So. 25. Januar 2015 um 8:28

Review: Das HTC Desire 820 im Test

von Marc Hoffmann1 Kommentare

Ein Mittelklasse-Phablet unter vielen anderen oder doch ein Wolf im Schafpelz? Das ist wohl der erste Gedanke, wenn man das HTC Desire 820 zum ersten mal in den Händen hält. Anstelle eines HTC One M8 Max hat der Hersteller gegen Ende des letzten Jahres ein Phablet in ähnlicher Grösse unter der Desire-Reihe auf den Markt gebracht, welche hauptsächlich Mittelklasse und Einsteiger-Geräte abdeckt. Dennoch soll man ein Smartphone nicht anhand des Preises oder der Hardware alleine einschätzen, denn auch ein Mittelklasse-Gerät kann durchaus überraschen. Ob dies auch bei diesem Plastikbomber der Fall ist, versuchen wir nun für euch zu klären.

Inhalt

  1. Design und Verarbeitung
  2. Hardware
  3. Zubehör
  4. Display
  5. Performance und Akkuverbrauch
  6. Kamera
  7. Software und extra Features
  8. Fazit

Design und Verarbeitung

Der Begriff Plastikbomber steht hier sehr bewusst, allerdings keinesfalls im negativen Sinne. Auch wenn man auf den ersten Blick und mit dem Wissen, dass dieses Smartphone vollständig aus Kunststoff besteht, erst einmal für eine gehobene Augenbraue sorgt, wird dieser erste Eindruck sprichwörtlich gesprengt, sobald man das Gerät einmal in der Hand hatte. Das Unibody-Gehäuse, welches bis auf die Front aus einem einzigen Stück Kunststoff besteht, fühlt sich in der Hand sehr hochwertig an. Die Klavierlack-Oberfläche, welche in unserem Fall in weisser Farbe mit grauen Akzenten daherkommt, sieht sehr gut aus. Selbst bei genauester Betrachtung und dem Abtasten jedes Quadratzentimeters mit den Fingern sind nicht die geringsten Verarbeitungsmängel zu finden. Keine Spaltmasse zwischen Front und Gehäuse und auch keine störenden Grate oder scharfen Kanten. Hier zeigt HTC wieder sehr gut, dass bei der Verarbeitung, seit dem Desaster mit dem HTC One M7, keine Kompromisse mehr gemacht werden. Die Display-Einfassung, welche aus grauem Kunststoff besteht und mit dem restlichen Gehäuse zu einem Stück verschmolzen wirkt, steht zwar minimal über das Display hinaus, ist aber dennoch abgerundet und in keiner Form unangenehm. Im Gegenteil: Denn damit spürt man bei der Bedienung sehr gut, wo das Display zu Ende ist, sodass man nicht versehentlich abrutscht und das Smartphone fallen lässt.

 

À propos fallen lassen: Hier sind wir dann aber schon beim ersten von zwei Kritikpunkten angekommen. Auch wenn sich die Hochglanz-Oberfläche im ersten Moment toll anfühlt und gut aussieht, kann diese bei Kälte oder Wärme doch zum Problem werden. Sobald man nämlich etwas feuchte Finger bekommt, wird die Bedienung des Desire 820 zur Rutschpartie. Immerhin ist auch hier die USB Buchse nicht mittig angeordnet, sodass man bequem mit dem kleinen Finger das Gehäuse von unten stützen kann. Auch auf anderen Oberflächen ist dabei kaum Halt gegeben, sodass man, legt man es beispielsweise auf ein Tablet-Display, selbst bei geringster Schräglage, ein langsames aber stetiges Rutschen beobachten kann, bis es im schlimmsten Fall auf dem Boden liegt. Der Zweite Punkt betrifft die Rückseite des Gerätes und ist eher weniger schwerwiegend: Wie bei Smartphones aus Kunststoff nur selten anders erlebt klingt diese beim Antippen mit dem Finger immer ein wenig hohl und mindert ein wenig das hochwertige Gefühl des restlichen Gehäuses.

Hardware

Die Ausstattung des Desire 820 ist recht interessant zu lesen. Hat man die Liste der Komponenten vor sich und kennt sich in der Materie etwas aus, wirkt diese wie eine Mischung aus Mittelklasse- und High-End-Ausstattung. Sobald man das Gerät aber benutzt und auch mit diversen Tools auf seine Leistung testet, merkt man schnell, dass hier eine sehr gute Mischung gefunden wurde, welche sich perfekt ergänzt. Das Desire 820 gehört zur ersten Generation von Android-Smartphones, welche mit den neuen Prozessoren auf Basis der ARMv8 64-Bit Architektur ausgestattet sind. Der verbaute Snapdragon 615 Prozessor besteht dabei aus ganzen acht CPU Kernen, welche in einer big.LITTLE Architektur kombiniert wurden. Im Gegensatz zur Referenz-Architektur kommen hier allerdings nicht die deutlich stärkeren Cortex A57 Kerne zum Einsatz, sondern insgesamt acht Cortex A-53 Kerne. Dabei sind vier Kerne auf bis zu 1.5 GHz Takt festgelegt und die vier anderen auf maximal 1 GHz. Im Normalfall ist dabei von jedem big.LITTLE Paar nur ein Kern aktiv, doch bei Bedarf können für kurze Zeit auch alle acht Kerne gleichzeitig arbeiten und so für einen Leistungsboost sorgen.

 

Interessant wird es dabei, wenn man die Hardware einem Stresstest durch hohe Auslastung unterzieht. Sobald die Temperatur des Prozessors steigt, wobei durchaus über 60 Grad Celsius erreicht werden, wird nicht etwa die gesamte Hardware gedrosselt, sondern der entsprechende Prozess auf die langsamer getakteten Kerne ausgelagert. Dennoch bleiben die etwas schnelleren Kerne weiter verfügbar und können bei Bedarf einen kurzen Boost für die anderen Aufgaben liefern. Auf diese Weise haben leistungshungrige Hintergrundprozesse nur einen geringen Einfluss auf die Bedienperformance des Gerätes, was selbst bei aktuellen High-End Smartphones zum Stocken führen kann.

 

Die verbaute Adreno 405 GPU gehört zwar zur aktuellsten Generation, ist aber leistungstechnisch etwas heruntergedrosselt. Dennoch liefert sie genügend Performance, das mit lediglich 1280 x 720 Pixel auflösende 5.5 Zoll-Display zu befeuern und sogar in den meisten Spielen eine durchaus ansehnliche Performance zu liefern. Als Arbeitsspeicher stehen der CPU und GPU gemeinsam ganze 2 GB LPDDR3 RAM zur Verfügung, welcher selbst bei intensiver Nutzung für sauberes Multitasking ausreichen sollte. Hier noch eine Übersicht über alle technischen Daten:

 

Display 5.5 Zoll IPS mit 1280 x 720 Pixel Auflösung

Prozessor                            

Qualcomm Snapdragon
RAM2048 MB LP DDR3
Speicher16 GB intern (11.5 GB Nutzbar) und microSD bis 128 GB
Kamera13 MP BSI F/2.2 und 8 MP Fix-Fokus BSI Front
DrahtlosWLANbis 802.11n 2.4/5 GHz; LTE, NFC, Bluetooth 4.0
LautsprecherStereo Boom-Sound Frontlautsprecher

 

Zubehör

Bei den mitgelieferten Extras des HTC Desire 820 hat der Hersteller nicht gerade die Spendierhosen an. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass lediglich ein Lade-Adapter, ein USB Kabel und ein Headset beigelegt werden, doch was letzteres angeht, kann man dies schon fast als Zumutung bezeichnen. Es sind diesmal keine modernen In-Ears beigelegt, sondern die Ohrstöpsel, die wir eigentlich seit den 2000ern vergessen hatten. Auch wenn man die durchaus solide Verarbeitung des Flachband-Kabels und die Haptik des Ruf-Annahme Buttons positiv bewerten kann, spätestens, wenn man sie einmal im Ohr hatte und den ersten Lieblingssong abspielt, will man sie am liebsten herausreissen und direkt im Müll entsorgen. Bässe sind aufgrund der fehlenden Abdichtung ohnehin nicht vorhanden, Mitten beginnen schnell zu klirren und hohe Frequenzen kreischen im Ohr, dass es weh tut. Hier hätte HTC diese gleich weg lassen können.

 

Um aber nicht alles nur negativ zu sehen, sei noch gesagt, dass dieses Headset zumindest zum Telefonieren durchaus geeignet ist. Aufgrund der hohen Lautstärke in mittleren Frequenzbereichen ist die Gegenseite noch immer klar und deutlich zu verstehen und auch das Mikrofon leistet passable Arbeit. Da auch keine akustische Abschottung nach aussen vorhanden ist, kann das Headset dazu auch auf der Strasse gefahrlos im Ohr gelassen werden, da man Geräusche in der Umgebung noch immer problemlos mitbekommt. Will man aber Musik geniessen, muss man dazu raten, direkt ein alternatives Headset zu kaufen.

 

Übrigens hat das Desire 820 zudem noch eine Unterstützung für die HTC DotView-Hülle, welche Benachrichtigungen, Uhrzeit und verschiedene andere Informationen, auch bei geschlossenem Deckel durch eine Punktmatrix anzeigen kann.

Display

Ein 720p Display mit 5.5 Zoll Diagonale? In der heutigen Zeit kommt einem da sofort der Begriff „Pixelmatsch“ in den Sinn. Doch trotz der vergleichsweise geringen Pixeldichte von nur 267 ppi wirkt das Panel erstaunlich scharf. Im direkten Vergleich mit einem FullHD-Konkurrenten fällt die Auflösung zwar schon auf, aber bei der alltäglichen Benutzung des Gerätes merkt man hier selten einen wirklichen Nachteil. Lediglich kleine Texte wirken dann unscharf und ausgefranst. Hier scheint eine gute Anordnung der Sub-Pixel gewählt worden zu sein, anstelle von quadratischen Pixel, wodurch das Display feiner wirkt, als es ist.

 

Nicht ganz überzeugen konnte das Panel allerdings in den übrigen Disziplinen. Am Besten gefällt vor allem die tolle Darstellung von Weiss, da hier bei jeder Helligkeitsstufe eine saubere Darstellung gewährleistet ist, ohne dabei zu kalt (Blaustich) oder zu warm (Rotstich) zu wirken. Auch der Kontrast und die Schwarzwerte gehen für ein IPS Display durchaus in Ordnung. Problematisch wird es allerdings bei der Farbdarstellung. Gemässigte Farben und Mischtöne werden noch recht originalgetreu dargestellt, doch bei reinfarben wie Grün, Rot und Blau merkt man vor allem in dunkler Umgebung und bei schwächerer Beleuchtung eine deutliche Übersättigung und ein aggressives Leuchten. Bei Tageslicht und hellem Display ist der Effekt noch vorhanden, hält sich dann aber im Rahmen. Auch beim Blickwinkel muss das Desire 820 hier Abstriche machen. Auch wenn es sich um ein IPS Display handelt, welches eigentlich technisch bedingt sehr gute Blickwinkelstabilität aufweisen sollte, beginnt bei einem Winkel von 50 bis 60 Grad bereits ein deutliches Abdunkeln, welches von einem farbigen Schimmer begleitet wird. Auch wenn Inhalte gut erkennbar bleiben, kann dies doch schon störend auffallen.

Performance und Akkuverbrauch

Auch wenn sich das Desire 820 bei der verwendeten Hardware nur im oberen Mittelklasse Bereich bewegt, muss es sich bei der Bedienperformance nicht hinter den aktuellen High-End-Boliden verstecken. Die Kombination aus dem clever agierenden Achtkern-Prozessor, eine durchaus potente GPU und der ausreichend gewählten Auflösung des Displays sorgt für eine durchgehend flüssige und überraschend schnelle Bedienung. Das bereits erwähnte Verhalten des Prozessors bei Hintergrund-Auslastung sorgt dafür, dass hier nichts ins Stocken gerät, selbst wenn man nebenbei grosse Apps installiert, Downloads ausführt oder Daten über WLAN überträgt, gerät das kleine Kraftpaket nicht aus der Puste. Dabei muss man bedenken, dass hier Android 4.4.4 zum Einsatz kommt, welches noch nicht einmal die Vorteile der ARMv8 Architektur ausreizt. Sobald das Update für Android 5.0 Lollipop für das Desire 820 ausgerollt wird, dürfte hier noch einmal ein ordentlicher Schub zu spüren sein, wenn HTC auch hier wieder so saubere Arbeit bei der Optimierung leistet.

 

Auch für das ein oder andere Spiel ist das Desire durchaus zu haben. Aufgrund der leistungstechnisch sparsamen Auflösung, kann ein aktuelles 3D Spiel, welches auf High-End-Smartphones die volle Display-Auflösung verwendet hier mit der gleichen Performance ausgeführt werden. Ein Test mit GFX Benchmark zeigt, dass man in diesem Falle auf dem gleichen Performancelevel arbeitet wie ein Samsung Galaxy S5 und in einer Runde World of Tanks lieferte es hier mit über 30 fps im Schnitt sogar eine bessere Performance ab, als auf einem Tablet mit Snapdragon 801 und einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixel.

 

Die Akkulaufzeit des Gerätes lässt allerdings ein eher gemischtes Gefühl zurück. Da HTC sich weiterhin weigert in seiner sonst sehr akkuraten und umfangreichen Akkustatistik auch die Zeit mit eingeschaltetem Display anzugeben, müssen wir uns auf den PCMark Benchmark von Futuremark verlassen. In dessen Akkutest, welcher eine durchgehende Nutzung von alltäglichen Anwendungen wie Browser, Video und Fotoalben simuliert, kam das Desire 820 auf ganze 6 Stunden Laufzeit. In der realen Alltagsnutzung fühlt sich dies allerdings ganz anders an, denn vor allem der recht hohe Akkuverbrauch im Standby macht der Gesamtlaufzeit durchaus zu schaffen. Bei identischer Einrichtung wie mit einem HTC One Max oder einem Sony Xperia Z1 als Referenzgeräte und mit dauerhaft verbundenem Fitness-Tracker muss das Desire 820 jeden Abend mit 20 bis 30 Prozent Akku an die Steckdose. Die beiden anderen Modelle überstehen bei gleicher Einrichtung und Nutzung ganze zwei Tage. Dennoch muss man sich keine Sorgen machen, dass einem über den Tag verteilt einmal der Akku ausgeht und mit ein paar weniger Apps und ohne Spielereien wie Fitness-Tracker oder Smartwatch dürften auch hier zwei Tage und mehr drin sein. Im Anschluss gibt es noch eine Übersicht über verschiedene Benchmark Ergebnisse:

PC Mark 3182 Punkte 
PC Mark Battery Benchmark 5h 59min 
3D Mark Ice Storm Unlimited9243
GFX Benchmark Manhattan716 Frames On-Screen; 347 Frames 1080p
GFX Benchmark T-Rex1400 Frames On-Screen; 804 Frames 1080p

Kamera

Ausgehend von der Klasse des Gerätes und der Tatsache, dass Kameras nie wirklich eine grosse Stärke bei HTC waren, muss man zur Kamera des Desire nicht übermässig viele Worte verlieren. Die verwendete 13 Megapixel-Optik mit Autofokus, BSI-Sensor und einer Blendenöffnung von F/2.2 ist bei guten Lichtverhältnissen durchaus in der Lage, passable Schnappschüsse zu liefern, aber zu mehr reicht es leider nicht. Selbst bei Tageslicht sind die entstandenen Fotos sehr verrauscht und wirken generell auch relativ blass. Der Kontrast der Bilder geht aber durchaus in Ordnung und auch bei viel Schnee und dadurch resultierenden Helligkeitsunterschieden auf Outdoor-Motiven bleiben sowohl helle, als auch dunkle Bereiche noch immer gut sichtbar. Sobald es allerdings um Innenaufnahmen geht, es draussen dämmert oder man gar nächtliche Fotos machen will, stösst die Kamera endgültig an ihre Grenzen und Details sind kaum noch auszumachen. Mit den typischen Kamera-Funktionen wie HDR, Nachtmodus, Makromodus, einer Reihe von Echtzeit Foto-Effekten, sowie manuellem Weissabgleich und ISO-Wert, kann hier zwar noch ein wenig gespielt und auch noch etwas Qualität gewonnen werden, für eine gute Smartphone-Kamera reicht es aber dennoch nicht aus.

 

Warum HTC die Kamera hier mit dem grossen Ring, welcher deutlich aus dem Gehäuse hervorsteht, so in den Fokus rückt, ist deshalb eher fraglich. Bei anderen Smartphones weckt so etwas meist den Eindruck, dass hier besonders viel Wert auf Fotoqualität mit einer grossen Optik gelegt wurde, was in diesem Fall eher falsche Hoffnungen weckt.

 

Auch die Frontkamera kann nicht überzeugen. Diese hat zwar mit 8 Megapixel eine recht hohe Auflösung, liefert aber mit seinem fehlenden Autofokus und der noch kleineren Optik eine deutlich schlechtere Qualität, als die Hauptkamera. Hier ist auf jeden Fall Tageslicht notwendig, um halbwegs brauchbare Ergebnisse für ein Selfie zu bekommen. Für soziale Netzwerke wie Instagram, Twitter oder Facebook, bei denen ohnehin die meisten Bilder mit Filtern „verbessert“ werden, sollte es aber dennoch reichen.

Software und extra Features

Als Betriebssystem kommt auf dem Desire 820 bisher noch Android in Version 4.4.4 zum Einsatz, welches mit HTC Sense als Oberfläche ausgestattet ist. Dabei ist die Feature-Liste in etwa die gleiche wie bei allen anderen aktuellen Geräten. HTC Blink-Feed mit seinem integriertem Social Network- und Nachrichten-Stream kommt als Launcher zum Einsatz. Neben den gängigen Android Widgets liefert HTC auch ein paar eigene mit, wobei hier die Auswahl recht begrenzt ist und sich auf grundlegende Dinge wie eine Auswahl von Uhren, Schnelleinstellungen, Musik-Player, Wetter und Kalender Widgets beschränkt.

Zudem kommen zwei verschiedene Energiespar-Modi zum Einsatz, welche unterschiedliche Level für Einsparungen bieten: Mit dem einfachen Modus werden lediglich Hintergrundaufgaben beschränkt und die Prozessorleistung gedrosselt, sowie die Displayhelligkeit und haptisches Feedback reduziert. Mit dem extremen Energiesparmodus wird die Funktionalität des gesamten Smartphones auf das Level eines Featurephones reduziert und es stehen nur noch grundlegende Telefonie- und Nachrichten-Funktionen zur Verfügung. Auch eine Datenverbindung ist in diesem Modus nicht mehr möglich. Auf eine Infrarot Fernbedienungsfunktion, wie sie die HTC One-Reihe besitzt, muss man hier, mangels Sender, vollständig verzichten.

 

Für HTC-Geräte inzwischen zum Standard geworden, wird auch das hauseigene Boom Sound-Feature wieder mitgeliefert. Diese Technik soll für einen besonders guten und vor allem kraftvollen Sound sorgen, auch wenn die integrierten Smartphone-Lautsprecher verwendet werden. Für diese lässt sich die Funktion auch nicht deaktivieren. Die Lautsprecher selbst liefern dafür auch einen wirklich guten Sound, welcher durchaus mit den Flaggschiffen vergleichbar ist. Bei einem Ausflug an den Strand oder in die Natur mit Freunden kann der kleine Bluetooth-Lautsprecher somit durchaus zuhause bleiben und Spiele oder YouTube-Videos lassen sich auch in lauter Umgebung noch gut ohne Kopfhörer geniessen. Ganz nebenbei lassen sich damit sicher auch gestresste Bahn-Fahrgäste im ganzen Zug-Abteil zur Weissglut bringen, falls man dies denn möchte.

Fazit

Der Gesamteindruck zum Desire 820 ist durchaus durchwachsen, allerdings überwiegt das Positive. Man bekommt hier ein durchaus potentes Smartphone mit grossem Bildschirm, auf dem Spiele und Videos zwischendurch wirklich Spass machen. Vor allem die überraschend gute Performance im Alltag ist auf jeden Fall erwähnenswert und dürfte noch einmal einen Schub bekommen, sobald Android 5.0 als Update ausgerollt wird. Es ist nur schade, dass die Kamera nicht überzeugen konnte. Musikfans sollten zudem nicht vergessen, sich ein geeignetes Headset direkt dazu zu kaufen, sofern nicht schon vorhanden. Preislich kann man das Gerät aktuell für etwa 320 Euro bzw. 325 SFr. erwerben. Allerdings kann man eventuell noch etwas auf den Preisverfall hoffen, da man für den gleichen Preis bereits etwas ältere Modelle bekommt, welche besser ausgestattet sind und weniger Defizite bei der Kamera haben. Legt man aber auf die Kamera keinen Wert und will sicherstellen, dass man länger noch Updates auf ein aktuelles Smartphone bekommt, ist das HTC Desire 820 auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

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Eine Antwort zu “Review: Das HTC Desire 820 im Test”

  1. soeschelz sagt:

    Danke für den Test. Von der Formgebung ist das Gerät ja ganz schön.
    Jetzt noch in matt und mit Windows und es wäre tatsächlich eine Kaufoption für mich.

    Wobei ich noch erwähnen möchte, dass ich den letzten Satz stark anzweifle. HTC ist nicht gerade dafür bekannt seine Einsteiger- und Mittelklasse gut mit Updates zu versorgen. Nach dem Update auf 5.0 wird hier wohl schluss sein, leider.

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