Review: Das Huawei Ascend Mate 7 im Test - PocketPC.ch
So. 25. Januar 2015 um 7:14

Review: Das Huawei Ascend Mate 7 im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

Edler Aluminium-Body und ein riesiges Display gegen die Konkurrenz

Eine gute CPU und eine durchschnittliche GPU treiben EMUI Software an

Fingerabdruckscanner auf hohem Niveau und eine gute Kamera

Herausragende Akkulaufzeit und eine durchschnittliche Empfangsleistung

Fazit: Das Mega-Phablet für die Masse!

Edler Aluminium-Body und ein riesiges Display gegen die Konkurrenz

Das Acend Mate 7 trägt an dieser Stelle eine echte Last mit sich herum. Das Ascend P7 wurde von der Presse – auch von uns – konsequent gelobt und galt als günstiger Geheimtipp, wenn es um Qualität und einen guten Preis dafür ging. Das Mate 7 stösst allerdings nun mit den Lorbeeren des Ascend P7 und den 6 Zoll Display Dimension in ganz andere Bereiche vor. Es will vor allem anderen Phablets den Rang ablaufen.

 

Schon von vornherein darf der Preis erwähnt werden: Ab bereits 430 EUR/SFr (!!) darf das Ascend Mate 7 Phablet bezogen werden und die Verarbeitungs-Qualität ist absolut herausragend. Der Grundriss und der grösste Teil der Rückseite bestehen aus kühlem Aluminium und fühlt sich daher äusserst stabil an. Eine entfernbare Rückschale mit austauschbarem Akku sucht man allerdings vergeblich. Die Masse von 157 x 81 x  7.9 mm und 185 Gramm offenbaren ein richtig grosses Gerät, allerdings wurde das FullHD IPS Display mit 6 Zoll Bilddiagonale mit extrem wenig Rand integriert. Damit ist das Ascend Mate 7 zwar etwas breiter, aber dafür auch ein klein wenig kürzer als das iPhone 6 Plus. Beide Devices nehmen sich nahezu nichts im direkten Grössenvergleich, doch presst Huawei 0.5 Zoll mehr in seine Gehäusefront.

 

Zur weiteren Ausstattung gehören der OctaCore Prozessor aus eigenem Hause mit vier Cortex-A15 Kernen mit 1.8 GHz als Hauptantrieb und vier Cortex-A7 Kernen mit 1.3 GHz für kleinere Nebenaufgaben in der big.LITTLE Architektur von ARM. 2 GB RAM misst der Arbeitsspeicher und der interne Massenspeicher kommt auf 16 GB, welcher zudem per MicroSD offiziell um weitere 32 GB erweitert werden kann. Im Test schluckte das Mate 7 allerdings auch 64 GB Karten von Samsung problemlos, eine Funktionsgarantie gibt es aber nicht. Bluetooth 4.0, NFC, LTE und WLAN DualBand sind ebenfalls mit an Bord. Bärenstarke 4’100 mAh versorgen das Gerät mit dem nötigen Strom. Als Kamera kommt auf der Rückseite ein 13 MP Sensor zum Einsatz, während Selfies und Videotelefonie in der Front mit 5 MP bedient werden.

Eine gute CPU und eine durchschnittliche GPU treiben EMUI Software an

Huawei überzieht Android 4.4 mit seiner eigenen EMUI Oberfläche, welche wir bei Ascend P7 schon ausführlicher beschrieben hatten. Die Bedienung der Geräte orientiert sich recht stark am iPhone und seiner Oberfläche. Die Ordner sehen exakt so aus, die UI hat keinen App-Grid, sondern alle installierten Programme werden auf dem Homescreen installiert. Wollt ihr dieses Programm löschen, so müsst ihr nur das Icon vom Homescreen auf den Mülleimer schieben. Somit entfällt eine getrennte Verwaltung von Verknüpfungen und Programmen komplett. Dafür wird der Homescreen aber auch recht schnell voll, sofern man eine Menge Apps installieren will. Wer also früh anfängt zu sortieren und Ordner zu erstellen, wird dem ersten Chaos entkommen und sich schnell an die Bedienung gewöhnen. iOS Fans fühlen sich hier ohnehin recht schnell wohl. Somit bekommt man eine doch saubere Oberfläche ohne grossen Schnickschnack geboten, welche zudem durch Android weiterhin mit Widgets und hunderten von kostenlosen Themes individualisierbar bleibt. Somit vereint EMUI 3.0 viele Vorteile aus beiden Welten, ohne all zu viele Nachteile zu erzeugen. Die Bedienung ist daher deutlich angenehmer als bei so manch anderer Konkurrenz-Oberfläche.

 

Sehr löblich: Huawei verzichtet auf allerlei Bloatware oder Programme von Drittanbietern. Lediglich die offizielle Twitter App und eine To-Do-List Anwendung sind vorinstalliert. Zwar liefert der chinesische Hersteller auch das ein oder andere eigene Programm mit, doch waren diese schon beim Ascend P7 mehr als hilfreich, darunter auch die interessante Anwendung zum Sparen von Akkulaufleistung. Zieht ein Programm im Hintergrund einiges an Daten oder Strom, wird eine Meldung angezeigt, die das Programm entweder schliessen lässt oder einen mit einem Klick in die analytische Oberfläche des Akkuspar-Helfers schickt und weitere Anwendungen anzeigt, die bisher recht viel Strom verbraucht haben. Sie ist sauber und hilfreich im System integriert, kann aber bei Bedarf auch gelöscht werden, sofern man sie nicht haben möchte.

 

Angetrieben wird das System vom hauseigenen HiSilicon Kirin 925 Achtkern-Prozessor. Dieser ist mit vier Cortex A15 und vier weiteren Cortex A7 CPUs im Verbund ausgestattet und wird von einer Mali-T628 GPU unterstützt. Die Leistung des Prozessors ist dabei sehr ordentlich und liegt auf hohem Niveau, welches in etwa dem eines Snapdragon 800 oder Snapdragon 801 entspricht. Webseiten bauen sich entsprechend flott auf und auch leistungshungrige Programme laden ausreichend schnell ohne lange Wartezeiten. Lediglich beim Spielen kommt die Mali-GPU einer im Snapdragon vergleichbaren Adreno-Version nicht hinterher. Je nach Anwendung ist die Grafikleistung des Kirin 925 getauften Prozessors nur halb so schnell wie beispielsweise in einem Galaxy S5. Real Racing 3, oder Riptide GP2 können daher den ein oder anderen Stotterer im Gameplay nicht verkneifen, laufen allerdings mit leicht verminderter Qualität immer noch akzeptabel. Das vorinstallierte Asphalt 8 macht ebenfalls eine gute Figur, allerdings auch hier mit Abstrichen in der Grafikqualität. Für gelegentlichen Spielspass ist das aber dennoch mehr als ausreichend.

Fingerabdruckscanner auf hohem Niveau und eine gute Kamera

HTC und Motorola haben es versucht, doch waren die Fingerscanner teils unbrauchbar. Samsung hatte in der Android-Welt erstmals einen fähigen Scanner integriert, kam allerdings nicht an den Komfort der Apple Version heran, die Finger in jedem beliegen Winkel auslesen konnte, was vor allem der Bauart der Hometaste geschuldet war. Huawei integriert ihren Scanner zwar nicht auf der Frontseite, doch kann er ebenso wie bei Apple einen eingescannten Finger in jeder Lage wiedererkennen. Da das Ascend Mate 7 zudem relativ gross ist und bei einer natürlichen Haltung in der Hand der Zeigefinger sowieso schon nahezu auf dem Scanner liegt, gestaltet sich das Entsperren des Phablets um ein Vielfaches angenehmer als bei Samsung. Zudem ist der Scanner nahezu fehlerfrei und liegt daher beim Komfort auf identischem Niveau mit Apples TouchID.

 

Den Komfort nutzt Huawei schon direkt beim Entsperren: Ist das Display aus und man legt den gespeicherten Finger in das Feld des Scanners auf der Rückseite, entsperrt sich das Ascend Mate 7 innerhalb von einer Sekunde und ist sofort im Homescreen. Leider ist der Scanner im System noch nicht überall nutzbar, sondern ist bisher grösstenteils nur für das Entsperren des Gerätes verantwortlich. Apps wie PayPal sind derzeit nur für Samsungs Möglichkeiten optimiert.

 

Die Kamera ist ebenso ein Pluspunkt des chinesischen Phablets. Bereits im Ascend P7 wusste der Knippser zu überzeugen, auch wenn er an die Bildqualität eines iPhones, oder Galaxy S Smartphones nicht herankam, so war dieser immer extrem nahe dran und das oftmals für die Hälfte des Preises des Gerätes. Genau so verhält sich die 13 MP Kamera auf der Rückseite vom Ascend Mate 7. Die Bilder sind gestochen scharf, haben ein tolles Farbspektrum und leisten sich nur in dunkleren Lichtverhältnissen dann doch deutliche Schwächen, die von Topmodellen wie dem iPhone 6 von Apple dann doch noch geschlagen werden. Beim Doppeldruck auf die Lautstärkewippe knipst das Mate 7 sogar bei ausgeschaltetem Display ein Foto und das stellenweise in unter einer Sekunde. Leider sind die Ergebnisse ohne Sucher und Zeit der Fokussierung nicht immer fehlerfrei. Für die Nessis, UFOs und Bigfoots dieser Welt, wo man selber kaum Zeit hat, überhaupt auf irgendwas zu achten, ist diese Quickshot-Funktion allerdings ausreichend und ein nettes Gimmick.

 

Generell präsentiert sich die Kamera-App sehr aufgeräumt und mit einer hohen Funktionsvielfalt. Ein direkt in die App eingebauter QR Scanner lässt zusätzliche Apps obsolet wirken und auch die Funktion, ein Wasserzeichen direkt ins geschossene Bild zu integrieren, ist ein sehr nützliches Feature, wenn man eigene Fotos sichtlich kennzeichnen will. Genau wie bei der App für den Akkuverbrauch denkt Huawei einfach mit und es macht durchweg Spass, die Funktionen zu benutzen, ohne dass das System hoffnungslos überladen wirkt. Apropos nützliche Features: Die 5 MP Kamera in der Front kann sogar mit dem Fingerabdruckscanner ausgelöst werden, um so relativ unverkrampft Selfies auszulösen.

Herausragende Akkulaufzeit und eine durchschnittliche Empfangsleistung

Das Positive zuerst: De Akkulaufzeit ist bombastisch! Nicht umsonst schlummern im Ascend Mate 7 happige 4’100 mAh und damit einer der grössten Akkus der Phablet-Klasse im Android-Bereich. Das spürt man auch den ganzen Tag über, denn die Prozente scheinen nicht heruntergehen zu wollen. Natürlich bekommt man auch den Akku des Mate 7 klein, sofern man denn die Intention dazu besitzt, doch für normale Verhältnisse ist die Laufzeit Wahnsinn. Bei voller Displayhelligkeit und einem YouTube-Dauerstream kamen wir auf stolze sechs Stunden und 21 Minuten. Bei normaler Nutzung im Alltag sollte man beim täglichen Facebooking, WhatsAppen und Surfen zwei Tage oder gar deutlich mehr schaffen.

 

Weniger gut gefallen hat uns allerdings die generelle Empfangsleistung. Wo Geräte wie das iPhone 6 Plus oder das Galaxy Note 4 noch mit gut drei Balken WLAN im Haus auskamen, waren es beim Ascend Mate 7 nur noch 1 – 2 Balken im kabellosen Netzwerk. Beim UMTS Empfang verhält es sich innerhalb von Gebäuden ähnlich, doch ist der Verlust dort nicht ganz so stark wie in WLAN Netzen. Befindet man sich allerdings ausserhalb von Häusern, ist der Empfang im Handynetz durchweg auf Höhe der Konkurrenzmodelle. Starke Abweichungen fallen nicht auf, egal welches Netz genutzt wird.

Huawei Ascend Mate7
Sehr gute Ausstattung und ein geringer Preis: Huawei Ascend Mate 7 mit 6 Zoll IPS Display.

Fazit: Das Mega-Phablet für die Masse!

Was soll man da noch zu sagen? Das Huawei Ascend Mate 7 ist schlicht und ergreifend der pure Wahnsinn. Auch wenn es kleinere Schwächen bei der Kamera in dunklen Lichtverhältnissen hat, der Prozessor mit einer etwas unterdurchschnittlichen GPU ausgestattet ist und die EMUI Oberfläche mit seinem sehr starken iOS-Look wohl einige Hardcore-Androidler nicht gerade magisch anzieht, so muss man sich immer noch den Preis vor Augen halten: Das Huawei Ascend Mate 7 gibt es schon für rund 420 Euro bei Amazon! Konkurrenzprodukte wie das Samsung Galaxy Note 4 kosten mal eben fast das Doppelte und leisten unterm Strich auch nicht wirklich mehr. Einzig die extrem umfangreiche TouchWIZ-Oberfläche, welche zudem auf den beigelegten Stift des Note 4 optimiert ist und daher auch spezielle Funktionen dafür bereithält, steht als Merkmal da. Doch rechtfertigt das den extremen Aufpreis? Wenn also das Note 4 das Geeky-Highend-Stift-Phablet für die Hardcorler ist, dann ist das Ascend Mate 7 das Phablet für den Massenmarkt zu einem mehr als nur fairen Preis.

 

Allerdings sollte man erwähnen, dass das Ascend Mate 7 in Europa nur als 16 GB Variante zur Verfügung steht. Ein solches Gerät wäre mit 32 GB oder mehr deutlich besser dran gewesen. Immerhin gibt es eine Speichererweiterung, doch liegt diese offiziell nur bei 32 GB, auch wenn in unserem Test 64 GB Karten funktionierten, so muss das nicht der Regelfall sein.

 

Noch einmal in kurz: Top Display, sehr lange Akkulaufzeit, leistungsfähiger Prozessor und eine sehr intuitive und leicht zu bedienende EMUI Oberfläche mit sinnvollen Funktionen verpackt in einem edlen Aluminium-Body zum fairen Preis. Jetzt muss Huawei nur noch mit Updates etwas schneller aus der Deckung kommen und Android 5.0 für das Phablet fit machen. Von uns gibt es jedenfalls eine klare Kaufempfehlung für das Ascend Mate 7.

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