So. 27. April 2014 um 22:00

Review: Bowers & Wilkins A7

von Jörg Renken0 Kommentare

Viele Audiophile nutzen heute neben ihrer guten Stereoanlage immer mehr auch Wireless Musiksysteme an Orten, wo eine teurere Stereoanlage unpassend wäre. Aus diesem Grund möchten wir euch heute das Wireless Musiksystem Bowers & Wilkins A7 vorstellen. Es ist neben dem Z2, dem Zeppelin Air (wir testeten) und dem A5 das vierte Wireless Musiksystem, das Bowers & Wilkins im Angebot hat, wobei es derzeit das High End-Wireless Musiksystem im Sortiment darstellt. Ausserdem ist es – zusammen mit seinem kleinen Bruder, dem Bowers & Wilkins A5 – das erste Wireless Musiksystem der Firma, welches keinen Dock Connector- bzw. Lightning-Anschluss mehr hat. Stattdessen setzen sowohl A5 als auch A7 voll auf Apples AirPlay als Zuspiel-Lösung.

 

Lieferumfang und technische Details des Bowers & Wilkins A7

Der Lieferumfang des Bowers & Wilkins A7 umfasst folgendes:

  • Bowers & Wilkins A7
  • Stromkabel
  • Fernbedienung
  • Bedienungsanleitung, etc.

Was die technischen Details angehen, hat Bowers & Wilkins beim A7 so richtig geklotzt. In dem 22 x 36 x 16 cm (H x B x T) grossen und mit einem Gewicht von 5.7 kg schweren Bowers & Wilkins A7 sind insgesamt fünf Lautsprecher verbaut worden:

Die Lautsprecherverteilung beim Bowers & Wilkins A7.

Und das bei einer Verstärkerleistung von

  • 2 x 25 W beim Hochtöner,
  • 2 x 25 Watt beim Mitteltöner und
  • 1 x 50 Watt beim Tieftöner.

Dabei hat der Bowers & Wilkins A7 einen Frequenzumfang von 40 Hz bis 36 kHz. 

Der Bowers & Wilkins A7 bringt ausserdem folgende Eingänge mit:

  • Netzwerk (WLAN bzw. RJ45 Ethernet),
  • AUX – analog/optisch digital per 3.5-mm-Minibuchse,
  • Streaming, Synchronisation & Firmware-Updates per USB 2.0.

Will man beim Bowers & Wilkins A7 Apples AirPlay nutzen, so kann man eines der folgenden Geräte benutzen:

  • iPhone, iPod touch oder iPad mit iOS 4.3.3 oder höher,
  • Mac mit OS X Mountain Lion mit iTunes-Version 10.2.2 oder höher bzw.
  • PC mit iTunes-Version 10.2.2 oder höher.

Aussehen, Verarbeitung und Bedienung des Bowers & Wilkins A7

Das Aussehen des Bowers & Wilkins A7 ist designtechnisch ganz minimalistisch gehalten. Die Deckplatte und ein schmales Band, welches die Status-LED und die Laut-/Leisetasten sowie den Ein-/Ausschalter enthält, sind aus gebürstetem Aluminium. Der Rest ist mit schwarzem Stoff bespannt. Das Ganze wirkt dadurch meiner Meinung nach sehr stylisch und ist damit wirklich designtechnisch auf der Höhe der Zeit.

Der Bowers & Wilkins A7 inklusive der mitgelieferten Fernbedienung.

Über die Verarbeitung müsste man an sich kein Wort verlieren, denn Bowers & Wilkins ist von je her dafür bekannt, erstklassig verarbeitete Gegenstände zu produzieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich HiFi-Lautsprecher, Kopfhörer oder wie hier den Bowers & Wilkins A7 ansieht. Ich habe noch kein Produkt gesehen, was bei Bowers & Wilkins einen Mangel irgendeiner Art aufgewiesen hat. Das gilt auch wieder für das A7 Wireless Musiksystem. Überall sind die Übergänge perfekt gestaltet, Grate oder ähnliches sucht man vergeblich. Was wie Lobhudelei klingt, ist aber keine. Nur wenige Firmen liefern meiner Meinung nach ihre Produkte in einer solch guten Qualität aus.

 

Die Bedienung des Bowers & Wilkins A7 ist genauso einfach, wie er minimalistisch gestylt ist. Eine Bedienungsanleitung habe ich nicht gebraucht. Zum ersten Einrichten des Bowers & Wilkins A7 benutzt man am besten die Control App von Bowers & Wilkins. Sie gibt es für iOS-Devices, Mac oder PC. Mit Hilfe der Control App wird man Schritt für Schritt durch das Setup geführt. Hat man das Setup durchlaufen, so ist der Bowers & Wilkins A7 in das vorhandene WLAN eingebunden. Wenn man danach noch einmal die Control App aufruft, so zeigt sie einem an, welche Bowers & WIlkins-Produkte man im WLAN integriert hat, welche MAC-Adresse und welche Firmware das ausgewählte Gerät hat, wie seine IP-Adresse etc. und sein Name im Netzwerk ist und ob ein Firmware-Update für das ausgewählte Gerät vorliegt (siehe folgendes Album).

 

Hat man kein WLAN, so kann man das Bowers & Wilkins A7 Wireless Musiksystem trotzdem nutzen. Dazu braucht man lediglich einen Bluetooth-Adapter, den man per AUX an den Bowers & Wilkins A7 anschliesst. Das Einrichten geht dann genauso kinderleicht:

  1. Bluetooth-Adapter per 3.5-mm-Minibuchsen-Stecker am Aux-Eingang des Bowers & Wilkins A7 anschliessen,
  2. den Eingang des Bowers & Wilkins A7 per Fernbedienung auf AUX umschalten,
  3. Bluetooth-Adapter gemäss entsprechender Anleitung mit dem Smartphone koppeln,
  4. fertig.

Danach funktioniert es genauso, als würde man AirPlay nutzen. Einziger Unterschied ist nur die Reichweite. Während man bei AirPlay das ganze WLAN nutzen kann, um den Bowers & Wilkins A7 mit Musik zu bestücken, ist man beim Bluetooth-Adapter auf die maximale Reichweite des Adapters beschränkt.

 

Das Klangerlebnis des Bowers & Wilkins A7

Jetzt möchte ich zum wichtigsten Kaufkriterium kommen, dem Klang. Will man zum Beispiel einen Kopfhörer, Lautsprecher etc. testen, so ist es meiner Meinung nach wichtig, möglichst immer die gleichen Musiktitel zu benutzen. Aus diesem Grund habe ich mir eine kleine Musiksammlung zusammengestellt (siehe hier), die von ruhigen Musikstücken (z. B. Chormusik von Eric Whitacre) über Filmmusik (z. B. aus Star Wars) bis hin zu Hard Rock (z. B. AC/DC) ein breites Musikspektrum abdeckt. Ausserdem ist es wichtig, noch einmal hervorzuheben, das jeder bei der Beurteilung des Klanges wirklich subjektiv vorgeht. Aus diesem Grund sollte man vor dem Kauf z. B. eines Wireless Musiksystems das jeweilige Gerät mit einer „Test“-Musiksammlung Probe hören und dann anhand dieses Eindruckes entscheiden, ob der Klang wirklich dem Gusto entspricht oder nicht.

Kommen wir zum Klang des Bowers & Wilkins A7. Begonnen habe ich wieder wie üblich mit „The Droid Invasion“ von John Williams aus Star Wars (Episode I). Dort kommen am Anfang Trommeln vor, die sehr dominant sind. Bei vielen Kopfhörern oder aber auch Soundsystemen werden diese Trommeln nicht wirklich sauber wiedergegeben. Oder aber es fehlt der Wow-Effekt, den man im Kino damit verbindet. Beim Zeppelin Air von Bowers & Wilkins war dieser Effekt schon zu spüren, beim P7-Kopfhörer war er sehr extrem ausgebildet. Und auch hier, beim Bowers & Wilkins A7, ist er ebenso präsent. Ich muss sagen, nur bei wenigen Systemen konnte ich förmlich spüren, wie die grossen Trommelfelle der Kesselpauken vibrierten. Anders muss eine Anlage auch weniger basslastige Stücke mit Bravour bewältigen. Dafür habe ich zum Beispiel die Chorstücke von Eric Whitacre ausgesucht, denn dort müssen die Anlagen Höhen und Mitten sauber wiedergeben. Auch hier kann der Bowers & Wilkins A7 punkten. Und selbst bei „Hells Bells“ von AC/DC wird alles meiner Meinung nach sauber wiedergegeben. Der Part mit der vom Vorschlaghammer betriebenen Kirchenglocke kommt ebenso gut rüber wie nachher der Hard Rock-Part. Einzig wenn man den Bowers & Wilkins A7 sehr leise betriebt, kommt mir die Musik ein wenig flach vor. Aber, wenn ich ehrlich bin, haben sogar die sehr guten Boxen meiner Stereoanlage, wenn sie sehr leise gestellt sind, die gleichen Probleme (vielleicht nicht ganz so stark). Ausserdem: Wer würde sich schon „Hells Bells“ sehr leise anhören. Wenn ich mir also die einzelnen Musikstücke so anhöre, wie sie vom Bowers & Wilkins A7 wiedergegeben werden, so muss ich sagen, dass der A7 meinen bisherigen Favoriten, den Bowers & Wilkins Zeppelin Air, dann doch von Platz Eins verdrängt hat.

 

Die Society of Sound von Bowers & Wilkins

Wie sagt Bowers & Wilkins so treffend über seine Society of Sound:

Mit der Society of Sound haben wir ein Online-Forum gegründet, in dem sich Musikliebhaber treffen und ihr Wissen miteinander teilen können.

In der Society of Sound findet man Blogs (auf englisch) zu Lautsprechern, Musik und anderen Dingen. Bei der Society of Sound handelt es sich aber auch um ein – zusammen mit Peter Gabriels Music Label „Real World Music“ und Bowers & Wilkins ins Leben gerufenes – Downloadportal. Die Society of Sound bietet dabei ausgesuchte, qualitativ hochwertige Audio-Aufnahmen von renommierten Künstlerinnen und Künstlern (vornehmlich aus dem Klassikbereich, aber auch aus anderen Stilrichtungen) per Apple Lossless und FLAC an. Hat man ein Gerät von Bowers & Wilkins gekauft, so kann man dieses Download-Portal drei Monate lang ohne weitere Kosten testen und ohne Einschränkungen sämtliche vorhandene Musik herunter laden. In der Society of Sound werden einmal im Monat weitere Alben hinzugefügt, dafür aber ältere Alben wieder entfernt. Wenn man das Downloadportal nach Ablauf der Testphase (die sich übrigens, was ich wirklich gut finde, nicht automatisch verlängert wird) weiter nutzen will, so kostet der Dienst 40 EUR bzw. 50 SFr. pro Jahr. Aufgrund der dreimonatigen Probezeit kann man für sich selbst entscheiden, ob die angebotene Musik seinem Geschmack entspricht oder nicht.

 

Mein Fazit zum Bowers & Wilkins A7 Wireless-Musiksystem

Was soll ich sagen: Das Bowers & Wilkins A7 Wireless-Musiksystem hat mich noch mehr überzeugt als damals der Bowers & Wilkins Zeppelin Air. Und das trotz des Preises von 899 Sfr. bzw. 799 EUR. Im Händlerverzeichnis finden sich verschiedene Bezugsmöglichkeiten für die Schweiz, so kostet das B&W A7 Wireless-Musiksystem z.B. bei Interdiscount 899 SFr. Aber dafür bekommt man meiner Meinung nach ein Wireless Musiksystem geboten, das wirklich jeden Franken respektive Euro wert ist. Wer eine Musiksammlung, die auf Mac, PC oder iOS-Device gespeichert ist, mittels eines Wireless Musiksystems hören will, das sowohl klanglich als auch stilistisch zu überzeugen weiss, sollte den Bowers & Wilkins A7 wirklich einmal probe hören. Nur so kann er entscheiden, ob der Bowers & Wilkins A7 seinem Musikempfinden entspricht. Ich für mich kann jedenfalls sagen, dass der Bowers & Wilkins A7 bei mir die alte Nummer Eins, den Bowers & Wilkins Zeppelin Air, abgelöst hat.

 

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