Do. 19. Juni 2014 um 13:26

Review: Creative Sound Blaster EVO ZxR im Test

von Marcel Laser2 Kommentare

Vor gut einiger Zeit hatten wir die Turtle Beach EarForce i30 als iOS Gaming Feature im Test und kurz darauf die AKG 545 als Headset für deutlich mehr Geräte ebenfalls im Review. Die Sound Blaster EVO ZxR von Creative sind ein kleines technisches Wunderwerk und haben einen hammermässigen Funktionsumfang! Mit eingebautem QuadCore Soundprozessor inklusive. Ob die Highend-Muscheln überzeugen können, lest ihr nun in unserem Testbericht.

Interessantes Design, fragwürdige Verarbeitung?

Eins ist einmal sicher: Die EVO ZxR von Creative wollen sich nicht verstecken und können das auch gar nicht. Die Optik ist ein recht interessantes Highlight und führte bei mir zu einer längeren Gewöhnungsphase. Alles was am Kopfhörer in Schwarz gehalten wird, ist in einer Art matter Plastikoptik gestaltet worden. Das betrifft vor allem den Kopfbügel und die Gelenkhalterungen der Ohrmuscheln. Die knallroten „Ferrari“-Akzente fallen sofort auf. Auch die vielen Knöpfe an der rechten Ohrmuschelseite. Das Design ist zwar grundlegend nicht schlecht und auch immer noch Geschmackssache, doch wenn man es erst einmal nicht besser wüsste, sehen die Sound Blaster EVO ZxR Modelle auf den ersten Blick aus wie Spielzeugkopfhörer. Die angenehme Kunstlederpolsterung und die üppigen Ohrmuscheln, die sich aus den 50 mm Treibern ergeben, bieten im Zusammenspiel mit dem Kopfbügelpolster einen mehr als nur angenehmen Tragekomfort. Meine Brille hat recht grosse Bügel und mir fiel das Tragen auch nach Stunden noch nicht unangenehm auf. Trotz der etwas schweren 399 Gramm.

 

Was mich allerdings mittlerweile stark stört, ist eine Bruchstelle unseres Testmodells, welche während der intensiven Nutzungszeit auftrat. Am rechten Gelenk brach in der Nähe der Schrauben der Verkleidung der Kunststoff und so formte sich ein kleiner Riss. Durch die Allroundfähigkeiten des Headsets habe ich es nur selten vom Hals genommen und immer wieder ab und aufgesetzt. Die dadurch oft entstehende Spannung im Gelenk der Kopfhörer schien die Verkleidung nicht auszuhalten und prompt bildete sich der Riss. Ich habe allerdings derzeit keine Ahnung, ob es sich um einen Umstand handelt, der weit verbreitet ist oder ob ich nur ein Montagsmodell erwischt habe. Nichts desto trotz wünsche ich mir für einen 300 EUR teuren Kopfhörer eine etwas längere Lebensdauer. Die Funktionsfähigkeit ist jetzt zwar nicht beeinträchtigt und der Kopfhörer lässt sich weiterhin ganz normal tragen, doch stört dieser Riss in Anbetracht des Preises nun doch sehr. In der folgenden Bildergalerie könnt ihr euch selber ein Bild vom Design und dem Riss im Gerät machen.

Bombastische Ausstattung mit QuadCore-Audioprozessor SB-Axx1

Und nein, das ist kein Scherz! In den Sound Blaster EVO ZxR steckt ein QuadCore Prozessor von Creative, welcher zudem auch auf den mittlerweile teuersten Soundkarten des Herstellers zum Einsatz kommt. Der SB-Axx1 ist eine stark geschrumpfte Variante des Prozessors, welcher auch auf den X-Fi Modellen zu finden sind, die sonst nur in Computern mit Highend-Sound-Ambitionen verbaut werden. Da kann eine Soundkarte gut einmal 200 EUR und mehr kosten! Die EVO ZxR liegen derzeit auf Amazon bei knapp 270 EUR und haben sonst eine UVP von gut 300 EUR, doch kann schon fast die Ausstattung den sehr hohen Preis rechtfertigen: NFC, Bluetooth 2.1 EDR, Active Noise Cancelation (ANC), TalkThrough Technologie, integrierte HD Mikrofone, Anlegen von Soundprofilen, kompatibel mit allen gängigen Systemen, USB+Analog Anschlüsse, bis zu 7.1 Virtual Surround Sound und zusätzlich der Sound Chip SB-Axx1, welcher auch noch sämtliche Features des grösseren Gegenstücks auf den Creative Soundkarten beherrscht. Mehr Technik geht derzeit einfach nicht!

 

Audioprozessor:  SB-Axx1 (Sound Blaster X-Fi)
Treiber:  50mm Audiotreiber 
Frequenzumfang:  20 Hz ~ 20 kHz 
Akku und Laufzeit:  1’500 mAh / Bis 8 Stunden 
Gewicht:  399 Gramm
Schnittstellen:  USB, Bluetooth 2.1 EDR, NFC, 3.5 mm Klinke 

 

Der Audioprozessor der schon länger auf dem Markt vertretenen X-Fi Karten, welcher im Kern ein reiner QuadCore Prozessor ist, wurde durch eine deutlich kleinere Fertigungsstruktur auf ein Niveau geschrumpft, dass es ihm erlaubt, auch in kleinen Gegenständen Platz zu nehmen. Kurzerhand entwickelte Creative 2013 den Kopfhörer, der euch die Soundkarte der X-Fi Technologie überall mit hin nehmen lässt. Jeder akustische Ton, der durch den Kopfhörer an euer Ohr gelangt, wird durch den SB-Axx1 Prozessor in der rechten Ohrmuschel aufbereitet und mit den Features der grossen X-Fi Karten aufbereitet. Hierzu lassen sich drei verschiedene Profile anlegen: Gaming, Filme und Musik. Ihr könnt also den Equalizer für jedes Profil so einstellen, dass er in jedem Bereich eure Bedürfnisse abdecken kann. Die Infos zu den Profilen werden im Kopfhörer gespeichert und können jederzeit von jedem System geändert oder abgerufen werden. Beim Koppeln mit Android und iOS macht euch das Betriebssystem sogar auf die Software im App Store einmalig beim Start aufmerksam.

 

Android, Windows Phone, iOS, Playstation, XBox, PC und Mac!

Apropos Systemkompatibilität… Der EVO ZxR ist mit nahezu jedem beliebigen Gerät benutzbar! Die extreme Anschlussvielfalt macht es möglich: Der Kopfhörer bietet die Möglichkeit per NFC zu koppeln, manuelles Pairing per Bluetooth 2.1 EDR oder per USB am PC/Mac. Ein Kabel für den Anschluss an 3.5 mm Klinke ist ebenfalls dabei. Schliesst ihr das Headset am PC an, wird er als externe Soundkarte erkannt und alle akustischen Signale laufen nur noch über das Headset in reiner X-Fi Qualität. Dazu gibt es mit der EVO Systemsteuerung ein eigenes Software-Center, welches euch nicht nur alle Treiber liefert, sondern in dem ihr auch eure Profile und Sounderlebnisse anpassen könnt. Für Google Android und Apple iOS stehen euch zudem eigene Apps zur Verfügung, die euch genau die selben Einstellungen vornehmen lässt, wie am PC. Ihr könnt also jederzeit den Sound an eure Bedürfnisse anpassen.

 

Ein Beispiel: Am PC habt ihr euer Profil auf Gaming gestellt, um euch beim Spielen zu vergnügen. Allerdings wollt ihr nun auf dem iPad einen Film gucken. Dann koppelt ihr euer Sound Blaster Headset einfach per Bluetooth mit dem Apple Tablet und geht in die Systemsteuerung von Creative, die ihr im App Store findet. Dort stellt ihr euer Profil mit einem Klick auf Filme und geniesst zudem präzise abgestimmten 7.1 Raumklang, wie beim Spielen auch. Danach wollt ihr aber noch weg und auf dem Weg ein bisschen Musik auf eurem Android Smartphone hören. Auch hier einfach nur per NFC oder manuelles Pairing die EVO ZxR mit eurem Phone koppeln, die Systemsteuerung öffnen und das Profil auf Musik stellen. Einfacher geht es kaum und komfortabel ist es auch noch. Windows Phone hat zwar keine eigene Creative App, allerdings lässt sich der Kopfhörer auch ohne Systemsteuerung per Bluetooth oder Klinke mit dem Gerät verbinden. Ihr habt nur nicht die Möglichkeit, das Profil „on the Fly“ zu wechseln.

 

Das gleiche gilt übrigens auch für Playstation 4 und XBox One. Es existiert für diese Systeme keine Software, allerdings wird das Headset auf der PS4 als EVO ZxR erkannt, sofern es per USB angeschlossen wird und gibt dann auch 7.1 Surround Sound aus. Auf der XBox One oder anderen Konsolen muss das Gerät per Klinke angeschlossen werden, doch wird der Sound auch hier weiterhin bei entsprechenden Einstellungen durch die Systemsteuerungen auf virtuellen Raumklang hochgemixt. Ein Profilwechsel ist dann nur per Systemsteuerung am PC oder der jeweiligen App auf einem Smartphone möglich.

 

Im Folgenden könnt ihr euch Screenshots der unterschiedlichen Systemsteuerungen von Creative angucken. Zur Auswahl stehen Bilder der Software für Windows PCs, iOS Geräte und Android Devices. Es gibt auch eine Software für Mac-Systeme. Für iOS wird mindestens die Version 5.0 vorausgesetzt, für Android die Version 2.2 oder höher.

Das Herzstück eines jeden Kopfhörers: Der Klang

Das erste Probehören beim direkten Koppeln über Bluetooth an ein iPhone brachte erst einmal ernüchternde Ergebnisse. Ich habe auch den Soundchip vorerst deaktiviert und wollte das reine Klangerlebnis testen. Das Ergebnis ist matschig ohne viel Dynamik und zwar in allen Bereichen. Seltsam für 300 EUR teure Kopfhörer und auf das erste Annähern extrem ernüchternd. Installiert man die Software für iOS und stellt das entsprechende Profil für den jeweiligen Einsatzzweck ein, ohne diese erst einmal zu bearbeiten, ist der Klang deutlich voluminöser, aber dennoch nicht wirklich hervorragend. Creative hat irgendwie eine seltsame Art, als Klangspezialist für Audioprodukte Profile vordefiniert zu erstellen. Passt man diese Profile im mitgelieferten Equalizer aber für die verschiedenen Aufgaben an, kann man ein gutes Klangbild erzeugen. Die 50 mm Treiber haben eine hervorragende Bassbreite und sind bei entsprechender Einstellung auch in der Dynamik sehr weit aufgestellt. Während der Benutzung und der vielen Tage mit dem Luxus-Headset wird vor allem eines klar: Es richtet sich vornehmlich an Gamer und ist auch so ausgelegt worden. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten machen aus dem Sound Blaster EVO ZxR einen sehr guten Allrounder. Folgenden Disziplinen musste sich der Kopfhörer stellen:

 

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Netsky – Eyes Closed
  • Alüto – To you all (Michi)
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären
  • Green Day – American Idiot
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 1 und 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • The Dark Knight – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Guild Wars 2
  • Killzone: Shadow Fall
  • Killzone: Mercenary
  • Thief
  • Infamous: Second Son
  • Outlast
  • Real Racing 3
  • Modern Combat 4
  • The Eldar Scrolls V: Skyrim
  • Uncharted 3: Drakes Deception
  • StarCraft II
  • Gran Turismo 6

 

Die absolute Paradesiziplin des Headsets ist Gaming. Egal welches Spiel man spielt, mit den richtigen Einstellungen ist es ein Fest für die Ohren. Killzone und Thief machen unheimlich viel Spass mit dem virtuellen 7.1 Klang der zudem mehr als nur präzise funktioniert. Die 50 mm Treiber machen zudem einen hervorragenden Job in der Trennung der Höhen und Mitten, nichts zerfliesst, auch bei den leisesten Tonlagen in denen noch kleine Schritte zu hören sind. Beim Spielen für iOS Spiele (Android ebenso) konnte ich ebenfalls keine eklatanten Schwächen ausmachen. Real Racing und die donnernden V12 Motoren der Premier Class Maschinen war mein persönliches Highlight. Modern Combat 4 im Multiplayer spielt sich ebenfalls hervorragend und auch hier funktionierte die Ortung der Gegner hervorragend. Durchweg ist das EVO ZxR eines der besseren Gaming-Headsets, welche ich bisher auf dem Kopf hatte und das waren meiner Vergangenheit geschuldet durchaus nicht wenige.

 

Interessanter wird die Beurteilung allerdings schon bei einer der wohl meistgehörten Kategorien: Musik. Wie weiter oben bereits beschrieben, ist der reine Klang des Kopfhörers ernüchternd. Erst mit der Zuschaltung des Highend-Audiochips und einigen Einstellungen am Equalizer lässt sich das Beste aus dem Kopfhörer herausholen. Die gebotene Akustik im Bereich Musik ist durchaus gut. Kraftvolle Bässe mit leichtem Hang zur Überpräsenz, aber nicht weiter wild. Mitten und Höhen werden auch hier klar getrennt und sind kirstallklar zu vernehmen. Die Dynamik ist ebenfalls gut, nichts übertont den Bereich des anderen. Die Differenzierung ist also deutlich. Aber nichts desto trotz ist das EVO ZxR in diesem Bereich „nur“ gut und nicht sehr gut. Das hängt vor allem damit zusammen, dass erst viel Feintuning in der Creative Systemsteuerung von Nöten ist, bis der Sound wirklich dem eigenen Geschmack entspricht und das Balancing stimmt. Der ein oder die andere könnte sich damit schon überfordert fühlen. Zum anderen scheint der Klang nicht zu 100 Prozent ausgewogen zu sein, was unter anderem der leichten Überpräsenz des Basses geschuldet ist, das für viele vielleicht sogar gut klingen mag, audiophile Menschen mit Hochgenuss allerdings die Nase rümpfen lässt. Somit bleibe ich vorerst beim Urteil „gut“ in der Musik-Disziplin.

 

Auch der Klang bei Filmen ist als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Getestet wurden einige Effekt-Kracher wie Matrix, Spiderman, Captain America, oder James Bond: Skyfall. Auch ruhigere Filme führte ich mir zu Gemüte, doch ist weniger der virtuelle Klang gefordert. Als interessant ist hier vor allem das Feature „Dialog Plus“ zu bezeichnen. Es hebt die Stimmen der Protagonisten etwas mehr heraus, damit diese auch in lautstarken Szenen der Filme noch zu verstehen sind, klappte auch oft recht ordentlich. Der 7.1 Dolby Surround Klang in den genannten Filmen konnte hingegen deutlich überzeugen. Sofern man Filme auch alleine gucken möchte und keine richtige Anlage zu Hause stehen hat, wird man mit dem EVO ZxR durchaus glücklich. Dies wird aber wohl in den meisten Fällen eher eine Nebenrolle spielen… wer guckt schon gerne tolle Filme mal alleine vor der Flimmerkiste und für 300 EUR kaufen sich die meisten schon gute Mehrkanal-Anlagen.

Sound Blaster EVO ZxR
Feature-Monster und Klangallrounder: Das Sound Blaster EVO ZxR

Active Noise Cancellation, Sprachqualität und Akkulaufzeit

Ein Feature, das mir persönlich zwar immer gefällt, aber in diesem Fall etwas enttäuschend schwachbrüstig ausfiel, war das sogenannte ANC, welches dafür sorgen soll, gleichmässige Hintergrundgeräusche effektiv zu unterdrücken. Für die Prozedur kommen vier Mikrofone zum Einsatz, die ihre Umgebung abhören und entsprechende Gegensignale in den Gehörgang senden, um diese auszublenden. Beim EVO ZxR funktioniert diese Technik zwar, ist aber bei weitem nicht so stark wie bei dem EarForce i30 von Turtle Beach, welches mit Abstand immer noch das beste ANC aufzeigte, das meine Ohren zu hören, bzw. NICHT zu hören bekamen. Das Sound Blaster Headset muss hier klar kapitulieren. Ein nettes Feature, welches aber bei Zugfahrten oder auf Flügen immer noch solide seinen Dienst verrichtet.

 

Die Sprachqualität der integrierten Mikrofone ist ebenfalls mit den richtigen Einstellungen als gut zu bezeichnen, was vor allem wieder am SB-Axx1 Chip im Headset liegt. Die beiden Mics nehmen eure Stimme auf und jagen diese durch das „Crystal Voice“ genannte Feature-Paket des Audioprozessors, das Hintergrundgeräusche filtert und selbst beim Telefonieren eine gute Sprachausgabe bietet. So funktioniert übrigens auch die Talk Through genannte Funktion des Headsets: Solltet ihr beispielsweise am Bahnsteig stehen und eine Durchsage hören wollen, braucht ihr bei aktiviertem ANC nur auf den TT Knopf an der Seite drücken und alle Umgebungsgeräusche werden durch die verbauten Mikrofone an euer Ohr geleitet. Ihr hört also eure Umgebung, ohne das Headset abzunehmen, was unter Umständen echt praktisch sein kann. Auch wenn mir der Gedanke nicht behagt, das Headset aufzulassen, wenn jemand versucht mit mir zu sprechen, lassen sich doch einige Einsatzmöglichkeiten für eine solche Technik finden.

 

Beeindruckend ist zudem die Laufleistung des 1’500 (!!) mAh starken Akkus, der eine Laufzeit von bis zu acht Stunden verspricht. Der grosse Akku musste wohl in Anbetracht des QuadCore Prozessors integriert werden, was auch dem Gewicht von 399 Gramm geschuldet ist. Die acht Stunden können aber nicht immer eingehalten werden, je nachdem welche Features im Gebrauch sind. Solltet ihr ein SBX Profil aktiviert haben, um die Klangqualität zu erhöhen und zudem ANC aktivieren, können auch nur sechs Stunden raus kommen, ist aber immer noch passabel.

 

Extrem vorbildlich: Sollte euch der Saft dann doch einmal unverhofft ausgehen, funktioniert das Headset auch ohne Strom über ein 3.5 mm Klinkenkabel weiter! Ihr habt nur keine der genannten Sound-Features des Prozessors mehr zur Verfügung und müsst mit dem doch recht matschigen Sound der reinen Treiber auskommen. Aber hey! Besser als gar nichts, oder? Das ebenfalls 300 EUR teure EarForce i30 von Turtle Beach funktioniert ohne seinen Akku leider gar nicht mehr. Hier geht der Pluspunkt klar an das EVO ZxR!

Fazit: Toller Klang, eine Menge Features und ein verdammt hoher Preis

Bezogen auf den Klang könnte ich die Wertung nun wie folgt aufstellen: Im Bereich Gaming steht ein „sehr gut“, Filme kommen auf „gut bis sehr gut“ und Musik würde ein „gut“ ernten. Der Sound Blaster EVO ZxR von Creative ist bei der Mischung der Noten auch alles andere als perfekt, aber auf einem extrem hohen Niveau und nie habe ich einen Allrounder für alle Bereiche so gut abschneiden sehen, bzw. lassen wie der teure EVO ZxR. Der Klang ist sehr ausgewogen, überzeugt vor allem beim Gaming und Gucken von Filmen, Musik ist zwar „nur“ gut, aber auch hier punktet das gute Balancing zusammen mit der breit gefächerten Dynamik. Allein die leicht basslastige Wiedergabe ist für audiophile Ohren auf hohem Niveau wohl ein Totschlag-Kriterium, aber der Klang ist keinesfalls schlecht, im Gegenteil! Man muss ihn nur entsprechend über die Systemsteuerung des Herstellers anpassen.

 

Das Feature-Paket ist abnormal riesig! Der SB-Axx1 Soundchip ist einfach eine Wucht, der 7.1 Surround Klang ist optimal ausgearbeitet, die Anschlussmöglichkeiten über Klinke, USB oder Bluetooth sind breit gefächert und funktionieren einfach mit jedem Gerät! Der grösste Vorteil der EVO ZxR ist einfach der, dass man das Headset nicht einmal mehr abnehmen muss. Am PC schliesst ihr es per USB an, seid ihr fertig und wollt Musik am Smartphone hören, müsst ihr es einfach per Bluetooth koppeln. Nun wollt ihr an eure XBox, steckt einfach den Klinke Anschluss in den Controller! Es ist einfach nur herrlich, eine sehr hochwertige Soundkarte mit sich herum zu tragen, die einfach überall benutzbar ist. Zumal man hier absolut festhalten muss: Der Soundchip im EVO ZxR demontiert so ziemlich jede Onboard-Soundkarte eines Laptops oder PCs und bringt euch den Klang einer nahezu ausgewachsenen X-Fi Karte mit.

 

Einziger Wermutstropfen ist für mich die extrem verspielte Spielzeugoptik, an die ich mich erst einmal gewöhnen musste. Edel ist das nicht, aber auffällig und jeder muss hier wohl selbst entscheiden, ob er damit auch unterwegs herumlaufen möchte. Zweiter Negativpunkt ist vor allem der Riss im Kunststoff vom Gelenk, der nach sehr intensiver Nutzung entstanden ist und ich hoffe innigst, das bei einem Preis von gut 300 EUR UVP, dass keine Material-Ermüdung bei allen Modellen ist.

 

An dieser Stelle spreche ich aber durchaus eine Empfehlung aus und zwar für folgende Kundschaft: Wer nicht davor zurückschreckt, umfangreiche Einstellungen im Equalizer vorzunehmen und ein Headset haben will, dass so ziemlich mit ALLEN Geräten im Umfeld funktioniert, wird mit den EVO ZxR von Creative mehr als glücklich! Der extrem hohe Funktionsumfang, die vielfältigen Einsatzgebiete und der Highend-Soundprozessor rechtfertigen den Preis durchaus. Zudem kommt noch ein guter Klang hinzu. Wer also Verwendung für ein solches Luxus-Gut findet, sollte sich das Headset einmal näher angucken. Eine deutlich günstigere Alternative wären die EVO Zx, welche in der Ausstattung mit 40 mm Treibern auskommen müssen und auf ANC und Talk Through verzichten, aber auch stellenweise mehr als 100 EUR günstiger sind.

vg-wort
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2 Antworten zu “Review: Creative Sound Blaster EVO ZxR im Test”

  1. TimTaylor sagt:

    hat das Teil auch die Möglichkeit ein Micro anzuschließen ?

  2. ALCATRZ sagt:

    ich glaub das mic ist mitverbaut

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