränkter als gedacht, denn wenn eine App das Gerät aktiv hält, kann der Stamina Mode nicht korrekt arbeiten. Auch scheint es diverse Probleme mit Apps wie dem Facebook Messenger zu geben, wenn Overlays – wie im Falle des FB Messengers die Chatsymbole – verwendet werden. Sobald eine App, welche in den Ausnahmen eingerichtet im Hintergrund aktiv wird, kann diese das Gerät aus dem Tiefschlaf wecken und dafür sorgen, dass auch andere Apps für kurze Zeit volle Freiheiten bekommen und Hintergrundaufgaben durchführen.

Fazit

Das Xperia Z2 ist eines der Geräte, die wohl den meisten Wirbel zum MWC gemacht haben. Und zurecht, das Z2 ist garantiert ein würdiger Nachfolger des derzeitigen Flaggschiffs in Sonys aufstrebendem Smartphone Line-up. Eher eine Evolution statt Revolution, macht das Z2 in Sachen Hardware keinerlei Kompromisse. Die Kamera ist schlicht als ausgezeichnet zu bezeichnen, Prozessor und Innenleben sind das Optimum, was derzeit für Geld zu kaufen ist. Das Design ist für Sony typisch schlicht, zeitlos und elegant gehalten, jedoch hapert es etwas bei der Verarbeitung. Auch wenn es hier um meckern auf hohem Niveau geht, kann man bei einem Gerät dieser Preisklasse eigentlich etwas mehr Perfektion erwarten. Auch an Features fehlt es nicht: Aktive Geräuschunterdrückung in den mitgelieferten Headsets sowie Stereo Lautsprecher an der Front des Geräts sind mit von der Partie.

Bei der Software dagegen hat sich relativ wenig geändert. Das Oberflächendesign der Z2 Software ist dasselbe, wie bereits im Februar mit Android 4.4 auf dem Z1 Einzug hielt. Das mag generell kein grosser Nachteil sein, weil das UX System von Sony selten Grund zur Beanstandung brachte, allerdings gibt es noch immer einige nützliche Features der anderen Hersteller, welche wir bei Sony schmerzlich vermissen. 
Das grandiose Display und die sehr gute Kamera, welche für Automatik-Schnappschüsse brauchbare Ergebnisse liefert und im manuellen Modus sogar teuren Kompaktkameras die Show stehlen kann, runden die Qualität des Gerätes noch einmal ordentlich ab.

Auf den ersten Blick wirkt das Z2 wie ein kleiner Feinschliff des Vorgängers, aber wenn man alles im Detail betrachtet, wurde an vielen Ecken teils enorm nachgebessert. Wenn man bereits ein Z1 hat, sollte man den Kauf gut abwägen, doch für einen Wechsel von einem älteren Smartphone können wir guten Gewissens eine klare Kaufempfehlung aussprechen, sofern man über die genannten kleineren Mängel hinweg sehen kann.

 

ProContra
Sehr gutes 5.2 Zoll IPS DisplayLeichte Verarbeitungsmängel
Die Crème de la Crème an Hardware verbaut   Kleinere lästige Softwarebugs
Ausgezeichnete Kamera Aus einem Softwarefehler resultierende schlechte Gesprächsqualität
Stereo Frontlautsprecher 

 Erhältlich ist das Sony Xperia Z2 zum Beispiel bei Amazon für rund 599 Euro (731 CHF).

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4 Antworten zu “Review: Das Sony Xperia Z2 im Test”

  1. haep1 sagt:

    [quote]und aus einem Software fehler resultierende schlechte Gesprächsqualität[/quote]
    Versteh ich nicht, was hat denn der WLAN Bug für eine Auswirkung auf die Gesprächsqualität???

    Wenn man nicht grade über Skype telefoniert hat das doch überhaupt keinen Einfluss. oO

  2. Googlook sagt:

    Guter Bericht, danke.

    Jenach Kanal kann ein 5 GHz Netz durchaus die grössere Reichweite haben als ein 2.4 GHz Netz. Ein nahtloser Wechsel wäre natürlich trotzdem wünschenswert.

  3. Alexander Spindler sagt:

    Mir gefällt das Sony Android nicht so sehr. Das sieht zu schlicht und langweilig aus von der Designsprache.
    Die Beispielfotos sind aber wirklich ein Knaller. Hier bin ich gespannt wie das Lumia 930 im Vergleich abschneiden wird.

  4. Valentin Moser sagt:

    Ich muss gestehen die Kamera hats mir wirklich wirklich angetan. Das is absolut genial was man damit anstellen kann. Leider ist die Sony Software etwas bevormundend. Dennoch, die Bilder sprechen Bände. Ein Kamera Review folgt.

    @haep1:
    Ich bitte um Verzeihung, da fehlt wohl ein kleiner Teil. Es handelt sich hierbei nicht um den Wlan Bug sondern um ein Problem mit den Mikrofonen, welche nicht korrekt auf den Sprecher fokusieren. Das Ergebnis ist teils sehr laute Hintergrundgeräusche bei gleichzeitig gedämpfter Stimme oder verzerrte Stimmen. Mit Headset (nicht das mitgelieferte) gibt es hingegen keine Beschwerden der Telefonatsteilnehmer.

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