So. 05. Oktober 2014 um 10:15

Review: Das CAT B15Q im Test

von Marc Hoffmann0 Kommentare

Smartphones werden immer grösser, schneller, eleganter und – zerbrechlicher. Auch wenn Materialien wie Glas, Aluminium aber auch bestimmte Kunststoffe zwar schön anzufassen sind und oft auch gut aussehen, gibt es doch eine Menge Einsatzbereiche, in denen solche Smartphones vermutlich keine Woche überstehen würden. Wer ein Smartphone auf Baustellen, im Tagebau oder anderen rauen Umgebungen einsetzen muss, würde sicher nicht auf edle High-End Geräte zurückgreifen. Hier kommen dann sogenannte Outdoor-Smartphones zum Einsatz, die mit besonders robuster Bauweise auch harte Umgebungsbedingungen überstehen sollen. Eines davon ist das B15Q des Herstellers Caterpillar, welcher vielen vor allem durch das CAT Logo auf grossen Baumaschinen wie Kränen und Baggern ein Begriff sein sollte.

 

Das B15Q ist dabei für genau diese Umgebungen gedacht, in denen auch besagte Maschinen zum Einsatz kommen. Auf Baustellen, auf Schiffen oder im Tagebau sowie in diversen anderen Umgebungen. Diese Art von Smartphones setzt den Fokus aber nicht auf pure Leistung oder gar Eleganz, sondern darauf, auch heftige Stürze, Schmutz, Staub und Wasser zu überstehen und dennoch lange seinen Dienst zu leisten.

Simple Hardware für alles Nötige

Wie bereits angedeutet, geht es bei dieser Klasse von Smartphones nicht um pure Leistung, sondern um Ausdauer und Robustheit. Deswegen kommt als Prozessor ein Mediatek MT6582 Quadcore Prozessor zum Einsatz, welcher mit 1.3 GHz Takt arbeitet. Für die Stromversorgung ist ein 2000 mAh Akku verbaut, welcher bis zu 21 Tage Standby verspricht und 16 Stunden Gesprächszeit. Zudem verfügt das Smartphone über 1 GB Arbeitsspeicher und 4 GB internen Flash Speicher für Apps und Daten, von denen 2 GB zur Verfügung stehen. Zusätzlich lässt sich dieser mit einer bis zu 32 GB grossen MicroSD Karte erweitern. Eine Besonderheit ist, dass das Smartphone zwei SIM-Karten parallel unterstützt, sodass im Einsatz auch parallel eine private und eine geschäftliche Nummer verwendet werden kann oder auch je eine für interne und externe Gespräche.

 

Auch eine Kamera mit 5 Megapixel ist mit an Bord, welche mit Autofokus, Software HDR und Lächelerkennung auch das eine oder andere Foto erlaubt, wenn auch primär für dokumentarische und Schnappschuss Zwecke. Auch eine LED als Unterstützungslicht steht zur Verfügung, welche zudem durch eine seitliche Bedientaste als Taschenlampe verwendet werden kann. Auf der Front befindet sich noch eine VGA Kamera für Videotelefonate. Zur Bedienung kommen keine Softwaretasten zum Einsatz, sondern drei berührungsempfindliche Buttons auf der Front.

 

Für die Übertragung von Daten steht HSDPA mit einer maximalen Geschwindigkeit von 21 Mbit/s zur Verfügung, was für nahezu alle Anwendungsbereiche ausreichen dürfte. Auch WLAN nach dem 802.11n Standard sowie Bluetooth 4.0 ist vorhanden. NFC ist allerdings nicht vorhanden, was aufgrund des gepanzerten Gehäuses auch nur schwer umsetzbar wäre.

 

Das Display löst mit recht geringen 800 x 480 Pixel Auflösung auf und misst 4 Zoll in der Diagonale. Passend zu den Outdoor Fähigkeiten wird es von einer Schicht aus Corning Gorillaglas 2 geschützt und ist damit besonders stoss- und kratzfest.

 

 

Robustheit die man sieht

Optisch kann man das B15Q nicht unbedingt zu den Schönheiten der Smartphone Branche zählen. Andererseits sind ja auch Baumaschinen nicht dafür gedacht, schick auszusehen, sondern besonders gut das zu tun, für was sie gedacht sind. Dennoch sticht das Smartphone aufgrund des ungewohnten Anblicks sofort ins Auge.

Bei der Verarbeitung hat sich der Hersteller keine Schnitzer erlaubt. Die einzelnen Komponenten, aus denen das Gehäuse besteht, sind sauber durch Edelstahl-Schrauben befestigt und bestehen zum Teil aus Aluminium und Kunststoff mit einer dicken Gummierung, um Stösse abzufangen. Aufgrund besagter Aluminium-Seitenleisten mit den versenkten Schrauben fühlt sich das ganze Gerät extrem massiv und hochwertig verarbeitet an. In der rechten Seitenleiste sind zudem noch drei Bedientasten integriert, zwei für die Lautstärke und eine Funktionstaste zum Einschalten des Displays sowie Schnellzugriff auf die Taschenlampe und Kamera. In der linken Seitenleiste befindet sich die gummierte Abdeckklappe für den USB Anschluss, die ebenfalls abgedeckte Kopfhörerbuchse liegt an der Oberseite des Smartphones. Die USB Buchse ist aufgrund der tief sitzenden Abdeckung recht tief versenkt, weshalb sich nicht jedes USB Kabel dazu eignet, hier verwendet zu werden, wenn der Stecker etwas dicker ist.

Die Rückseite ist durch eine grossflächige Klappe verschlossen, welches das CAT Logo zeigt und Öffnungen für die Kamera und die LED bietet. Diese ist mit einem Schieber verriegelt, um sich auch bei heftigen Stürzen nicht zu lösen. Da hier auch eine Dichtung integriert ist, welche den Akku, SIM und SD Kartenschacht vor Wasser schützt, ist dies auch dringend notwendig. Die Klappe selbst ist aus massivem Kunststoff gefertigt und ebenfalls sehr robust.

 

 

Man muss auch einstecken können

Dies ist ein Grundsatz für alle Outdoor Smartphones und das B15Q befolgt diesen ohne Kompromisse. Das Gerät ist nach IP67 auf Wasserdichtigkeit bis einen Meter Tiefe und über eine Dauer von 30 Minuten zertifiziert. Zusätzlich erfüllt das Gerät sogar den Militärstandard 810G in Bezug auf Staub und Stossfestigkeit sowie Temperatursicherheit und kann in bis zu 55 Grad Celsius heissen Umgebungen eingesetzt werden.

 

Wir haben das Ganze selbstverständlich nicht einfach blind geglaubt und das Gerät auch auf Herz und Nieren getestet. Laut Hersteller Spezifikation soll es Stürze aus bis zu 1.8 m auf harten Boden unbeschadet überstehen und das haben wir natürlich direkt getestet. Auf Fliesen und Holzboden haben wir das Gerät auf Schulterhöhe fallen lassen, ohne auch nur die kleinsten Spuren am Gerät vorzufinden. Selbst harten Steinboden verkraftete das gepanzerte Gehäuse, auch wenn die raue Oberfläche der Steinplatten einige leichte Spuren in der Gummierung hinterliess.

 

Auch den Tauch-Test hat das B15Q anstandslos über sich ergehen lassen. Allerdings haben wir diesen mangels eines 1 m tiefen Wasserbecken nicht an seinen technischen Limits ausgetestet, sondern ein Tauchgang im Waschbecken musste reichen. Besonders vorteilhaft ist, dass der Touchscreen des Smartphones auch mit nassen Händen und direkt nach einem Tauchgang noch fast problemlos funktionierte. Ein Punkt, an dem aktuelle wasserdichte High-End Smartphones oft scheitern. Lediglich die Genauigkeit liess etwas nach und das Antippen von Schaltflächen ist kurzzeitig nicht mehr vollkommen zuverlässig. Unterwasser ist der Bildschirm natürlich nicht bedienbar.

 

Sollte doch einmal ein Teil des Gehäuses zu Bruch gehen, ist das kein grosses Problem. Sämtliche Gehäuseteile und sogar die Abdeckkappen für die Anschlüsse sind einfach verschraubt und können problemlos ausgetauscht werden. Ersatzteile werden vom Hersteller dafür passend ebenfalls angeboten.

 

Schlanke Software mit aktuellem Android

Bei der Software wird auf alles Überflüssige verzichtet und Bloatware ist nahezu nicht vorhanden. Es gibt lediglich einen recht simplen Dateimanager und eine App, um Haie im Meer zu verfolgen, welche mit GPS Sendern ausgestattet wurden. Diese kann bei Nichtgebrauch aber auch einfach deinstalliert werden.

 

Das Android Betriebssystem ist in Version 4.4.2 vorinstalliert. Auf den ersten Blick scheint es sich um ein vollkommen unverändertes System mit nacktem Android zu handeln, doch ein paar Anpassungen gibt es dennoch. Bei der verwendeten Bildschirmtastatur handelt es sich nicht um die originale Android Tastatur, sondern um SwiftKey. Diese bekommt auch automatisch Updates über den Google Play Store und ist wegen der sehr zuverlässigen Wortvorhersage und Autokorrektur sehr gut geeignet, um gerade mit nassen oder schmutzigen Händen Eingaben vorzunehmen.

 

Zusätzlich gibt es noch kleinere Anpassungen am System. Unter anderem gibt es einen APN Konfigurator, welcher automatisch den mobilen Internetzugang für jeden Mobilfunkanbieter auf der Welt vornehmen kann.

 

 

Brauchbare Leistung bei beeindruckender Akkulaufzeit

Auch wenn der verwendete Mediatek Prozessor eher zur Einsteigerklasse gehört, verrichtet die Software zuverlässig, schnell und weitgehend ruckelfrei ihre Arbeit. Dies ist vor allem dem schlanken System und der geringen Display Auflösung zu verdanken. Zwar tut sich das System gerade bei leistungshungrigen Apps wie Facebook oder im Browser etwas schwer und wird leicht träge, doch für die alltäglichen Aufgaben reicht die Performance allemal aus.

 

Wirklich beeindruckend ist dagegen die Akkulaufzeit. Trotz des vergleichsweise kleinen 2000 mAh Akku ist auch bei intensiver Nutzung und deutlich mehr als fünf Stunden aktiver Nutzungszeit ein ganzer Tag Laufzeit mit einer Akkuladung möglich. Bei durchschnittlicher Nutzung sind sogar problemlos zwei Tage machbar. Vor allem beim Standby Verbrauch kann das Gerät punkten und schafft bei aktivierter WLAN Verbindung und einer Handvoll eingerichteter Apps hochgerechnet zwischen 200 und 300 Stunden Standby Zeit.

 

Um dies noch an die Spitze zu treiben, lässt sich in den Einstellungen auch das automatische Ein- und Ausschalten des Smartphones planen. Damit kann gerade beim Einsatz als reines Firmengerät eingestellt werden, dass das Smartphone nur während der eigenen Schicht aktiv ist und sich danach automatisch ausschaltet. Damit kann die Akkulaufzeit bei moderater Nutzung sogar noch weiter gestreckt werden, falls man sehr viel Software benötigt, welche im Hintergrund viel Aktivität verursacht.

 

Pro Contra 
Robuste Bauweise und gute Verarbeitung Kamera nur für Schnappschüsse 
Schlanke und schnelle Software Gerät stockt ab und an durch schwache Hardware 
Einfache Reparatur durch modulares Gehäuse  
Sehr lange Akkulaufzeit  

 

Fazit

Das Caterpillar B15Q Smartphone ist sicher nichts für den alltäglichen Gebrauch, aber dafür ist es auch nicht gedacht. Gerade Unternehmen, welche ihren Angestellten Handys oder Smartphones zur Verfügung stellen, die oft in rauen Umgebungen eingesetzt werden, dürften an solchen Geräten Interesse haben. Das B15Q ist auf jeden Fall ein Smartphone, welches ordentlich einstecken kann und aufgrund seiner modularen Bauweise bei Schäden auch problemlos und verhältnismässig günstig wieder aufbereitet werden kann. Zwar ist der Anschaffungspreis von aktuell rund 320 Euro auf Amazon beziehungsweise 399 Schweizer Franken bei Digitec recht happig, wenn man auf die verbaute Technik schaut, doch der eigentliche Wert dürfte hier in der Robustheit und Verarbeitung liegen. Gerade die erwähnte modulare Bauweise des Gehäuses dürfte bei beschädigten Geräten vor allem die Folgekosten für grosse Unternehmen deutlich senken, da Neuanschaffungen so vermindert werden.

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