Fr. 09. Januar 2015 um 21:23

Review: Das günstige LG L Bello im kurzen Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Hardware, Design und Verarbeitung auf dem Niveau des LG G3 S

Zwar redet LG von einem „Metallic Look“, doch suche ich diesen vor allem bei der weissen Version vergebens. Während die schwarzen und silbernen Varianten durchaus etwas Metallisches an sich haben könnten, jedenfalls wenn man weit genug weg steht, so ist die weisse Farbe des Gerätes deutlich mehr dem Look des eigentlichen Materials angepasst: Plastik regiert hier, wie beim LG L Fino, dem LG G3 und dem LG G3 S.

 

Die Haptik ist allerdings nicht grundlegend schlecht, im Gegenteil: Es liegt durch die 5 Zoll und durch die bei LG sehr typische platzsparende Einbindung des Displays sehr gut in der Hand. Somit ist auch beim L Bello genannten Gerät die Vorderseite nahezu ein einziges Display, was nicht nur beim grösseren LG G3 zu gefallen weiss. Die Hardwaretasten sind zudem auch hier auf die Rückseite gewandert, was einen sehr grossen Teil der LG-Charakteristik der letzten 1.5 Jahre ausmacht. Das G2 Flaggschiff aus dem Jahre 2013 hatte es eingeführt und nach einer kleinen Eingewöhnungszeit fühlt sich diese auf den ersten Blick seltsame Anordnung sehr natürlich an. Ein Alleinstellungsmerkmal, welches LG nun durch seine Produktpalette zieht, und auch sehr gut gefällt.

 

Die Hardware liest sich nahezu identisch zum LG G3 S, bzw. zum Serien-Bruder LG L Fino. Der Prozessor ist allerdings kein Snapdragon 400, sondern wie im Fino eine Version des Mediatek MT6582 mit 1.3 GHz und wurde ebenfalls als QuadCore ausgelegt. Der Arbeitsspeicher misst 1 GB RAM und der interne Speicher liegt bei 8 GB, allerdings sind gerade einmal 4 GB nutzbar, was den Speicher halbiert. Was durchaus beeindruckt, ist die mit 2.450 mAh angegebene Batterieleistung, was in Anbetracht der deutlich geringeren Spezifikationen auch zu hohen Laufzeiten führt. Die Rechenleistung des LG L Bello ist trotz des fehlenden Snapdragons fast auf dem Niveau des LG G3 S und zudem identisch mit dem LG L Fino. Somit hat auch das L Bello eine 8 MP Kamera, allerdings besitzt das G3 S der Südkoreaner noch die bewährte Laser-Auto-Focus Technologie. Die fehlt den beiden deutlich günstigeren Smartphones gänzlich.

Das Display und die Systemleistung des L Bello.

Das Display ist die wohl deutlich unspektakulärste Unterscheidung zum LG G3 S. Das Bello besitzt zwar ebenfalls ein IPS Panel und kommt auf 5 Zoll Bilddiagonale doch ist die Auflösung mit 854 x 480 Pixel und daraus resultierenden 192 ppi deutlich unter dem des HD Displays vom LG G3 S. Die Anzeigequalität ist daher sichtlich schlechter. Auch die Beschichtung des Glases ist dem des G3 S und des Fino sehr nahe, was irgendwann zu einer seltsamen Reibung führt, um so länger man es benutzt. Ein Phänomen, welches wir schon im Testbericht des G3 S beobachtet haben. Deutliche Minuspunkte gibt es dafür nun nicht, allerdings fühlen sich Geräte wie das Moto G in einem ähnlichen Preisbereich deutlich hochwertiger an.

 

Die Leistung des Prozessors ist schwach, keine Frage, doch reicht es für ein Smartphone bis gerade einmal 180 Euro durchaus aus. Daher darf man keine Höchstleistung erwarten und der MediaTek Prozessor verrichtet in Ruhe seinen Dienst. Die Oberfläche ruckelt kaum und liegt daher auf dem Niveau des deutlich teureren LG G3 S. Die Leistung reicht also für alle anspruchsvollen Alltagsaufgaben aus. Darunter auch Berechnungen von Navigationswegen oder anderen Dingen. Spiele ruckeln allerdings zeitweise sehr stark, vor allem Real Racing 3, oder Riptide GP 2 machen kurzweilig Spass, wirken auf Dauer der geschuldeten schwachen Leistung aber am Ende ermüdend und ernüchternd.

LG L Bello
Das LG L Bello (links) und das LG G3 S (rechts) direkt nebeneinander.

Schnappschuss Kamera und eine sehr gute Akkulaufzeit

Die Kamera ist genauso wie das Gesamtpaket: Für den Preis in Ordnung. Man darf auch hier keine grossen Sprünge erwarten, denn der Abstand zum LG G3 S ist in diesem Punkt am deutlichsten. Durch die Laser-Auto-Focus Technologie des G3 S ist die Qualität der Bilder dort um ein vielfaches besser. Die Kamera im Bello ist einfach nur eine etwas unterdurchschnittliche 8 MP Knips-Maschine und taugt daher maximal als Schnappschuss-Gerät, sofern man mal kurz etwas festhalten möchte. FullHD Video Aufnahmen reissen somit auch niemanden vom Hocker, aber der Zweck heiligt hier die Mittel. Es funktioniert, ist allerdings alles andere als herausragend, doch dem Preis angemessen.

 

Als überraschend exzellent erweist sich aber die Akkulaufzeit des LG L Bello, was vor allem den sehr geringen Spezifikationen gepaart mit den überdurchschnittlichen 2’450 mAh geschuldet sein sollte. Ohne Probleme hielt das Bello bis zu zwei Arbeitstage im Alltag durch, ohne auch nur annähernd eine Steckdose sehen zu müssen. Ein toller Wert für diese Preisklasse und durchaus ein Verkaufsargument.

Fazit

Nimmt man unsere Ergebnisse aus den Testberichten des LG G3 S und dem LG L Fino zusammen und zieht dort die Differenz, dann haben wir im Grunde genommen auch das Ergebnis des LG L Bello hier stehen. Wir haben also ein Smartphone zu einem günstigen Preis, die Leistung wurde also absolut entsprechend seiner Klasse definiert. Man macht keine grossen Einbussen, bekommt also für das Geld genau das, was man erwarten würde. Die Akkulaufzeit hingegen sticht sehr positiv aus dem Gesamtpaket heraus und auch die Prozessorleistung überrascht ein wenig im Vergleich zum LG G3 S. Wer also nicht unbedingt viele Spiele spielen will und auf ein günstiges Gerät mit angemessener Leistung setzen möchte, kann das L Bello durchaus in Erwägung ziehen. Das schwache Display sollte man sich allerdings vorher einmal genauer anschauen.

 

LG L Bello kostet derzeit bei Amazon 186.78 Euro und liegt damit in etwa zwischen Mittel- und Unterklasse der bisher auf dem Markt erhältlichen Smartphones. Allerdings gibt es derzeit bei Aldi-Süd in Deutschland ein interessantes Preisangebot: Das LG L Bello ist dort für 149 Euro erhältlich und damit fast 40 Euro günstiger als beim grössten Online-Versandhändler. Allerdings nur solange der Vorrat reicht.

 

In der Schweiz ist das Gerät erhältlich für CHF 151.90 bei Steg Electronics (Stand Januar 2015)

vg-wort
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