Fr. 20. November 2015 um 6:04

Review: Apple iPad Pro im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud9 Kommentare

Does size matter? Nachdem Apple nun sowohl die „Normalgrösse“ mit ca. 10 Zoll, als auch die handschmeichlerischen iPad mini-Modelle mit 7 Zoll äusserst erfolgreich unter die Leute bringen konnte, werden nun grössere Kaliber aufgefahren: Mit dem iPad Pro kommt ein Tablet mit fast 13 Zoll in den Handel. Angesprochen werden soll vor allem die Gruppe der Kund_innen, die privat oder im Job kreativ arbeiten, viel mit Präsentationen, Grafiken oder sogar 4K-Videos zu tun haben und hier einfache und produktive Lösungen suchen. Mit den neuen speziell auf das iPad Pro abgestimmten Apps von Adobe und Microsoft kommen Programme auf das Tablet, mit dem sogar das produktive Arbeiten ohne Notebook möglich sein soll. Ob es das iPad Pro tatsächlich schafft, den Laptop verstauben zu lassen, haben wir in den letzten Tagen ausgiebig getestet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design, Haptik und Verarbeitung

  2. Technische Daten, Display und Hardware

  3. Software und Benchmarks

  4. Akku

  5. Kamera

  6. Sound- und Verbindungsqualität

  7. Smart Cover, Smart Keyboard und Apple Pencil

  8. Fazit

1. Design, Haptik und Verarbeitung

12.9 Zoll Displaydiagonale sind eine Hausnummer. Für ein Tablet sogar eine ziemlich hohe, vergleichbar grosse Tablet-PCs sind eher rar gesät, bewegen sich die meisten doch eher im Bereich rund um 10 Zoll Grösse. Das iPad Pro sticht sofort ins Auge und selbstverständlich ist die Grösse das erste, das man bemerkt. Ansonsten orientiert sich das Design vollkommen an den Vorgängern, man erkennt auf den ersten Blick, dass es sich um ein iPad handelt, nur eben eines, das in den Zaubertrank gefallen ist.

 

Kleine Details sind aber natürlich angepasst worden. So befinden sich nun an allen Kanten des iPad Pro Lautsprecher, um auch bei installierter Tastatur ein volles Sounderlebnis zu haben. Auf der Rückseite prangt wie gewohnt das Apple-Markenlogo sowie die Produktbezeichnung am unteren Rand. Auf der Vorderseite befinden sich das Display, eingelassen in einen weissen Rahmen, die Face Time-Kamera oben in der Mitte und der Home Button unter dem Display. An der rechten Oberseite findet sich der Power Button, links der 3.5 mm Klinkenanschluss. An der linken Seite kann man mittig den Anschluss für die andockbaren Tastaturen finden, an der Unterseite den Lightning-Anschluss zum Verbinden und Aufladen sowie zum Anschliessen des Apple Pencils. An der linken Seite befinden sich oben die Lautstärketasten, im unteren Bereich der SIM-Karten-Slot.

 

Das Design ist gefällig und eben Apple-typisch, es gibt hier keine Überraschungen. Viel interessanter ist die Haptik: Obwohl das Gerät gute 3 Zoll und somit um 78 % grösser ist als das iPad Air 2, wiegt es mit seinen 713 g zwar deutlich mehr (das iPad Air 2 wiegt 437 g), es fühlt sich aber dennoch sehr leicht an, da sich das Gewicht eben über die gesamte Fläche verteilt. Stundenlang kann man es nicht in den Händen halten, aber dafür gibt es ja Smart Cover, spezielle Cases und Ständer. Es ist mit 6.9 mm sehr dünn, dennoch kommt kein Gefühl auf, dass es einfach verbiegbar oder zerbrechlich wäre.

 

Die Verarbeitung ist Apple-typisch sehr hochwertig, alle Knöpfe und Anschlüssen sitzen fest. Die Materialien wirken hochwertig und fühlen sich gut an. Das Display ist einfach und schnell von Fingerabdrücken befreibar.

2. Technische Daten, Display und Hardware

BetriebssystemiOS 9
Display12.9 Zoll Retina Display, 2732 x 2048 Pixel (264ppi)
ProzessorApple A9X mit 64-bit-Architektur, M9 Motion-Coprozessor
Kamera8 MP iSight-Kamera hinten, 1.2 MP Face Time-Kamera, 1080p HD-Videoaufnamen
Verbindungen WLAN-Modell

WLAN (802.11a/​b/​g/​n/​ac), Zwei-Kanal (2.4 GHz und 5 GHz), HT80 mit MIMO

Bluetooth 4.2

Verbindungen WLAN- und Cellular-Modell

WLAN (802.11a/​b/​g/​n/​ac), Zwei-Kanal (2.4 GHz und 5 GHz), HT80 mit MIMO

Bluetooth 4.2

UMTS/HSPA/HSPA+/DC-HSDPA (850, 900, 1700/2100, 1900, 2100 MHz), GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz)

CDMA EV-DO Rev. A und Rev. B (800, 1900 MHz)

LTE

SensorenTouch ID, Beschleunigungssensor, Umgebungslichtsensor, 3-Achsen-Gyrosensor, Barometer, 
AkkuLaut Hersteller: 9 Stunden Laufzeit mit Datenverbindung, 10 Stunden Laufzeit mit WLAN-only Verbindung
Sonstiges

Siri

Apple Pencil (nicht im Lieferumfang enthalten)

Tastatur (nicht im Lieferumfang enthalten)

  

Die Hardware des Apple iPad Pro hat es in sich. Der A9X Prozessor ist extrem leistungsfähig und versorgt das Gerät mit sehr viel Leistung. Multitasking und das gleichzeitige Nutzen mehrerer Programme ist kein Problem für das Tablet, allerdings gab es unter absoluter Volllast, also vielen geöffneten Apps sowie gleichzeitigem Abspielen eines Films doch den ein oder anderen Ruckler. Im normalen Gebrauch wird das iPad Pro aber sehr gut und vor allem extrem schnell versorgt, alle Anwendungen starten in Rekordzeit, was auch dem Prozessor zu schulden ist. Der A9X ist ein aufgebohrter Apple A9-Chip, wie er im iPhone 6s und iPhone 6s Plus zum Einsatz kommt. Es handelt sich um einen Dual-Core Prozessor, dem 4 GB RAM zur Verfügung stehen. 

 

Das Display ist sehr brillant und scharf, wie es für die Retina-Displays üblich ist. Die Blickwinkelstabilität ist hervorragend und für die Dünne des Gerätes ist die Abstimmung mit der Hintergrundbeleuchtung sehr gut gelöst. Steht es im Dock, sehen die Bildschirminhalte aus wie auf Papier gedruckt, insbesondere beim Lesen digitaler Zeitungen zeigt sich die Brillanz und die Grösse des Displays von seiner allerbesten Seite, als wär das iPad Pro für diese Zwecke entwickelt worden. Allerdings sind bei sehr starkem Reinzoomen doch einige Pixel zu erkennen, was aber wohl der Grösse des Geräts geschuldet ist. Die Schärfe und Farbdarstellung ist besser als beim von der Grösse her vergleichbaren MacBook Pro. Alles in allem ist das Display mit Sicherheit eines der herausstechenden Merkmale des iPad Pro für seine Grösse.

 

3. Software und Benchmarks

Das iPad Pro läuft mit iOS 9 in der aktuellsten Version. Viele sind damit nicht ganz zufrieden und würden sich ein vollwertiges Betriebssystem wie MacOS auf einem eher produktiven Gerät wünschen, allerdings wäre dies wohl mit dem Akku nicht durchsetzbar, wenn das Gerät so dünn und leicht bleiben soll. iOS 9 läuft auf dem iPad Pro schnörkellos und ohne Probleme. Der App Store ist gewohnt hervorragend gefüllt und es kamen und kommen noch einige Apps mit absoluten Mehrwert hinzu. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir uns nach und nach die wichtigstens iPad Pro-Apps vornehmen, die für das Gerät einen echten Mehrwert darstellen. Darunter befinden sich die Adobe-Programme Photoshop Mix, Comp, Photoshop Fix und Sketch sowie die Microsoft Office Programme. Zudem gibt es eine ganze Menge Mal- und Zeichenprogramme, bei denen insbesondere der Apple Pencil sein Können zeigen kann.

 

In ersten Tests funktionierten die Apps sehr gut und insbesondere das Multitasking-Feature ist sehr gut gelöst. Mit dem anpassbaren Split View ist das Arbeiten sehr einfach und praktisch gelöst, man kann in beide Dokumente zugleich schreiben, eines als Vorlage nutzen oder Daten, die man mit dem anderen Programm in Diagramme zeichnet, aus dem anderen Dokument ablesen. Für die Recherchearbeit beim Schreiben von Artikeln ist dies sehr praktisch, aber auch beim wissenschaftlichen Arbeiten oder den Hausaufgaben kann diese Funktion sehr nützlich sein. Für Schule, Uni und Beruf ist das iPad Pro softwaremässig also sehr gut gerüstet. In Zukunft werden noch weitere Programme erwartet, die den Einsatzbereich weiter erweitern sollen. Split View ist zwar eine sehr gute Sache, allerdings noch nicht mit allen Apps nutzbar. Genauso fehlen bei den Apps, die speziell für iOS 9 und das iPad Pro angepasst wurden, ein paar Feinheiten, die dann stören, wenn man sie braucht und von den Mac-Vollprogrammen einfach gewohnt ist. Hierauf wird aber in den einzelnen App-Reviews in den nächsten Wochen detailliert eingegangen, hier auf jedes einzelne Programm und seine Stärken und Schwächen einzugehen, würde jeden Rahmen sprengen.

 

In den Benchmarks sieht man die geballte Kraft des Prozessors. Im Geekbench 3 Single Core Benchmark lässt das iPad Pro die Konkurrenz schlicht und ergreifend stehen. Bei 3D Mark, einem Benchmark, der sich auf die Grafik bezieht, übernimmt das Tablet die Highscore-Spitze – und zwar mit Abstand. Im Folgenden seht ihr ein paar Screenshots der Benchmark-Ergebnisse. Zwar kann man nicht immer viel auf diese Tests geben, jedoch sind die Resultate so herausragend, dass sie hier Erwähnung finden müssen. Zudem decken sich die Ergebnisse grösstenteils mit den subjektiven Testeindrücken: Alles läuft schnell und sehr flüssig.

4. Akku

Apple verspricht, dass das iPad Pro bei normaler gemischter Nutzung um die zehn Stunden lang durchhält. Im Test kamen wir im Schnitt auf gute 9.5 Stunden, was die Erwartung im Grossen und Ganzen erfüllt, immerhin ist nicht ganz geklärt, was „normale, gemischte“ Nutzung ist. Im Test bemühten wir das Tablet mit einigen auch aufwändigeren Apps wie iMovie und Photoshop, vier Emailkonten wurden in regelmässigen Abständen synchronisiert und benutzt, am Abend wurde das iPad Pro zum Surfen und Spielen genutzt. An Tagen mit weniger Nutzung hielt der Akku auch bedeutend länger durch, das Gerät muss also als „Couch-Tablet“ nicht jeden Tag an die Steckdose und zum Arbeiten oder Studieren kann man es wunderbar auch mal ohne Netzteil mitnehmen, den Arbeits- oder Unitag übersteht es dicke. Ist es doch einmal leer, lädt es mit dem mitgelieferten Netzteil schnell auf und ist nach etwa 20 Minuten schon wieder für längere Zeit einsatzbereit.

Der Standby-Betrieb ist extrem sparsam, nach drei Tagen nicht-Nutzung ging der Akkustand um gerade einmal vier Prozentpunkte runter.

5. Kamera

Tablet-Kameras sind so eine Sache. Glücklicherweise ist die Bildqualität meist eher mies, sonst würden einem wohl noch mehr Leute die Sicht auf Sehenswürdigkeiten oder auf Konzerten verdecken, wenn mit dem Tablet fotografiert wird. Beim iPad Pro wird wahrscheinlich schon das Gewicht und die schiere Grösse des Geräts Leute davon abhalten. Der Nutzen der iPad Pro-Kamera besteht vor allem dadurch, mit der Frontkamera zu telefonieren, was auch wunderbar funktioniert. Die Qualität der 1.2 MP Kamera ist sehr gut, das Gegenüber kann einen in Face Time und Skype-Telefonaten einwandfrei erkennen, der Sensor ist schnell und das Bild klar und nicht verzerrt.

Die Kameraqualität der Hauptkamera ist in Ordnung, verbaut ist eine 8 Megapixel Kamera im hinteren Teil des Tablets. Man kann schnelle Aufnahmen, etwa von Dokumenten oder Bauanleitungen, machen und an Kontakte, z.B. während des Chattens. Dafür reicht die Cam gut aus und mehr muss sie auch gar nicht leisten. Einen Blitz hat sie nicht, Bilder bei schlechteren Lichtverhältnissen als an Sonnentagen rauschen.

 

Was schade ist, dass es nicht möglich ist, 4K-Videos aufzunehmen. Möglich sind Clips mit einer Auflösung von 1080p. Bearbeiten kann man am iPad Pro aber bis zu vier verschiedene 4K-Filme gleichzeitig.

 

5. Sound- und Verbindungsqualität

Die neu positionierten Lautsprecher rund um das iPad Pro herum sorgen für guten Klang beim Musikhören, aber vor allem auch beim Schauen von Filmen. Dafür bietet sich der 13 Zoll grosse Screen gut an, das Hörerlebnis z.B. beim neuen Bond „Spectre“, ist sehr gut, man hört die verschiedenen Geräusche aus verschiedenen Richtungen, Strassenverkehr, Rufe und auch das Rauschen von Wasser. Der Clou ist: Es ist sogar ziemlich egal, wie herum man das iPad Pro dabei hält, die Stereo-Lautsprecher bieten immer denselben Sound-Umfang. Die unteren beiden Speaker geben jeweils mehr Bass von sich, was zu einem runden Eindruck führt.

 

Die Verbindungsqualität ist hervorragend. Im Test befand sich das Gerät mit LTE-Modul, der Datenempfang war stets genauso gut wie mit dem iPhone 6s Plus, dem Lumia 930 und dem Samsung Galaxy S6 edge, die alle drei in der Vergangenheit immer sehr zuverlässig waren, was den Netzempfang angeht. WLAN war in der gesamten Wohnung und auch noch im Treppenhaus empfangbar, hier gibt es absolut nichts zu beanstanden. WLAN ist mit bis zu 5 GHz nutzbar und kann auch die volle Bandbreite schnell und zuverlässig nutzen.

6. Smart Cover, Smart Keyboard und Apple Pencil

Zum Aufstellen des iPad Pro gibt es, wie für die anderen iPad-Modelle auch, wieder ein Smart Cover. Dieses unterscheidet sich nur in den Dimensionen der bisherigen Cases und muss nicht weiter in der Review behandelt werden.

 

Interessanter ist hier das Thema Tastatur: Da das Apple-eigene Produkt, das Smart Keyboard für das iPad Pro, derzeit Lieferschwierigkeiten unterliegt, haben wir das Gerät an ein Logitech-Tastatur-Case angeschlossen. Mit dem Smart Dock an der linken Seite des Tablets geht dies magnetisch und sehr schnell. Die Verbindung ist relativ stabil, sowohl beim von uns nur kurz angetesten Smart Keyboard von Apple, wie auch beim Produkt von Logitech. Beide Tastaturen sind qualitativ hochwertig und erlauben ein Arbeiten, wie es mit dem an Microsofts Surface-Modellen vergleichbar ist. Ein kleines Manko bei beiden Tastaturen ist, dass sie sich verstellen lassen, es gibt nur eine Position. Auf dem Schreibtisch stehend geht das in Ordnung, bei niedrigeren Tischen kann diese eine Einstellung nicht ausreichen.

 

Positiv fällt bei der Logitech-Tastatur auf, dass sie nicht nur das Display, sondern auch den Rücken des iPad Pro schützt. Sie lässt sich zusammengeklappt mitnehmen und ist insgesamt inklusive Tablet etwa so gross wie ein 13 Zoll grosses Notebook. Allerdings wirkt sich der Extra-Schutz auch auf das Gewicht aus, das Case an sich ist deutlich schwerer als das Smart Keyboard von Apple. Wer also sehr viel mobil arbeitet, sollte beide Cases mal in die Hand nehmen und genau abwägen, ob ein leichteres oder ein robusteres Cover für die individuellen Zwecke notwendig ist.

Sehr schön ist die Bedienung der Tastatur. Bei beiden fallen die guten Druckpunkte der Tasten auf, das Layout entspricht weitestgehend einer vollwertigen Tastatur und wird zudem über On-Screen-Tasten auf dem iPad Pro-Display erweitert. Die Shortcuts sind dieselben wie am Mac, sie können zudem einfach durch Drücken von cmd+w jederzeit angezeigt werden.

 

Steve Jobs Einstellung zum Thema Stylus sollte hinlänglich bekannt sein – er mochte die elektronischen Stiftchen nicht. Nichtsdestotrotz bringt Apple nun mit dem Apple Pencil einen Stift, der das Arbeiten am iPad Pro massgeblich unterstützt. Genauso wie das Smart Keyboard muss der Stift allerdings separat gekauft werden und ist nicht im Lieferumfang des Tablets enthalten. Apple betont zudem, dass es sich bei dem Apple Pencil nicht um einen Stylus handle, da es die Eingabe per Finger höchstens unterstützen, aber nicht ersetzen soll. Der Pencil soll vor allem zum Zeichnen und Schreiben verwendet werden.

 

Die Eingabe mit dem Apple Pencil funktioniert sehr gut, es können tatsächlich einzelne Pixel markiert werden, so wie in der Werbung gezeigt. Das Zeichnen und Schreiben erfolgt in Echtzeit, Verzögerungen konnten nicht festgestellt werden. Ein schöner Clou ist zudem, dass der Pencil je nach Eingabewinkel verschieben breit zeichnet und auch auf verschieden festen Druck reagiert und dadurch beispielsweise intensivere oder schwächere Linien produziert. Man kann den Apple Pencil tatsächlich verwenden wie einen normalen Stift, es gibt auch keinen Knöpfe, die man drücken muss, um an bestimmte Funktionen zu kommen. Aufgeladen wird der Apple Pencil über den Lightning-Anschluss am iPad Pro. Der Stecker hierzu befindet sich unter einer Kappe am hinteren Ende des Stifts. Voll aufgeladen hält der Akku des Apple Pencils etwa zwölf Stunden lang durch, ist er doch einmal leer, kann man ihn innerhalb weniger Sekunden wieder für eine halbe Stunde fit machen. 

 

Leider gibt es keine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Apple Pencil am Gerät. Es müsste ja nicht einmal etwas zu hineinstecken sein, verständlicherweise ist dies bei der Dünne des Geräts nicht möglich, aber ein Magnet oder Ähnliches wäre schön gewesen. Auch lässt sich die Kappe beim Ladevorgang nicht sinnvoll verstauen, etwa auf die Spitze des Stiftes. Da viele Menschen, die Testperson eingeschlossen, ihre Taschen und Rucksäcke nicht 100% unter Kontrolle haben und lose Dinge gern einmal verlieren, ist der Verlust des Apple Pencils in vielen Fällen vorhersehbar. Das ist insbesondere bei einem Zubehörteil im Wert von über 100 Franken bzw. Euro eher ungünstig.

 

Die Einsatzmöglichkeiten des Apple Pencils werden wir in den ausführlichen App-Tests in den nächsten Tagen und Wochen noch zu spezifischen Themen zeigen.

7. Fazit

Ist das iPad Pro der von Tim Cook so bezeichnete Notebook-Ersatz? Nö. Ist es ein herausragend gutes Arbeits-Tablet? Aber ja!

Was macht ein Notebook zu einem solchen? Nun ja, in meinen Augen vor allem die Stabilität. Einen Laptop will ich jederzeit auf meinem Schoss benutzen können und zwar in jeder Position. Die Lösung, ein Tablet an eine Tastatur anzudocken ist clever, aber nicht die ultimative Rettung. Die Logitech Create-Tastatur, die ich mit dem iPad Pro verwende, ist schon die stabilere und robustere Variante, dennoch ist die Angelegenheit abseits des Schreibtisches mehr als kippelig. Ein weiterer Faktor ist das Betriebssystem. Ja, iOS 9 rennt auf der Maschine und der A9X arbeitet unglaublich gut, schnell und effizient. Dennoch ist es eine ARM-Architektur und es ist nicht all das möglich, was auch das MacBook Pro oder MacBook Air kann. Dazu fehlen einfach in manchen Apps wie z.B. Photoshop Funktionen, die ich vom Programm für Mac gewohnt bin. Auch, dass Split View noch nicht mit allen Apps funktioniert, ist noch nicht wirklich Notebook-würdig.

Sehr schön ist allerdings der Sound, hier hat Apple wirklich überlegt gehandelt und dafür gesorgt, dass die hervorragenden Stereo-Speaker auch inklusive Case und in allen Positionen für eine tolle Geräuschkulisse beim Filmschauen und Spielen sorgen.

 

Man kann Tim Cooks Aussage aber eben auch so lesen, dass er, wenn er unterwegs ist, wirklich nichts anderes als das iPad Pro zum Arbeiten benötigt. Und hier kann ich ihm nach den ersten intensiven Tests zustimmen: Es ist unglaublich viel möglich. Vor allem unterwegs bei Presseterminen, wenn man schnell etwas notieren muss, Daten auswertet und surfend arbeitet, ist das iPad Pro eine tolle Rechenmaschine. Das Tastaturcover, egal ob von Apple oder Logitech, ist eine sehr gute Ergänzung, die seinesgleichen sucht. Abgesehen von der Surface-Tastatur für das Surface Pro 4 ist mir noch keine gleichwertig gut kompatible Zusatz-Tastatur für ein Tablet untergekommen, wirklich ein Pluspunkt.

Auch der Apple Pencil erfüllt seine Zwecke sehr gut, die Zeichen- und Schreibprogramme reagieren sehr schnell und präzise auf den Stift. Absolut schade ist, dass es keine adäquate Aufbewahrungsmöglichkeit für ihn gibt, nicht einmal im Case. Auch die sehr hohen Zusatzkosten für den Apple Pencil und das Smart Keyboard sind ein Manko. Bei anderen Herstellern befindet sich zumeist mindestens eines der Zubehörteile im Lieferumfang. Ohne diese Zusatzgeräte ist das iPad Pro zwar immer noch ein grosses, schickes Multimedia-Tablet, allerdings als Arbeitstier nicht zu gebrauchen. Und dafür ist es dann mit seinen mindestens 899 SFr. in der kleinsten Variante zu teuer.

 

Preislich liegt das in den Farben Gold, Silber und Dunkelgrau erhältliche iPad Pro wie gesagt bei 899 SFr. bzw. Euro für die 32 GB WiFi-only-Variante, das 128 GB WiFi-only- Modell schlägt mit 1079 SFr./EUR zu Buche. Das von uns getestete iPad Pro mit allen Schikanen, also WiFi, LTE und 128 GB kostet 1229 SFr./EUR Der Apple Pencil kostet 109 SFr./EUR, das Smart Keyboard von Apple 179 SFr./EUR (derzeit ausschliesslich mit US-Tastaturlayout erhältlich und von Lieferschwierigkeiten betroffen). Die Logitech Create Tastatur für das iPad Pro ist mit schweizerischem Layout erhältlich und kostet 149.99 SFr. bzw. Euro. Hier muss man sich wirklich gut überlegen, was man braucht und von einem Tablet erwartet. Spielen und Filme schauen kann man auch auf den kleineren Geräten, zum unterwegs-Arbeiten ist es ein echter Mehrwert, insbesondere, wenn schon andere Apple-Geräte im Haus sind.

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9 Antworten zu “Review: Apple iPad Pro im Test”

  1. Tempest2k sagt:

    Die Kurzversion für mich. Ein gutes Gerät, das sicherlich den ein oder anderen Apple User begeistern und einem Kauf bewegen wird. Habe ich einen einzigen Grund um von einem Surface 3/4 pro umzusteigen? Nein.

  2. Abarth sagt:

    Nö. Kürzlich war jemand in unserer Firma, und hatte eine Präsentation auf dem iPad.
    Unser beamer hat keine Wireless Fähigkeiten, und er keinen Adapter….
    Also schauten wir die Präsentation auf dem iPad.

    Dann wollte ich die Datei auf einem Stick. Er hatte keinen Adapter für USB Sticks.
    Also bekomme ich diese auf anderem Wege.

    Usw.
    Wenn ich nun sehe, wie meine Tochter ihre gesamten Gymnasium-Notizen mit Stift im OneNote macht, ab und zu ihr Surface per Kapel an einen grossen Monitor anschliesst und keine Probleme mit Sticks und so hat, dann kann ich mir schlicht nicht einen einzigen Fall vorstellen, bei dem das iPad pro sinnvoller ist. Ausser für irgend ein Spiel oder ne App, die es auf dem Surface nicht gibt.
    Aber dass sind eher Consumer- und nicht Pro- Apps….da reicht ein iPad mini vollauf.

  3. Bunsenbrenner sagt:

    Man sollte in der heutigen Welt einfach damit aufhören alles von sich selber auf andere Situationen abzuschieben. Es gibt garantiert viele Menschen, die mit einem iPad absolut nichts anfangen können. Weder als Spielgerät, Multimediadevice oder eben wie manche auch behaupten, als Arbeitsgerät. Aber das gilt garantiert nicht für alle. An anderer Stelle gibt es genug Leute, die wissen, wie man ein Gerät effizient in seinem eigenen Arbeitsalltag unterbringt. Egal von welchem Hersteller. Wenn jemand zu blöd ist, das Gerät ordentlich in seinem Job unter zu bringen, dann wird genau dieses auch nichts für den Anwender sein und er sollte sich nach Alternativen umschauen. Nichts ist schlimmer, als jemand der seine eigene Arbeit und Auftreten in der Arbeitswelt durch die falschen Geräte behindert. Das kostet am Ende alles nur unnötig Geld und Zeit. Ich für meinen Teil hätte durchaus Verwendung für ein iPad Pro im Job und das ziemlich uneingeschränkt, da ich bereits auf einem iPad Air 2 viele meiner Arbeiten erledigt habe. Die Videobearbeitung scheint laut diversen Tests im Netz unverschämt gut auf dem Ding zu laufen und professionelle Bild- und Video-Bearbeitung gibt es schon zum kleinen Preis im AppStore in sehr guter Qualität 🙂 Und da ich niemandem einen Stick in die Hand drücken muss (ohja es gibt solche Jobs 😀 herausragend oder? :D) sollte ich so grade eben damit klar kommen 🙂 Sollte es Sachen geben die ich vor Ort auf den Events nicht regeln kann, sind das Fälle die ich dann im Büro erledigen muss und da steht dann ein guter Desktop mit dem ich mich dann um den Rest kümmere ^^ Also ich bin durchaus angetan vom den Teil 🙂

  4. Gareas sagt:

    @Bunsenbrenner, du triffst den Nagel auf den Kopf. 🙂 Klar gibt es Jobs oder Arbeitsweisen für die das Pro ungeeignet ist. Aber genau so gibt es sehr gut geeignete Felder. Alles eine Sache der Differenzierung. Nur weil man es selber nicht braucht oder Hilfreich findet heißt das nicht, dass das für alle gilt. ^^

  5. zettie94 sagt:

    Also für die Uni wäre das Ding absolut ungeeignet (ausser man studiert etwas, wo man sowieso keinen Laptop bräuchte). Wir brauchen aber einige spezielle Programme, die es zwar sowohl für Mac wie auch für Windows gibt, nicht aber für iOS.

  6. Bunsenbrenner sagt:

    Ahja… Darf ich für die Nachwelt noch folgende Frage stellen? Für die Uni absolut ungeeignet heißt in dem Fall jetzt was? „Für mich persönlich ist das Teil in der Uni total ungeeignet, weil ICH auf Programme angewiesen bin, die es auf der Plattform nicht gibt“. Oder war das wieder ein „Das Teil ist für die Uni und für jeden Menschen auf der Welt, der zur Uni geht, vollständig ungeeignet und meine Meinung steht stellvertretend für den geamten Rest der Weltbevölkerung“. Das wäre vielleicht abschließend noch zu klären.

  7. Abarth sagt:

    Dünnhäutig heute 😀

    Nur noch das: Während man anderen Plattformen immer und immer wieder gewisse Unzulänglichkeiten vorwirft, spielt es bei diesen iProdukten nicht die geringste Rolle, dass man mit einem Pro-Teil weder SD cards lesen kann, einen Beamer anschließen oder einen USB Stick beschreiben kann, ohne dauernd Adapter mitzunehmen.

  8. HomeboyST sagt:

    Wozu brauchst du das auch alles zum Arbeiten ?

    SD Carten lesen ? Usb Sticks beschreiben ?

    Wenn ich etwas verteilen will, Präsentationen etc, werden diese per Mail gesendet oder der DL-Link geht rum.

    Kein Mensch tauscht noch USB Sticks / SD-Karten aus.

    Und wenn ich weiß das ich ne Präsentation vortrage mit nem Ipdad und auf einen Beamer angewiesen bin, sollte man intelligent genug sein einen 40 Euro Adapter Grundausstattung sein.

  9. Abarth sagt:

    Geht Dich nichts an wieso ich beim Arbeiten statt Datein oder DL Links versende jemandem der vor Ort ist einen Stick in die Hand drücke, damit er eine Datei speichern kann. Und umgekehrt.
    Oder wieso ich unterwegs gerne mal Dateien aus der DSLR Kamera mit SD Card auf ein Gerät mir etwas grösserem Bildschirm speichern will.
    Ich weiss nur dass „kein Mensch“ nicht ganz stimmt, aber Bunsenbrenner kann Dir bezüglich „Verallgemeinerung von eigenen Bedürfnissen“ sicher mitteilen, dass das nicht statthaft ist.

    Und dass ich immer noch nicht Freude habe, dauernd Adapter mitzunehmen.
    Entschuldigung nochmals, werde mich künftig zusammennehmen und iKritik nicht mehr anbringen. Geht ja gar nicht.

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