Sa. 30. Mai 2015 um 10:21

Review: Das Microsoft Surface 3 im Test

von Alexander Spindler9 Kommentare

Das Surface 3 ist das neueste Tablet von Microsoft und der Nachfolger des Surface 2. War letzteres mit dem eher unbeliebten Windows RT ausgestattet, so ist das aktuellste Mittelklasse Surface mit dem vollwertigen Windows 8.1 versehen worden. Bei unserem Testgerät, dankenswerterweise von notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellt, handelt es sich um die Version mit 4 GB RAM und 128 GB Speicher.

 

Inhaltsverzeichnis

I. Verarbeitung, Design und Hardware
II. Die Hardware – Technische Details und Schnittstellen

III. Performance und Akkulaufzeit

IV. Type Cover 3 und Kickstand – Wirklich ein Laptop Ersatz?
V. Fazit 

Surface 3
Das Surface 3 mit angedocktem Type Cover 3

I. Verarbeitung und Design

Hervorragend. Wer das Hands-On Video in unserem YouTube Channel gesehen hat, wird dieses Wort recht häufig gehört haben. Die Verarbeitung des Surface 3 ist wirklich sehr gut. Die beiden Tasten, An/Aus Schalter sowie Laut/Leise Schalter, sind sehr fest verbaut, wackeln nicht und haben einen guten Druckpunkt. An die neue Platzierung muss man sich nach den alten Surface Tablets gewöhnen, die neue Verortung ist aber weder Vor- noch Nachteil. Spaltmasse sucht man vergeblich. Der Kickstand, der in drei voreingestellte Positionen geklappt werden kann, fühlt sich robust an und auch dessen Scharniere sind gut und solide verarbeitet. Es ist keine Frage, dass man mit dem Surface 3 ein erstklassig verarbeitetes technisches Produkt in den Händen hält. Diese Hochwertigkeit unterstreicht auch das neue verspiegelte Microsoft Logo auf der Rückseite.

 

Was das Design an sich anbelangt, ändert sich nicht viel. Ein Surface ist als solches zu erkennen. Natürlich liest man in diesem Satz auch etwas unterschwellige Kritik, denn das Grunddesign blieb seit dem Surface 1 unangetastet. Inwieweit das Abzüge in der Note gibt, muss freilich jeder für sich entscheiden. Betrachtet man das Surface 3 aber isoliert, liegt ein topmodernes Tablet vor, das sich in einer ganz eigenen Designlinie präsentiert. Und das ist mit Sicherheit etwas gutes, denn ein Surface ist immer als solches zu erkennen. Microsoft entschied sich auch beim Modell 3 für die silberne Färbung des Geräts. Diese Alternativlosigkeit ist hier der einzige Kritikpunkt, den man anbringen kann. Für kommende Geräte wäre es schön die Farbe schwarz wieder anzubieten, damit man sich je nach Geschmack entscheiden kann.

 

Eine Neuerung im Vergleich zu den Vorgängern betrifft das Format. Mit Sicherheit nicht aus Design-Gründen, sondern aus praktischen Erwägungen für den Nutzungsalltag hat man sich gegen das 16:9 Format und für ein 3:2 Format entschieden. Das Gerät wirkt dadurch nicht so in die Länge gezogen wie noch das Surface RT und das Surface 2. Vom Design her wirkt das neue Device mit den neuen Abmessungen etwas homogener.

 

II. Die Hardware – Technische Details und Schnittstellen

Details

Surface 3 128 GB (Unser Testgerät)

Gehäuse

Abmessungen: 267 x 187 x 8.7 mm

Gewicht: 622 g

Gehäusematerial: VaporMg

Farbe: Silber

Tasten: Lautstärke, Ein-/Ausschalttaste

Speicher und RAM

2 GB RAM mit 64 GB Speicher

4 GB RAM mit 128 GB Speicher

Display

10.8-Zoll-ClearType-Full-HD-Plus-Display

Auflösung: 1920 x 1280

Seitenverhältnis: 3:2

Toucheingabe: 10-Punkt-Multitouch

Unterstützung für Surface-Stift

CPU

Quad Core Intel® Atom™ x7-Z8700-Prozessor (2 MB Zwischenspeicher, 1.6 GHz, mit Intel Burst™-Technologie bis zu 2.4 GHz)

Drahtlosverbindung

WLAN (802.11 a/b/g/n/ac)

Bluetooth 4.0

Akku

Keine Angabe von Microsoft

Kameras, Audio

3.5-Megapixel-Frontkamera

Rückwärtige Kamera mit 8 Megapixel und Autofokus

Mikrofon

2x Stereolautsprecher mit Dolby®-Audioausgabe

Anschlüsse

Full-Size USB 3.0

Mini-DisplayPort

microSD™-Kartenleser

Micro-USB-Ladeanschluss

Headset-Buchse

Cover-Anschluss

Sensoren

Umgebungslichtsensor

Näherungssensor

Beschleunigungssensor

Gyroskop

Magnetometer

Lieferumfang

Surface 3

Micro-USB-Netzteil

Schnellstarthandbuch

Sicherheitshinweise und Garantiedokumente

 

Das Surface 3 ist so ausgestattet, wie es sich auch für einen Laptop gehört. Die Anschlüsse lassen genügend externen Kontakt zu und auch die interne Hardware kann befriedigend überzeugen.

Surface 3
Das neue verspiegelte Microsoft Logo

III. Performance und Akkulaufzeit

Der Prozessor kommt bei den alltäglichen Anwendungen wie dem Surfen, YouTube Videos Schauen, Mails Verfassen und Office Dokumente Bearbeiten gut mit. Das Multitasking, die Animationen sowie das schnelle hin und her Wischen zwischen den offenen Programmen verläuft ebenfalls flüssig.
Hier und da gibt es aber bei der Performance kleine Hänger. So starten die MSN Apps manchmal etwas länger und auch die ein oder andere Store Anwendung braucht etwas, bis sie geladen hat.

Auf dem Surface 3 läuft das vollwertige Windows 8.1. Eine abgespeckte Variante wie Windows RT gibt es nicht mehr. Dementsprechend lassen sich auch alle nötigen x86 Programme – die klassischen Desktop Anwendungen – installieren, sofern man diese noch benötigt. Die Performance kann man dementsprechend immer nur von Standpunkt zu Standpunkt beurteilen. Wenn man das Gerät im Alltag „durchschnittlich“ nutzt, also im Web surft, Videos guckt, Musik abspielt, Mails schreibt und das ein oder andere Word Dokument entwirft, so ist das Surface 3 absolut gut ausgestattet und performant genug. Sofern man aber in komplexere Sphären aufbrechen will, gar mit PhotoShop Fotos bearbeiten oder Videos schneiden möchte, bringt man das Surface 3 etwas an seine Grenzen. Beim Videoschneiden und -bearbeiten war das Microsoft Tablet bereits gut ausgelastet. Wärmeentwicklung macht sich relativ schnell im oberen Drittel der Rückseite in der Mitte bemerkbar. Dabei wird das Device zu keiner Zeit unangenehm heiss oder dergleichen. Luft nach oben für komplexere Anwendungen gibt es aber nicht.

 

Das Surface 3 soll aber auch nicht das Surface Pro 3 ersetzen. Es ist ein klassisches Casual-Tablet, welches zudem noch einige klassische Laptop-Anwendungsbereiche abdeckt.
In jedem Fall sollte zur Version mit 4 GB RAM gegriffen werden. Zwar liegt uns die 2 GB RAM Variante nicht vor, dennoch macht unser Testgerät nicht den Eindruck, dass es übermotorisiert ist. Die Performance mit 2 GB RAM dürfte schon etwas schlechter aussehen.
Bei Spielen, getestet wurde Asphalt 8: Airborne, sollte man ebenfalls keine überdurchschnittliche Leistung erwarten. Richtige Triple-A Games haben wir nicht getestet, sondern auf den App Store zurückgegriffen. Und Asphalt 8 lief dabei befriedigend, ohne einen von den FPS oder der optischen Darstellung vom Hocker zu hauen.

 

Leider gibt es dann auch hier und da die berühmten Bugs. So wurde im Test ab und an das Type Cover nicht ordnungsgemäss erkannt. Zudem funktionierten die Stromspareinstellungen bei unserem Testgerät nicht. Das Device versetzte sich immer wieder in den Tiefschlaf und musste beim Betätigen der Powertaste wieder hochfahren. Das automatische Ausschalten des Displays arbeitete ebenfalls nicht zuverlässig. Diese Probleme konnten auch nach intensiverer Fehlersuche nicht behoben werden.

 

Surface 3
Gutes Tippgefühl mit dem Type Cover 3

IV. Type Cover 3 und Kickstand – Wirklich ein Laptop Ersatz?

Leider konnten wir den Surface Pen nicht testen. Dafür beinhaltet unser Lieferumfang aber das Type Cover 3. Hierbei handelt es sich in erster Linie um eine Tastatur und in zweiter Linie um einen Displayschutz. Die Tasten des Type Covers haben sehr gute Anschlagpunkte und fühlen sich angenehm an. Das Trackpad ist ebenfalls sehr sensibel und angenehm in der Bedienung. Positiv hervorzuheben ist die einstellbare Hintergrundbeleuchtung des Type Covers, wodurch man auch bei schlechteren Lichtverhältnissen alle Tasten finden kann.
Das Material der Tastatur ist nur befriedigend. Bereits nach kurzer Zeit wirken die Tasten abgenutzt. Auch das weiche Material des Auflagebereichs macht nicht den Eindruck, dass es in einem Jahr bei gewöhnlicher Nutzung noch allzu gut aussehen wird. Für den Preis von 129 CHF bzw. 129 EUR erwartet man etwas mehr.

 

Der Kickstand kann in drei vorgegebene Positionen ausgefahren werden. Anders als beim Surface Pro 3, wo die Scharniere stufenlos funktionieren, ist das ein Nachteil. Dennoch wirken die Winkel gut gewählt. Bei der Nutzung in den vergangenen sieben Tagen konnte ich sowohl am Schreibtisch, als auch auf dem Couchtisch oder dem Schoss gut mit dem Surface arbeiten. Der weitere Magnet des Type Covers, der an der unteren Seite des Tablets angedockt wird, sorgt ebenfalls für ausreichend Stabilität bei ungewöhnlichen Einsatzsituationen.

 

Insgesamt können Type Cover und Kickstand das Surface zu einem Laptop-Ersatz machen. Lediglich im Hinblick auf die Performance muss man individuell entscheiden, was genau für Arbeit bewältigt werden will. Mir persönlich ist das Type Cover auf Dauer und für längeres Tippen hingegen etwas zu klein geraten. So weiche ich doch recht gerne noch auf eine grosse Tastatur aus, da mir aber auch eine gewöhnliche Laptop Tastatur nicht richtig taugt.
Man sieht, es kommt wieder auf den jeweiligen Einzelfall an. Wer unschlüssig ist, sollte sich im örtlichen Technikmarkt das Type Cover einmal ansehen.

 

V. Fazit 

Das Surface 3 ist ein tolles Stück Technik. Design, Verarbeitung, das Display und auch die Performance können mich als Casual User absolut überzeugen. Geht es über den normalen Anwendungsbereich hinaus, beispielsweise mit einer Videobearbeitung, dann kommt das Gerät stellenweise an seine Grenzen. Dennoch bin ich insgesamt mit dem neusten Tablet von Microsoft zufrieden.

 

Ja, wäre da nur nicht der Preis. Stolze 599 EUR verlangt Microsoft in Deutschland und Österreich für die 2 GB RAM-Variante mit 64 GB SSD-Speicher. Ohne TypeCover, wohlgemerkt! In der Schweiz sind es 549 CHF, die man auf den Tisch legen muss (Preise von notebooksbilliger.de und digitec.ch). Ist das Surface 3 diesen Preis wert? Ein Blick rüber zum Surface Pro 3 öffnet einem die Augen. Die kleinste Variante mit Core i3-Prozessor und 64 GB SSD ist in der Schweiz für 749 CHF erhältlich. In Deutschland wird diese Version des Pro 3 für 849 EUR angeboten. Hier und da gab es aber bereits Angebote, in denen das Surface Pro 3 für 800 EUR inklusive Type Cover zum Kauf angeboten wurde. Und dann kommt man in eine Situation, wo sich das Surface 3 nicht mehr rentiert. Unser Test-Bundle, sprich Surface 3 plus Type Cover 3 ist für 849 EUR bei notebooksbilliger.de im Angebot. Für diesen Preis bekommt man teilweise schon Ultra-Books und andere, sehr gute Laptops.

Dieser kurze Blick über den Tellerrand zeigt, dass Microsoft mit der preislichen Platzierung des Surface 3 erneut eine etwas fragwürdige Preispolitik betreibt. Wird das Surface 3 in den USA noch für 499 USD angeboten, zahlt man in Deutschland sowie der Schweiz vergleichsweise mehr für dasselbe. Es lohnt sich, andere Angebote zu vergleichen und die Preise der Pro-Version im Blick zu haben.

 

Ansonsten kann man das Surface 3 absolut empfehlen. Es ist ein sehr gutes Tablet, mit ordentlicher Ausstattung, einem hervorragenden Display und durchaus ein Gerät, das den Laptop ersetzen kann, so man denn noch das Type Cover hinzukauft.

 

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9 Antworten zu “Review: Das Microsoft Surface 3 im Test”

  1. D3f3kt sagt:

    Als Besitzer der 64GB-Version mit 2GB Ram kann ich beruhigt sagen, Perfomanceprobleme gibt es keine. Multitasking und mehrere offene Programme oder Apps stellen kein Problem dar . Ich schätze mal das bei der großen Version aber wohl mehr Apps offen sein können bevor welche geschlossen werden (bei mir können 8 Apps offen sein. Beim Start einer neunten wird die jeweils älteste geschlossen). Aber von der Performance her wie gesagt dürfte es keinen unterschied machen.

    Was das Problem mit dem Standby angeht, das die Geräte sich wohl ausschalten habe ich schon öfter gelesen, trifft aber wohl nur auf einige Geräte zu. Eine Lösung gibt es bisher keine. Microsoft ist dies soweit ich weis bereits bekannt. Vermutlich wird schon dran gearbeitet, sofern es mit einem Update zu beheben ist.
    Mein S3 hat dieses Problem zum Glück nicht.

    Schade das ihr den Stift nicht hattet. Vielleicht kann ich hier noch etwas aushelfen. Im Prinzip das gleiche wie beim SP3. Allerdings scheint es ratsam zu sein selbst noch einmal eine Kalibrierung vorzunehmen. Nach der Inbetriebnahme war er am rechten Rand etwas ungenau. Nach der manuellen Kalibrierung allerdings extrem präzise.
    Gut gefällt mit die Möglichkeit per Knopfdruck am Stift direkt eine neue Notiz in OneNote zu erstellen, wenn’s mal schnell gehen muss.

  2. supermanlovers sagt:

    Der einzige Kritikpunkt nach 2 Wochen ist für mich das doch sehr schwache Ladegerät. Im ausgeschalteten Zustand benötigt es ca. 4h um das Surface vollständig zu laden. Wenn es dabei allerdings noch genutzt wird, kann sich die Ladezeit schnell verdoppeln.

    Leider habe ich noch kein wirklich stärkeres Micro USB Ladegerät gefunden.

  3. D3f3kt sagt:

    Ja, stimmt. Das Ladegerät ist nicht besonders toll. Auch wenn es schön ist es über USB zu laden, und damit im Prinzip über jedes MicroUSB-Ladegerät wäre mir ein probrietärer dennoch lieber gewesen. Ab gewissen Akkukapazitäten macht ein USB-Anschluss als Ladebuchse einfach keinen Sinn mehr, zumindest nicht beim USB 2.0 Standard. Wenn man bedenkt wie stark das Ladegerät ist und wie lange es dennoch zum laden braucht, möchte ich es mit einem wesentlich schwächeren Smartphone-Ladegerät gar nicht erst laden müssen.

  4. andy1954 sagt:

    Ich habe mir die 4 GB RAM 128 GB eMMC Version zugelegt. Dazu das Type Cover, den Stift, die Dockingstation und eine Microsoft ARC BT Mouse. Erst mit der Dockingstation habe ich weitere je 2 x USB 3 + USB 2 Ports, einen Netzwerk- und einen mini DisplayPort Anschluss. Das Surface 3 ersetzt mein Tablet Acer Iconia W4-820 und mein Asus Transformer Book T100T. Statt der 8″ mit 1280 x 800 oder der 10,1″ mit 1366 x 768 habe ich mit Surface 3 bei 10,8″ 1920 x 1280. Ich kann dank der hohen Auflösung mit dem Surface 3 gut arbeiten. Als Ersatz für ein Notebook sehe ich es allerdings nicht. Dafür ist das Surface Pro 3 besser geeignet.

  5. night sagt:

    unter 8GB RAM und mindestens 128GB SSD, ist kein und egal von welchem Hersteller das Device stammt auch 100% produktiv brauchbar.

  6. phoenix0_4 sagt:

    Vielleicht find ich’s grad nur nicht, aber im Abschnitt „III. Performance und Akkulaufzeit“ steht nichts über die Akkulaufzeit.

    Wie sieht’s mit der Kamera aus? Taugt die was?

  7. Googlook sagt:

    Den Micro-USB-Ladeanschluss ist mal wirklich schlecht. Viel zu langsam, und nach einigen hundert mal anstecken dürfte der Anschluss hinüber sein. So zumindest meine Erfahrung bei den Handys…

  8. tropicoxp sagt:

    Bin grad am überlegen ob ich mir den Surface 3 hole, oder ob ich noch auf den Surface 4 pro warten soll.
    Maximal 4 GB Ram ist doch etwas wenig.

  9. supermanlovers sagt:

    Keine Ahnung warum manche Leute bei einem Intel Atom Surface 8GB RAM brauchen. Bei mir limitiert viel eher der Prozessor.

    Ich habe mir diese Ladegerät bestellt
    http://www.amazon.de/Qualcomm-zertifiziert-Schnellladeger%C3%A4t-Ladeger%C3%A4t-EU-Stecker/dp/B00RCZTNQS/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1433158685&sr=8-2&keywords=turbo+charger

    Es ist mit 18Watt das stärkste das ich gefunden habe. Von dem Turbo Charge wird auch mein Z3 profitieren.
    Dazu noch das „beste“ Kabel. Das soll wohl auch viel ausmachen.
    Mal sehen ob es was bringt.

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