So. 26. April 2015 um 16:21

Review: Amazon Fire TV Stick im Test

von Stefan Wiesner4 Kommentare

Seit dem 15. April gibt es den Fire TV Stick auch endlich in Europa. Viele Prime-Member griffen am 24. März schnell zu, da der Preis, genau wie der der Fire TV Box, um etwa 50% reduziert war und so schossen auch hier die Lieferzeiten in die Höhe. Wir haben trotzdem ein Exemplar ergattern können, haben dieses für euch unter die Lupe genommen und gucken, ob sich eine Anschaffung lohnt.

Amazon Fire TV Stick Überblick 2
Der Fire TV Stick ausgepackt

Technische Daten und Lieferumfang

Der kleine Stick ist in dezentem Schwarz gehalten und fühlt sich wertig an. Das Schwarz hat den Vorteil, dass der Stick auf der Rückseite des Fernsehers fast gar nicht auffällt. Das Gewicht beträgt 25.1 g und verteilt sich auf 84.9 mm x 25.0 mm x 11.5 mm. Durch diese Baugrösse hängt der Stick auch nicht am HDMI-Port, sonder sitzt fest darin.

 

Der Fire TV Stick hat einen Dualcore-Prozessor von Broadcom verbaut, welcher mit bis zu 1 GHz pro Kern taktet. Ihm zur Seite steht eine VideoCore4 GPU und 1 GB RAM. Apps lassen sich auf dem 8 GB grossen Speicher speichern. Der Fire Stick kommuniziert über schnelles n-WLAN mit eurem Netzwerk, dazu nutzt er die MIMO-Technologie, welche theoretisch die doppelte Datenrate des Standards ermöglicht. Auch an Bord ist Bluetooth in der Version 3.0 zur Kommunikation mit der Fernbedienung oder dem Fire TV Gamecontroller.

Am Stick selbst befinden sich ein HDMI-1.4b-Stecker, mit welchem eine maximale Wiedergabe von 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde möglich ist, und ein MicroUSB-Port, über den der Stick mit Strom versorgt wird.

 

Der Lieferumfang fällt, wie schon im Unboxing angesprochen, üppig aus und bietet somit alles, um sofort loslegen zu können:

  • USB-Verlängerung
  • HDMI-Verlängerung
  • USB-Netzteil
  • Amazon Fire TV Stick Remote, einschliesslich Batterien
  • Fire TV Stick
  • Kurzanleitung und Garantiebestimmungen

Anschluss und Ersteinrichtung des Fire TV Sticks

Der Anschluss an das vorhandene TV-Gerät oder AV-Receiver gestaltet sich denkbar einfach. Den Stick in einen freien HDMI-Port stecken und mit dem USB-Kabel die Stromversorgung bereitstellen. Letzteres entweder durch einen freien USB-Port am TV oder aber über das mitgelieferte USB-Netzteil, welches in einer Steckdose steckt. Wenn der Stick nicht vernünftig sitzt, weil er vielleicht über die Kante des TV-Geräts ragt, kann diesen auch über den HDMI-Expander anschliessen.

 

Auch die Ersteinrichtung des Fire TV Sticks ist schnell gemacht. Wer den Stick direkt über Amazon bezogen hat, braucht nicht mehr viel einrichten. Man muss lediglich das WLAN-Passwort eintippen und bestätigen, dass der mit dem Stick bereits verknüpfte Amazon-Account wirklich einem selbst gehört.

 

Leistung des Sticks

Was kann man zum Fire TV Stick sagen, was man bereits nicht schon über die Fire TV Box gesagt hat? Vom Aufbau der Software ähneln sich die beiden Geräte wie ein Ei dem anderen. An einigen Stellen mag man vielleicht Hänger und kleine Ruckler merken, aber das ist schon ein Meckern auf hohem Niveau. 

 

Wer sich fragt, wo auf der Fernbedienung die Taste für die geniale Sprachsuche geblieben ist, den müssen wir leider enttäuschen. Amazon hat diese hier nicht mit eingebaut, aber es besteht die Möglichkeit, die Sprachsuche trotzdem zu nutzen. Entweder man lädt sich die Fire TV App aus dem Play Store herunter, sodass das Smartphone als Fernbedienung fungiert, oder man bestellt sich bei Amazon die Remote der Fire TV Box. Wenn man eine der beiden Möglichkeiten nutzt, funktioniert die Sprachsuche gewohnt gut und findet selbst schwierigste Filmnamen.

Amazon Fire TV Fernbedienung

Auch beimm Fire TV Stick gilt: Habt ihr Apps schon auf der Box gekauft oder über den Amazon Store auf dem Smartphone, findet ihr diese unter Apps zur Installation, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass diese auch mit dem Fire TV Stick kompatibel sind. Doch das sind zum Glück die meisten Apps.

 

Wer schon vorher mit der Streaming-App Plex gearbeitet hat, kann das auch weiterhin tun. Diese Anwendung ermöglicht es, eure Filme, die auf einem Server liegen, auf dem Stick zu schauen. Dies funktioniert ganz gut, zumindest wenn man keine MKVs anschaut, die auf einem NAS liegen und vom VLC wiedergegeben werden. Denn hier kommt der Stick vermutlich an seine Leistungsgrenzen, da es zu starken Rucklern kommt.

 

Apps wie TuneIn laufen ohne Probleme und bringen den Stick nicht zum Schwitzen. Auch Spiele lassen sich auf dem Stick  zocken. Amazon spricht hier allerdings ohne Umschweife von Casual Games, denn für ausgefallene Spiele wie Lost Within, welches auch für den Fire TV zu bekommen ist, reicht die Leistung einfach nicht aus. Es zeigt sich weiterhin, dass ein vernünftiges Gaming-Erlebnis, wie schon beim grossen Bruder, erst dann aufkommt, wenn man sich den optional erhältlichen Gamecontroller zugelegt hat, denn so wird die Steuerung doch um einiges angenehmer.

 

Eine Neuerung gibt es beim Fire TV Stick gegenüber der Box, diese hat mit seiner Grösse zu tun. Amazon geht davon aus, dass der Stick auch mit auf Reisen gehen wird. Daher hat man ihm kurzerhand die Fähigkeit spendiert, Captive Portals zu erkennen, also Netzwerke, die durch eine Passworteingabe im Browser freigeschaltet werden müssen, so wie sie in Hotels und anderen öffentlichen Räumen zu Hauf anzutreffen sind.

 

Fazit

Haben wir bei der Fire TV Box noch gesagt, dass diese eher etwas für Menschen ist, die stark im Amazon-Kosmos zu Hause sind, kann man den Stick wirklich der breiten Masse empfehlen. 

 

Der Fire TV Stick bringt Amazon Instant Video ohne grosse Umwege direkt auf den TV und gefällt auch noch mit seiner leichten Bedienung. Hier sehen wir auch grossen den Vorteil gegenüber den meisten vorinstallierten Apps auf den Smart-TVs: Die Steuerung durch das Fire OS ist wirklich einfach und intuitiv und man findet schnell das, was man sucht. Auch das App-Angebot ist gestiegen, sodass man aus einer Kombi von Plex und VLC Zugriff auf die Medien seiner privaten Filmsammlung hat, ohne den Umweg über Drittanbieter nehmen zu müssen.

 

Der Fire TV Stick ist unter anderem direkt bei Amazon zum Preis von 39 Euro erhältlich. Der bekannte IT-Händler digitec hat den Stick ebenfalls im Angebot, für 49 SFr. Für die Schweiz ist der Stick leider nur eingeschränkt nutzbar, da die Amazon-Dienste aufgrund von lizenzrechtlichen Beschränkungen in der Schweiz nicht eingesetzt werden können. Apps und Spiele funktionieren, aber Amazon Instant Video etwa ist nicht verfügbar.

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4 Antworten zu “Review: Amazon Fire TV Stick im Test”

  1. Riker1 sagt:

    Mich würde konkret noch der Unterschied zur Fire TV BOX interessieren. Was kann denn die Box mehr (oder anders) ? Wann sollte man die Box kaufen und wann den Stick ? Ein Bekannter hat mir neulich die Box gezeigt und ich war begeistert. Kann der Stick das auch alles – und vor allem auch mit der selben Performance (z.B. flüssiges Spielen) ?

  2. Stefan Wiesner sagt:

    Also die Unterschiede sind wie oben schon geschrieben marginal.
    Die Spiele laufen auch soweit alle auf dem Stick, auf der Box aber eben deutlich besser, da einfach mehr Power zur Verfügung steht.
    Bei dem streamen direkt über Amazon konnte ich keine Unterschiede feststellen, eine gute Wlan Verbindung vorausgesetzt.
    Die Box würde ich kaufen, wenn auch damit mal gezockt werden soll, wie gesagt dann aber auch den Controller kaufen. Den Stick würde ich kaufen, wenn ich wirklich nur Filme und Serien schauen will und vereinzelt mal ein leichtes Spiel zwischendurch.

  3. HellsDelight sagt:

    Die Fire TV Box hat eine bessere Hardware, etc. also willst Du z.B. XBMC mit kodierten Videos nutzen könnten diese auf der Fire TV Box evtl. besser laufen je nach Kodierung, Auflösung und Tonformat. Für die normalen Netflix und Amazon Instant Video Streams ist es egal welches der beiden (außer Dein WLAN funktioniert zu hause nicht so toll dann würde ich die Box nehmen mit LAN) außer evtl. wenn Du später UHD Streams nutzen willst. Auch kann man an die Box einen USB Stick anstecken. Die Box hat auch eine bessere Fernbedienung.
    Ich nutze beide, fürs Wohnzimmer die Box und fürs Schlafzimmer den Stick.

  4. mannie sagt:

    Kann man den Stick den auch an einem PC anschließen und dort Filme ansehen? Habe es eben versucht aber kein Ergebnis.

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