Mo. 03. August 2015 um 14:52

Review: Bowers & Wilkins P5 Wireless im Test

von Jörg Renken0 Kommentare

Mit dem P5 Wireless macht Bowers & Wilkins konsequent da weiter, wo sie mit dem P5 Serie 2 (wir testeten) aufgehört haben. Ist der P5 Serie 2 noch ein klassischer Kopfhörer, so ändert sich das mit dem P5 Wireless. Der neue Kopfhörer ist jetzt – wie der Name schon sagt – einer aus der Kategorie „mit ohne Schnur“. Ob der neue Kopfhörer ebensogut ist wie der P5 Serie 2, haben wir für euch getestet.

P5 Wireless
Der P5 Wireless

Technische Daten und Lieferumfang des P5 Wireless

Starten wir mit den technischen Daten des P5 Wireless. Sie sehen wie folgt aus:

  • Kopfhörertyp: OnEar
  • Bluetooth v4.1
  • Integrierter Lithium-Ionen-Akku für bis zu 17 Stunden Laufzeit
  • Chassis: 2 x 40 Millimeter
  • Frequenzumfang: 10 Hz bis 20 kHz
  • Impedanz: 22 Ohm (passiv)
  • Verzerrung: < 0.4% bei 1 kHz und 10 mW
  • Empfindlichkeit: 109 dB/V bei 1 kHz
  • Eingänge: 3.5 Millimeter Minibuchse und microUSB 2.0 (zum Laden und für Firmwareupdates)
  • Codecs: aptX, AAC, SBC
  • Gewicht: 213 Gramm

Der Lieferumfang des P5 Wireless besteht aus folgenden Teilen:

  • P5 Wireless
  • microUSB-Ladekabel
  • Universal-Audiokabel
  • gepolsterte Transporttasche mit Magnetverschluss
  • Literaturpack (Bedienungsanleitung, Kurzanleitung etc.)

Verarbeitung und Handhabung des Bowers & Wilkins P5 Wireless

Was die Verarbeitung angeht, so kann ich nur wiederholen, was ich beim P5 Serie 2 und bei den anderen Bowers & Wilkins-Kopfhörern in ähnlicher Form auch schon gesagt habe: Bowers & Wilkins kann man quasi als Synonym für exzellente Verarbeitung verstehen. Egal ob bei Lautsprechern oder Kopfhörern: Ich habe von Bowers & Wilkins noch kein Produkt gesehen, das einen Mangel aufgewiesen hätte. Das gilt auch wieder für diesen Kopfhörer. Alles ist wirklich sauber verarbeitet. Die Nähte am Leder sind genau so, wie man sie erwartet: Sauber vernäht und ohne herausstehende Fäden. Bei den Metallteilen gibt es keine Grate und alles passt perfekt zusammen. Auch die Ohrpolster sitzen dank der verbauten Magnete fest am Chassis.

 

Schaut man sich den P5 Wireless an, so könnte man meinen, man habe einen P5 Serie 2-Kopfhörer vor sich, bei dem lediglich das Kabel fehlt. Erst die seitlichen Bedienelemente und der Schalter sowie der USB-Anschluss an der Unterseite zeigen, dass man einen Bluetooth-Kopfhörer erstanden hat.

Bedienelemente des P5 Wireless
Schematische Zeichnung der Bedienelemente des P5 Wireless

Die obige Zeichnung zeigt, welche Bedienelemente für welche Funktionen zuständig sind. Im folgenden Bild sieht man das alles noch einmal „Live“.

Die Bedienelemente des P5 Wireless
Der P5 Wireless und seine Bedienelemente

Die Erstinbetriebnahme ist wirklich simpel. Man macht auf seinem Smartphone Bluetooth sichtbar und drückt dann auf der Unterseite den Einschalter. Danach verbindet sich der Kopfhörer mit dem Smartphone. Das war’s. Will man dann irgendwann einmal den Kopfhörer benutzen, so muss man den unteren Schiebeschalter einfach nach rechts schieben und schon verbindet sich der Kopfhörer automatisch mit dem Smartphone. Die Schalter an der Seite benutzt man, um die Musik lauter bzw. leiser zu stellen und um die Musik zu starten bzw. zu stoppen. Oder aber man wählt das nächste Lied aus, indem man einfach den mittleren Schalter zwei Mal drückt. Dadurch, dass der mittlere Schalter ein wenig höher steht als die Lautstärketasten, kann man auch sehr gut erkennen, wo welche Taste liegt. Auch das Laden des Kopfhörers geht ganz einfach. Man muss nur das micro-USB-Kabel anschliessen und mit einem USB-Ladegerät oder ähnlichem verbinden und schon lädt der P5 Wireless auf. Geht einmal der Akku zur Neige, benutzt man einfach das mitgelieferte Universal-Audiokabel. Dazu nimmt man lediglich das entsprechende Ohrpolster ab und steckt den abgewinkelten Stecker in die Buchse. Jetzt noch den anderen Stecker mit dem Smartphone verbinden und es kann weiter gehen. Das Audiokabel selber hat kein Bedienteil. Das ist aber auch nicht notwendig, da man ja alles mit den Tasten am Kopfhörer erledigt. Telefonieren kann man übrigens aufgrund eines eingebauten Mikrofons auch mit dem P5 Wireless. Das Mikrofon selber ist dabei direkt im Chassis integriert. À propos Tasten: Diese lassen sich dank guter Druckpunkte sehr gut bedienen. Sie sind auch ausreichend gross, damit man sie genau trifft. Auch sind sie so platziert, dass man sie ohne langes Suchen und Fummelei findet. So sollten Bedienelemente aussehen!

Tragekomfort und Klang des Bowers & Wilkins P5 Wireless

Der Tragekomfort entscheidet – neben dem Klang – ob ein Kopfhörer gekauft wird. Sitzt ein Kopfhörer nicht, so kann der Klang noch so gut sein, man wird ihn nicht tragen. Das gilt umso mehr, wenn man, wie ich, eine Brille trägt. Hier schlägt sich der P5 Wireless aufgrund der Baugleichheit ebensogut wie sein Pendant, der P5 Serie 2. Selbst nach mehrstündigem Musikhören mit dem P5 Wireless drückt er kein bisschen. Auch das um 18 Gramm höhere Gewicht gegenüber dem P5 Serie 2 macht sich nicht negativ bemerkbar. Bewegt man den Kopf, so bleibt der Kopfhörer dort sitzen, wo er hingehört. Alles in allem steht der P5 Wireless seinem kabelgebundenem Gegenstück in Puncto Tragekomfort in nichts nach. Ebenso wie beim P5 Serie 2 würde ich beim P5 Wireless das Attribut „exzellent“ verwenden.

 

Auch für das Testen des P5 Wireless habe ich meinen Musikmix benutzt (siehe hier). Zur Erinnerung: Er umfasst ruhige Musikstücke, Stücke aus Rock und Pop ebenso wie aus der Klassik und auch Stücke, die sehr basslastig sind.

 

Bei der Beschreibung des Klangs des P5 Wireless könnte ich eigentlich die Beschreibung des P5 Serie 2 (siehe hier) benutzen. Beide Kopfhörer hören sich identisch an. Auch beim P5 Wireless hatte ich das gleiche WOW-Gefühl beim Stück von John Williams (The Droid Invasion – Star Wars Teil I). Der Bass und hier speziell die Trommeln kommen wirklich klar rüber. Dabei war der Bass präsent aber nicht aufdringlich. Der Bowers & Wilkins P5 Wireless ist nach dem P7 (wir testeten) und dem P5 Serie 2 der dritte Kopfhörer, bei dem ich dieses Empfinden hatte. Bei den anderen Stücken klang zum Beispiel das tiefe Blech so, wie es klingt, wenn man es live miterleben würde. Nuancierte Stücke wie Music von John Miles oder aber das Chorstück Alleluia von Eric Whitacre wirken klar und differenziert. Allerdings kommt auch der P5 Wireless nicht an die Referenz von Bowers & Wilkins, den P7, heran. Das liegt – genauso wie beim P5 Serie 2 – daran, dass die Treiber des P7 und die des P5 Wireless sich zwar stark ähneln, die des P7 aber immer noch eine Nummer besser sind. Sicher ist der Bowers & Wilkins P5 Wireless mit fast 400 Euro bzw. 425 SFr. kein Schnäppchen, aber klanglich ist er meiner Meinung nach wie sein kabelgebundenes Gegenstück jeden Cent wert. Es gibt zwar auch bei Bluetooth-Kopfhörern etliche, die ebenso preislich in dieser Liga spielen und und trotzdem nicht die Klangfülle haben, wie die Bowers & Wilkins P5 Wireless-Kopfhörer. Die Ingenieur_innen von Bowers & Wilkins haben es wirklich geschafft, trotz aller zusätzlich verbauten Elektronik, den Klang des P5 Serie 2 auf den P5 Wireless zu übertragen. Gut gemacht!

Fazit zum Bowers & Wilkins P5 Wireless

Bowers & Wilkins hat es wieder geschafft. Sie haben einen sehr guten Kopfhörer mit Schnur in einen genauso guten Kopfhörer ohne Schnur verwandelt. Daher kann ich auch jetzt wieder allen Audiophilen nur empfehlen, den Bowers & Wilkins P5 Wireless in die engere Wahl zu ziehen, wenn er einen wirklich guten und ausgewogenen kabellosen OnEar-Kopfhörer sucht.

 

Der Bowers & Wilkins P5 Wireless kostet im Handel 425 SFr. bzw. 399 Euro. Zu beziehen ist er zum Beispiel über die Webseite von Bowers & Wilkins oder aber bei k55 als autorisierter Schweizer Bowers & Wilkins-Händler. Das Händlerverzeichnis von Bowers & Wilkins für die Schweiz findet man hier.

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