Sa. 05. Juli 2014 um 15:40

Review: Das Nokia Lumia 930 im Test

von Alexander Spindler16 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

1. Lieferumfang

2. Design und Haptik

3. Technische Details

4. Display

5. Performance und Akkulaufzeit

6. Software und Special Features

7. Kamera und Sound

8. Sprachqualität und Empfang

9. Fazit

 

 

Nokia Lumia 930

1. Lieferumfang

Was natürlich direkt auffällt, ist die neue Verpackung. Das Lumia 930 wird in einer recht schmalen quadratischen Box ausgeliefert, die von der Verarbeitung her etwas an die Surface Verpackungen erinnert. Microsofts Einfluss ist also schon erkennbar, möchte man meinen. Den Lieferumfang hatte ich euch gestern bereits im Unboxing Artikel dargestellt und verweise an dieser Stelle noch mal auf selbigen. Daher nur kurz und knapp, das hier ist im Lieferumfang enthalten:

  • Nokia Lumia 930
  • Nokia Micro-USB-Schnellladegerät AC-60
  • Nokia Micro-USB-Lade- und Datenkabel CA-190CD
  • Kurzanleitung

Für alle daher erneut der Hinweis, dass ein Headset beziehungsweise Kopfhörer fehlen. Diese müssen separat gekauft werden und gehören nicht mehr zum standardmässigen Lieferumfang. Das Nokia Lumia 930 gibt es inkl. Fatboy Ladekissen bei notebooksbilliger.de für 529 Euro.

 

2. Design und Haptik

Das Design des Lumia 930 ist hinlänglich bekannt, da das baugleiche Lumia Icon bereits vor einem halben Jahr in den USA veröffentlicht wurde und auch schon bei uns im Test war. Es handelt sich sowohl technisch als auch optisch um ein und dasselbe Gerät. Lediglich die verbauten Modems unterscheiden sich, damit das 930 auch in unseren Gefilden die LTE Netze nutzen kann.

Der Punkt „Design“ ist immer ein äusserst subjektiver Passus eines jeden Testberichts. Somit spiegeln die folgenden Zeilen nur meine persönliche Meinung wieder.

Das Lumia 930 ist für mich das derzeit schönste Smartphone auf dem Markt. Beginnen wir bei der Frontseite. Uns schaut eine komplett mit Gorilla Glas 3 verglaste Display Front an, welche diesmal ohne Ränder oder Spalten bis an die Gehäusegrenzen reicht. Dazu ist das Displayglas leicht gewölbt, man hat also das Gefühl, als würde das Glas an den Seiten in das Gehäuse fliessen. Das klingt vielleicht komisch, aber wenn man das Lumia 930 mal in der Hand hatte und den Touchscreen benutzt, wird man nachvollziehen können, was ich hier versuche in Worte zu fassen. Es wirkt insgesamt wie aus einem Guss und erinnert an das Lumia 800, welches ebenfalls ein gewölbtes Display hatte, was direkt am Gehäuse endete. Das Ganze sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch bei der Bedienung ausgezeichnet an.

Vom Aluminium Body erkennt man von aussen nur den entsprechenden Rahmen. Dieser verpasst dem Lumia ein eckiges, kantiges Design, was gerade bei dem silbernen Rahmen im Kontrast zur schwarzen Vorderseite sehr schön aussieht. Dabei ist das gesamte Chassis des Geräts aus Aluminium. Würde man das 930 einmal auseinander bauen, so würde man sehen, dass das komplette Smartphone auf diesem Aluminium Chassis aufbaut.

Die Rückseite ist aus Polycarbonat, welche in unserem Fall aus einem matt-weissen Deckel besteht. Auch dieser ist gewölbt und als bauchig zu bezeichnen. Dadurch ist das Lumia an den Seiten dünner als an der Gerätemitte. Die 9.8 mm Höhe sind aber zu verschmerzen und fallen nicht negativ ins Gewicht. Vielmehr sorgt der gewölbte Rücken für eine richtig angenehme Haptik. Nokia schafft es erneut, ein Smartphone zu bauen, das einfach nur wunderbar in der Hand liegt. Das kantigere Design im Vergleich zu den anderen Lumias führt also nicht zu einer schlechteren Haptik.

Was die Verarbeitung anbelangt, so habe ich sehr penibel nach auch nur kleinen Fehlerchen gesucht. Direkt negativ aufgefallen ist mir der Nano SIM Schuber, der zwar ohne Werkzeug herausnehmbar ist, aber im eingesteckten Zustand immer noch etwas wackelt, solange keine Nano SIM Karte drin ist. Sobald man diese aber eingelegt hat, rastet der Schuber sauber ein und wackelt auch nicht mehr.

Auch die scheppernde Vibration, die man vom Lumia 920 kannte, gehört der Vergangenheit an. Das Lumia 930 vibriert angenehm dezent. Leider sorgt das auch dafür, dass man die Vibration in der Hosentasche beim Gehen nicht so gut mitbekommt.

Das war aber auch schon der einzige Negativpunkt bei der Verarbeitungsqualität, der mir aufgefallen ist. Die Spaltmasse zwischen Display und Gehäuse auf der Vorderseite sind hervorragend. Ebenso die Spaltmasse zwischen Polycarbonat-Rückseite und dem Aluminiumrahmen.

War ich mit der Verbarbeitungsqualität des Lumia 920 nicht zufrieden, so hat sich bis zum Lumia 930 einiges getan. Nach meinem Eindruck halte ich hier ein hervorragend verarbeitetes Smartphone in der Hand, welches qualitativ auf einer Stufe mit dem iPhone steht.

 

3. Technische Details

Prozessor

Prozessorname:

Prozessortyp:

Qualcomm Snapdragon™ 800

Quad-Core 2.2 GHz

Speicher

RAM:

Massenspeicher:

Unterstützte Speicherkartentypen:

2 GB

32 GB

Nein

Hauptkamera

Sensorgrösse:

Fokus (Typ): Autofokus:

Zoomrate (Digitalzoom):

Optik von Carl ZEISS:

Sensorgrösse:

Blende:

Brennweite:

Schärfenbereich (Minimum):

Unterstützte Fotoformate:

Blitzlicht (Typ):

Reichweite des Blitzlichts:

Videoauflösung (Pixel):

Bildwiederholrate:

Zoomrate Videoaufnahme:

Videobildfrequenz:

Unterstützte Codecs für die Videowiedergabe:

Unterstützte Formate für die Videowiedergabe: Videoaufzeichnungsformate:

20 MP PureView

Kamerataste mit zwei Druckpunkten

2 x

Ja

1/2.5 Zoll

Blende 2.4

26 mm

10 cm

JPEG/EXIF

Dual-LED-Blitzlicht

3.0 m

1080p (Full HD, 1920 x 1080 Pixel)

30 Frames/s

3 x

30 Frames/s

H.263, H.264/AVC, MPEG-4, VC-1, Windows-Video

3G2, 3GP, MP4, WMV, AVI, M4V, MOV

 

MP4/H.264

Frontkamera

Fotos Auflösung:

Blende der Zusatzkamera:

Videoaufnahme Auflösung:

Unterstützte Videoformate:

1.280 x 960 Pixel

Blende 2.4

720p (HD, 1280 x 720 Pixel)

MP4/H.264

Display und Sensoren

Grösse:

Displayglas:

Auflösung des Displays:

Anzeigefunktionen:

Aktualisierungsrate:

 

 

Displayfarben:

Seitenverhältnis:

Pixeldichte:

Display-Technik:

Touchscreen-Technik:

Sensoren:

5 Zoll

Corning Gorilla Glass 3

Full HD (1920 x 1080 Pixel)

Helligkeitssteuerung, Lagesensor

60 Hz, Spezielle Algorithmen zur optimalen Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung, High Brightness-Modus

TrueColor (24-Bit/16,7 Millionen Farben)

16:9

441 ppi

ClearBlack, OLED

Hochempfindlicher Touchscreen

Umgebungslichtsensor, Beschleunigungssensor, Näherungssensor, 3D-Lagesensor, Kompass (Magnetometer)

Akku

Akku:

Akkukapazität:

Akkuspannung:

Vom Nutzer austauschbarer Akku:

Stand-by-Zeit (max.):

Sprechzeit (GSM, max.):

Sprechzeit (UMTS/3G, max.):

Musikwiedergabe (max.):

Videowiedergabe (max.):

Internetzugriff über WLAN (max.):

Kabelloses Aufladen:

BV-5QW

2420 mAh

3.8 V

Nein

18 Tage

2.,7 Std.

1.,9 Std.

75 Std.

9 Std.

9 Std.

Integriert (Qi-Standard)

Verbindungen

SIM-Kartentyp:

Ladeanschlüsse:

AV-Anschlüsse:

Systemanschlüsse:

USB-Anschluss:

Bluetooth:

Unterstützte Bluetooth Profile:

 

 

 

 

WLAN:

WLAN-Sicherheit:

 

 

 

 

Weitere:

Nano SIM

Micro-USB-Anschluss

3.5-mm-Audio-Anschluss

Micro-USB-Anschluss Typ B

USB 2.0

Bluetooth Spezifikation 4.0

Advanced Audio Distribution (A2DP) 1.2, Phone Book Access (PBAP) 1.1, Generic Attribute Profile (GATT), Audio/Video Remote Control (AVRCP) 1.4, Handsfree (HFP) 1.6, Object Push (OPP) 1.1.

WLAN IEEE 802.11 a/b/g/n/ac

EAP-TTLS/MSCHAPv2, WPA, WEP, EAP-AKA, EAP-MS-CHAP v2, WPA2 (AES/TKIP), WPA2-Enterprise, WPA2-Personal, EAP-TLS, WPA-Enterprise, EAP-SIM, WPA-Personal.

NFC-Chip

Datenübertragung

LTE-Netze:

LTE max. Datengeschwindigkeit Download:

LTE max. Datengeschwindigkeit Upload: WCDMA-Netz:

WCDMA max. Datengeschwindigkeit Download:

WCDMA max. Datengeschwindigkeit Upload:

GSM-Netz:

GSM max. Datengeschwindigkeit Download:

GSM max. Datengeschwindigkeit Upload:

1, 3, 7, 8, 20

150 MBit/s

50 MBit/s

850 MHz, 900 MHz, 1900 MHz, 2100 MHz

HSDPA – 42,2 MBit/s

 

HSUPA – 5,76 MBit/s

 

850 MHz, 900 MHz, 1800 MHz, 1900 MHz

EGPRS 236,8 KBit/s

EGPRS 236,8 KBit/s

Abmessungen

 

Länge:

Breite:

Höhe:

Gewicht:

137 mm

71 mm

9.8 mm

167 g

4. Display

Nokia verbaut im Lumia 930 ein 5 Zoll FullHD OLED Panel, welches uns 441ppi auf den Bildschirm zaubert. Bereits im Vorfeld konnten wir von Nokia auf Nachfrage erfahren, dass das Display den beliebten Glance Screen (zu Deutsch: Blick) aufgrund des OLED Panels nicht darstellen kann. Es fehlt ein dafür benötigter Speicher, der aufgrund der vorliegend verbauten Technologie nicht enthalten ist.

Freilich ist dies erst mal ein Nachteil, der aber durch das ansonsten hervorragende Display egalisiert wird. Denn dieses ist einfach nur wunderbar. Eine Blickwinkelstabilität, die seinesgleichen sucht, satte Farben, eine tolle Schärfe und eine exzellente Reaktionszeit. Die OLED Technologie sorgt überdies für ein sattes Schwarz, was für ein Windows Phone äusserst wichtig ist, da doch der Grossteil des Systems einen schwarzen Hintergrund aufweist. Aufgrund des hohen Schärfegrades kann es aber beim Scrollen durch die Einstellungen zu leichtem Verwischen der Schrift kommen. Das ist aber nicht weiter störend, fällt aber auf.

Fraglich ist auch, ob man Unterschiede zwischen einer HD und einer FullHD Auflösung ausmachen kann. Und hier erkennt man vor allen Dingen im direkten Vergleich beider Auflösungen enorme Unterschiede. Alles ist einen deutlichen Schritt schärfer, nicht nur die Schriften, sondern auch die Bilder. Gerade bei letzteren erkennt man auf einem FullHD Panel mehr Details und hat ein noch bessere Betrachtungserlebnis, was natürlich auch auf Videos in entsprechender Auflösung zutrifft.

Beim Display des Lumia 930 gefallen mir die Farben und die Sättigung eben dieser. Es macht Spass, sich Videos anzusehen und Bilder zu begutachten. Wie bereits oben erwähnt, ist auch der Blickwinkel ausgezeichnet. Egal wie man das Display neigt, man hat keinen unangenehmen Ausleuchtungseffekt, wie es beispielsweise beim Sony Xperia Z aufgefallen ist.

Somit bleibt als Nachteil nur der fehlende Glance Screen aufzuführen, wobei die ansonsten hervorragende Displayqualität darüber hinwegtrösten kann.

 

5. Performance und Akkulaufzeit

Innerhalb von zwei Stunden habe ich das neue Windows Phone Flaggschiff von 100% auf einen Akkustand von 76% heruntergearbeitet. Und dabei habe ich einiges angestellt. Per Bluetooth und der MixRadio App Musik streamen, gleichzeitig Facebook, Instagram, Internet Explorer und andere Apps nutzen. Hin und her switchen zwischen den einzelnen Apps, die im Taskmanager offen sind, HD Videos anschauen, per Facebook Messenger schreiben, Fotos herunterladen, Fotos zu OneDrive hochladen etc. Ich habe also wirklich versucht dieses Gerät intensiv zu nutzen. Unter dem Motto "Komm schon, einen Ruckler kriege ich aus dir heraus" habe ich wahrlich alles versucht, was ein Smartphone an die Belastbarkeitsgrenze bringt, Spiele einmal ausgenommen. Es ist aber nichts zu machen. Dieses Smartphone rennt vor sich hin. Im Vergleich zum Lumia 920 merkt man einen enormen Schub, insbesondere bei allen Appstartzeiten, aber auch beim hin- und her switchen zwischen den einzelnen Anwendungen. Keine Ruckler, kein Haken oder mal eine längere Bedenkzeit.

Als Spiel habe ich Asphalt 8: Airborne von Gameloft getestet, was ebenfalls superflüssig über den Bildschirm rast.

Im AnTuTu Benchmark sieht man den Peformance Boost zwischen Lumia 920 und 930 ganz eindeutig am Testergebnis. Fast 16.000 Punkte Unterschied sagen einiges aus und bestätigen meinen Eindruck, dass hier ein ordentlicher Klassenunterschied erkennbar ist.

Bei Business Anwendungen konnte ich ebenfalls keine Probleme feststellen. PDF Dokumente und Word sowie Power Point Dateien wurden ruckelfrei dargestellt.

Interessant ist die Wärmeentwicklung des Lumia 930. Bisher war bekannt, dass die Lumias vor allen Dingen im oberen Bereich der Rückseite unter Volllast sehr schnell recht warm werden. Vorliegend ist die Wärmeentwicklung auf der Rückseite maximal als „handwarm“ zu bezeichnen und am unteren Geräterücken zu beobachten. Dafür nimmt aber der Aluminiumrahmen viel Wärme auf und lässt einen das harte Arbeiten der Prozessoren in Form von Abwärme spüren. Das ist keinesfalls störend, aber ein Unterschied zu den bisherigen Windows Phones von Nokia. Insgesamt ist die Performance auf einem hohen Niveau und macht sich insbesondere bei der Nutzung von Apps bemerkbar.

Was die Akkulaufzeit anbelangt, kann ich nach einem Tag Nutzung noch kein finales Urteil fällen. Das Lumia 930 muss momentan viel aushalten, wird die ganze Zeit benutzt und von mir wahrlich bewusst an die Grenzen der Belastbarkeit getrieben. Hierbei geht der Akkustand natürlich schnell runter. Ein Verlust von 24% in zwei Stunden ist meiner Meinung nach aber absolut in Ordnung, betrachtet man mein oben dargestelltes Nutzungsverhalten.

Für die Beurteilung des Akkus wird es einen eigenen Testbericht geben, der nächstes Wochenende, also nach einer Woche der Nutzung, in unserem Magazin online geht. Zum einen muss sich der Akku durch ein paar Be- und Entladungen einpendeln, zum anderen sollte die Alltagsnutzung das Kriterium sein, an dem wir entscheiden, ob der Akku gut oder schlecht ist. Insbesondere einen Vergleich zum Lumia 920 werde ich in diesem Akku-Dauertest-Artikel ziehen.

 

6. Software und Special Features

Ab Werk wird das Lumia 930 mit Windows Phone 8.1 und dem CYAN Update ausgeliefert. Somit sind die dritte Kachelreihe, das Einstellen von Hintergrundbildern und das Benachrichtigungscenter mit an Bord. Die Vorteile und Neuerungen von Windows Phone 8.1 haben wir euch bereits dargestellt, weswegen ich nun auf die Specials des Lumia 930 eingehen will.

Es fällt auf, dass viele Apps vorinstalliert sind. Vine, cewe, Skype, die Bing Apps und einige Nokia Applikationen. Mich hat das nicht sonderlich gestört, ich musste aber doch prüfen was ich benötige und was deinstalliert werden kann. Natürlich sind Apps wie der „Nokia Storyteller“ schön, nur bringen sie einem nichts wenn man seine Fotos ohne GPS Markierung aufnimmt. Hier kann man durchaus kritisieren, warum so viele Programme bereits installiert sind. Andererseits ist es für Neulinge im Windows Phone Universum eine sinnvolle Hilfestellung.

Das Besondere am Lumia 930 ist erneut die Kamera und die verbaute Hardware um diese herum. Man muss aber festhalten, dass eben dieses richtig grosse oft als Killer-Feature bezeichnete Alleinstellungsmerkmal fehlt. Vielmehr baut Nokia all das weiter aus, was man die letzten Jahre erarbeitet hat und verbessert sowohl Software und Hardware immer weiter. Die 20 MegaPixel der Hauptkamera sind nicht alles, aber mit ganzen vier eingebauten Mikrofonen ist das gesamte Erlebnis dann doch wieder etwas Besonderes und ein Special Feature. So lässt sich unter den Einstellungen der Nokia Camera App die Videoaufnahme mit Dolby Digital Plus 5.1 einstellen. Auch den Audiobassfilter kann man zwischen 100 und 200Hz einstellen. Wer also mal auf einem Konzert ist und ein Video aufnehmen will, der sollte von diesen neuen Einstellungsoptionen profitieren.

Des Weiteren hat Nokia das Feature „Lebendige Bilder“ eingeführt. Auch dies funktioniert nur, wenn ihr die Nokia Camera App benutzt. Dabei werden mehrere Fotos geschossen, die dann beim Durchsehen des Fotoalbums einen Bewegungseffekt erzeugen. Dieser ist nicht mit dem Effekt von Nokia Cinemagraph zu vergleichen, sondern deutlich abgeschwächter.

 

Was ich oben schon angedeutet habe, möchte ich hier fortführen. Das Lumia 930 hat bis auf den Glance Screen wirklich alles zu bieten, was man von einem Lumia gewohnt ist und erwartet. Double tap to wake funktioniert einwandfrei, das induktive Laden per QI Ladeplatte ist problemlos möglich, beim Klingeln das Handy zum Stummschalten umdrehen wird unterstützt und auch das manuelle Einstellen des Farbprofils wird in den Einstellungen hinterlegt. Es ist ein riesiger Umfang an Einstellungsmöglichkeiten und speziellen Lumia Features.

7. Kamera und Sound

Ein paar Testfotos konnte ich gestern schiessen und die Ergebnisse sehen wunderbar aus. Die Kamera kann aber viel mehr, insbesondere bei den Videoaufnahmen mit Dolby Digital Sound Aufnahme ist ein super Feature hinzugekommen. Für die Kamera wird es im Laufe der Woche einen eigenen Testartikel geben, mit umfangreichen Testfotos und Videos. Mein bisheriger Eindruck ist positiv, zumal bei unserem First-Look Event im April in Düsseldorf die Kamera nicht ordentlich funktionierte und zumindest auf einem Prototypen die Nokia Camera App regelmässig abstürzte. Das CYAN Update hat hier wohl alle Probleme ausgemerzt.

Die Fotos wirken von der Bilddynamik her ausgewogen und angenehm scharf. Einzig und allein bei der Rose wird das Rot doch etwas übersättigt dargestellt. Einen umfangreichen Test, der der Kamera und den ganzen Special Features des Lumia 930 gerecht wird, gibt es dann in der kommenden Woche.

Die Soundausgabe des neuen Windows Phone Flaggschiffs ist wirklich eine Wucht. Als ich dachte, dass es nicht mehr lauter geht, konnte ich die Lautstärke tatsächlich noch um zehn Stufen erhöhen. Satter, voller Klang, der auch bei voller Lautstärke nicht übersteuert. Weder Knarzen und noch Scheppern sind bei der Soundausgabe zu vernehmen. Ebenfalls interessant ist, dass obwohl der Lautsprecher auf der Rückseite verbaut ist, der Sound keineswegs negativ beeinträchtigt wird, wenn man das Lumia auf dem Tisch liegen hat.

Auch bei der Wiedergabe von Filmen macht der Sound einen sehr guten Eindruck.

 

8. Sprachqualität und Empfang

Sprachqualität und Empfang konnte ich im Vodafone Netz in Bonn testen. Die Sprachqualität war sauber, ohne Störgeräusche oder Rauschen zu vernehmen. Kritisieren könnte man den recht dumpfen Klang, bei dem etwas die Höhen fehlen.

Die Sprachqualität des Lautsprechers hat mich hingegen nicht so überzeugt. Bei Stufe 5 scheppert er bereits und ist zudem nicht ausreichend laut, weswegen die Lautstärke in jedem Fall auf Stufe 8 erhöhen sollte. Und hier scheppert der Lautsprecher erst recht zu laut, sodass die Stimme des Gegenübers übersteuert und teilweise gar nicht mehr zu Hören ist. Der Lautsprecher kriegt hier gerade so ein befriedigend ab, da er wenigstens bei niedriger Lautstärke halbwegs gut funktioniert.

Der Empfang ist mit dem Lumia 920 zu vergleichen und mit gut zu bewerten. Natürlich liegt das immer an der konkreten Netzabdeckung des jeweiligen Ortes. Auch der WLAN Empfang ist gut und auf einer Ebene mit dem Lumia 920.

9. Fazit

Das Lumia 930 ist ein klasse Smartphone. Das Display überzeugt, die Performance ist ausgezeichnet und die Verarbeitungsqualität sehr gut. Auch wenn ich lange nach Fehlerstellen und Makeln gesucht habe, so habe ich diese bisher nicht finden können. Das Paket stimmt einfach und der fehlende Glance Screen, an dessen Abwesenheit man sich durchaus gewöhnen muss, wird schnell vergessen. Gerade das Display macht mir Freude, ist knackscharf und die Blickwinkelstabilität sucht seinesgleichen.

Dennoch muss ich zwei Punkte betreffend wirklich auf die weiteren Testberichte verweisen. Die Kamera muss ausführlich unter die Lupe genommen werden und das ist in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen. Der erste Eindruck ist sehr gut, aber hier wird noch genauer hingeschaut werden.

Auch den Akku kann man nicht nach einem Tag beurteilen. Freilich ist hier nur ein vernünftiger Ausdauertest, welcher mindestens eine Woche in Anspruch nimmt, zielführend. Wie der Akku sich schlägt werde ich auch in unserem Forum immer mal wieder verlauten lassen. Den Artikel dazu lest ihr nächstes Wochenende.

Was aber schon jetzt festgestellt werden kann, ist, dass das neue Lumia 930 genau das Flaggschiff ist, auf das alle gewartet haben. Schön, performant und von der Hardware her genau das, was man bei einem Topgerät erwartet. Klasse!

 

Das Gerät ist erhältlich beim schweizer Händler Steg Electronics

 

In eigener Sache – Zwei weitere Specials

Das ausführliche Kamera Special, um einen noch besseren Eindruck hinsichtlich der Foto- und Videoqualität des Lumia 930 zu ermöglichen, kommt im Laufe der Woche.

Der Akku-Dauer-Test wird am kommenden Wochenende online gehen.

Habt ihr zu diesen beiden Specials konkrete Fragen? Stellt sie hier in den Kommentaren oder im Lumia 930 Bereich unseres Forums.

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16 Antworten zu “Review: Das Nokia Lumia 930 im Test”

  1. vaior600 sagt:

    Eine Frage… Paßt das DT-910 für das Nokia 930? Sehe nur die „einfachen“ Ladeplatten als Option auf der Nokia Seite und würde gerne das DT-910 (da stehend) nutzen?

    Ist eine Tasche nötig oder ist die Kratzfestigkeit auf der Vorder- und Rückseite ausreichend?

    Danke an die Tester!

    Mein Baby in weiss kommt erst die Tage ;-((

    Danke
    Mario

  2. Entrail sagt:

    Schon zu Gorillaglas 1 gab es die Leute die gesagt haben es ist unzerkratzbar und eine Folie bzw Tasche nicht nötig, gleiche Diskussion gab es zum Gorillaglas 2, auch beim 3er werden vermutlich einige sagen es sei unmöglich zu zerkratzen und andere bekommen beim einmaligen zusammenpacken von Schlüssel und Smartphone direkt einen Kratzer. Und die Rückseite ist doch austauschbar und kann zur Not nachgekauft werden für wenig Geld 😉

  3. crossmax sagt:

    Rückseite ist doch verklebt meines Wissens.

  4. crossmax sagt:

    Aber ich schließe mich mal den Fragen von vaior600 im Allgemeinen an.
    Btw, ich habs in Schwarz bestellt. Black is the „colour“ to go!

  5. VampierKing sagt:

    Schön gemachter Test, hat mir gut gefallen. Aber ne Frage hab ich, ist es ein Test / Vorserie Gerät oder eins aus dem Handel ?

  6. skycamefalling sagt:

    Ach menno…ihr sollt mir doch keine Lust auf das Gerät machen…schließlich wollte ich das 930 eigentlich auslassen.
    Na auf jeden Fall warte ich noch auf den Kamera- und Akkutest bevor ich in den nächsten Laden laufe 😀

  7. augwied sagt:

    Sehr schönes Review. Für mich bleibt das Gerät aber entgegen der Meinung des Autors viel viel zu dick und ich sehe bisher keinen Grund, der diese 9,8 mm rechtfertigt. Ich hoffe muss wohl auf das Lumia 935 warten…

  8. Googlook sagt:

    Hätte mir einen besseren Empfang gewünscht. Im Vergleich zu einem iPhone 5 oder auch meinem alten Nokia ist der Empfang beim 920 doch sehr schlecht im Swisscom Netz. 🙁

    Ebenfalls werden beim Display nur die positiven Sachen erwähnt. Der schlechte Weisswert, und die sehr geringe Helligkeit, sowie starke mindest Helligkeit finde ich sehr schlecht. In der Nach (z.B. im Bett) ist das Display viel zu hell. Ich kenne das Lumia Icon, oder gibt es hier einen Unterschied zum 930?

    Im Allgemeinen sicher ein sehr tolles Gerät. Danke für den Bericht.

  9. Yves Jeanrenaud sagt:

    VampierKing: Handel
    Googlook: hilft dir denn die Einstellung des Farbpofils unter Einstellungen, Anzeige nicht?

  10. Alexander Spindler sagt:

    Also was die Kratzeranfälligkeit anbelangt kann ich diese Fragen nicht beantworten. Vielleicht kann ich in einem Monat einen Bericht abgeben in welchem Zustand sich das Lumia befindet.

    @googlook – also der weisswert ist für ein OLED Display hervorragend. Vielleicht gibt es hier Unterschiede, mein Weisswert ist tatsächlich sehr gut. Beim Display gibt es in der Massenfertigung aber immer Schwankungen in der Qualität.

  11. Oliver Ulm sagt:

    Zum Thema Haltbarkeit – egal ob Gorilla Glass 1, 2 oder 3 , Polycarbonat oder Aluminium: wenn du willst dass dein Gerät in 2 Tagen so aussieht wie am ersten tag dann muss es in eine Hülle die halt Stürze, usw. abfängt.

    Wenns aber nur darum geht dass es nicht gleich kaputt ist: ich laufe seit jeher ohne Hüllen und Folien herum. Hie und da ist mal ein Gerät runtergeflogen und ne Ecke war eingedellt oder ein Kratzer im Gehäuse (was im durchgängig gefärbten Polycarbonat weniger auffällt aber man sieht es natürlich trotzdem). Im Display hatte ich keine Kratzer – zumindest nicht vom Schlüssel aber andere härtere Materialien (z.B. Salzkörner auf nem Tisch) schaffen das durchaus.

    Generell ist Gorilla Glass sehr hart und damit gut gegen Kratzer geschützt. Displaybrüche sind aber ein anderes Thema. Es ist zwar stabiler als normales Glas aber wenn es blöd fällt splittert das Display – egal was für ein Gorilla Glass.

  12. Ney sagt:

    schlechte lautsprecher… nicht so toller empfang… akku nicht so doll…..

  13. lordmaxey sagt:

    Klasse Artikel, Danke!
    Aber eine Anmerkung hab ich noch:
    Ich sehe die Technischen Merkmale z.T. in den Zeilen „verschoben“. Evtl. kann man das ja korrigieren. 🙂

  14. crossmax sagt:

    Hey Leute…

    mein Lumia schließt mit der Plastik Rückseite nicht 100% mit dem Alu-Rahmen an der Stelle wo sich die Kamera Taste befindet. Somit ergibt sich eine leichte Wölbung und das BackCover steht ca 0,5 mm an der genannten stelle ab.

    An der Befestigung bzw Kleber (nehme ich mal an) liegt es nicht, da ich das Backcover nicht eindrücken kann, sprich Komponenten machen das handy an dieser stelle dicker als es sein sollte und daraus resultiert der oben genannte Effekt…

    Irgendetwas ähnliches bei euch??

    Sonst ist die Verarbeitung makellos.

  15. 920er sagt:

    Sehr schönes Review. Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann, ist die Frage, warum das Display so gelobt wird. Bei meinem 930 sind die schon bekannten Farbverfälschungen und Nachzieheffekte sehr deutlich sichtbar. Da das Display einen Farbverlauf von unten nach oben zeigt hatte eine Justierung der Farbe nur den Effekt, dass im unteren Bereich zwar grau zu grau wird, jedoch nach oben hin ein stärkerer Grünstich auftritt. Dies ist auch sehr schön auf den Bildern von Henning Mosand (finde jetzt leider den Link nicht) zu sehen.

  16. Ingo Müller sagt:

    @crossmax:

    Ja, kommt mir bekannt vor vom NL925, dort ist ja auch die Rückseite aufgeploppt (nicht verklebt) und nicht an jeder Stelle 100%ig passgenau.
    Hier am NL930 ist ja die gleiche Bauweise, wird auch nicht jedes Device tadellos passgenaue „Deckel“ mit sauberem Übergang/Abschluss zum Rahmen haben. Hier bei mir (Black) ist es die Buttonlose Seite die minimalen Versatz hat.

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