Review: Apple iPhone 6 im Test - PocketPC.ch
Fr. 03. Oktober 2014 um 19:32

Review: Apple iPhone 6 im Test

von Marcel Laser4 Kommentare

Das iPhone 6 Plus war am späten Samstag Abend endlich als Review in unserem Magazin erschienen und erzielte in vielen Bereichen Topwerte, allerdings auch zu einem sehr hohen Preis. Das kleinere iPhone 6 mit 4.7 Zoll Display sieht dem grösseren Modell zwar zum Verwechseln ähnlich, doch gibt es nicht nur Unterscheide in der Grösse. Wir haben uns das iPhone 6 im Vergleich etwas genauer angeschaut und zeigen euch nun in einer verkürzten Version des Testberichtes alle wichtigen Änderungen.

 

Inhaltsverzeichnis

Design: Identisch zum iPhone 6 Plus, aber doch irgendwie anders

Klein ist das neue Oho? Das iPhone 6 ähnelt seinem grossen Bruder nicht nur von den inneren Werten her, sondern zeigt sich im identischen Look der äusseren Oberfläche. Auch hier haben wir wieder ein Stück hervorragende und mustergültige Verarbeitung von Apple aus einem einzigen Block Aluminium gefräst. Genau wie das iPhone 6 Plus ist daher die gefühlte Wertigkeit des iPhone 6 enorm hoch. Die abgerundeten Kanten liegen noch eine ganze Spur angenehmer in der Hand als das grössere Modell, da man es deutlich leichter umfassen kann, was die gesamte Haptik doch deutlich verbessert. Schwierig wird es wieder bei den Antennentrennern auf der Rückseite, die auch beim iPhone 6 das Gesamtbild ein wenig aus dem Rahmen reissen. Es ist zweifellos eine Frage des Geschmacks und auf Dauer auch eine Frage der Gewöhnung. Das Apple-Smartphone ist ohne jeden Zweifel ein sehr hochwertiges und edles Gerät und das fühlt man auch beim Anfassen, doch scheint das Design durch die Kunststoffstreifen eher ein wenig zu leiden. Dies ändert allerdings nichts an der exzellenten Haptik.

 

Wer generell ein Problem mit den neuesten Meldungen von Verbiegungen oder Krümmungen des iPhone 6 Plus hat, sollte mit dem iPhone 6 deutlich ruhiger schlafen können. Mit den Massen von 138.1 x 67 x 6.9 mm ist das kleinere iPhone wirklich erheblich kleiner! Auch das Gewicht schrumpft um fast 50 Gramm auf 129 Gramm. Das ist zwar immer noch 12 Gramm schwerer als das iPhone 5s, doch wird das in Bezug auf die gewonnene Grösse wohl „weniger ins Gewicht fallen“. Es bleibt somit im hohen Masse hosentaschentauglich und sollte durch die Abmessungen auch stabiler sein als der deutlich grössere Bruder.

 

Wir müssen an dieser Stelle aber – genau wie beim iPhone 6 Plus auch – Kritik üben. Das iPhone 6 ist mit seinen Dimensionen stellenweise deutlich grösser als vergleichbare Geräte, welche mit stark ähnlichen Abmessungen bis zu 5 Zoll unterbringen. Das liegt vor allem daran, dass Hersteller von Android-Geräten oft bemüht sind, den Platz der Front entsprechend auszunutzen. Auch das Lumia 930 von Microsoft ist mit einem Millimeter weniger in der Höhe fast identisch hoch, bietet aber deutlich mehr Display, ist jedoch auch mit 71 mm etwas breiter. Apple behält die Grösse der oberen und unteren Bereiche unter dem Display bei, was das iPhone 6 demzufolge auch etwas grösser erscheinen lässt. Was allerdings im Falle des TouchID Sensors aber auch ein kleiner Vorteil ist, denn den will man bereits vom iPhone 5s her gewohnt nicht mehr missen, sofern man ihn schon in Gebrauch hatte.

Hardware kurz angerissen: Performance satt.

Viel zu schreiben gibt es hier nach unserem Test des iPhone 6 Plus nicht mehr, aber wir wollen zumindest noch einmal aufzählen, was sich denn im Inneren befindet. Auch hier haben wir wieder den exzellent aufgestellten A8 Prozessor, welcher zwar nur als DualCore und mit 1.4 GHz Takt arbeitet, allerdings den stärksten Snapdragon Prozessoren in nichts nachsteht. Im Gegenteil. Unterstützt wird das System von 1 GB RAM und in der kleinsten Konfiguration von 16 GB ROM. Der Speicher kann je nach Modell auch 64 und 128 GB betragen. WLAN a/b/g/n und ac sind ebenfalls integriert, genau wie Bluetooth 4.0 und NFC. Wobei NFC derzeit nur mit Apple Pay funktioniert und in Europa erstmal keine Rolle spielt. Das Display löst mit seltsamen 1’334 x 750 Pixel auf und kommt auf einigermassen scharfe 326 PPI. Der Wert entspricht also exakt den Vorgängern seit dem iPhone 4. Die Kamera setzt zwar weiterhin auf augenscheinlich wenige 8 MP, allerdings wurde der Sensor hinter den Linsen deutlich überarbetiet. Eine neue Fokus-Technologie (von Apple auch Fokus-Pixel genannt) soll dafür sorgen, dass die Kamera erstaunlich schnell scharf stellt.

 

Wie beim grossen Bruder ist die Performance herausragend. Der A8 Prozessor hat auch im iPhone 6 eine SingleCore-Performance jenseits von gut und böse. Allerdings hat man Mitte dieser Woche nun eindeutig feststellen können, dass die GPU weiterhin ein Vierkerner geblieben ist, allerdings der Nachfolger des im iPhone 5s oder den aktuellen iPads verbauten Chips ist. Der A8 SoC von Apple beherbergt den PowerVR G6450 Grafikbeschleuniger, welcher durch weitreichende Optimierungen des Chips eine höhere Leistung als der G6430 aufbringen kann. Die Benchmark-Ergebnisse decken sich also weiterhin mit denen des iPhone 6 Plus aus unserem Test davor. Aufwändige Rechenaufgaben und grafisch extrem aufwändige Spiele sollten das iPhone 6 daher nicht vor grössere Hürden stellen. Im Gegenteil: Die bereits angepassten Spiele sehen hervorragend aus.

Display: Irgendwas zwischen sehr gut und exzellent

Nehmen wir als Beispiel das Display des grösseren Bruders: Nicht nur bei uns in der Redaktion ist man sich einig, sondern auch weltweit scheint es die Presse zu faszinieren. Das iPhone 6 Plus verbaut ein irrsinnig gutes IPS Panel, auch wenn man keine qHD Auflösung nutzt. Das iPhone 6 besitzt zwar dieselbe Technologie, allerdings auch mit einer deutlich geringeren Auflösung: 1’334 x 740 Pixel bei einer Diagonale von 4.7 Zoll bringen gerade einmal 326 ppi zustande, was zwar immer noch als ordentlich scharf gilt, doch vom Standard der Highend-Geräte abweicht, die mittlerweile alle den Anspruch von 1080p an diese Kategorie setzen. Mit der von Apple benutzten Auflösung setzen sie sich irgendwo zwischen FullHD und HD, doch reicht das?

 

Scharf genug ist es jedenfalls, das haben auch schon viele andere Geräte wie gewisse Lumia-Devices oder aber auch das Moto G von Motorola bewiesen. Auflösung ist eben nicht alles, solange die Technik hinter dem Panel das beste aus dem visuellem Erlebnis herausholt und das tut das IPS-Panel im iPhone 6 definitiv! Die Farben sind klar, kontrastreich, allerdings weiterhin auf natürlichem Niveau. Der Schwarzwert weiss ebenso zu überzeugen, kommt allerdings nicht an das iPhone 6 Plus heran. Auch hier verwendet Apple die identische Technik des grösseren Modells, doch der Effekt eines aufgemalten Screens ist hier nicht ganz so eindrucksvoll, aber immer noch vorhanden.

 

Im direkten Vergleich schneidet das iPhone 6 Plus besser ab, aber das iPhone 6 ist weit davon entfernt, ein schlechtes Display verbaut zu haben. Im Gegenteil, es ist wirklich tolles Panel und man wird viel Spass daran haben, es im Alltag nutzen zu können. Spiele und Videos lassen sich hervorragend nutzen und profitieren vor allem endlich auch von einem grösseren Display. Apple legte in der Vergangenheit ab dem iPhone 4 immer ein sehr hohes Augenmerk auf seine verbauten Mattscheiben und beweist einmal mehr, dass sie mitunter die besten Panels am Markt verwenden. Das iPhone 6 bildet hier keine Ausnahme, auch wenn das iPhone 6 Plus noch einmal ein gutes Stück zulegen kann.

Kamera: Macht der fehlende OIS den Unterschied?

Gute Frage und irgendwie kaum zu beantworten, denn beide Devices machen hervorragende Fotos und Videos. Apple hat vor allem mit seiner im Sensor implementierten Fokus-Pixel Technologie eine exzellente Fokussierungstechnik implementiert, die bisher ihresgleichen sucht und dieses Feature bietet euch das iPhone 6. Wer also mit einem iPhone 6 Fotos machen will und gute Bilder erwartet, wird nicht enttäuscht, im Gegenteil, diese sehen absolut toll aus, sind sehr scharf, haben einen schönen Weissabgleich und strotzen vor Details. Das Rennen um die Megapixel scheint für Apple – ähnlich wie die GHz beim Prozessor – lange vorbei. Man konzentriert sich auf die Technik an sich und verbesserte diese zum Wohle der Kundschaft.

 

Auch das Feature für die Aufnahme von Videos mit 240 Bildern pro Sekunde beherrscht das kleinere Modell und zeigt damit Zeitlupen-Videos auf einem neuen Level. Es macht einfach Spass diese Technik zu benutzen und schnelle Objekte wie das Einschütten von Getränken oder andere schnelle Objekte zu erfassen und später abzuspielen.

 

Die Stärken der optischen Bildstabilisation zeigt das iPhone 6 Plus allerdings ebenfalls. Fotos bei schlechteren Lichtverhältnissen wirken mit dem iPhone 6 Plus leicht schärfer und das scheinen sie im Detail auch zu sein. Auch bei der Videoaufnahme ist das iPhone 6 Plus mit OIS dem iPhone 6 voraus. Videos wirken runder und weicher in der Bewegung, auch wenn der Unterscheid keine gravierenden Sprünge macht. Ob die Kamera dann zum entscheidenden Kriterium wird, ist allerdings zweifelhaft, denn auch die Version im iPhone 6 ist eine ausgesprochen hervorragende „Bildschussmaschine“.

Akkulaufzeit: Besser als iPhone 5s, hinter iPhone 6 Plus

Neben der Display-Auflösung gibt es einen weiteren gravierenden Unterschied zwischen beiden Modellen und die liegt leider in der Akkulaufzeit. Das iPhone 5s hatte zwar keine schwache Laufzeit, doch haben beispielsweise Smartphones wie das Galaxy S5 das Apple Phone irgendwann deutlich hinter sich gelassen. Das iPhone 6 scheint allerdings nun endlich höhere Laufzeiten als das Vorgängermodell zu erreichen. Während wir bei identischer Nutzung mit dem iPhone 5s schon Abends lieber das Ladekabel rausholten, war mit dem iPhone 6 mindestens noch ein halber Tag an Laufzeit drin. Ebenfalls gefällt das Standby-Management von Apples iOS 8, welches wirklich sehr gute Stromspareigenschaften besitzt. Das iPhone 6 Plus hält allerdings deutlich länger durch als sein kleiner Bruder. Die Akkukapazitäten unterscheiden sich aber auch enorm: Das iPhone 6 kommt auf etwas über 1’800 mAh, während das grössere Modell mit 2’800 mAh versorgt wird. Dass Konkurrenzmodelle teilweise grössere Akkus verbauen, fällt also definitiv nicht auf. Im Gegenteil, Apple zeigt Langläuferqualitäten auf beiden Systemen.

 

Die Abstriche gegenüber dem grösseren Modell merkt man dann aber bei voller Auslastung des Gerätes. Während wir mit einer einzigen Ladung beim iPhone 6 Plus auf mehr als zwölf Stunden FullHD-Videos am Stück kamen, machte das iPhone 6 schon bei knapp zehn Stunden schlapp. Dennoch ein respektabler Wert. Die Laufzeit ist somit gegenüber dem Vorgänger endlich gestiegen, welcher bei starker Nutzung am Ende des Tages schon oft sein Limit erreichte. Somit misst sich das iPhone 6 nun mit Dauerläufern wie dem Galaxy S5, welches für unsere Verhältnisse allerdings noch ein Stückchen mehr aushält. Allerdings ist dort ebenfalls der Akku deutlich grösser und hat die Dimension der Batterie im iPhone 6 Plus.

Fazit

Davon einmal ganz abgesehen, dass der Test versucht, die beiden neuen iPhones zu vergleichen, ist dies anhand der Kategorie schon nahezu unmöglich. Wer sich ein iPhone 6 Plus holen will, möchte auch mit grosser Gewissheit ein riesiges Smartphone haben. Das iPhone 6 ist die goldene Mitte aus Handlichkeit, den wichtigsten Features der neuen Serie, wie dem bärenstarken A8 Prozessor, der überarbeiteten Kamera oder das auf angenehme Dimensionen angewachsene Display. So identisch die Geräte auch sind, verschiedener könnten sie gar nicht sein. Damit ist das iPhone 6 das von Fans und Interessierten langersehnte Upgrade. Es ist nicht nur das mit Abstand beste iPhone, welches Apple bisher gebaut hat, es bringt mit dem grösseren und deutlich besserem Display auch endlich einen seit dem iPhone 5 stetig gewachsenen Kritikpunkt zum Schweigen.

 

Das iPhone 6 stellt sich allerdings auch hier wieder dem ein oder anderen Kritikpunkt, welche auch schon beim iPhone 6 Plus eine Rolle spielen: Die Balken für die Antennentrenner zerstören ein wenig die makellose Optik und stechen vor allem in der goldenen Version ziemlich klobig aus dem Design heraus. Die 16 GB Version kommt einem immer noch sehr überflüssig vor. Warum hat man nicht direkt mit 32 GB begonnen? Auch das zwar integrierte, aber in Europa wohl noch für längere Zeit nutzlose, NFC von Apple hinterlässt einen seltsamen Eindruck.

 

Wer sich mit iOS allerdings anfreunden kann oder es gerne einmal ausprobieren würde, bekommt ein bärenstarkes Gesamtpaket. Der A8 Prozessor ist extrem leistungsfähig, das Display ist hervorragend und endlich gross genug, die Kamera herausragend und das Design samt Verarbeitungsqualität auf Champions League Niveau. Problematisch wird es aber wieder beim Preis: Das iPhone 6 fängt ab 699 Euro bzw. 759 SFr an und bietet dann nur die 16 GB, welche man schon unter normaler Nutzung schnell auslasten dürfte. Der Aufpreis für die 64 GB sollte daher unbedingt in Erwägung gezogen werden. Poweruser, die vor allem die Kamera ausreizen möchten, werden dann mit 128 GB definitiv glücklich werden, doch reisst diese auch ein schwarzes Loch ins Portemonnaie.

 

Damit bleibt das iPhone 6 unterm Strich ein herausragendes Gerät mit dem Feinschliff an den richtigen Ecken und Enden. Da das iPhone 6 Plus eine eher speziellere Käuferschicht für sich gewinnen will, halten wir das iPhone 6 für den besseren Kompromiss. Der fehlende OIS wird nicht ins Gewicht fallen, nur die Akkulaufzeit unterscheidet die Geräte erheblich voneinander.

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4 Antworten zu “Review: Apple iPhone 6 im Test”

  1. Setter sagt:

    Wie viel steht denn bei einem 32GB Modell an tatsächlichen Speiche zur Verfügung und wie viel müsste man „Frei haben“ für ein größeres Update?

  2. happyone sagt:

    Es gibt keine 32 GB mehr nurnoch 16, 64 und 128
    Beim iPhone 5 hab ich jedoch 27,3 frei, falls ich dir helfen konnte 😉

  3. happyone sagt:

    Edit: für ein größeres Update musste ich 5 GB Speicherplatz frei haben (Beispiel iOS 8). Jedoch nur wenn es OTA ist.

  4. Ney sagt:

    auch wenn man es durch ne hülle „beheben“ kann… mich stört die herausstehende kameralinse TIERISCH und ist für mich nen absoluter Design Fehler

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