Fr. 10. April 2015 um 0:00

Review: Das Samsung Galaxy S6 edge im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud5 Kommentare

Samsung zeigte in der Vergangenheit mit seinen Neuvorstellungen stets, dass sich die Firma am Puls der Zeit befindet, wenn nicht sogar ein wenig davor. Mit der Vorstellung des Samsung Galaxy S6 und des Samsung Galaxy S6 edge läutete der koreanische Hersteller nun die nächste Runde ein: Top-Hardware, saubere Software und seit neuestem super-edles Design. Das kann was werden! Ob das Konzept in diesem Jahr aufgeht, haben wir uns für den Testbericht ganz genau angesehen und lassen euch nun an unseren Erfahrungen teil haben.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Lieferumfang, Design und Verarbeitung

  2. Haptik

  3. Technische Details

  4. Software

  5. Akku

  6. Display

  7. Sound und Verbindungsqualität

  8. Kamera

  9. Fazit

1. Lieferumfang, Design und Verarbeitung

Das Galaxy S6 edge kommt in einer weissen Pappschachtel daher, auf welcher der Samsung Galaxy Schriftzug mit Typbezeichnung des Geräts prangt. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Smartphone selbst ein Schnellladenetzteil, ein MicroUSB-Kabel, Kopfhörer und eine Kurzanleitung in verschiedenen Sprachen.

 

Das Samsung Galaxy S6 edge springt sofort ins Auge, was am wirklich extravaganten Design liegt. Die beiden abgerundeten Display-Kanten lassen es sehr elegant und schmal wirken. Gegenüber dem „normalen“ Galaxy S6 wirkt es schlanker und innovativer, ansonsten gibt es keine Unterschiede zwischen beiden Geräten. Insgesamt hat sich beim Design sehr viel getan. Darüber, dass das Galaxy S6 wieder als „Plastikbomber“ in die Smartphonegeschichte eingehen wird, muss sich Samsung dieses Jahr garantiert keine Gedanken machen. Viele sehen in dem aus Aluminium und Glas bestehenden Gerät eine Symbiose aus iPhone und Sony Xperia Z1, was an den verwendeten Materialien und der Anordnung der Antennen und der Anschlüsse liegt.

 

Eines kann man aber in jedem Fall festhalten: Das Gerät ist einfach wunderschön. Beide Varianten bestechen durch ihr Design, das Metall unter dem Gorilla Glass 4 glänzt, alles ist wie aus einem Guss, störende Unterbrüche gibt es nicht. Eingerahmt ist das Smartphone von Aluminium. An der Rückseite findet man neben der leicht herausstehenden Kamera und dem Blitz bzw. Pulsmesser den Samsung-Schriftzug, vorne befinden sich die Frontkamera, abermals der Schriftzug und unten der physische Homebutton. Rechts und links davon sind die Android-Tasten angeordnet, die nicht dem Android 5.0 Design entsprechen, sondern den klassischen Zurück- und Auswahlbutton darstellen. Am oberen Rand befindet sich der SIM-Kartenslot für NanoSIM-Karten, rechts der Powerbutton. Am unteren Rand findet sich der MicroUSB-Anschluss, der 3.5-mm-Klinkenanschluss sowie der Lautsprecher. Am linken Rand sind die Lautstärkebuttons angeordnet. Einen dedizierten Button für die Kamera gibt es nicht, allerdings lässt sich diese mit einem Doppelklick auf den Homebutton jederzeit aktivieren.

 

Die beiden abgerundeten Kanten machen aus dem Galaxy S6 edge ein Designerstück. Der Tagesanzeiger bezeichnet es aus diesem Grund als den Stöckelschuh oder den Lamborghini unter den Smartphones – und dieser Vergleich ist wirklich treffend. Wer unter den aktuellen hochpreisigen Flaggschiffen das ausgefallenste Gerät sucht, wird in dieser Saison bei Samsung fündig, es sei denn, die Konkurrenz überrascht uns in den nächsten Wochen noch.

 

Die lieferbaren Farben des Samsung Galaxy S6 edge sind White Pearl, Black Saphire, Gold Platinum und Green Emerald. Unser Testgerät ist in der Farbe Black Saphire gehalten, ein sehr tiefes schwarz, welches bei richtigem Licht einen kleinen Blaustich hat, was sehr, sehr schick aussieht. Die schwarze Variante ist wohl die eleganteste, wobei auch das grüne Modell durch die Farbe besticht: Es handelt sich um ein sehr dunkles Grün, welches beinahe schwarz aussieht, allerdings sehr edel schimmert. Am besten kann man es vielleicht, wenig charmant, als Mistkäfer-Grün beschreiben, es macht sich jedenfalls sehr gut als Farbe für ein Smartphone. Die beiden Varianten des Galaxy S6 haben dieselben Farben, allerdings gibt es statt einer grünen Variante hier ein blaues Modell namens Blue Topaz. Seit dem MWC 2015, in dessen Rahmen das Gerät zum ersten Mal gezeigt wurde, hat Samsung noch einmal an der Glasbeschichtung gearbeitet. In Barcelona waren die Geräte noch extrem anfällig für Schlieren und Fingerabdrücke. Klar, sie gingen natürlich auch durch extrem viele Hände, dennoch musste man das Gerät nach zwei Wochen im intensiven Testgebrauch nicht einmal gründlich reinigen, die Oberflächen zeigen sich bei normalen Gebrauch mit alltäglich sauberen Händen sehr sauber und nicht verschmiert, lediglich eine kleine Anfälligkeit für Staub konnte beobachtet werden.

 

Die Verarbeitung des Geräts ist wie von Samsung gewohnt ausgezeichnet. An keiner Stelle lassen sich Kratzer oder Macken finden. Es gab in den letzten Wochen immer mal wieder Meldungen darüber, dass einzelne zerkratzte oder beschädigte Galaxys ausgeliefert wurden, hierbei hatten wir keinerlei Probleme. Das Gerät ist top in Ordnung und auch das Zubehör absolut schadenfrei. Solltet ihr ein beschädigtes Smartphone erhalten, wendet euch bitte sofort an den jeweiligen Händler und tauscht es um, die Norm ist es nicht und für den hohen bezahlten Preis habt ihr auf jeden Fall ein Anrecht auf ein einwandfreies Gerät. An welcher Stelle in der Produktions- und Versandkette die Kratzer entstanden sind und wo die Qualitätssicherung nicht aufgepasst hat, kann im Nachhinein sowieso nur sehr schlecht nachvollzogen werden, so dass die Schuld nicht unbedingt bei Samsung zu suchen ist.

 

Samsung Galaxy S6 edge Lieferumfang
Alles aus der Galaxy S6 Verpackung. Bis auf den NFC-Sticker von uns natürlich.

2. Haptik

Das Samsung Galaxy S6 edge liegt super in der Hand. Die abgerundeten Ecken machen es schmal und sehr gut mit einer Hand zu bedienen. Es wirkt wesentlich kleiner als die 5-Zoll-Modelle der Konkurrenz, was einige Leute sicher stören wird. Diese sind besser mit dem Galaxy S6 bedient. Für Leute, die auf schmalere, kleinere Smartphones stehen, dabei aber nicht auf den Komfort eines doch recht grossen Displays verzichten wollen, ist das edge auf jeden Fall eine Überlegung wert.

 

Alle Knöpfe besitzen einen angenehmen Druckpunkt, keiner wackelt oder ist zu fest verbaut. Der Schnellstart der Kamera per Doppelklick auf den Home-Button macht einen speziellen Kamerabutton obsolet, das ist hier gut gelöst. Die Handhabung ist einfach und intuitiv, die Knöpfe befinden sich an gewohnten Stellen. Was auffällt, ist, dass es mit dem S6 edge einfacher ist, den Pulsmesser zu bedienen als noch mit dem Samsung Galaxy S5. Hält man das Smartphone in der Hand, ist die zu berührende Stelle durch die abgerundeten Ecken einfacher zu erreichen. Zudem ist der Pulsmesser auch genauer als noch beim Vorgänger. Sicher hatten nicht alle Probleme mit der Bedienung des Pulsmessers bei Galaxy S5, wer aber zur Gattung der Menschen mit kleinen Händen gehört, kann an dieser Stelle vom edge profitieren.

3. Technische Details

BetriebssystemAndroid 5.0.2
Masse143.4 x 70.5 x 6.8 mm 
Gewicht138 Gramm
Display5.1 Zoll S-AMOLED Q-HD Display (1’440 x 2’560 Pixel) mit 577 ppi
ChipsatzExynos 7420 Octacore Prozessor mit 1.5 GHz bzw. 2.1 GHz Takt
RAM3 GB LPDDR4
Interner Speicher32/64/128 GB (nicht erweiterbar!)
SIM-KarteNano-SIM
Kamera16 MP CMOS Hauptkamera mit Blitz und Autofokus, 5 MP Frontkamera
Akku2’600 mAh, nicht wechselbar
KonnektivitätLTE, 3.5 mm Klinkenanschluss, Micro-USB, NFC, W-LAN 802.11a/b/g/n/ac 2,4 + 5 GHz, VHT80 MIMO, Bluetooth 4.1, GPS, GLONASS, BeiDou

 

Die Hardware des Samsung Galaxy S6 edge macht echt was her. Der hauseigene Exynos 7420 Prozessor mit acht Kernen, vier mit je 1.5 GHz und weitere vier mit 2.1 GHz, und 3 GB RAM machen das Gerät zu einer echten Rennmaschine. In Benchmarks schlägt es sich hervorragend, im Vergleich zum HTC One M9 zeigt es sich als stärker in fast jeder Beziehung.

 

Die Performance des S6 edge ist herausragend gut. Es reagiert prompt auf Eingaben, im Test hakte es an keiner Stelle, auch bei aufwändigen Spielen schlug es sich sehr gut. Zwar wird es unter Volllast ein wenig warm, ist aber weit entfernt von Hitzeentwicklung. Sicher tut auch das Material in Form von Glas sein Übriges dazu und leitet die Körperwärme der Hände schnell ans Gerät.

 

4. Software

In der Vergangenheit musste sich Samsung zu Recht oft den Vorwurf gefallen lassen, die eigene Benutzeroberfläche TouchWiz hoffnungslos zu überladen. Doch auch in diesem Bereich hat man auf die Rückmeldungen der Anwenderinnen und Anwender offenbar gehört und gnadenlos ausgemistet. Die paar Apps, die nun noch vorinstalliert sind, wie etwa die Apps von Google, Facebook und Microsoft, lassen sich ganz einfach deinstallieren, die Samsung-eigenen Anwendungen wie Health, Music und der Kalender S-Planner sind mehr als brauchbar und dürften niemanden stören, im Gegenteil. Wer aber partout nicht mit TouchWiz leben möchte, kann sich aber ja auch einen anderen Launcher herunterladen und ihn benutzen.

 

Schön an TouchWiz sind die verschiedenen Themes, die auswählbar sind. Im Store sind einige sehr hübsche vorgefertigte Designs zu finden, weitere kommen immer wieder hinzu. Die Bandbreite reicht hier von sehr technisch, über romantisch verspielt, bis hin zu Kinderzeichnungen nachempfundenen Themes, die aber auch sehr süss sind. Hier ist für alle etwas dabei, es gilt schliesslich, dass niemand gezwungen ist, sich ein kitschiges Theme herunterzuladen. Es gab im Testzeitraum schon das ein oder andere Mal sehr kritische Blicke auf das Testgerät mit Äusserungen wie „Oh man, nee, mit so einem User Interface würd‘ ich mir das nie kaufen“ – hier kann man nur empfehlen, doch etwas differenzierter zu denken und nicht ganz so dämlich zu sein.

 

Per Wisch nach links kommt man zur Nachrichtenzentrale mit dem Namen Briefing, die stark an HTC Blinkfeed erinnert. Hier findet man aktuelle Nachrichten aus allen möglichen wählbaren Bereichen von verschiedenen Medien. Die Artikel werden immer aktualisiert, wenn man Briefing aufruft, man ist also immer auf dem neuesten Stand.

Der Fingerabdrucksensor funktioniert nun einwandfrei. Vorbei ist die Zeit, in der man den Finger kompliziert über den Sensor ziehen musste und – zumindest in meinem Fall – das Prozedere sehr oft wiederholen musste, bis der Abdruck erkannt wurde. Nun ist alles mit dem einfachen Auflegen des einprogrammierten Fingers erledigt, wie es auch beim iPhone funktioniert. Die Erkennung ist sehr gut und vergleichbar mit der vom iPhone 6.

 

Kommen wir zur Funktion der runden Kanten: Man kann in den Einstellungen bestimmen, welche der beiden Ränder aktiv sein soll, je nachdem, mit welcher Hand man das Smartphone bedient. Hat man dies getan, hat man Zugriff auf ein paar kleinere, recht praktische Spielereien, die jedoch keine 150 Franken Aufpreis wert sind. So kann man seine Kurzwahlnummern mit Farben versehen und über die Kante hineinwischen, einen Glance-Screen benutzen, der so gut wie keinen Strom verbrät und Nachts, bzw. zu voreingestellten Uhrzeiten, das Datum und die Uhrzeit schwach beleuchtet anzeigt. Die Farbzuweisung zu den Kontakten ist auch in anderer Hinsicht sehr praktisch, legt man das Gerät mit dem Display nach unten wo hin, blinkt bei einem Anruf die Farbe des Anrufenden auf. Man kann dann allenfalls entscheiden, ob man sich stören lassen möchte oder eben nicht.

Weitere Apps, die speziell auf die runden Kanten des Samsung Galaxy S6 edge ausgelegt sind, such man derzeit noch vergebens. Somit sind die Kanten ein absolut stylischer, sehr schicker Hingucker, funktionell aber nicht nötig. Hier muss man abwägen, ob man für das Design bereit ist, 150 Franken bzw. Euro mehr auszugeben als für die „normale“ Variante des S6.

 

5. Akku

Kommen wir zum wohl grössten Kritikpunkt am Samsung Galaxy S6 edge. Der Akku ist bei fast jedem Gerät eine potentielle Schwachstelle – und auch beim neuen Samsung-Flaggschiff das Kryptonit. Allerdings hat die Medaille zwei Seiten und das Smartphone kann in einem Bereich auch echte Pluspunkte sammeln. Aber der Reihe nach:

Mit einer vollen Ladung des Akkus kommt man knapp durch den Tag. Das ist nicht viel. Arbeitet man viel mit dem Gerät, etwa zur Recherche, schreibt und ruft Mails ab, telefoniert und schreibt über diverse Messenger und verwaltet nebenbei noch seine Termine, kann man den Prozenten beim Runterrattern zusehen, da gibt es nichts zu beschönigen. Das Gerät zieht ordentlich viel Energie. Eine Alternative ist hier der Energiesparmodus, benötigt man allerdings sämtliche Funktionen des Smartphones, ist dieser wieder weniger gut zu gebrauchen, klar.

 

Eine prima Sache ist die Möglichkeit, das Samsung Galaxy S6 edge mit dem Schnellladegerät zu nutzen. Samsung verspricht, dass man bei leerem Akku innerhalb von zehn Minuten genug Saft für vier Stunden bekommen kann. Dies wurde, zumindest laut Akkuanzeige, im Test sogar noch getoppt. Nach exakt zehn Minuten Ladezeit zeigte der zuvor komplett entleerte Akku an, dass noch genügend Strom für sechs Stunden und 38 Minuten da wäre. Eine tolle Sache! Generell lädt das Handy in Rekordzeit komplett auf. Das Netzteil ist extrem stark und befeuert den 2’600 mAh fassenden Akku so richtig heftig. Hier spielt Samsung wirklich ganz grosses Tennis! Auch das Qi-Laden ist eine bequeme Angelegenheit. Alle im Haushalt vorhandenen handelsüblichen Ladekissen und -platten funktionierten im Test einwandfrei, lediglich bei der Qi-Smartphonehalterung für’s Auto war es nicht möglich, das Galaxy S6 edge aufzuladen. Anscheinend sind die Sensoren hier an anderen Stellen angebracht als bei Nokia-Geräten, auch ein Drehen des Geräts führte nicht zum Erfolg. Das Nokia-Ladekissen funktionierte aber problemlos. Allgemein liefern Qi-Ladestationen natürlich etwas weniger Strom als normale Netzteile, daher dauert der Ladeprozess naturgemäss länger. Hat man aber eine Ladestation am Arbeitsplatz oder in die Couchlehne eingebaut, so kann man es bequem dort ablegen und hat immer genügend Akku für den Tag.

 

Viel Kritik musste Samsung bereits einstecken, weil der Akku im Gegensatz zu den Vorgängermodellen nicht mehr austauschbar ist – das würde an der Leistung allerdings auch nichts ändern. Samsung argumentiert, dass die neue Akkutechnologie und das superschnelle Aufladen zwischendurch einen zweiten Akku überflüssig mache, zumal man heutzutage in den Grossstädten an vielen Orten bereits Ladekabel oder Qi-Ladestationen in Cafés und Schnellrestaurants finden kann. Dem mag in den grossen Metropolen auch so sein, doch finde einmal irgendwo im Aargau oder Berner Oberland eine Filiale einer grossen Kaffeehauskette mit einem Ladekabel am Tisch oder an der Theke. Eben. So bleibt nur die Möglichkeit, das Kabel und das Netzteil mit zur Arbeit zu nehmen, im besten Fall arbeitet man in der Nähe einer Stromquelle, im schlechteren Fall und bei sehr starker Nutzung des Geräts sollte eine Powerbank zur Grundausrüstung gehören, um für mehr als acht bis zehn Stunden Akku zu haben.

 

Grundsätzlich bleibt natürlich die berechtigte Hoffnung, dass Samsung softwareseitig mit Updates noch etwas nachbessert und die Akkulaufzeit damit verlängern kann.

 

6. Display

In Puncto Display macht Samsung traditionell niemand so schnell was vor. Der koreanische Konzern setzt hier Massstäbe, an die vielleicht noch die Konkurrenten LG und Apple herankommen. Das S-AMOLED des Samsung Galaxy S6 edge ist eine Augenweide. Die Farben sind knackscharf dargestellt, es wirkt nichts überzeichnet, Farben bluten nicht aus. Schwarz auf weiss wirkt die Schrift wie gedruckt, auch bunte Grafiken werden unglaublich klar und scharf dargestellt. Frühere Displays aus Samsungs Schmiede wirkten oft zu bunt, zu sehr nach Kindergeburtstag, nun sind die Darstellungen wesentlich natürlicher. Mit einer 577 Pixel per Inch liegt das Gerät in der absoluten Champions League der Displays. Auch wenn man die einzelnen Pixel mit dem menschlichen Auge gar nicht wahrnehmen kann: Es fällt schon auf, dass die Pixeldichte enorm hoch ist. Die QuadHD-Auflösung (1’440 x 2’560 Pixel) tut ihr Übriges dazu. Die Blickwinkelstabilität ist, wie bei einem Gerät dieser Ausstattung und Preisklasse üblich, überragend, auch bei direkter Sonneneinstrahlung sind die Bildschirminhalte immer noch einwandfrei zu erkennen.

 

Ein Punkt, der beim Galaxy S6 edge kritisiert wird, ist, dass die Farben an den Rändern nicht exakt derer der Displayoberfläche entsprechen. Dies ist allerdings der Bauart geschuldet, ein Blick bei Tageslicht von oben auf einen Körper bringt an den Kanten des Körpers grundsätzlich ein anderes Farbbild, noch dazu natürlich bei Glas. Nachts konnte der Farbwechsel im Test nämlich nicht beobachtet werden. Hinzu kommt noch, dass die verglasten Kanten Reflektionen vergleichsweise stark anziehen. Wen das stört, sollte vielleicht doch lieber zum Galaxy S6 greifen, welches über dasselbe hervorragende Display verfügt, allerdings ohne die angesprochenen eventuell den ein oder die andere störenden Tatsachen.

 

7. Sound- und Verbindungsqualität

Die Lautsprecher des Galaxy S6 edge sind für ein Smartphone in Ordnung. Sie klingen nicht zu blechern und es ist absolut brauchbar, um auch in etwas grösserer Runde mal einen Videoclip anzuschauen oder ein Lied zu hören. An die BoomSound-Speaker des HTC One M8 und M9 kommt es aber nicht heran, bei den HTC-Lautsprechern werden insbesondere die Höhen und Tiefen viel klarer wiedergegeben.

 

Beim Musikhören über Kopfhörer zeigt sich das Gerät von einer gut durchschnittlichen Seite. Verwendet man dasselbe Headset an verschiedenen Geräten, im Vergleich ein HTC One M8, ein iPhone 6 sowie ein Nokia Lumia 1020, kommen kaum Unterschiede zum Tragen, der Klang ist gut und klar. Zwar ersetzt das Galaxy S6 edge keine HiFi-Anlage, aber zum Abschalten im Zug, Musikhören beim Sport oder zum Einschlafen ein Hörbuch konsumieren sind sie absolut gut genug.

 

Beim Telefonieren ist das Gegenüber stets sehr gut verständlich, auch man selbst ist gut hörbar und Nebengeräusche werden exzellent herausgefiltert. Auch bei der Videotelefonie zeigt sich das edge von seiner Schokoladenseite, hier gibt es keine Beanstandungen.

 

Bei der Verbindungsqualität muss auf mehrere Faktoren eingegangen werden. WLAN funktioniert einwandfrei und die Reichweite ist sehr gut. Selbst in einem Raum der Wohnung, in dem das iPhone 6 kaum noch Empfang hat, kommt das Galaxy S6 edge noch gut und zuverlässig ins drahtlose Netz.

Auch Bluetooth funktionierte im Test stets einwandfrei und mit guter Reichweite, vergleichbar mit den anderen Geräten im Haushalt.

Kleinere Probleme gab es mit der Verbindung ins Handynetz. Hier war, wider Erwarten, seltener richtig guter Empfang als in den Wochen zuvor mit den anderen Telefonen. An ein paar Stellen brach der Empfang sogar ganz ab, so dass die Erreichbarkeit eingeschränkt war. Dieses Problem muss keinesfalls mit dem Gerät zu tun haben, es kann auch sein, dass der Mobilunkanbieter hier Schwierigkeiten hatte, wie es in den letzten Wochen ja immer mal wieder durch Netzzusammenlegungen etc. vorkam. Dies gilt es zu beobachten. Es gibt daher keinen „Punktabzug“, dennoch sollte diese kleine Schwäche an dieser Stelle Erwähnung finden.

 

8. Kamera

Bei der Präsentation der neuen Galaxy-S-Modelle in Barcelona wurde der Fokus unter anderem stark auf die Kameras des Gerätes gelegt – und das zurecht. Die mit 16 Megapixel auflösende Hauptkamera macht wirklich sehr gute Bilder, die 5 Megapixel starke Frontkamera sorgt für sehr gute Selfies und Videos beim Telefonieren. Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte, deshalb findet ihr hier einige Aufnahmen des Smartphones. Alle Bilder wurden im Automatikmodus „Out of the Box“ geschossen. Mit den spezifischen Einstellungen sind noch bessere Fotos möglich, dazu folgt aber noch eine gesonderte Kamerareview.

9. Fazit

Das Samsung Galaxy S6 edge war die stylischste Überraschung des MWC 2015 und alle anderen Geräte dieses Jahres werden sich zumindest in Puncto Design mit ihm messen müssen. Sehr schön ist, dass Samsung seine Plastikphase überwunden hat und mal mit anderen Materialien spielt. Der Design-Abteilung sei an dieser Stelle ein grosses Lob ausgesprochen!

Auch die Kamera des Geräts ist sehr gut, das Display ist definitiv ein Highlight und setzt neue Massstäbe. Ich persönlich bin sehr gespannt, wie die Konkurrenz, vor allem Apple, hier nachzieht. Allein die Performance des Octacore-Prozessors ist sehr gut und muss erst einmal übertroffen werden. Der Snapdragon 810 macht derzeit bei einigen neuen Geräten ja noch Probleme, die der Exynos nicht zu haben scheint.

 

Wie in der Review bereits angeklungen, ist der Akku die grösste Schwachstelle des Samsung Galaxy S6 edge. Die Möglichkeit des Schnellladens und Qi sind zwar sehr praktisch und gut, jedoch nicht immer in den Alltag zu integrieren. Ein etwas grösserer Akku hätte dem Device also sehr gut getan, 2’600 mAh sind bei dem grossartigen Display eventuell einfach zu schwach. Ein wechselbarer Akku passt einfach nicht mehr ins Design des Geräts aus einem Guss und ist aufgrund der vielfältigen und schnellen Lademöglichkeiten laut Samsung auch nicht mehr nötig.

 

Schade ist zudem, dass keine MicroSD-Karte mehr verwendet werden kann. Zwar können massenweise Daten, Bilder und Musik in die Cloud ausgelagert werden, wer allerdings keine Online-Speichermedien mag, müsste bei ausgiebiger Speichernutzung auf die kostspieligen grossen Speichervarianten von 64 GB oder 128 GB ausweichen.

 

Kommen wir zu der Frage, für wen das Samsung Galaxy S6 edge geeignet ist: Nun, es ist ein Designerstück, ein Luxusartikel. Die abgerundeten Kanten bringen kaum Mehrwert, sie beinhalten zwar nette Features, wirklich nötig sind sie aber nicht und wohl auch nicht den Aufpreis von 150 Franken bzw. Euro wert. Wer diesen für das schicke, derzeit noch einzigartige, Design zahlen möchte, kann dies tun und wird ein wirklich schönes, auffälliges und performantes Gerät bekommen. Wer allerdings aufgrund des Designs mit den Nachteilen der Kanten nicht leben kann, also die Lichtbrechung und das schmaler wirkende Display, ist mit dem Samsung Galaxy S6 in der normalen Version sehr gut bedient und wird damit sicher glücklich werden. Das Galaxy S6 edge ist also kein Must-Have – es gibt die günstigere Alternative mit gleicher Ausstattung und ähnlich schickem Design, allerdings zieht das Neue, das Innovative einen doch magisch an. Im Zweifelsfall sollte einfach im Laden ausprobiert werden. Kaufen kann man das Samsung Galaxy S6 edge ab dem 10. April zum Beispiel bei Orange für 849 SFr. bzw. Euro (UVP) in der 32 GB Variante. Das 64 GB Modell kostet 949 Euro bzw. SFr., die 128 GB Variante ganze 1049 SFr. bzw. Euro. Das Samsung Galaxy S6 kostet jeweils 150 Euro bzw. SFr. weniger, also 699 SFr. bzw. Euro, 799 SFr. bzw Euro und 899 SFr. bzw. Euro.

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5 Antworten zu “Review: Das Samsung Galaxy S6 edge im Test”

  1. NeidRider sagt:

    Ich hatte die beiden Geräte gestern in der Hand…
    Die Displays sind wirklich toll, das kann man nicht wegnörgeln, aber die Haptik hat mich gar nicht überzeugt. Das Edge fühlte sich für mich an, als hätte ich es verkehrt herum in der Hand, weil es hinten nur gerade Kanten hat und am Display die abgerundeten. Irgendwie wollte das meinen Fingern gar nicht passen…
    Und das Preisschild… Da hat Samsung auf jeden Fall mit Apple gleichgezogen… 😉

  2. Entrail sagt:

    Der dünne Metallrahmen des Edge ist zu dünn geraten und fühlt sich damit zu scharfkantig an. Abgesehen davon, dass ich den Sinn dieser Rundungen nicht verstehe/benötige. Ansonsten sehr hochwertige Geräte. Schade nur das sie zu viel Kleber verwenden, DAS ist in meinen Augen nämlich bei der „Akku nicht wechselbar“-Diskussion der wichtigste Punkt. Ich komme damit sehr gut klar, das Gerät aufzuschrauben und den Akku zu tauschen, das mag für die meisten Nutzer nicht in Frage kommen, Leute die in solchen Foren unterwegs sind, werden da vermutlich weniger Probleme mit haben 😉

  3. augwied sagt:

    Samsung hat seit Jahren so einen Einheitsbrei bei den Galaxys. Sicher, das S6 und das S6 sind Edel-Breie mit super Ausstattung, aber Haptik und Optik sagen mir einfach nicht zu. Trotzdem sehr schönes Review.

  4. terraoutlaw sagt:

    Hallo,

    Ich war heute extra im Media Markt um mir das Gerät anzuschauen. Wenn ich ehrlich bin, war ich enttäuscht. Von der Haptik und vom Gefühl fühlt es sich nicht so hochwertig an, wie es die Materialien versprechen. Das ist sehr schade. Das Metall lässt eher ein Plastik erahnen und der Rahmen ist viel zu dünn um maßgeblich ins Gewicht zu fallen. Bildschirm war super. Bedienung zum Teil leicht ruckelig. Insgesamt keine überzeugende Darstellung, wenn auch das Design sicherlich mal was Anderes ist.

    LG

  5. Alexander Burggraf sagt:

    Tolles Review, danke dafür. Ich finde das S6 ist seit dem S2 endlich mal wieder ein Galaxy Gerät was sich vom Design und der Verarbeitung her sehen lassen kann. Im Vergleich zum HTC One M9 liegt es viel besser in der Hand und ist trotz der glatten Oberfläche nicht übermäßig rutschig. Bis auf den Nachteil des Akkus und des fehlenden SD Slot, womit ich ganz gut leben kann, ein echt spitzen Gerät.

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