So. 06. Juli 2014 um 20:56

Review: Das OnePlus One im Test

von Sebastian Krappmann6 Kommentare
OnePlus One

OnePlus One – ein billig „China“ Smartphone?

Ja!
Ein goldener Streich viralen Marketings. Auch Samsung verhalf damals die Community zu dem, was sie heute auf dem globalen Smartphonemarkt sind. Aber das war einmal. Aus einer Handvoll namhafter Hersteller für gute Smartphones und einer Vielzahl von seltsam klingenden Firmen aus China mit Geräten zweifelhafter Qualität ist in nur wenigen Jahren ein Markt gewachsen, dessen Überschaubarkeit an das Unmögliche grenzt. In Fernost überaus bekannte Firmen, wie Huawei, Oppo, Lenovo usw., haben es nie recht auf den Markt der „westlichen“ Welt geschafft. Warum auch. Die Verarbeitung war meist grottenschlecht, die Hardware von unbekannten Herstellern mehr Schein als sein. Dies ist heutzutage bei Weitem nicht mehr so.

Warum? Nun, im Grunde gibt es in den letzten beiden Jahren kaum noch Potenzial zur Optimierung. Sagen wir mal, ungefähr seit dem Galaxy S3 werden die Innovationssprünge immer kleiner. Bei dem einen Hersteller konzentriert man sich auf die Haptik (das Gehäuse etc.), bei dem anderen auf die Kamera, auf den Akku, auf den Prozessor und „ganz wichtige“ Gesundheitsapps. Die doch recht ausgereizten grossen Innovationen lassen Luft zum Nachziehen der „kleinen“ Hersteller des fernöstlichen Marktes. Ein Prozessor von Mediatek braucht sich in neuerer Charge nicht hinter den von Qualcomm, Samsung oder Huawei zu verstecken. Hochauflösende IPS Displays gibt es in guter Qualität von vielen Herstellern, RAM Speicher ist billig zu haben. Lithiumakkus hoher Stärke sind längst kein Hokuspokus mehr. Darum!

 

Was im ganzen weiten Smartphonekosmos fehlt, ist der Rechtfertigungsgrund der hohen Preise der Marktführer. Die Herstellungskosten sind gering, so gering, dass es in den Hallen der Auftragsfertiger Massnahmen zur Suizidprävention gibt und nichts rechtfertigt einen bis zu 500% igen Aufschlag. Bei dem hier zu betrachtenden Gerät geht es um das Highend Smartphone der Firma OnePlus. Das erste Smartphone der Firma trägt den bezeichnenden Namen „One„, also OnePlus One. OnePlus ist eine in China ansässige Firma, die nicht selbst herstellt, sondern Oppo (bekannt durch die Oppo Find Serie) als Auftragsfertiger engagiert. OnePlus ist, soviel erfährt man dann doch, ein Startup, welches sich aus dem ehemaligen Vize CEO der Firma Oppo formiert. Es wurde erst im Dezember 2013 gegründet und steht in Verbindung mit Cyanogen. Es ist eine eigenständig geführte Tochtergesellschaft von Oppo mit Sitz in Shenzhen (China). Man kann vermuten, dass Oppo, eine Firma bekannt durch zwar wenige, aber dafür hochwertige Smartphones zu kleinem Preis, die Reihe mit Cyanogen „auslagert“.

 

Was haben wir mit dem OnePlus One für rund 270 Euro (16GB) bzw. 300 Euro (64GB)? Wir bekommen ein Gerät mit einem Snapdragon 801 Vierkern Prozessor von Qualcomm, dem Marktleader der mobilen CPU, mit je 2.5 GHz Takt. Einen Adreno 330 Grafik-Chip, der ein IPS Display in Full-HD mit 5.5 Zoll und TOL (weniger Abstand von Anzeige zu Touchsensoren) antreibt. Einen sehr schnellen LP-DDR3 RAM Speicher mit 3 Gigabyte und 16 oder 64 Gigabyte Flashspeicher in schneller EMMC 5.0 Norm. Dazu gibt es eine weitverbreitete „Kamera“ der Spitzenqualität von Sony (EXMOR IMX214) mit 13 Megapixel, einer Blende von nur F/2.0 bei sechs Linsen und einen satten Akku mit 3100 mAh (im Vergleich HTC One M8 = 2600mAh). Nicht zu vergessen, es gibt drei Mikrofone für optimale Rauschunterdrückung und zwei Lautsprecher, NFC, Bluetooth und LTE. Das ganze verpackt Oppo … sorry, OnePlus, in ein hochwertiges Gehäuse, welches von der Haptik her dem des ersten „One“ von HTC entspricht, verfügt es doch über einen schicken Metallrahmen, hervorstehendes Display und hohe „Grifffestigkeit“.

Als Software läuft vorinstalliert das angepasste Betriebssystem Android 4.2 auf Basis von Cyanogen 11 (hier extra in der OnePlus Version 11s). Geräte, die man direkt aus China bestellt, können auch das OnePlus eigene Color OS installiert haben. Wo man auch sucht, man findet kein handfestes Argument, das den Schein des OnePlus One in den Schatten stellen könnte. Wie sich das OnePlus One im Alltag schlägt, liegt natürlich auf einem anderen Blatt. Alles über die Tauglichkeit erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

Die Hardware

Display

 

Auflösung und Grösse

5.5 Zoll Display von JDI, 1080p Full-HD (1920 x 1080 Pixel), 401 PPI

Bauart

LTPS IPS mit TOL, Corning© Gorilla© Glass 3

Chipsatz

 

CPU

Qualcomm© Snapdragon™ 801 Prozessor mit je 2.5GHz Quad-core CPUs

GPU

Adreno 330, 578MHz

Funk

 

GSM

850, 900, 1800, 1900MHz

WCDMA (UMTS)

Band: 1/2/4/5/8

LTE

Band: 1/3/4/7/17/38/40

WLAN

Dual-Band Wi-Fi (2.4G/5G) 802.11 b/g/n/ac

Weitere

Bluetooth 4.0, NFC, GPS + Glonass

Speicher

 

RAM

3GB LP-DDR3, 1866MHz

Flashspeicher

16 oder 64GB eMMC 5.0

SD-Karte

nicht möglich

Akku

 

Bauart und Kapazität

3100mAh Lithium Polymer Batterie

Masse

 

Abmessung

152.9 x 75.9 x 8.9mm

Gewicht

162 Gramm

Software

Android 4.2 Kitkat auf CyanogenMod

Kamera

 

Sensor

13 Megapixel – Sony Exmor IMX 214

Besonderheiten

6 optische Linsen, Dual-LED Blitz, Blende f/2.0

Front Kamera

5 Megapixel – verzerrungsfrei

Video

4K Video mit Stereoton und Slow Motion in 720p Video bei 120fps

Audio

3 Mikrofone, 2 Lautsprecher (unten)

Erwähnenswertes

 

Anschlüsse

3.5 mm Klinkenstecker, Micro USB (2.0)

Sensoren

Beschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor und Helligkeitssensor

Einschränkung

unterstützt kein LTE Band mit 800 MHz

 

Im Gegensatz zu den sonstigen kleineren Herstellern aus China setzt OnePlus auf Hardware namhafter Hersteller. Das Rechenzentrum bildet ein Snapdragon 801 Prozessor von Qualcomm. Dieser ist zwar „nur“ ein aufgepeppter Snapdragon 800 und mit dem Snapdragon 805 längst überholt, jedoch schlägt dieser alles vorherige und arbeitet in allen Topgeräten der ersten Jahreshälfte 2014, also im Samsung Galaxy S5, HTC One M8, Sony Z2 und LG G3.

 

Die „Grafikkarte“ des OnePlus One besteht, „passend zum Snapdragon 801 (eine Einheit)“, aus der ebenfalls von Qualcomm kommenden Adreno 330 GPU, die Mitte 2013 erstmals vorgestellt wurde. Sie wird auf nur 28 nm Basis gefertigt und läuft mit 587 MHz, sie kann intelligent zwischen Teil- und Direkt-Rendern umschalten. Sie unterstützt Direct3D 11 feature level 9_3, OpenGL ES 3.0, OpenGL ES 2.0, OpenGL ES 1.1, OpenVG 1.1, EGL 1.4, Direct3D Mobile und SVGT 1.2. Die Grafikleistung ist zwar die höchste von Qualcomms Chips und wird demnächst mit der Adreno 420 abgelöst, aber ist nicht fähiger als bei Apples neuesten A6 Motoren. Das Display kommt aus Japan von JDI (Japan Display Inc.) und damit von einem Hersteller höchster Güte. Es ist FullHD (1920×1080) und hat eine Pixeldichte von 401 ppi (zum Vergleich: Samsung Galaxy S5 432 ppi, Iphone 5 326 ppi).

 

Das Display ist ein LTPS IPS mit TOL. LTPS ist eine Weiterentwicklung des IPS Displaytypes und bedeutet Niedertemperatur-Polysilizium (LowTemperaturPolySilicium). Kurz gesagt, zeichnen sich diese Displays durch niedrigen Stromverbrauch bei hoher Auflösung aus. Das TOL ist eine Entwicklung, bei der sich die touchempfindlichen Sensoren näher an dem Display befinden ( TOL= Touch of Linses). Damit braucht es weniger Zwischenraum und soll für erhöhte Bruchsicherheit sorgen.

 

Die Kamera zeichnet sich durch sechs optische Linsen aus und arbeitet mit dem berühmten Sony Chip Sony Exmor IMX 214. Sie verfügt über 13 Megapixel-CMOS-Bildsensor mit der sonyeigenen SME (Spatially Multiplexed Exposure) -HDR-Technologie und ist bereit für 4K Videos mit 30 Frames in der Sekunde oder 60 bei Full HD oder 120 Frames bei 720p Videos.

Zusammen mit der rückwärtigen Beleuchtung des Chips und der Blende von nur 2.0 ist die Kamera perfekt gerüstet für Aufnahmen bei schlechtem Licht. Wäre jetzt noch ein optischer Stabilisator an Bord wie etwa beim LG G3, wäre die Kamera nah an der Perfektionsgrenze.

 

Was finden wir noch am OnePlus One?

Da wäre noch der im Vergleich zur Konkurrenz grosszügig bemessene Akku mit 3100 mAh, welcher fest verbaut ist. HTC spendet seinem Topgerät dagegen „nur“ 2600 MAh. Im Gegensatz zum aktuellen Trend kann er nicht per Qi Charging geladen werden. Der interne, nicht erweiterbare Speicher besteht zum einen aus einem schnellem DDR-3 RAM mit 1866 MHz und ausstattungsbedingt 16 oder 64 Gigabyte Hauptspeicher. Der Hauptspeicher kommt mit dem neuen emmc 5.0 Standard, welcher theoretisch fast ein halbes Gigabyte pro Sekunde lesen kann. Das heisst in der Praxis, dass er schneller bei weniger Stromverbrauch, Platzbedarf und Leistungshunger ist. Die Hardware entspricht kurz gesagt dem, was derzeit auf dem Markt ist und im Entwicklungsstand nicht älter als Mitte 2013.

Design und Verarbeitung

Das OnePlus One bedient bei Weitem nicht die Klischees von billigen Smartphones. Es ist in den Abmessungen mit 152.9 mm Länge, 75.9 mm Breite und 8.9 mm Dicke nur 1.7 mm Länger als ein Samsung Galaxy Note 3, dafür aber 3.3 mm schmaler und knapp über einen halben Millimeter dünner. Die leicht abgerundete Rückseite liegt gut in der Hand. Das Gerät bietet als einzige Öffnung nur einen SIM Kartenslot. Daher ist auch alles fest verbaut. Die Haptik ist hochwertig, griffig und massiv und hierbei vergleichbar mit dem ersten HTC One.

 

Zum Display hin umfasst ein metallisch wirkender Rahmen das Gerät und bietet somit dem schwarzen Bildschirm einen hochwertig anmutenden Kontrast. Der Screen an sich besteht aus Gorilla Glas 3 der neuesten Generation. Die Rückseite besteht aus leicht angerautem Polycarbonat, welches sich positiv auf den Empfang und das Gewicht auswirkt. Physische Tasten gibt es nur an den Seiten, eine für die Lautstärke und eine als Powertaste. Die weiteren androidtypischen Tasten sind im Display integriert, jedoch nicht bildschirmraubend im Screen. Auf der Unterseite befinden sich die Öffnungen für die beiden Lautsprecher sowie die Micro USB Buchse und auf der Oberseite finden wir den Kopfhöreranschluss. Das Gerät gibt es in weiss und in anthrazit. Wobei die anthrazitfarbene Version etwas rauer, ähnlich Sandpapier, sein soll. Die Versionen des OnePlus One direkt aus China haben auf der Rückseite das Logo von OnePlus, die „Weltversionen“ haben dagegen im hinteren unteren Teil noch Cyanogen als Logo. Das Gewicht ist mit 162 Gramm etwa sechs Gramm leichter als ein Samsung Galaxy Note 3, 18 Gramm leichter als ein Note 2 und 2 Gramm schwerer als ein HTC One M8.

 

Verbindung und Sprachqualität

Das OnePlus One bietet fast alle gängigen Verbindungen zu Mobilfunknetzen. Fast alle? Ja. Warum auch immer, aber man hat auf das LTE 20 (800 MHz) Band verzichtet. Zugegeben, dieses Band wird in der restlichen Welt nicht so oft benutzt und auch in Deutschland sowie der Schweiz meist nur in ländlichem Raum gebraucht (Österreich nutzt LTE 7). Aber wer in den wenigen Regionen schnell surfen will und nur die Wahl zwischen EDGE (2G) und LTE hat, falls 3G (UMTS, HSDPA) nicht verfügbar sein könnte, schaut spätestens dann mit dem OnePlus One in die Röhre. Ansonsten ist die Verbindungsqualität in meinem Test gleich dem Galaxy Note 3. Da ich natürlich keine Laborbedingungen schaffen kann, ist dies als subjektiv zu betrachten.

 

Beim Funkverkehr mittels WiFi stehen dem OnePlus One 2.4 GHz und 5 GHz zur Verfügung. Dabei unterstützt es sogar den aktuellsten ac Standard, welcher erst im Dezember 2013 offiziell wurde und theoretische Datenraten von bis zu 1.3 Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Der superschnelle ac Standard lässt sich natürlich nur nutzen, wenn man einen Router besitzt, der diese Leistung auch bringen kann. Das ac wird ausschliesslich im 5 GHz Bereich übertragen, soll in diesem Jahr zwar schon vom „ad“ Standard vom Thron gestossen werden, entspricht aber momentan dem Höchstmöglichen von WLAN.

 

Bei der Sprachqualität werden sogar neue Massstäbe gesetzt. Die Zahl von drei Mikrofonen, eins oben, eins unten und eins auf der Rückseite, soll eine derart hohe Rausch- und Störreduzierung bringen, dass OnePlus von einer 80%-igen Klarheit der Stimme spricht. Das bedeutet, blecherner Telefonklang adé und …mh ja, es funktioniert.

Multimedia

Kommen wir gleich dazu, was das OnePlus One in Sachen Multimedia bietet. Man könnte man das Wort „vorzüglich“ verwenden, wenn die Schatten des HTC One M8 oder LG G3 nicht so stark wären. Das OnePlus One verfügt über zwei recht gute Lautsprecher, welche vor allem in der Qualität bei hoher Lautstärke und Bässen nicht an die vom HTC heranreichen. Dennoch sind sie aber so gut, dass sie sich zwischen anderen Devices behaupten können. Hier kommt aber Cyanogen zum Zug. Mit eingewobener Audiokontrolle (Audio FX) lassen sich für jedes Gerät, also Kopfhörer, Lautsprecher, USB, DNLA oder Bluetooth eigene Soundeinstellungen vornehmen.

Die Kamera, eben ein Chip von Sony, auf dem sechs Linsen ihr Werk verrichten, ist oberste Klasse im Smartphonemarkt. Nicht zu viele (Sony) und nicht zu wenig (HTC) Megapixel wurden spendiert, eine Blendenöffnung von nur 2 und ein hintergrundbeleuchteter Chip neuester Generation. Die Hardware hierfür verspricht sehr gutes.

Die Software finde ich persönlich von Cyanogen etwas spartanisch. Bei der Kamera gibt es nur marginal Einstellungen und sie bietet gängige Aufnahmeprogramme. Was ist besser? Weniger oder mehr? Wenn man mal klar überlegt, ist weniger doch mehr, denn wer von uns wühlt erst ewig in Untermenüs herum, wenn er ein Foto machen will? Ein Smartphone ist keine Spiegelreflexkamera und immer noch ein Schnappschussapparat, wenn auch ein sehr guter. Die Kamera auf der Vorderseite ist mit 5 Megapixel und Distorsionsfreiheit ebenso auf hohem Niveau. In den Einstellungen zur Videokamera finden wir nicht nur die Auflösung bis zu UHD (4K), sondern können auch Zeitlupenvideos in HFR machen oder Zeitrafferaufnahmen. Letzterem kann man noch die Zeiten beigeben, wann eine Aufnahme starten soll.

 

Die Galerie von Cyanogen gefällt mir genauso wenig wie die von Nokia Geräten mit Windows 8. Das ist allerdings Geschmackssache, ich persönlich nutze Quickpic aus dem Playstore. Wer mag, kann die Kamera noch mit der neuesten App von Google verbessern, die es im Playstore gibt. Ich als Hobbyfotograf mit guter Ausrüstung und fundierten Kenntnissen in Bildkomposition, Aufbau und Kontrolle zur Nachbearbeitung kann die Bilder des OnePlus One mit „gut“ bewerten. Diese Bilder sind allesamt „aus der Hand“ geschossen, bei zum Teil recht schlechten Lichtverhältnissen.

Die passende Grafikeinheit der Snapdragon 801, die Adreno 330 bietet genug Leistung für hochaufgelöste Filme und aufwendige 3D Spiele. Insgesamt eine hervorragende Leistung.

Software

Beim Thema Software kann man in diesem Test nicht schreiben, was das One von OnePlus alles mitbringt, sondern nur, was Cyanogen alles hat und kann. Die Software ist beim OnePlus One somit nicht oder kaum anders als bei der Vielzahl anderer Geräte, auf denen Cyanogen läuft. Die Version auf dem OnePlus One nennt sich Cyanogen 11s. Das „s“ rührt daher, dass dort einige Anpassungen explizit für das Gerät vorgenommen wurden. Da wären zum Beispiel die Aufweckfunktion mittels Doppeltap auf den Screen, die von vornherein installierten Google Apps, das Fehlen von Rootrechten, das App Audio FX statt des DSP Managers für den Sound, eine etwas angepasstere Kamera und Galerie und spezifische Hintergründe und Bootanimation.

 

Herausragend zeigt sich bei Cyanogen der Datenschutz mit speziellen Einstellungen im Menü sowie das Mixen von einer grossen Zahl von Themes untereinander zur wirklich individuellen Personalisation, das Einstellen von Design-, Ton-, und Schriftartpaketen und das Ändern der Bootanimation. Ausserdem tragen die funktionierende Gestensteuerung bei ausgeschaltetem Display, aber auch die Möglichkeit für Tiefgreifendes wie das Einstellen eines anderen IO Schedulers oder Prozessor Governors, zum schönen Handling des Geräts bei. Zudem gibt es viele andere Möglichkeiten, die eigentlich nur Cyanogen bieten kann, da es von der Community für die Community gemacht wurde.

Und Sonst?

Das Display lässt sich mit einem Doppeltap auf den Bildschirm aufwecken. Man kann, sofern aktiviert, über die Gestensteuerung gewisse Apps öffnen, ohne das Display entsperren zu müssen. Dies würde ich aber nur Userinnen und Usern mit einem Flipcover empfehlen, da ähnlich wie beim LG G3 die Gefahr hoch ist, dass es sich in der Hosentasche von selbst aktiviert. Alle möglichen Sensoren befinden sich an Bord, aber keine der derzeit modernen Schrittzähler- oder Fitnessapps.
Der USB Anschluss beherrscht nur USB 2.0. Ansonsten ist alles dran und drin, was moderne Smartphones heutzutage bieten sollten.

Übrigens trägt der starke Akku, das LTPS Display, der emmc 5.0 Speicher und nicht zuletzt auch die CPU und Cyanogen selbst dazu bei, dass die Laufzeit des Gerätes über der des Galaxy Note 3 liegt und man schon arg viel machen muss, um unter eine Laufzeit von zwei Tagen zu kommen.

Fazit

Nun, das Fazit fällt durchweg positiv aus. Die Befürchtung eines billigen Smartphone einer recht unbekannten Firma aus dem fernen China hat sich nicht bestätigt. Man erhält mit dem OnePlus One ein sehr gutes Gerät, welches kaum Wünsche offen lässt. Einzig USB 3.0 wäre wünschenswert und LTE Band 20. Letzteres kann für manche ein Ausschlussgrund sein. Für fast die Hälfte des Preises eines Samsung Galaxy S5 oder fast einem Drittel des Preises eines kleinen iPhone 5s (32GB) erhält man viel gute und hochwertige Technik.

Es fällt sehr schwer, Argumente zu finden, die für die Preise von Samsung, HTC, LG und Apple sprechen. Was ist schlechter am OnePlus One? Display? Akku? Prozessor? Grafik? Gehäuse?
Nichts davon!

 

Cyanogen Mod ist für die breite Masse sicherlich kein Begriff. Für Geeks und Nerds oder einfach Leute, die trotz Google und dank NSA Affäre unter Android grösstmöglichen Datenschutz wollen, hingegen ein entscheidendes Kaufargument. Die Personalisierung und die Möglichkeiten von Cyanogen sind dank starker Community fast unbegrenzt.
Diese Möglichkeiten bieten sich mittlerweile nicht nur über vor Fachchinesisch strotzenden Foren, sondern auch ganz einfach über den Playstore von Google.
Ein Gerät von OnePlus zu erhalten geht bis dato immer noch über Einladung. Wie dies geht, kann man auf deren Webseite nachlesen. Ich selbst habe mein Gerät über www.aliexpress.com erstanden und innerhalb von vier Werktagen per DHL express erhalten. Virales Marketing seitens OnePlus, eine gewollte (oder ungewollte) Verknappung der Kaufmöglichkeiten, die durchweg positiven Reviews und Tests – alles trägt dazu bei, dass hier ein Produkt auf Erfolgskurs ist. Die Zeit wird zeigen, ob dies nur ein Schnellschuss war.

 

ProKontra
Hervorragende HardwareKein 800MHz LTE
Sehr niedriger PreisSchlechte Verfügbarkeit
Sehr gute AkkulaufzeitGarantieansprüchen nur via China
Freie Software (CyanogenMod)Kein Qi-Laden möglich

 

Weiterführende Links

Das OnePlus One Forum bei PocketPC.ch

Das offizielle OnePlus Forum

Anleitung zum Rooten

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6 Antworten zu “Review: Das OnePlus One im Test”

  1. deevil sagt:

    Kleine Korrektur:
    In absehbarer Zeit wird das Oneplus One flächendeckend in Europa verkauft werden und dann ist natürlich auch die Garantie kein Problem

  2. pyrobahne sagt:

    Und wie bringe ich in Erfahrung, welches LTE Band auf meinem Dorf anliegt?

  3. Sebastian Krappmann sagt:

    Darum schrieb ich, „bis dato“.
    Fein, wenn es demnächst anders ist.

  4. Sebastian Krappmann sagt:

    @pyrobahne
    http://www.lte-anbieter.info/ratgeber/frequenzen-lte.php

    Genau aber wahrscheinlich nur über Deinen Anbieter.
    Jedoch befürchte ich, dass die Damen und Herren vom Support überhaupt wissen, das es in D 3 versch. LTE Bänder gibt.

  5. Sebastian Krappmann sagt:

    Die Verfügbarkeit von LTE kann man auf den Webseiten der Mobilfunkanbieter sehen.
    Leider unterscheidet nur die Deutsche Telekom unter den Frequenzen für LTE.
    Ungefähr sieht das so aus:
    In Städten und Ballungsgebieten herrschen meisst die LTE Frequenzen von 1800 und 2600 MHz (Band 7 und 3).
    Sobald es ländlich wird wechseln die Anbieter gern auf das Band 20 (800 MHz), da mit diesem relativ einfach bis zu 10 KM aus einer Sendestation abgedeckt werden können. (DSL auf dem Land).
    Das Bedeutet in der Praxis (über den Daumen gepeilt), dort wo auf dem Land früher ausser 2G (E) Netz nichts weiter war, herrscht heute statt 3G, das 4G mit 800 MHz.
    Die Wahrscheinlichkeit dass es einen von Euch betrifft ist doch höher als ich dachte.
    All denen kann ich nur zu einem anderen Gerät raten, oder hoffen, das OnePlus dieses Frequenzband noch aktiviert.
    Denn die Hardware gäbe es her.

    Die LTE Verfügbarkeit in Deutschland:

    Telekom
    https://www.t-mobile.de/netzausbau/0,25250,15400-_,00.html

    Vodafone
    http://www.vodafone.de/privat/hilfe-support/netzabdeckung.html

    Eplus
    http://193.201.138.69/evinternet/

    O2
    http://www.o2online.de/microsite/o2-netz/netzabdeckung/

    In der Schweiz ist es ähnlich.
    800 MHz nimmt man gern um Gebiete abzudecken, die man vorher mit 3G UMTS nicht oder nur schwer erreicht hat.
    Ansonsten setzt die Swisscom gern auf 1800 MHz zuweilen auch 2600 MHz je nach Bedarf.
    Je höher die Frequenz, desto besser die Leistung aber desto schlechter die Reichweite (incl. Gebäuden).

    Swisscom:
    http://scmplc.begasoft.ch/plcapp/pages/gis/netzabdeckung.jsf?lang=de

    Sunrise (nur 1800 MHz)
    http://www1.sunrise.ch/Netzabdeckung-cb7abAqFI.yXYAAAFBesF2SHLu-Sunrise-Residential-Site-WFS-de_CH-CHF.html

    Orange
    https://www.orange.ch/de/residential/explore/network/coverage/

    In Österreich hat A1 mehr vom 800 MHz LTE abbekommen als T-Mobile.
    Der Anbieter „drei“ hat gar keine 800 MHz Frequenzen.

    Drei
    https://www.drei.at/portal/de/bottomnavi/kontakt-und-hilfe/netzabdeckung/

    T-Mobile
    http://www.t-mobile.at/info-und-support/Netzabdeckung/Netzversorgung-in-Ihrer-Umgebung.php

    A1
    http://www.a1.net/hilfe-support/netzabdeckung/

  6. vodo sagt:

    Ey Sebastian hast du der link noch vom Verkäufer wo das Phone bezogen hast?

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