So. 13. April 2014 um 19:01

Review: Das Fairphone im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Ein faires Smartphone. Das klingt im ersten Moment nach Gesundheitslatschen von Nike, um ehrlich zu sein. Denn irgendwie scheinen ja „fair“ und „Smartphone“ nicht so ganz zusammen zu passen. Das Lifestyleprodukt unserer Zeit soll ja vor allem eins sein: Das Beste. Es muss immer High-End sein, toll aussehen, perfekte Benchmarks abliefern, einen fantastischen Akku bei gleichzeitig luftiger Leichtigkeit haben und ja, in gewisser Weise einfach ein Statussymbol sein. Was dahinter steckt, worauf die Smartphoneproduktion angewiesen ist und wer darunter eventuell sogar leidet, kam in den letzten Monaten zwar immer öfter mal auf’s Papier, doch in der Produktion angekommen sind Bedenken zur gängigen Praxis derzeit in sehr hohem Masse nur bei den Macherinnen und Machern von Fairphone in den Niederlanden.

Dieser Testbericht wird sich neben dem Smartphone und seinen technischen Eigenheiten auch mit ein wenig Hintergrundrecherche befassen. Wann ist ein Smartphone „fair“? Warum sind andere eventuell „unfair“? Und wieso finanziere ich unter Umständen Bürgerkriege mit dem Kauf eines Telefons?

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Eine kleine braune Box

2. Was steckt drin im Fairphone?

3. Design – Mischung aus HTC One und iPhone 5s?

4. User Interface

5. Kamera

6. Sound- und Verbindungsqualität

7. Fairness

8. Fazit

 

 

1. Eine kleine braune Box

Das Fairphone kommt in einer hellbraunen Pappfaltschachtel aus Recyclingpappe an. Im Lieferumfang befindet sich das Smartphone, eine Kurzanleitung und ein paar Postkarten. Ladegerät, Kabel und Headset sucht man vergebens – und das aus gutem Grund. Während sich andere Firmen um den praktischsten Standard zum Laden streiten, setzt Fairphone darauf, dass man daheim bereits über jede Menge Kabel und Lademöglichkeiten im Micro-USB Format verfügt. Tut man dies doch nicht, so kann man bei der Firma auch noch ein Ladekabel dazu bestellen. Die bei vielen Firmen obligatorischen Kopfhörer sind ebenfalls nicht enthalten, aber, Hand auf’s Herz, wer braucht die schon? So wird also eine Menge an Ressourcen gespart, die wohl sonst nur in der nächsten Schreibtischschublade verschwinden würden.

2. Was steckt drin im Fairphone?

Die technischen Details des Fairphones lesen sich durchaus brauchbar. Es ist kein High-End Gerät, doch das tut der Funktionalität keinen Abbruch. Doch bevor wir auf die Feinheiten der Performance eingehen, hier die technischen Spezifikationen im Überblick:

 

Netzwerkverbindungen
2G/GSM: 850/900/1800/1900 MHz
3G/WCDMA: 900/2100 MHz
BetriebssystemAndroid™ 4.2.2 (Jelly Bean)
ChipsetMT6589 (quad-core) @ 1.2 GHz
Speicher16 GB
Arbeitsspeicher (RAM)
1 GB
Masse
126 x 63.5 x 10 mm, 4.3 Zoll
Gewicht163 g
Display
4.3 qHD (960 x 540 Pixel), 256 ppi, Dragontail Glass
Hauptkamera
8 MP Autofokus (Stabilisations- und Bildsensor)
Frontkamera
1.3 Megapixel
Akku2000 mAh austauschbar
SAR RatingHead: 0.329 W/kg; Body: 0.693 W/kgS
NFC
Nein
Benachrichtigungs LEDJa
SIM Karte
Dual SIM, Dual Stand-by – one SIM: 3G, one SIM: 2G, Standardformat miniSIM
Speicherkarte
microSD (SD, SDHC and SDXC) bis zu 64 GB erweiterbar
AnschlüsseMicroUSB 2.0, Type B; 3.5 mm Klinkenstecker
USB VersionUSB 2.0 High-Speed
HDMINein
GPSJa (A-GPS)
WLAN2.4 GHz 802.11b/g/n
Bluetoothv2.1 + EDR / v3.0 + HS / v4.0 LE
FM RadioJa
Sensoren
Helligkeitssensor, Gyrosensor, Kompass, Näherungssensor, Gyroskop
Frequenzbänder
2G/GSM: 850/900/1800/1900 MHz
3G/WCDMA: 900/2100 MHz
GPRS Klasse
GPRS Class 12
EDGE Klasse
Multi-Slot Class 12
UMTS-RatenHSPA uplink cat 7 bis zu 11.5 Mbps                
HSPA downlink cat 24 bis zu  42.2 Mbps

 

Im Test lief das Fairphone absolut ausreichend gut. Im Vergleich mit aktuellen High-End Boliden wie dem HTC One (M8) oder dem iPhone 5s gab es schon Unterschiede in der Performance, vor allem beim Spielen aufwendiger Games wie Asphalt, jedoch traten im normalen Alltagsgebrauch keine Ruckler auf. Scrollen und Wechseln der Apps laufen flüssig und auf jeden Fall der Prozessorleistung in vollem Umfang angemessen.

Die Videowiedergabe hingegen ist problematisch – 1080p Videos laufen nicht. 720p hingegen schon, egal, welches Format versucht wurde.

Der austauschbare Akku hält einen guten Arbeitstag durch, wobei ein Alltagstest durchgeführt wurde. Das bedeutet, dass bei normaler Displayhelligkeit, automatischem E-Mail-Abruf von sechs Postfächern alle fünf Minuten, ein paar Telefonaten, regelmässigem Benutzen der PocketPC.ch App, Kurznachrichten und ein wenig Musikhören am sehr späten Abend die LED rot leuchtete und das Gerät geladen werden musste. Bei geringer Benutzung hielt das Fairphone allerdings auch ein komplettes Wochenende von Samstagmorgen bis Sonntagnacht durch. Für ein Smartphone dieser Klasse und mit dem 2000 mAh starken Akku sind dies durchschnittlich gute Werte.

Was schade ist, ist das Fehlen von LTE und NFC. Auch bei 3G ist beim Fairphone Schluss. Das reicht zwar mir, da ich sowieso keine LTE-Option bei meinem Anbieter gebucht habe, den High-End Markt wird es damit aber sicher nicht ankratzen. An NFC hatte ich mich schon gut gewöhnt, so dass es mir nun fehlt – allerdings ist die Technologie ja grundsätzlich noch eher wenig verbreitet, weshalb das nun kein grosses Manko ist. Kabellos Laden geht auch nicht.

3. Design – Mischung aus HTC One und iPhone 5s?

Kaum war das erste Foto des Fairphones frisch aus der Redaktion bei Facebook gepostet, merkte ein User an, dass das Gerät irgendwie wie eine Mischung aus HTC One und iPhone 5s aussieht. Ich muss sagen: Danke für den Hinweis, du hast irgendwie Recht! Der Body des Fairphones besteht aus Metall und Kunststoff. Am Rücken des Geräts lässt sich der Akkudeckel aus sehr stabilem Metall recht einfach abnehmen, darunter befinden sich neben dem Akku der Slot für die beiden Mini-SIM Karten sowie für die Micro-SD Karte. Ausserdem ziert auf der Rückseite das Fairphone-Logo sowie der Schriftzug „Fairphone First Edition“ das Gerät. Die rückseitige Kamera befindet sich neben dem Blitz auf der rechten Seite. Eingefasst wird das Gerät aus schwarzem Metall von einem weissen Kunststoffrahmen. An der linken Seite des Geräts finden sich die Lautstärketasten, die einen guten Druckpunkt aufweisen. Oben sind der 3.5 mm Klinkenanschluss, der Micro-USB Anschluss und die Powertaste zu finden. Oben links auf dem Display befindet sich das Fairphone-Logo, rechts die Frontkamera. Die drei kapazitiven Android-Tasten befinden sich typischerweise unten.

Das Fairphone zeichnet sich durch eine relativ dicke Bauweise aus. Zudem ist es recht schwer. Hier wird wieder der Hintergrundgedanke des Entwicklerteams deutlich: Alles soll austauschbar sein. Deshalb griff man zum Beispiel auf die konventionelle Methode das Displayglas einzubauen zurück, so dass dies einfach zu wechseln ist. Bei den anderen aktuellen Geräten ist das Glas so verbaut, dass es sehr fest verklebt und für Laien kaum mehr zu wechseln ist. Das hohe Gewicht des Geräts mag den ein oder die andere stören, mir gefällt es so, wie es ist. Der Schwerpunkt ist sehr angenehm und durch das gute Gefühl in der Hand fühlt es sich nicht unangenehm schwer an. 163 Gramm zu stemmen, erinnert generell auch nicht gerade an „Jugend trainiert für Olympia“ und liegt immer noch im Rahmen.

Die Verarbeitung des Geräts ist sehr gut. Am Testgerät befanden sich keinerlei Kratzer, alles sitzt bombenfest und auch der Akkudeckel wackelt nicht. Es fühlt sich perfekt verarbeitet an.

Eine Besonderheit ist die Inschrift im Akkudeckel. Alle 10185 Exemplare des Fairphones tragen den Text: „You together with 10,185 other people helped make Fairphone possible.“ Das gibt, ob man will oder nicht, irgendwie ein gutes Gefühl.

4. User Interface

Das Fairphone läuft mit Android 4.2.2 in einer leicht angepassten Version vom portugiesischen Entwicklerteam Kwamecorp. Es ist von Haus aus rooted, die superuser-App findet sich in den Einstellungen wieder. Darüber hinaus suchr Fairphone aktiv nach Communities, die bei der Entwicklung von Firefox OS und Ubuntu-Lösungen für das Phone helfen. Das verwendete Android ist sehr pur und eher eine Oase der Ruhe, verglichen mit überladenen Versionen anderer Hersteller. Eine Lizenz von Google konnte nicht rechtzeitig eingeholt werden, daher sind sämtliche Google-Apps nicht vorinstalliert. Über ein Widget kann man dies aber sofort nach Installation nachholen. Der PlayStore ist vorhanden und man erhält so Zugriff auf alle möglichen Android-Apps.

Sehr interessant ist der Quick-Launcher, mit dem man über einen Wisch von der rechten Displayseite her die kürzlich benutzten und Lieblingsapps in Windeseile aufrufen kann. Vorinstalliert und irgendwie die Ethik von Fairphone wiederspiegelnd ist das vorinstallierte „Peace of Mind“ von XDA. Hier kann man für einen bestimmten Zeitraum bis zu drei Stunden den Flugmodus einschalten und hat so ein wenig Ruhe für sich selbst und kann die Zeit bewusst ohne das Smartphone verbringen. Weniger ideologisch gesehen ist dieser Modus auch sehr praktisch für Schule und Studium, um schnell und einfach das Gerät während der Unterrichtsstunde, Prüfung oder Vorlesung zum Verstummen zu bringen.

Allgemein ist die Bedienung der Benutzeroberfläche sehr intuitiv und einfach. Selbst wenn man ein wenig aus der „Android Übung“ ist, kommt man sehr schnell wieder rein und benutzt das Fairphone nach einer halben Stunde so, als habe man nie ein anderes Betriebssystem als Android verwendet.

5. Kamera

Verglichen mit einem der aktuellen ausgewiesenen Kamerasmartphones wie dem Nokia Lumia 1020 ist die Kamera nur eines: Mies. Für den ein oder anderen Schnappschuss kann man sie hernehmen, eine solide Digitalkamera ersetzt sie nicht. Im Urlaub würde ich mich nicht auf sie als einzige Kamera für schöne Erinnerungsfotos verlassen. Es trat deutliches Rauschen im Bild auf und die Schärfe ist auch nicht optimal.

Die Bedienung der Kamera erfolgt über die unveränderte Kamera App von Android. Alles ist einfach und intuitiv auswählbar, die Möglichkeiten zur Anpassung der Modi halten sich in Grenzen, verglichen mit Kamera Apps anderer Hersteller.

Beim Filmen von Videos gibt es dasselbe zu berichten: Die Qualität der bewegten Bilder ist gerade noch so ausreichend, bei schlechten Lichtverhältnissen lässt einen die Kamera im Stich, sowohl beim Fotografieren, als auch beim Filmen.

6. Verbindungs- und Soundqualität

Im Bereich der Gesprächsqualität gibt es nichts zu meckern. Das Gegenüber bei Telefongesprächen ist klar zu verstehen und Umgebungsgeräusche werden gut genug herausgefiltert. Auch per Lautsprecher und Freisprecheinrichtung kann man gut telefonieren. Die Musikwiedergabe ist in Ordnung, kein Klangerlebnis wie mit einer Bowers&Wilkins Soundanlage, aber hey, es ist ein Telefon, dessen Kernaufgabe dann doch eine andere ist.

Die Verbindungsqualität war durchweg gut, es gab keine Abbrüche der Daten- oder Netzverbindung. Wie oben schon erwähnt, verfügt das Fairphone nicht über LTE und NFC, was schade ist. Bluetooth und Datenverbindungen bis 3G laufen erwartungsgemäss sauber.

7. Fairness

Die klassischen Themen für eine Review haben wir nun abgehakt. Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Wie fair ist nun das Fairphone? Generell kann man im Zeitalter des Greenwashings, das zur Zeit viele Firmen betreiben, nicht skeptisch genug sein. Allerdings ist der kleine Hype, der um die niederländische Firma entstanden ist, durchaus positiv zu bewerten, denn immerhin kann so ein Blick auf die Problematik der Smartphoneproduktion gelenkt werden. Immer besser, immer billiger, immer schneller, immer leichter und zugleich immer grösser ist das Credo auf dem Markt derzeit. Auf wessen Kosten dies geschieht, kommt immer mal wieder in der Presse vor, sei es beim Durchsickern von Informationen zu den Arbeitsbedingungen der chinesischen Firma Foxconn oder bei den bekannten Dokumentationen über die Ausbeutung von Bodenschätzen in Afrika und Asien und die Konflikte, die deswegen geführt werden. Die Bilder verschwinden aber spätestens bei der Suche nach dem nächsten High-End Gerät wieder.

Im Grunde setzt sich das Thema Fairness bei der Firma Fairphone aus drei Punkten zusammen. Da wären der Umweltschutz, die Arbeitsbedingungen und der Umgang mit den benötigten Rohstoffen.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit kann das Fairphone punkten. Fast alle Teile sind austauschbar und reparabel. Zudem ist soweit möglich recyceltes Material verbaut. Das Fairphone soll so lang wie möglich verwendet werden, weshalb auch der Akku austauschbar ist. Dieser ist ja im Normalfall mit die grösste Schwachstelle eines Smartphones und es gibt wohl sehr viele Geräte, die aufgrund eines kaputten Akkus in die ewigen Telefonjagdgründe gehen mussten. Das Design des Fairphones mag einigen nicht gefallen, jedoch ist es so praktisch aufgebaut, dass eben alle Bauteile erreichbar und ersetzbar sind. Zudem kann man bei Fairphone selbst Ersatzteile bestellen. Dadurch, dass es ein Dual-SIM Phone ist, spart man sich unter Umständen sogar das Zweithandy für’s Geschäft – und somit jede Menge Ressourcen. Interessant ist auch, dass Fairphone und iFixit zusammenarbeiten. So ist auf dem Phone bereits die App von iFixit vorinstalliert und auch Ersatzteile sind dort erhältlich. Beim Test von iFixit kam das Fairphone auf 7 von 10 Punkten – ein ordentliches Ergebnis, aber dennoch ausbaubar, was bei der zweiten Generation des Geräts auch passieren soll.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen bei technikproduzierenden Firmen sind oftmals erschreckend und erinnern nicht selten an moderne Sklaverei. Bei Hungerlöhnen schuften mitunter auch Kinder, um uns möglichst billige Smartphones und Tablets zu produzieren. Fairphone gibt hier an, bei der Zusammenarbeit mit der chinesischen Frma Changhong darauf zu achten, dass die Minimumstandards eingehalten werden, also der chinesische Mindestlohn bei maximal 60 Stunden Arbeitswoche gezahlt wird. Die Endfertigung findet in einer durchschnittlichen Fabrik in China statt. So weit, so normal für die heutige Technikproduktion – anders ist hier vor allem, dass Fairphone die Zahlen und Produktionsstätten offenlegt. Im Social Assessment Report gab die niederländische Firma bekannt, dass in Zusammenarbeit mit der Firma Changhong schon einige Verbesserungen gemacht werden konnten, wie beispielsweise eine schriftliche Vereinbarung zur Verhinderung von Kinderarbeit, kostenloses Mittagessen in der Fabrik, Verbesserungen der Arbeitssicherheit sowie die Gründung von Betriebsräten. Zudem gehen 1,93 Euro pro verkauftem Smartphone in einen Workers-Welfare-Fund ein. Dies ist deutlich mehr, als zum Beispiel das TCO Programm von Samsung bietet.

Rohstoffe

Leider gibt Fairphone nicht zu jedem der benötigten speziellen und in vielen Fällen sehr seltenen Rohstoffe an, wo sie herkommen und unter welchen Bedingungen sie gefördert werden. Bei den wichtigen Metallen Zinn und Tantal arbeitet die Firma eng mit anderen zusammen, die sich für eine konfliktfreie Förderung dieser Rohstoffe einsetzen. Bei Zinn sind dies unter anderem Nokia, BlackBerry, HP und Motorola, die sich in der „Conflict-Free Tin Initiative“ zusammentun und Entwicklungsprojekte im Kongo unterstützen. Bei Tantal, einem extrem seltenen Element, beteiligt sich Fairphone an Motorolas Projekt „Solutions for Hope“. Beide Rohstoffe werden im Kongo gefördert, einem Land, das in der Vergangenheit immer wieder unter Bürgerkriegen leiden musste. Die politische Situation ist nach wie vor instabil. Umso wichtiger ist es, konfliktfreie Rohstoffe zu unterstützen. Dazu werden diese aus Minen bezogen, die geprüft sind und nachweislich nicht von Warlords ausgebeutet werden, um keine weiteren Kriege zu unterstützen. Kinderarbeit wird hierbei leider nicht ausgeschlossen, daher auch nur die Bezeichnung „konfliktfrei“ statt „fair“. Zu den weiteren seltenen Erden gibt Fairphone bisher noch keine Auskunft, schade.

Die folgende Grafik zeigt schlüssig auf, wie sich der Preis für das Smartphone zusammensetzt.

So setzen sich die Kosten für ein Fairphone zusammen
So setzt sich der Preis für das Fairphone zusammen

8. Fazit

Beim Fairphone handelt es sich um ein Mittelklassegerät, welches das erfüllt, was man von einem modernen Smartphone erwartet: Es funktioniert tadellos und kann im Alltagsgebrauch überzeugen. Es ist nicht das schnellste, die Kamera ist nicht spitzenmässig und NFC sowie LTE wären schön gewesen. Doch ging es hier überhaupt um die Technik an sich?

Darum bleibt die Frage, für wen das Fairphone geeignet ist. Es wäre absolut unsinnig und unökologisch, sein noch funktionstüchtiges Smartphone wegzuwerfen und sich dafür ein Fairphone zu kaufen, klar. Das liegt auch nicht im Sinne der Entwicklerfirma, davon bin ich überzeugt. Steht jedoch der Kauf eines neuen Geräts im Haus und man möchte mit einem guten Gefühl nach Hause gehen oder jemand möchte in den Smartphonemarkt einsteigen, nachdem er oder sie zunächst das alte Nokia 3210 aus ökologischen Gründen zum Erliegen gebracht hat, ist es ein tolles Gerät. Keine Technikfirma der Welt kann derzeit für absolute Fairness garantieren und dennoch ist es ein Unterschied, ob es eine gewisse Transparenz und ein Bemühen wie beim Fairphone gibt oder völlige Ignoranz gegenüber der Thematik. Zwar kommen Kritiken mit den Argumenten daher, dass andere Firmen eben leise etwas tun und es sich nicht so sehr auf die Fahnen schreiben, jedoch ist es den Menschen hinter Fairphone wichtig, Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es eine gute Sache und ohne Marketing kommt keine Firma aus.

 

Bei der Sache mit den fairen Smartphones ist es vielleicht vergleichbar mit Bio-Fleisch: Es ist zweifellos tierfreundlicher produziert – totgestreichelt werden die Tiere dennoch nicht. Genauso kann man sich beim Thema Smartphones darüber streiten, ob es einen Massenmarkt in dem jetzigen Ausmass braucht.

 

Wie dem auch sei – das Fairphone tut vor allem eins. Es regt zum Nachdenken an. Und allein damit ist schon eine Menge erreicht. Eine Empfehlung, sich mit dem Gerät zu beschäftigen, gebe ich auf jeden Fall. Ob es das richtige Gerät für einen selbst ist, muss man natürlich für sich selbst entscheiden. Wer sauber funktionierende Mittelklasse sucht, die gut in der Hand liegt, einen austauschbaren Akku und Dual-SIM besitzt und zudem noch gut und metallisch aussieht, wird mit dem Fairphone sicher glücklich werden!

Pro

Contra

Transparente Herstellungswege…… die noch ausbaufähig in Bezug auf komplette Dokumentation sind
Faire ProduktionsbedingungenVideowiedergabe nicht mit 1080p möglich
Austauschbarer AkkuKameraqualität nicht überzeugend
Offenes, rooted Android 4.2.2Kein LTE und NFC
Sehr gute Verarbeitung 
Sehr stabiler Eindruck 
vg-wort
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