So. 29. Juni 2014 um 12:13

Review: Das LG L90 im Test

von Alexander Spindler1 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

1. Design und Verarbeitung

2. Hardware, Performance und Display

3. Kamera und Multimedia

4. Software

5. Empfangsqualität und Akkulaufzeit

6. Fazit

 

LG L90

1. Design und Verarbeitung

„Auf Stil und Innovation tippen“. Das ist der Werbeslogan von LG für das L90. Stil und Innovation? Mal ganz ehrlich, das Design des L90 kommt ziemlich langweilig daher. Es führt in meinen Augen die Reihe der lieblosen Android-Plastik-Smartphones fort – schade. Es wirkt wie ein Samsung Galaxy S4 Verschnitt und kann trotz der als stylisch geltenden Farbe Weiss nicht überzeugen. Muss aber jedes Smartphone stilvoll und innovativ sein? Die Frage möchte ich ganz bewusst mit einem „Nein“ beantworten, denn wir befinden uns hier in einer unteren Preisklasse unterhalb von 200 Euro und hier erwarte ich in Sachen Design keine Offenbarung, allerdings bleibt eben kein Augenschmaus, sondern eher ein zweckmässiges „habe ich schon 100 Mal gesehen“ Design übrig. Was mir aber gut gefällt, ist aber der abgerundete Rücken, wodurch das LG L90 wirklich sehr angenehm in der Hand liegt.

 

Die Verarbeitung reisst ebenfalls keine Bäume aus. Insgesamt ist dieser Punkt als befriedigend zu bewerten. Bei leichtem Druck knarzt es an jeder Ecke und das Gerät ist alles andere als verwindungssteif. Das Plastik der abnehmbaren Rückseite fühlt sich aber gut an und kommt in einem matten Weiss daher. Die Frontseite ist komplett mit durchsichtigem Plastik überzogen. Es handelt sich nicht um irgendeine Art von GorillaGlass oder dergleichen.

 

2. Hardware, Performance und Display

Display

Technologie

Typ

Diagonale in cm

Diagonale in Zoll

Farben

Auflösung

IPS Farbdisplay

LCD

11.94 cm

4.7 Zoll

16,7 Mio.

WVGA 960 x 540 Pixel

Prozessor

Modell

Taktrate

Anzahl Kerne

Qualcomm MSM8226

1.2 GHz

4

Kamera

Megapixel

Zoom

Auflösung

Blitzlicht

Video-Aufzeichnung (max.)

Front-Kamera

Features

 

8 MP

4 x digital

3.264 x 2.448 Pixel

LED

Full HD (1.920 x 1.080 Pixel)

1.3 MP

Panorama-Aufnahmen, Serienaufnahme, Time Catch-Aufnahme, Sport Modus, Pause and Resume Recording, Sprachauslöser, Helligkeit, Fokus, ISO, Weiss-abgleich (AWB), Farbeffekt, Timer, Geotagging, Live-Effekt

Akku

Art

Kapazität

Stand-by-Zeit

Sprechzeit (Netzversorgung abhängig)

 

Li-Ion 3.8 V Akku

2.540 mAh

2G: Bis zu 977 Std.; 3G: Bis zu 1.012 Std.

2G: Bis zu 1.470 Min.; 3G: Bis zu 1.290 Min.

Speicher

Festplattenspeicher

Speicher erweiterbar

RAM

8 GB (davon circa 3.4 GB frei nutzbar)

microSD Speicher-Slot für bis zu 32 GB

1 GB

Netze und Verbindungen

Mobilfunk

Netz/Mobilfunkfrequenzen

 

Wi-Fi

Bluetooth-Version

SAR-Wert (Kopf)

GSM (2G), EDGE, UMTS (3G)

UMTS, HSDPA 21Mbit/s, HSUPA 5.76 Mbit/s

Wi-Fi IEEE 802.11 b/g/n, WiFi Direct™

4.0

0.467 W/Kg

Abmessungen

 

Masse (L x B x H)

Gewicht

Farbe

131.55 x 66.02 x 9.65 mm

124 g

Schwarz, Weiss

 

Ein 1.2 GHz QuadCore Prozessor und 1 GB RAM klingen für ein Smartphone im günstigen Preisbereich wirklich gut. Und die Arbeitsgeschwindigkeit ist in jedem Fall ein Alleinstellungsmerkmal des LG L90. Die ruckelnden Androidzeiten sind endgültig vorbei, denn auch mit einem Google Smartphone für weniger als 200 Euro bekommt man eine ruckelfreie Performance geliefert. Das OS läuft butterweich, Apps starten sehr schnell und das Surfen mit dem Chrome-Browser ist sensationell schnell. Ein ganz grosser Pluspunkt für die Performance des LG L90.

 

Ebenfalls positiv hervorzuheben ist der mitgelieferte und wechselbare Akku. Satte 2.540 mAh stellt uns LG hier zur Verfügung und das obwohl nur ein 4.7 Zoll Display verbaut wird, was nicht mal eine HD Auflösung bietet. Freilich ist die Akkulaufzeit eine weitere Stärke dieses Geräts und das, obwohl die Rückseite bei etwas längerem Gebrauch schnell warm werden kann.

Schwach sind hingegen zwei andere Punkte. Zum einen der verbaute Speicher. Nur 3.4 GB sind davon nutzbar. Das kann zwar per MicroSD Karte erweitert werden, ist aber wieder zusätzlicher Aufwand. Des Weiteren kann mich das Display gar nicht überzeugen. Android ist hier bei niedrigen Auflösungen etwas anfälliger als das Windows Phone OS. Bei letzterem ist es nicht ganz so dramatisch, wenn die Kacheln nicht so knackscharf dargestellt werden. Bei den feinen Icons des Google OS erschrickt man doch recht schnell bei einer sub-HD Auflösung. Weder die Blickwinkel, noch die Farbtreue können überzeugen. Es ist schlichtweg kein gutes Display, was vor allen Dingen bei einer Helligkeitseinstellung unter 100% recht schnell erkennbar ist.

 

Insgesamt ist das LG L90 aber sehr solide ausgestattet. Front- und Backcamera, Flashlight, grosszügiger Akku, 4.7 Zoll Display in einem recht klein gehaltenen Gehäuse. Das alles kann in einer Gesamtschau durchaus überzeugen.

3. Kamera und Multimedia

Ich persönlich mache sehr gerne Fotos mit meinem Smartphone und nutze dafür ein Lumia 920. Die Kamera ist über jeden Zweifel erhaben und so bin ich selbstverständlich nicht unbedingt von dem begeistert, was LG hier verbaut hat. Die Kamera App ist gut strukturiert und hat eine auf das Wesentliche reduzierte Benutzeroberfläche. Das gefällt mir. Die Bilder hingegen sind maximal durchschnittlich. Wer die Lumias gewohnt ist, wird hier definitiv Abstriche machen müssen. Selbst die Low-End Lumias machen mittlerweile ordentliche Fotos. Positiv hervorzuheben ist die verbaute Frontkamera, die beispielsweise bei einem Lumia 630 vollständig fehlt.

In Sachen Multimedia kann mich LG nur bedingt überzeugen. Der Foto Hub ist zweckmässig gestaltet und zeigt halt die gemachten Fotos an. Bilder als Favoriten markieren ist beispielsweise gar nicht möglich und auch das Sortieren nach unterschiedlichen Daten gefällt mir persönlich nicht.

Der Musikplayer ist ebenfalls äusserst schlicht gehalten und kommt ohne besondere Features daher. Nett ist die vorinstallierte Radio App, mit der man per UKW seine Radiosender anhören kann.

Sehr schön ist die App „Quick Remote“, mit der das L90 zu einer Multimedia Fernbedienung wird. Per Infrarot kann man so seinen TV oder BluRay Player ansteuern. Ob man das wirklich benötigt ist eine andere Frage. Mir persönlich hat dieses Feature gefallen.

4. Software

Das Android ist im vorliegenden Fall natürlich nicht das Stock-Android von Google, sondern die von LG angepasste Oberfläche. Leider ist noch nicht das FLAT Design und die neue GUI vom LG G3 auf dem L90 installiert. Ob diese neue Designsprache dem Flaggschiff vorbehalten bleibt oder auch auf die anderen Devices der Südkoreaner kommt, bleibt abzuwarten. Die Android Version 4.4.2 ist vorinstalliert und erledigt einen guten Job. LG lässt euch zudem zahlreiche Individualisierungen vornehmen. So kann die Schriftart und Schriftgrösse angepasst werden oder der Bildschirmübergang nach den persönlichen Vorlieben verändert werden.

 

Schön sind auch die Smart-Features des Displays. Hier erkennt das L90 wenn man nicht mehr auf den Screen schaut und stoppt bei einer Videowiedergabe beispielsweise die Ausgabe. Wem das Gerät zu gross ist, kann zudem Einstellungen für die Einhandbedienung vornehmen. Ebenfalls ein nettes Feature.

Neu ist zudem das Entsperren des Geräts per „Knock On“ Code. In vier Bereiche kann getippt werden, um eine individuelle „Knock-On Pin“ zu erstellen. Es ist eine Alternative zum Zahlencode oder zu anderen Entsperrgesten. Ebenfalls gefallen hat mir der Gästemodus. Dieser spezielle Modus lässt den Zugriff auf spezielle Anwendungen zu, ähnlich wie die „Kids Corner“ bei Windows Phone.

 

LG liefert hier eine solide Bandbreite an sinnvollen Features. Meine persönliche Hoffnung ist, dass auch für die Einsteigergeräte die neue Designsprache per Update nachgereicht wird. Das neue Flat-Design von LG gefällt mir äusserst gut.

 

5. Empfangsqualität und Akkulaufzeit

Die Empfangsqualität konnte ich im Vodafone Netz in Bonn testen. Es gab keine sonderlichen Abweichungen zu meinem privaten Lumia 920. Die Gesprächsqualität des L90 ist befriedigend und für die Preisklasse des Geräts absolut in Ordnung.

Herausragend ist die Akkulaufzeit. Der Akku mit einer Kapazität von 2.540 mAh ist wahrlich ein starkes Stück. Und das, obwohl nur ein 4.7 Zoll Display angetrieben werden muss. Mein Eindruck, dass Android mittlerweile zu einem stromsparenden und immer performanteren OS gereift ist, bestätigt sich auch mit dem L90. Hier hat die Konkurrenz bei iOS und Windows Phone Nachholbedarf.

 

6. Fazit

Knapp 200 Euro bei Amazon.de und 190 Euro bei Notebooksbilliger (Stand 26.06.2014) müssen aufgewendet werden für den Kauf eines LG L90. Bei Aldi war das Gerät vor einiger Zeit sogar für 179 Euro im Angebot. Wie ihr dem Test entnehmen konntet, bekommt man für sein Geld ein solides Gerät, was weder vollständig überzeugen noch enttäuschen kann.

 

Mein Rat ist hier aber hinsichtlich Display und Verarbeitungsqualität ein anderer. Spart lieber noch zwei, drei Monate länger, denn für 130 Euro mehr bekommt man bereits das ausgezeichnete LG G2 und somit ein echtes Flaggschiff.

Wer hingegen ein Mittelklassesmartphone mit Android sucht, der ist mit dem LG L90 ganz gut bedient.

 

PRO

+ Akkulaufzeit

+ Performance

+ Softwareausstattung von LG

+ Wunderbare Haptik

 

CONTRA

– Display ist allenfalls durchschnittlich

– Verarbeitung nicht überzeugend

– Langweiliges Design

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Antwort zu “Review: Das LG L90 im Test”

  1. Straputsky sagt:

    Interessanter Test, an dieser Stelle würde ich noch auf das LG L9 II verweisen, was mMn das bessere Angebot ist. Das Display löst mit 1280×720 auf und der SoC ist zwar nur ein Dualcore, dafür aber höher getaktet, was in den meisten Fällen Vorteile bringen sollte. Der Preis ist der gleiche (wenn nicht sogar einen Tick günstiger).

    In Punkto Software dürften sich die beiden Geräte kaum unterscheiden und auch die Kamera ist ebenfalls nicht berauschend. Allerdings in dieser Preisklasse auch keine große Enttäuschung.

    Das G2 spielt meines Erachtens in einer völlig anderen Preisliga und kommt auch mit einem kleinem aber wichtigen Manko daher: Kein microSD-Platz. 16GB interner Speicher, von denen ohnehin nur 11GB frei verfügbar sind, sind schnell weg, insbesondere wenn man die Kamera häufiger nutzen möchte (für gewöhnlich hat man ja noch ein paar andere Dinge auch installiert – ein paar Spiele, ein paar Lieder etc.).
    Da sollte man sich peinlichst genau überlegen, wie viel Speicherplatz man wirklich benötigt, sonst ist man schnell am Dateien verschieben um Platz zu schaffen oder muss sich einen OTG-Adapter für Speicherkarten besorgen.

Schreibe einen Kommentar

Teilen