So. 22. Februar 2015 um 21:59

Review: Amazon Fire TV im Test

von Stefan Wiesner3 Kommentare

Heute haben wir für euch die kleine Streaming Box von Amazon, den Fire TV, in Review. Nachdem Amazon die Veröffentlichung für Deutschland im September 2014 angekündigt hatte, war er innerhalb weniger Tage vergriffen und die Lieferzeit ging auf bis zu drei Monate hoch. Wir beleuchten für euch, ob sich eine Anschaffung lohnt oder nicht.

Technische Daten der Box

Die Box ist mit ihren Abmessungen von 115 x 115 x 18 mm wirklich klein und auch das Gewicht mit 285 g ist nicht sehr hoch. Das Äussere ist schlicht und dezent gehalten, ein kleiner schwarzer matter Kasten, in der Front ist nicht sichtbar eine weisse LED eingelassen, die den Betrieb des Gerätes signalisiert. Die Anschlüsse sich befinden alle auf der Rückseite. Im Inneren des Fire TVs werkelt ein Qualcomm Snapdragon 600 mit bis zu 4 x 1.73 GHz, als GPU steht ihm eine Adreno 320 zur Seite. Der Player kann auf 2 GB RAM zurückgreifen und für Apps stehen ihm etwa 8 GB zur Verfügung. Das TV Gerät wird mittels HDMI angeschlossen und der Ton kann, wenn gewünscht, auch noch über einen optischen Ausgang an einen Verstärker weitergereicht werden. In sein heimisches Netzwerk bekommt man die Box mittels schnellem n-WLAN oder klassisch über die Ethernet Schnittstelle. Weiterhin gibt es noch Bluetooth, welches zur Verbindung der genialen Fernbedienung und des Fire TV Gamecontrollers benötigt wird sowie eine USB Schnittstelle, die aber im Auslieferungszustand noch keine Funktion hat. Der Stromverbrauch der verbauten Hardware scheint sich in Grenzen zu halten, im Standby liegt dieser etwa bei 1.6 W und bei der Wiedergabe von Videos etwa bei dem doppelten mit 3.1 W.

Der Lieferumfang ist sehr sporadisch, auf ein zwingend benötigtes HDMI-Kabel wartet man beim Auspacken vergebens. Es befinden sich eine Fernbedienung im Lieferumfang und dazu passende Batterien sowie ein Netzteil, um den Player ans Stromnetz anschliessen zu können. Die Fernbedienung erinnert optisch sehr stark an einen iPod mini, wobei das ganze Zubehör designtechnisch eine Linie fährt, sehr dezent und modern.

Leistung des Players

Das Einrichten des Players geht schnell von der Hand. Hat man den Fire TV über Amazon bezogen, ist schon sämtliches eingerichtet, man muss lediglich noch das Netzwerk hinzufügen und schon kann es losgehen. Kaufte man über den Amazon App Store bereits Waren wie Apps, Musik oder Filme in der Vergangenheit ein, stehen einem diese auch auf dem Fire TV zur Verfügung, bei Apps allerdings immer davon ausgehend, dass diese auch für den Fire TV angepasst wurden. Die Oberfläche des Fire TVs ist gut strukturiert und auch sehr intuitiv. Will man sich einen Film aus der Vielzahl der verfügbaren raussuchen, kann man das ganz komfortabel mit der super funktionierenden Sprachsuche des Fire TVs machen. Benötigen tut man dafür nur die Fernbedienung und seine Stimme. Ein Druck auf das Mikrofonsymbol und eine Ansage eurerseits, was ihr sucht und innerhalb weniger Sekunden hat der Player alle dazu in Verbindung stehenden Dinge gefunden. Wer denkt, das funktioniert nur mit leicht aussprechbaren Filmnamen, irrt, denn auch solche Namen, wie „Das Grüffelo“ werden ohne Probleme gefunden. Die Filme werden dann je nach Alter und zur Verfügung stehender Bandbreite in Full-HD wiedergegeben, bei geringerer Bandbreite lässt die Qualität nach. Das Streamen passiert sehr zügig, ohne grössere Ruckler und Unterbrechungen. Die Bildqualität kann sich dabei sehr gut sehen lassen. Der Ton kommt je nach Film in Stereo oder Dolby Digital Plus aus dem Verstärker bzw. den Lautsprechern. Eine super Sache ist die Möglichkeit, Filme, die auf dem Fire TV nicht weitergeguckt werden können, nahtlos auf ein Tab oder Smartphone zu übertragen und dort weiterzuschauen. Amazon nennt diese Funktion 2nd Screen und das funktioniert wunderbar, es erspart einem manchmal die allabendliche Schlacht um die Fernbedienung. Schade ist, dass es bislang keine leichte Lösung gibt, um auf Medien aus seiner Privatsammlung zurückzugreifen, die USB Schnittstelle liegt tot und eine Netzwerkfunktion à la DLNA gibt es nicht. Wer des Öfteren abends bei Amazon stöbert, wird die Funktion „zur Watchlist hinzufügen“ lieben lernen, denn somit kann man sich nach und nach eine wirklich schöne Watchlist zusammen bauen und vergisst so schnell keinen Film oder Serie mehr. Mittlerweile kann man auch auf seinen Netflix Account zugreifen, das konnte ich aber mangels Account nicht für euch testen. Auch als Spielekonsole versteht sich der Fire TV, dieses macht er ganz gut, aber wirklich komfortabel ist es nur, wenn man nochmal Geld in die Hand nimmt und sich den Fire-Gamecontroller zulegt.

Fazit

Der Fire TV ist ein solides kleines Streaming Gerät. Für 99 Euro bekommt man ein super Stück Hardware, welches stark mit dem Amazon Kosmos verwoben ist und dort seine Stärken voll ausspielt. Für all diejenigen, die sich bei Amazon heimisch fühlen, kann man eine klare Kaufempfehlung aussprechen, für alle anderen reicht vermutlich auch die Amazon Instant Video App ihres Smart TVs oder der Konsole. Technisch versierte Nutzerinnen und Nutzer können aber im Handumdrehen eine super Mediazentrale aus dem Gerät basteln: Stichwort KODI/XBMC.

Das könnte Sie auch interessieren

3 Antworten zu “Review: Amazon Fire TV im Test”

  1. Ney sagt:

    hab selber nen fire tv seit knapp 3 monaten und ich finds gut. die filme die man gucken will, sollte man aber zeitig gucken, da sie von heute auf morgen nicht mehr kostenlos sein könnten

  2. Tealk506 sagt:

    „Schade ist, dass es bislang keine leichte Lösung gibt, um auf Medien aus seiner Privatsammlung zurückzugreifen“

    https://plex.tv/ -> Hat auch eine App für den Fire TV

  3. Ney sagt:

    japp. kostet für die aktivierung einmalig 4,32€. ich kann problem los auf meine musik und meine videos vom pc mit kostenlosem plex server zugreifen. nur 5.1 sound klappt nicht, brauch ich aber auch nicht

Schreibe einen Kommentar

Teilen